Archiv der Kategorie: Gott

Gott handelt

Gott lässt sein Reich unter uns wachsen

Gott lässt sein Reich unter uns wachsen

Eine Frau besucht regelmäßig ihre Großmutter. Alle um sie herum bewundern sie, wie sie sich für ihre Großmutter einsetzt. Es ist ein kleiner Dienst, aber er hat auf die Umgebung eine große Wirkung. Die Liebe beginnt oft im Kleinen. Sie ist wie der Samen, den eine mir bekannte Gärtnerin in die Erde legte. Die Tagetes wuchsen und sie schenkte mir die kleinen Pflänzchen im Sacré-Coeur-Kaffee. Ich setzte sie in mein Tischbeet, wo sie jetzt wachsen und in einigen Tagen blühen werden. Der Naturwissenschaftler und Theologe Teilhard de Chardin sieht im Wachsen des Lebens ein geheimnisvolles Zentrum am Werk, das nicht nur das Wachsen beflügelt, sondern auch zur Liebe inspiriert und dem Leben Festigkeit über den Tod hinaus gibt. Es ist der göttliche Bereich. Jesus nannte es Reich Gottes. Paulus nannte es das Reich des Messias Jesus. Es ist unter uns am Werk. Es führt uns zusammen, sodass wir eine alle umfassende Weltgemeinschaft bilden. Damit können alle Menschen in allen Kulturen und Religionen sagen: Vater unser im Himmel. Dein Reich komme.

Ich bin OK, du bist OK

Verliebt in sich

Verliebt in sich

Eine geschiedene, wiederverheiratete Frau beklagte sich über ihre Männer, sie seien fürchterliche Narzissten. „Sie finden sich selber so ungemein super und die anderen um sie herum so mies.“ Sie wollte von mir wissen, ob sie ihren jetzigen Mann ändern kann. Ich war überfordert. Den Ehepartner zu ändern ist das schwierigste Unterfangen der Menschheit. Wenn der Partner nicht sein Herz öffnet und sich beschenken lässt, hilft wenig. Gott sei Dank gibt es nicht nur absolute Narzissten. Narzissten haben auch andere Anteile, die ihnen Einsicht in ihre Schwächen und Fehler ermöglichen und ihnen kann sich auch der größere Sinn eröffnen. Dann ist eine Heilung möglich. Wir können auf die Liebe und auf Gott vertrauen.

Gott beschenkt, wer den Feiertag heiligt

Todsünden

Andreas Vitasek und Schwester Michaela Gehart, Screenshot von TVthek, kreuz und quer, 30.5.2018, Film aus dem Jahr 2013 Aus: Todsünden – ein Menü in sieben Gängen (eine Woche abrufbar). Inhalt: Religion ORF

Gestern sah ich eine Szene im ORF, als Andreas Vitasek über Völlerei, einer schweren Sünde („Todsünde“), mit anderen plauderte:
Andreas Vitasek: Es ist ja nicht negativ, dass man aus diesem Leben  – wo ich,  so glaube ich, nur eines habe – so viel wie möglich herausholt. Sei es an Erfahrung, an Genuss
Sr. Michaela Gehart: Ich möchte in meinem Leben nicht alles herausholen. Ich genieße auch hin und wieder einiges. Aber es ist nicht alles.
Andreas Vitasek: Sie wissen, sie treffen den Chef (Gott) irgendwann einmal.
Sr. Michaela Gehart: Wir alle treffen den Chef (Gott).
Andreas Vitasek: Ich nicht.

Ich weiß nicht, ob Andreas Vitasek Gott nicht trifft. Ich glaube er trifft ihn. Wir alle treffen Gott. Wir müssen nicht alles aus unserem Leben herausholen. Uns wird die Vollendung geschenkt. Ein Vorgeschmack soll der Feiertag und der Sonntag sein.

Was, wenn ich sterbe?

Himmel über RotDas ist ein Ding. Ich danke Gott, dass ich gesund bin. Ich habe keine Allergien, keinen Krebs, keine Herzbeschwerden. Ich weiß nicht, worüber ich klagen soll. Ich danke Gott, dass ich in diesem Land und in dieser Zeit lebe.
Ich werde sicher einmal sterben. Was ist dann? Ich möchte dann bei Gott sein. Sterben ist für mich eine Reise zu Gott. Ich sterbe zwar alleine, aber ich möchte, dass ich auch meine Familie und meine Freunde dort treffe.
Wer gibt mir Sicherheit, dass ich zu Gott komme? Jesus. Er ist als einziger nach seinem Tod wiedergekommen. Er hat eine Botschaft von Gott gebracht: „Ich bin für euch da.“ Das glaube ich.

Ängstliche werden mutig

Ich habe viele „Fehler“ gemacht. Auf einige bin ich heute noch stolz.

Er inspiriert uns in der Wissenschaft, in der Kunst und beim sozialen Verstehen und Handeln.

Die Angst macht sie sprachlos und lässt sie in ihr Zimmer verkriechen. „Ich traue mich nicht“ sagen sie. Menschen schämen sich und haben Angst, von den anderen verurteilt zu werden. Sie haben keinen Mut, zu ihrer Geschichte zu stehen.
Auch viele Christinnen und Christen haben Angst. Was sagen die anderen, wenn ich mich als Christin oder Christ bekenne? Werde ich abgelehnt?
Ich bekam oft die Antwort: Du musst das ja sagen, denn du bist Religionslehrer. Aber jetzt bin ich in Pension und höre das nicht mehr. Jetzt muss ich schauen, wo ich gefragt bin. Geholfen hat mir mein geistlicher Begleiter immer das Gute zu sehen. Jetzt vor Pfingsten bitte ich vor allem den Heiligen Geist, dass er alle ermutigt, zu ihrer Geschichte zu stehen, ihre Zimmer zu verlassen und sich für das Gute in der Öffentlichkeit und in der Arbeitswelt einzusetzen.

Die Liebe wird sichtbar

Wolken  nahmen ihn auf

Wolken nahmen ihn auf

Ich lege das Kreuz vor mich hin. Es hat Flügel und hebt sich in die Luft. Der unsichtbare Christus zeigt sich mir im schwebenden Kreuz.
Die Liebe ist zwar unsichtbar, ich kann ihre Spuren im Verhalten der Menschen sehen. Vieles, was sichtbar ist, wird unsichtbar und vieles, was unsichtbar ist, wird sichtbar. Gott ist unsichtbar und er macht sich in den Spuren der Natur sichtbar. Gott wurde ein Mensch und wurde den Menschen dadurch sichtbar. Er starb und wurde im leeren Grab unsichtbar. Er erschien den Jüngerinnen und Jüngern und wurde sichtbar. Jesus wechselte in den Himmel und wurde unsichtbar. Gott zeigte sich als Heiliger Geist in den Feuerzungen. Nach dem Pfingstereignis ist der Heilige Geist unsichtbar. Der Mut der Christinnen und Christen macht ihn sichtbar. Christus verwandelt sich in Brot und wird sichtbar. Wenn ich ihn esse, wird er unsichtbar. Wenn wir als Kirche Zeichen der Liebe Gottes sind, wird sie sichtbar. Wenn wir als Kirche die Liebe Gottes verdunkeln, wird die Liebe Gottes unsichtbar. Was dann?

Jesus wird unsichtbar

Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt

Ich bin oft in der Entscheidung. In der Früh entscheide ich mich: Setze ich mich in die Stille um mich auf Gott auszurichten oder stürze ich mich gleich in die Aufgaben des Morgens. Wenn ich dann in der Gegenwart Gottes sitze, frage ich mich, ob ich Gott wirklich liebe. Am Abend ist die Entscheidung schwerer. Soll ich Zeit im Bild anschauen, soll ich mir einen Krimi ansehen? Oder soll ich mich in die Stille zurückziehen und den unsichtbaren Gott anbeten? Wer ist in meinem Herzen wichtiger, Krimi oder Christus? Kann ich nicht beides haben? Leichter wäre die Entscheidung, wenn er sichtbar wäre.

Als Jesus dem ungläubigen Thomas erschien, sagte er: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ Das erinnert mich daran, dass wir in der Zeit nach Christi Himmelfahrt leben. Jesus wechselte in den Himmel und wurde unsichtbar. Aber: Wo bleibt noch etwas von Jesus sichtbar?
OK, ich sehe drei sichtbare Spuren von Jesus, die mir helfen:

Die Feuerzungen kommen von seinem Heiligen Geist auf die Jünger herab und sie werden mutig.
Christus verwandelt sich in Brot und Wein und wird sichtbar.
Wir sind als heilige Kirche ein Zeichen der Liebe Gottes und damit sichtbar.

Vielleicht kommt der Heilige Geist im nächsten Gottesdienst erlebbar auf uns herab.