Schlagwort-Archive: Fronleichnam

Freude, schöner Götterfunken

Beim Fronleichnamsfest kam die Sonne heraus und wir hatten endlich wieder das Sacré Coeur Kaffee, diesmal im Birkenhof. Die Gespräche flogen dahin und wir freuten uns an der Gemeinschaft. Es war, als ob die Engel „Freude, schöner Götterfunken!“ gesungen hätten. Die Geschwisterlichkeit bekommt eine Leichtigkeit, wenn uns Gott trägt.

Die Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ fußt auf den Losungen der Französischen Revolution 1789 und der europäischen Aufklärung. Obwohl die Kirchen dabei angegriffen wurden, hat die Parole christliche Wurzeln. Die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei, die Gottesebenbildlichkeit der Menschen und die Nächstenliebe sind die Wurzeln von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“.

Ich finde, dass die Brüderlichkeit oder besser die Geschwisterlichkeit leichter zu leben ist, wenn ich eine Beziehung zu Gott habe. Ich sehe sehr viele Gemeinschaften und Familien eher zerfallen, wenn die moralische Forderung nach Solidarität und Nächstenliebe allein ohne eine Liebe zu Gott gelebt wird. Eric Voegelin sagte dazu: „Wir haben es mit einer Krankheit des Geistes zu tun“, einer „Pneumapathologie“. Als Heilung bietet Jesus die Beziehung zum göttlichen Geist an, der Gottesliebe und Nächstenliebe verbindet. Mit ihm können wir im sonnigen und freien Garten fröhlich feiern.

(Quelle zu Eric Voegelin: https://christenwind.at/?cat=130)

Fronleichnam: Wandle mich

Keine Religion existiert ohne Ritual. Die Wandlung des Brotes in den Leib des Gottessohnes ist das zentrale Ritual der Christenheit. Beim jüdischen Osterfest, dem Pessach, begründete Jesus diesen Ritus.
Im Fronleichnamsfest wird diese Wandlung gegenwärtig. 10 Tage nach Pfingsten. Der Heilige Geist ist notwendig. Denn bevor die Abendmahlsszene gegenwärtig wird, wird der Heilige Geist herabgerufen, damit er das Brot wandelt. Deswegen knien sich viele Gläubige schon vor der Wandlung nieder.

„Bitte wandle mich.“ Ich brauche den Heiligen Geist. Damit er mich wandelt. Ich bin Brot. Ich werde Leib Christi. Jedenfalls zu einem Teil vom Leib Christi.

Wir, die Mitfeiernden werden zu einem „Körper“. Corpus Christi. Um der Liebe willen. Er begegnet mir. Ein Zwiegespräch. Ein paar Minuten. Endgültig kommst du in Herrlichkeit.

(Die Worte der Herabrufung des Geistes auf Brot und Wein: https://christenwind.at/?p=776)

Fronleichnam: Die Götter und das Brot

Unser lebendiges Brot

In den Götterstatuen der Antike wohnten die Götter, denen Opfer gebracht wurden, um ihre Hilfe zu bekommen. Statt der heiligen Götterstatuen verehrten die Juden die Schrift, in der der heilige Name Gottes, Jahwe geschrieben stand.

Der Kult der Götterstatuen konnte abgelöst werden, weil es einen neuen Kult gab, den Kult der heiligen Schrift.

Was Gott will

Durch dieses Medium war den Juden nach dem Babylonischen Exil klar, was der Wille Gottes war: Die Gesetze der Tora, der fünf Bücher Moses, mussten eingehalten werden. Jesus fand das nicht falsch, aber er setzte auf zwei Liebesgebote, die in der Tora stehen: Gott und die Nächsten zu lieben. Das war sein Herzensanliegen. Paulus wird später sagen: Die Gesetze von Moses sind aufgehoben (wie in einem Schatzkästchen und inaktiv).

Das neue Gottesmedium

Jesus schrieb nichts auf, er setzte ein neues Gottesmedium ein, das ungesäuerte Brot. Er identifizierte sich mit dem speziellen Brot, das er bricht und den Aposteln austeilt. Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Die Jünger in Emmaus erkannten ihn beim Brotbrechen. Er offenbart: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“ Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.

Von Herz zu Herz

Das neue Medium ist keine Götterstatue, kein heiliges Buch, es ist das ungesäuerte Brot, durch das der Sohn Gottes spricht: Direkt in unser Herz. Wenn wir ihn aufnehmen, werden wir Gottesmedien und Kinder Gottes. Wir merken: Gott ist da – für uns und die anderen.

Kein Verhungern in der Sehnsucht. Fronleichnam

UngesäuertesBrotIch weiß nicht, was Jesus gedacht hat. Vielleicht war es das: Er wusste, dass die Auseinandersetzung mit den Hohenpriestern tödlich enden könnte. Als lebender Gottessohn war er die Gegenwart Gottes. Nun suchte er ein Medium, das seinen Tod überstand. Im Brot und im Wein sah er gute Speisen, in denen Gottes Geist gegenwärtig sein kann. Brot und Wein markierten im jüdischen Pessachfest und an jedem Sabbat die Gegenwart Gottes. Jüdinnen und Juden erlebten im Pessachfest jedes Jahr die Befreiung aus der Sklaverei. Befreiung wurde Gegenwart.

Brot wurde zum Gottesmedium

Brot und WeinJesus macht nun das Brot und den Wein zu Medien. Brot hat drei Bedeutungen: Es ist einerseits konkrete Nahrung. Es ist zum zweiten ein Symbol für Nahrung schlechthin. Brot ist aber in einem dritten Schritt Körper des Gottessohnes. Jesus sagt: Das ist mein Leib. Das Brot wird zum „Gefäß“ für Gott. Damit kann es in jeder Feier zum Medium für Jesus und Gott werden. Das Brot wird zum Fenster, durch das Gott in unsere Welt kommt. So passiert es auch mit dem Wein. Jesus sagt: Das ist mein Blut. Damit wird der Wein zum Medium für Gottes Gegenwart.

Wir werden Fenster für Gott

Wenn wir Christinnen und Christen dieses Brot essen und diesen Wein trinken, dann kommt Gott in unser Herz, in unsere Seele. Aber es passiert etwas mit uns. Wir werden auch Medien, Gottes Medien. So wie Jesus ein Gottesmedium geworden ist. So werden wir Gottesmedien. Wir werden trotz unserer Fehler Fenster, durch die Gott in die Welt kommt.

Quelle: Eckhard Nordhofen, Corpora, Die anarchische Kraft des Monotheismus

Gegenwart von Jesus im Brot und im Wein

Gott-Sohn im Brot und Wein

Gott-Sohn im Brot und Wein

Heute gehe ich bei der Fronleichnamsprozession mit. Fronleichnam ist des Fest der Gegenwart von Jesus im Brot und im Wein. Christus wird von uns in der Monstranz durch die Straßen der Stadt getragen. Die gemeinsame Feier beginnt um 8:30 Uhr mit einer Feldmesse . Die Kinder können zu einem Kinderwortgottesdienst gehen. Die Prozession führt durch alle drei Pfarrgebiete. Das Fest soll aber noch nicht zu Ende sein. Es gibt eine große Agape. Für das leibliche Wohl wird ausreichend gesorgt sein.