Archiv der Kategorie: Gott

Du kannst es!

Ich staune über den Menschen, der so stark in Gott verwurzelt ist, dass er sagen kann: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (Psalm 18,30b). Ich würde diesen starken Glauben gerne selbst haben. Dass der eiserne Vorhang fiel, das war lange nicht denkbar. Trotzdem ist das kommunistische System zusammengebrochen. Vielleicht hat Gottes Hilfe doch eine Rolle gespielt. Man kann ja nicht wissen, welche verschlungenen Wege Gott geht. Vielleicht können wir mit ihm zusammen mehr, als wir glauben. Ich höre viele sagen: „Das kann ich nicht. Wenn mich dieser Schicksalsschlag trifft, könnte ich es nicht aushalten.“ Jesus sieht das anders: „Wenn dein Glaube nur ein ganz kleines Senfkorn ist, dann kannst du es! In der Beziehung zu Gott sag zu diesem Berg: „Rück von hier nach dort!“ und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein“ (Matthäus 17,14-20). Ein Mädchen aus Schweden, Greta Thunberg krempelt die Stimmung in der Klimakrise um. Wenn sie gesagt hätte „Ich kann das nicht“ wäre nichts passiert. So ist es auch bei Jesus. Wenn er gesagt hätte „Ich kann nicht nach Jerusalem gehen“ wäre nichts passiert. So aber hat er sich ganz in die Hände seines himmlischen Vaters begeben können. Das ist Glauben. Aber noch größer ist die Liebe, sagt ein urchristliches Lied (1Korinther 13,13). Die Liebe zum Vater machte es für Jesus möglich, diesen Weg der schmerzhaften, aber siegreichen Liebe zu gehen.

Was passiert uns nach dem Tod?

Abraham und Lazarus im Himmel und der reiche Mann im Schattenreich der Unterwelt
Wäre das gerecht? Abraham und Lazarus im Himmel und der reiche Mann im Schattenreich der Unterwelt?

Ich glaube, dass wir alle, ob Gläubige oder Ungläubige, Christen, Buddhisten, Moslem, Atheisten oder Esoteriker – alle – zu Gott kommen, der die unermessliche Liebe ist. Gott ist ja der, über den nichts Größeres gedacht werden kann und er hat sich in Abraham, Moses, den Propheten und unüberbietbar in seinem Sohn Jesus geoffenbart. In seiner Liebe lässt er uns auch im Tod nicht fallen.

Ich frage mich auch, ob es im Jenseits eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt. Ich lasse zwei Männer über ihre Situation reden, den armen Lazarus und einen Reichen:

Ich liege vor der Tür dieses bescheuerten Reichen. Meine Glieder schmerzen mich höllisch. Diese Wunden jucken mich. Hunger habe ich auch. Ich würde gerne von dem essen, was diesem Reichen vom Tisch fällt. Seine Hunde dürfen das aufschlecken. Jetzt kommen diese Biester und wenn ich nicht aufpasse, schlecken sie an meinen Geschwüren. – Oh, was passiert mir? Ich werde getragen. Das ist aufregend. Das sind ja Engel! Ich fliege. Was machen die mit mir? Es kommt mir vor, ich bin in Abrahams Schoß! Oh Gott! Ist das schön! Wenn ich da hinunterschaue sehe ich den Reichen nicht mehr. Ist er tot? Recht geschieht ihm. Er war immer schon ein hartherziger Kerl.

Ich ziehe heute meinen neuen Anzug an. Heute wird ein super Fest gefeiert. – Oh, was passiert mir? Jetzt sehe ich nur Schatten. Wo bin ich? Was ist das? Ich habe höllischen Durst! Es muss mir doch wer helfen! Vater Abraham soll mir helfen! Er soll den Lazarus zu mir schicken, damit der mir hilft.- Ich verstehe nicht, warum er mir nicht hilft. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Noch dazu will ich ohnehin meinen Brüdern helfen. Das ist doch Bruderliebe. Was habe ich verbrochen, dass ich in dieser bescheuerten Unterwelt so schrecklich dursten muss? Naja, vielleicht habe ich nicht vor die Tür geschaut. Aber sonst war ich doch anständig. Warum kann ich mein gutes Leben im Himmel nicht weiterleben? Wie lange soll ich hier leiden? Bis ich alle meine Sünden abgebüßt habe?

Wie kann ich als Reicher in den Himmel kommen? Wenn ich auf Moses und auf die Propheten höre? Wenn ich Nächstenliebe und Gottesliebe übe? Wenn ich auf mein Gewissen und auf Gott höre? Ich entscheide mich jetzt. Nach dem Tod ist es zu spät. Wir sollten darüber reden

Is God ‘that than which nothing greater can be thought’?

Is God ‘that-than-which-nothing-greater-can-be-thought’?
(Anselm of Canterbury)

Quelle: Is God ‘that-than-which-nothing-greater-can-be-thought’? – etimasthe

Ist Gott das, worüber nichts Größeres gedacht werden kann?
Es geht Anselm um eine Negation – nichts Größeres – und um die Grenzen das Denkens.

Nobody Believes God is a Magical Old Man with a Beard in the Clouds

“Immanent and transcendent” means God is in the world, and at the same time the world is in God. Consider this from Myers New Testament Commentary on Acts 17:28: Paul views God under the point of view of His immanence as the element in which we live, etc.; and man in such intimate connection with God, that he is constantly surrounded by the Godhead and embraced in its essential influence, but, apart from the Godhead, could neither live, nor move, nor exist. That’s a complex understanding of God. This is the traditional Christian view. The magical old man with a beard in the clouds is nowhere to be found. Seriously, “AA”s. Nobody. Believes. That. Nobody.
Jack Preston King, Aug 31 · 9 min read:
Quelle: Nobody Believes God is a Magical Old Man with a Beard in the Clouds

Da gehe ich lieber zum Vater

Ich habe mich verlaufen. Ich weiß nicht, wo meine Freunde sind, wo meine Familie ist, wo mein Gott ist. Ich fühl mich so etwas von allein. Oh Gott, Angst habe ich. Ich fühle mich bedroht. Jetzt rufe ich. Da ist jemand Bekannter. Eine liebe Person kommt. Wow. Mein Herz hüpft voll Freude.

Ich schaue in der Tasche nach. Da fehlt mir eine Stück. Ich bin aufgeregt. Oh, wo ist das? Ich suche in jedem Eck. Leuchte in jede Ritze. Stundenlang suche ich schon. Ah, da ist das teure Stück. Juchhu! Ich laufe zu den Nachbarn und muss es ihnen unbedingt erzählen.

Es ist ein Wahnsinn. Ich halte es nicht mehr aus. Ich muss raus. Mein Vater zahlt mir das Erbe aus und endlich bin ich weg. So wunderbare Freunde habe ich und wir feiern die Festivitäten, bis wir umfallen. Ups, ich habe nichts mehr am Konto. Ich frag die Freunde, ob sie mir etwas borgen. Man muss ja schließlich essen. Ich verstehe nicht, warum mir niemand etwas borgt. Hunger habe ich auch. Verdammt, da will mich niemand. Da muss ich diese blöden Säue hüten. Nicht einmal Essen krieg ich. Nein, da gehe ich lieber zum Papa. Ich kann nur hoffen, dass er einen Hilfsarbeiter braucht. Aber es ist mir urpeinlich. Ich muss zugeben, dass ich einen Blödsinn gemacht habe.
Was? Er kommt mir entgegen? Er umarmt mich.

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In meinem Herzen

Jesus möchte mit den Menschen reden. Einer sagt: Ich kann nicht, ich muss meine Mutter besuchen. Eine Frau sagt: Ich muss auf Kur fahren. Ein Jugendlicher sagt: Ich muss auf die Geburtstagsparty.

Da sagt Jesus: Wenn du deine Mutter besuchst, wenn du auf Kur fährst, wenn du zu einer Geburtstagsparty gehst, dann nimm mich in deinem Herzen mit. Dann kannst du meine befreite Jüngerin, mein erlöster Jünger sein.

Lieber Jesus! Mit einem Herzen bin ich bei meiner Familie und den Freunden und mit dem anderen Herzen bin ich bei dir, Jesus, mein Gott. „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“ (J. W. von Goethe, 1749 – 1832). Diese doppelte Existenz sehe ich auch im Alltag, wenn ich Notwendiges mache und dann wieder Kreatives. Anscheinend sind wir Menschen so gestrickt. Sonst würden wir krank werden. Meist vergessen wir die Gottesbeziehung und werden krank. Der Politologe und Philosoph Eric Voegelin (1901-1985) sagte: Pneumapathologie, Krankheit des Geistes kommt von der Transzendenzlosigkeit. – Ich würde sagen: von der Ablehnung der Jesusbeziehung.

So viel Wut. Wo bleibt die Resonanz?

Soziologe Hartmut Rosa versucht mit der der sogenannten Resonanztheorie die Wut in den westlichen Gesellschaften zu erklären.

Im Europajournal brachte der Sender Ö1 am 30.August 2019 ein Gespräch mit Hartmut Rosa, in dem er betonte:

Menschen gerade in den westlichen Staaten sind extrem wütend und sie finden immer einen Grund für die Wut. … Es ist meine Überzeugung, dass die Quelle der Wut offensichtlich tiefer liegt. Es können gar nicht die Ausländer sein oder die Nicht-Ausländer oder die Ökologie. Sondern es ist nach meiner Auffassung die Welthaltung, die Grundhaltung zum Leben, die wir ausgebildet haben und institutionell verankert haben und das nenne ich einen Aggressionsmodus vom Leben.

Ich erinnere mich an René Girard, der von Wut und von Gewalt spricht, die in uns schlummert und beim nachahmenden Begehren zur Rivalität und zum Kampf jeder gegen jeden führt. Raymund Schwager bringt diese Wut in Beziehung zu einer fehlenden Gottesbeziehung.

Als Antwort bietet Hartmut Rosa die Resonanz an. Sie richtet die Menschen auf etwas anderes aus, das nicht immer mehr bedeutet und nicht funktionalisiert ist. Ich würde sagen, es ist das Du. Es ist Gott.

Gestern sprach ich mit einem Freund über Wutbürger und um 18:20 sprach Hartmut Rosa im Ö1 Europajournal über das Thema! Ein Zufall? Seine Lösung der Resonanz war, wie wenn ich im Hintergrund Martin Buber (Du) oder Eric Voegelin mit der Pneumapathologie hören würde.

Es braucht einen Gott, der uns von dieser grundgelegten Aggression befreit, damit wir eine gute Gottesbeziehung geschenkt bekommen. Das macht der Sohn Gottes, der unsere Aggression auf sich nimmt und uns einen neuen Geist gibt.

Das Christentum ist nicht per se gewaltlos, es braucht den säkularen modernen Staat, der das Gewaltmonopol innehat und eine Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive und Judikatur kennen muss.
Die Christenheit wird geleitet vom Heiligen Geist, der hilft, einen kreativen Spagat zwischen gewaltbereitem Staat und gewaltloser Kirche herzustellen.

Europa-Journal, Sommergespräch: Hartmut Rosa
Moderation: Markus Müller-Schinwald

Youtube: Resonanz: Hartmut Rosa über die Soziologie des guten Lebens
Zukunftswerkstätte: Resonanz: Der Schlüssel zur Welt. Artikel von Patrick Wienecke
Wolfgang Palaver: Der mimetische Zirkel (Gewalt und der „Gott der Opfer“) Die mimetische Theorie René Girards ermöglicht eine fruchtbare Analyse des Verhältnisses von Religion und Gewalt.
Raymund Schwager: Brauchen wir einen Sündenbock? Gewalt und Erlösung in biblischen Schriften.