Archiv der Kategorie: Gemeinschaft

Der Heilige Geist rührt uns an

Ich merke, wie schwer es mir fällt, gute Gespräche zu führen. Da brauche ich die Hilfe des pfingstlichen Geistes. Pfingsten ist das Fest der Gemeinschaft, ja der ganzen Menschheitsfamilie. Die Verbindung mit anderen wird durch den Heiligen Geist tiefer, schöner und liebevoller. Der Geist schenkt uns die große Hoffnung, dass nach dem Tod ein Leben mit Gott und allen Verstorbenen wartet. Diese große Hoffnung auf Vollendung verändert unser konkretes Leben auf der Erde. Wir brauchen keine Angst vor dem Tod haben und können locker mit anderen arbeiten, spielen, sporteln, musizieren und feiern. Wir müssen nicht gestresst von einem Termin zum anderen hetzen. Wir haben unendlich viel Zeit. Der Heilige Geist verbindet uns mit unseren Toten, die auf uns bei Gott warten. Wenn eine Mutter stirbt und voll Sorgen um ihr Kind ist, kann sie nicht vollendet glücklich sein. Nur dann, wenn alle bei Gott sind, sind wir erfüllt, glücklich und vollendet.

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Gib mir Liebe ins Herz

Eine junge Frau erlebt, dass ihre Mutter sie nur heruntermacht und alles bei ihr bekrittelt. Sie zeige überhaupt keine Liebe, die sie so nötig hat. Sie besucht ihre Mutter nicht oft. Das Herabwürdigen hält sie nicht aus.
Eine Frau um die dreißig ist traurig, dass ihr Mann immer mehr Alkohol trinkt, die Abmachungen nicht einhält, sie auch anlügt. Sie muss sich von ihm trennen, um nicht in den Teufelskreis der Co-Abhängigkeit zu kommen.
Wie können wir mit anderen umgehen, nicht in Hass verfallen und vielleicht sogar andere Menschen lieben? Ich denke, die Liebe beginnt mit dem Satz: „Ich möchte, dass es dir gut geht.“ Das wird nicht nur gesagt, sondern die Liebe wird zu einem Tätigkeitswort. Das Handeln geschieht dann im gegenseitigen Austausch. Mit einem Freund sprach ich über die Situation in den christlichen Gemeinden und wir bemerkten, dass wir mehr „Austauschgruppen“ brauchen, in denen wir uns im Glauben und im Vertrauen bestärken. In solchen Gruppen können wir uns in liebevoller Atmosphäre austauschen und einen Raum für das Handeln Gottes öffnen. Das kann wunderschön werden
Lied „Gib mit Liebe ins Herz, lass mich leuchten“ (Link)

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Was kommt auf uns zu?

Als wir im Frühjahr 2020 nach Deutschland zu einem Geburtstagsfest reisen wollten, gab es die ersten Corona-Todesfälle und unsere Kinder haben uns inständig gebeten, nicht zu reisen. Mittlerweile hat die Menschheit den schwierigen Kampf gegen das Virus aufgenommen. Jetzt beginnt der Advent und wir sind in der Erwartung, dass wir ein schönes Weihnachten erleben können. Einige feiern das als Familienfest, einige sind allein, einige machen Urlaub, einige gehen zu den Gottesdiensten und allen ist zu wünschen, sich auf Jesu Geburt zu besinnen, denn in ihm ist Gott Mensch geworden, um uns zu helfen. Wir können seine Hilfe oft gut annehmen. Einige lehnen es ab, seine Hilfe anzunehmen. Aber vielleicht gelingt es ihnen, über ihren Schatten zu springen und ihm zu trauen. Gott steigt ja auch herab und wird ein Kind in einer Futterkrippe. Ich bitte ihn, dass er unsere zerstrittenen Gemeinschaften heilt:
Schick uns deinen guten Geist, sodass wir einander verzeihen können, dass wir über Mauern springen und versuchen, einander zu verstehen und neu anzufangen. Wenn nicht alle mitmachen, dann müssen wir mit der Zerrissenheit leben bis – ja, bis die große Erlösung kommt. Auch das verspricht uns Jesus und der Geist begleitet uns. Dieser gestaltet mit uns den Advent.

Ich habe die Hauskirche neu entdeckt

Für mich ist das, was wir aktuell an „Krise“ in unserer verfassten Kirche erleben wie ein Auftrag, noch einmal auf gute Modelle aus unserer Geschichte zu blicken und aus ihnen kreativ zu lernen.

Weihbischof Matthäus Karrer und Dr. Katrin Brockmöller sprechen über die Wiederentdeckung der Hauskirche in der Pandemie und eine neue Broschüre dazu.

Quelle: Die Hauskirche neu entdeckt – Neue Broschüre erschienen

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Gemeinschaft mit wem?

Oft höre ich in Predigten: Wir haben eine Gemeinschaft mit Christus. Dies führt, so schreibt Michael Böhnke, „ein wenig in die Irre. Die Gläubigen haben streng genommen keine Gemeinschaft mit Christus. Vielmehr bewirkt die Gemeinschaft das Heiligen Geistes, in der sie leben, weil sie den Heiligen Geist in der Taufe empfangen haben, die Verwandtschaft mit Christus, indem er, der Geist Gottes, die Gläubigen zu Brüdern und Schwestern des Auferstandenen macht. Mit Christus können die Gläubigen deshalb – das heißt aufgrund der geistvermittelten Gottesverwandtschaft – Gott im „Vater unser“ als unseren Vater anreden.“

Die Gemeinschaft im Heiligen Geist ist damit die Grundlage von allem anderen. Dieser erste Schritt, um die Gemeinschaft im Heiligen Geist zu bitten, wäre ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.

Quelle: Michael Böhnke, Gottes Geist im Handeln der Menschen. Praktische Pneumatologie. Herder. 2016. 217

Quelle der Gesundheit

Heute fahre ich zu einem Freund, der wieder in die Kirche eintritt. Er hat Freunde gefunden, die sehr achtsam miteinander umgehen.
Wie dünn die Wand zwischen Himmel und Erde ist, sehe ich, wenn ich im Evangelium von einer kranken Frau lese, die Jesu Gewand berührt und aufhört zu bluten. Eine Quelle tut sich bei Jesus auf, die Quelle Gottes und seines Geistes. Jesus merkt, dass aus ihm Kraft ausströmt. Dieser göttliche Lebensstrom heilt nicht nur die Frau, sondern auch uns. Wir besingen diese Quelle der Liebe und der Heilung in Liedern:

  • Herr, gieße Ströme lebendigen Wassers aus über uns. (Link1)
  • Fließ, Gnadenstrom, überflute dies Land mit Liebe! (Link2 Link3)
  • Der Geist des Herrn erfüllt das All – er lässt die Wasser fluten (Link4, GL 347).

Wir merken, wie Jesus erfüllt ist von dir, Heiliger Geist. Da bitten wir dich, dass du uns ebenfalls zum Werkzeug deiner Liebe und deiner Heilung machst.

Jesus ist weggegangen. Was nun?

Christus ist zu seinem Vater gegangen und hat die Jüngerinnen und Jünger mit der Erinnerung an seine Wunder, seine Taten, sein Leiden und seine Worte allein gelassen. Es ist kein endgültiger Abschied, denn er hat uns versprochen, dass er wiederkommt.
Wenn Jesus zu seinem Vater geht, dann sind wir aber allein.

Wir, das Volk, die Versammlung, die Kirche wird ohne Jesus arm. Die Priester, Bischöfe und der Papst in Rom können nicht so tun, als würden sie als Stellvertreter Jesu in seiner Macht handeln. Denn dann müsste er anwesend sein, was er nicht ist. Papst Franziskus hat das angedeutet: Ich will eine arme Kirche. Arm sind wir, wenn Jesus nicht mehr da ist.

Zehn Tage nach Christi Himmelfahrt kommt aber jemand zu uns, der unsere Einsamkeit aufhebt. Der Heilige Geist kommt auf uns herab. Es ist Gott, der sich als Geist offenbart. Seit 2000 Jahren leben wir Christinnen und Christen mit diesem Schöpfer Geist.

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Ich bin der Weinstock und ihr schützt das Klima

Ein Weinstock hat normalerweise gute Reben, die Früchte tragen. Andererseits gibt es Zweige, die keine Früchte hervorbringen und nur wachsen. Sie müssen abgeschnitten werden. So denke ich, muss es auch in unserer Wirtschaft zugehen. Jene Bereiche, die nur wachsen, aber keine Früchte tragen, müssen abgeschnitten werden.

Obwohl heuer der April sehr viel kälter war, sagen die Meteorologen, dass das Klima immer wärmer wird. Das CO2, das bei der Verbrennung entweicht, und das Methan, das die Kühe produzieren, bewirken einen Treibhauseffekt, sodass unsere Atmosphäre immer wärmer wird. Man kann etwas dagegen unternehmen. Mein Nachbar fährt ab 4. Mai wieder Personen mit dem E-Auto des Vereins E-Mobil Pressbaum. Auch wir versuchen unseren Lebensstil umzustellen und im Kleinen gegen die Erwärmung der Atmosphäre zu kämpfen. Warum wir das tun? Aus Verantwortung den nächsten Generationen gegenüber und weil wir die Schöpfung Gottes nicht zerstören wollen.

Papst Franziskus rief in seinem Brief Laudato Si die Weltgemeinschaft zu einem fundamentalen Umdenken und jeden Einzelnen zu einem umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstil auf. Der Vorteil liegt darin, dass es einen Zusammenhalt fördert, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Auch gibt es einen wirtschaftlichen Aufschwung mit neuen Jobs und Innovationen, wenn wir klimafreundliche Maßnahmen treffen. Jesu Spruch „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ kann man im Heiligen Geist umwandeln in: „Ich bin der Weinstock und ihr schützt das Klima.“ (Joh 15,1-8)

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Gib dem Kleinen eine Chance

Er lässt das Kleine wachsen

Wenn ich etwas nicht machen kann, dann tut es gut, wenn ich es vor Gott hinlege. Ich kann nicht alles ändern. Auch mit anderen zusammen kann ich nicht alles ändern. Das meiste entzieht sich meiner Kontrolle. Das ist typisch für das Leben. Dahinter wirkt Gott. Er hält alles in seiner Hand zusammen und lässt es wachsen. Paulus schreibt an die Korinther: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ es wachsen. Gott lässt auch sein Reich wachsen. Er ist ein Vorbild für mich. Er schenkt uns Talente, aber wir können sie entwickeln. Bei Jesus geht es um das Kleine, um den kleinen Samen, der wächst. Es geht ihm um die kleinen Talente, die bei den Menschen wachsen.
Es geht ihm um die kleinen Gemeinschaften, die wachsen. Auch unsere Gottesdienstgemeinde war eine kleine Gemeinde. Auch sie ist mit Gottes Hilfe gewachsen. Es gibt aber auch innerhalb der Gemeinde kleine Gemeinschaften, die wachsen. Das ist wunderbar. Es zeigt mir, dass wir wie Paulus mit Kleinem beginnen können. Wir können wie Apollos das Kleine begießen. Wir können darauf vertrauen, dass Gott das Kleine beschützt, sodass es wachsen kann – unsere kleinen Gemeinschaften und unsere kleinen Talente.

Sicherer Gottesdienstbesuch

Wir hoffen, dass niemand an Corona erkrankt und es soll sich niemand bei der Feier des Gottesdienstes anstecken. Im Kirchenraum machen wir einerseits sichere Vorkehrungen, wie in anderen Kirchen auch. Andererseits müssen wir gewährleisten, dass ein Nachverfolgen, wer wo gesessen ist, möglich ist.

  1. Wir sperren jede zweite Bankreihe, damit genug Abstand ist. In jeder Bank können zwei sitzen.
  2. Wir sperren die erste Reihe vor dem Chorgestühl. Neu: Im Chorgestühl müssen zwei Plätze rechts und links frei bleiben.
  3. Wenn die Personen in einem Haushalt leben, gilt der Abstand nicht und es können alle zusammen sitzen.
  4. Die Sitze sind nummeriert und jede Person schreibt auf einen Namenszettel ihre Sitznummer.
  5. Die Zettel werden gesammelt und 28 Tage aufbewahrt.

Ich liebe diese Trennung von Religion und Staat, wie sie sich in der Westkirche durchgesetzt hat. Der heilige Augustinus hat als erster irdischen Staat und Gottesstaat durchdacht. Den irdischen Staat erlebe ich, wenn es heißt: Masken tragen oder Abstand halten. Den Gottesstaat erlebe ich in der Messe, wenn wir durch Gott im Brot und durch die Sehnsucht danach eine tiefe Gemeinschaft werden.
Könnte es sein, dass Gott und sein Geist in diesen Tagen beginnt, unsere Gemeinschaft zu erneuern?
(Katholische Gottesdienstgemeinde Sacré Coeur, 3021 Pressbaum, Klostergasse 12, Österreich)