Archiv der Kategorie: Gott

Das Leben gewinnen

Ein Freund meinte: „Die Erde kreist um die Sonne, die größer ist und wir Menschen sollten um Gott kreisen, der auch größer ist.“ Er meinte, dass einige um sich selbst kreisen und deshalb einen harten Ungeist entwickeln. Wenn sie hingegen um Gott kreisen, dann löse sich das Harte und Verkrampfte. Ich kenne Menschen, die um eine schlimme Ideologie oder um ein Suchtmittel kreisen. Eine Frau erzählte mir, dass für ihren Mann die Arbeit sehr wichtig war und er jetzt in der Pension dem Alkohol verfallen ist. Seine Gedanken kreisen um diesen seinen Gott und er ist nicht einsichtig, dass er krank und mit dem Alkohol verheiratet ist. Seine Frau kann nur mehr die Scheidung einreichen. Ich denke, ich werde mich öfters fragen müssen, worum ich kreise. Manches kann ich aufgeben. So wie es Jesus lebte, der das eigene Leben hingegeben hat und das große gemeinsame Leben gewann.

Der Tanz der Dreifaltigkeit

Eine Frau wurde von einem behinderten Mädchen gefragt: „Warum hat mich Gott behindert erschaffen?“ Die Frau antwortete: „Gott ist auch behindert.“ Ich finde diese Aussage sehr passend, obwohl sie Gott in einem anderen Licht erscheinen lässt. Gott ist dem behinderten Mädchen sehr nahe. Er identifiziert sich mit ihm. Ich glaube, er wird mit dem behinderten Kind ein großes Fest feiern, mit ihm tanzen und alles neu erschaffen. Ich stelle mir vor, wie der Heilige Geist, der uns zu Pfingsten erfüllte, nicht nur dieses Mädchen beglückt, sondern alle Menschen. Der Geist tanzt mit Jesus und dem Vater und in diesem Tanz wird alles neu erschaffen. Am Ende werden wir Menschen alle diesen Tanz der Dreifaltigkeit nicht nur sehen, sondern auch mittanzen. Dieser tanzenden Dreifaltigkeit sind Kirchen geweiht: Die Pfarrkirche Pressbaum und die Georgenbergkirche in Wien Liesing. Vielleicht werden auch die Kirchengebäude mittanzen. Übrigens: Das Mädchen hat sich firmen lassen.

Bild: Dreifaltigkeit von Rudolf Kolbitsch

Der Raum der Liebe

Draußen waren Verfolger. Die Jünger hatten Angst und schlossen die Türen. Sie beteten. Da geschah etwas Unerwartetes. Die Erde bebte. Jesus trat in ihre Mitte, trotz verschlossener Türen. Sie erkannten ihn nicht gleich. Er zeigte ihnen seine Wunden und sagte: Friede sei mit euch! Der Raum wurde hell, erfüllt von Gott.
Menschen werden bedroht, flüchten und schließen sich in Räumen ein. Es sind Keller in den Kriegsgebieten und es sind innere persönliche Räume, in die sich Menschen zurückziehen müssen, um zu überleben. Sie verstummen.
Ich bitte Jesus, dass er sich in diesen Schutzräumen zeigt, dass er in die Mitte kommt und den Frieden Gottes bringt. Dass er den Menschen in diesen verschlossenen Räumen den lebensspendenden Heiligen Geist bringt, der mutig macht und Gemeinschaft stiftet.
Ich bitte Jesus, dass er die traumatisierten verstummten Menschen in ihren innersten Räumen heilt.
Ich schaue auf Jesus. Er nimmt mich am Ende mit zum grenzenlosen Leben. Mit ihm können wir ewig leben.
Die Liebe Gottes soll uns im Tiefsten unseres Herzens mit Freude erfüllen und uns von unseren Verletzungen heilen. Sie soll uns springen und fliegen lassen.

Der Sieg über den Tod

Ich möchte diese heiligen Tage mit Jesus gehen. Er begleitet mich und geht mit mir in meine tiefste Verzweiflung. Mit ihm kann ich seine Verlassenheit in Jerusalem und die Verlassenheit der Menschen um mich herum wahrnehmen. Mit ihm kann ich alles vor unseren Gott-Vater hinlegen: Mein freudig pochendes Herz, mein Leiden und meine Schmerzen. Ich sehne mich mit ihm nach Heilung. Die Welt soll geheilt werden.

Die Beziehungen sollen geheilt werden. Die Ängstlichen sollen Mut fassen. Ich sehne mich danach, dass die Finsternis der Gottferne mit dem Licht des Glaubens erhellt wird. Ich möchte, dass alle Menschen nicht nur nach dem Tod eine Auferstehung erfahren, sondern in der Gegenwart. Die Auferstehung schenkt Gott jetzt. Ich kann mit Jesus auferstehen und ein neues Leben beginnen. Ja, mit ihm werde ich mutig und – froh.

Kain, wo ist dein Bruder?

Kain erschlägt aus Neid und Zorn seinen Bruder Abel

Freundschaft mit Gott und den Menschen.

Wir entstehen auf dieser Erde, damit wir gut mitsammen auskommen, eine Freundschaft mit Gott finden, die Liebe leben und am Ende im Himmel unsere endgültige Heimat finden.
Er offenbart sich als ein anwesender Gott: Ich bin der „Ich bin da“. Die Freundschaft mit Gott hier auf Erden macht Sinn, gibt Sicherheit, Geborgenheit und Freiheit. Aber es gibt Gefahren.
Der brutale Angriff von Putin auf die Ukraine zeigt, dass diese Welt von Gewalt nicht befreit ist. Wir erleben, dass der Krieg bis zum Äußersten geht. Ihn zu stoppen ist fast unmöglich. Krieg überfällt das Land wie ein Tsunami. Im Christentum gibt es einen Trost, der keine Vertröstung ist: Die Toten werden von Gott aufgefangen und in ihre endgültige Heimat gebracht.
Aber dort müssen sich die Täter verantworten. Wie Kain werden sie gefragt: Wo ist dein Bruder?
Bei Gott sitzen Sünder und Gerechte an einem Tisch: Der Erzpriester Ilya Limberger der russisch-orthodoxen Gemeinde in Stuttgart mit Menschen aus der Ukraine und Russland sagt: Wir sind eine Kirche, versammelt um den Tisch des Herrn. Link.

Synodaler Weg: Sende uns den Heiligen Geist, der neues Leben schafft!

Atme in uns, Heiliger Geist!

Das Gebet zum Synodalen Weg ist an Gott gerichtet und es wird um den Heiligen Geist gebetet und für Jesus Christus gedankt. Jesus ist zum Vater gegangen, um uns den Heiligen Geist zu senden. In diesem Geist erfahren wir ihn als unseren Bruder, Freund und Herren. Wenn wir direkt an den Heiligen Geist unser Gebet richten, kann es so lauten:

Wir wenden uns direkt an dich, Heiliger Geist:

Komm, Heiliger Geist, schaffe neues Leben.
Stehe unserer Kirche in Deutschland bei und lasse sie die Zeichen der Zeit erkennen.
Öffne unser Herz, damit wir auf Dein Wort hören und es gläubig annehmen.
Treibe uns an, miteinander die Wahrheit zu suchen.
Stärke unsere Treue zu Dir und erhalte uns in der Einheit mit unserem Papst und der ganzen Kirche.
Helfe uns, dass wir Deine Gerechtigkeit und Deine Barmherzigkeit erfahrbar machen.
Gebe uns die Kraft und den Mut, aufzubrechen und Deinen Willen zu tun.

Wir wenden uns an dich, Gott:

Weiterlesen

Neubewertung von Homosexualität: Synodaler Weg für neue Sicht

Der Handlungstext „Lehramtliche Neubewertung von Homosexualität“ des Synodalen Weges der katholischen Kirche Deutschlands ist mit sehr großer Mehrheit angenommen worden: 165 Stimmen und 89,19 % Ja, 20 Stimmen und 10,81 % Nein, 10 Enthaltungen, Gesamt 195 Stimmen.

Im Grundtext werden Erkenntnisse der Theologie und der Humanwissenschaften sowie der MHGStudie aufgegriffen, die eine Veränderung der lehramtlich vertretenen Positionen im Hinblick auf homosexuelle Menschen nahelegen, wie sie u.a. im Katechismus der Katholischen Kirche dargelegt werden. Um durch eine Neubewertung der Homosexualität die kirchliche Lehre fortzuentwickeln, wendet sich die Synodalversammlung an den Papst und empfiehlt ihm eine weltkirchliche Verständigung dazu zu erzielen.

Weiterlesen

Dankbarkeit und Freude

Photo by Pixabay on Pexels.com

Ich bin dankbar, dass ich gestern ehemalige Mitschülerinnen getroffen habe. Da ist mir bewusst geworden, dass ich so vieles schon erlebt habe und heute frage ich mich, warum ich noch immer lebe und was der Auftrag Gottes für mich ist. Wie alle Menschen sehe ich mich in meiner Eigenart von Gott berufen. Ich bin kein Fischer Petrus, kein Prophet Jesaja, kein Missionar Paulus. Ich habe keine großen Gotteserfahrungen gemacht, eher nur kleine Zeichen am Lebensweg erlebt. Ich stehe da mit leeren Händen und kann nur mit Worten und Gesten etwas geben. Meine drei Themen sind in diesen Tagen der Frieden in der Ukraine, die Heizung mit Erdwärme und die Erneuerung der Kirche. Die Erdwärme wegen der Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die Erneuerung der Kirche hat für mich den Zweck, dass die Liebe Gottes zu den Menschen sichtbarer und erfahrbarer wird.

Dazu trägt auch der Synodale Weg der katholischen Diözesen Deutschlands bei. Es wurden Beschlüsse zur Aufhebung des Pflichtzölibats, der Bischofsbestellung, der Machtaufteilung und der Weihe von Diakonissinen getroffen.

Empathie statt Klerikalismus: Chancen und Grenzen externer Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch

Keine Gewalt gegen Kinder, keine Übergriffe, kein Missbrauch, aber sie verstehen, sie dazugehören lassen und sie willkommen heißen.

Jörg Fegert ist Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Ulm, unterstützte von Anfang an die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er berichtet von seinen auch ambivalenten Erfahrungen und reflektiert darüber, wie die Kirche mit dem Thema und vor allem mit den Betroffenen umgehen sollte.

Quelle: Empathie statt Klerikalismus: Chancen und Grenzen externer Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch

„Originär kirchlich wäre zuerst ein theologischer Beitrag, vor allem mit dem Leid der Betroffenen. Sensibilisierung für die Missbrauchsthematik endet nicht damit, dass man in Präventionstätigkeiten, Schutzkonzepte, Kommissionen und Beauftragte investiert, sondern alle Ebenen müssen verantwortlich angegangen werden. Es ist ein Glaubensthema und ein Leitungsthema. Bischöfe und Generalvikare müssen transparent entscheiden und in solche Entscheidungen Personen wie die genannten einbeziehen. Etwa stehen dem Finanzplan einer Einrichtung, die sich nicht um ein Schutzkonzept für die ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen kümmert, erhebliche Bedenken entgegen, und man darf ihn nicht einfach durchwinken. Die MHG-Studie benennt Entstehungsbedingungen wie zum Beispiel den Klerikalismus. Hier sind glaubhafte Antworten zu fordern: Transparenz, Laienbeteiligung in Verfahren und einiges mehr. Im Umgang der Kirche mit den Schwächsten, also mit den Betroffenen, lässt sich am besten ersehen, ob die Kirche eine Antwort gefunden hat.“

Weiterlesen

Der Segen Gottes möge dich umarmen

Sein göttliches Erbarmen, sollst du bis in die Zehenspitzen spürn!

In dieser Zeit brauchen wir Vertrauen, Zuversicht, Geduld und Glück. Oder christlich ausgedrückt Gottes Segen. Wie auch immer du es für dich siehst, vielleicht kannst du bei diesen Bildern und Gedanken ein wenig entspannen.

Der Segen Gottes möge dich umarmen  (Video)  

Der Segen Gottes möge dich umarmen,
Egal, wohin dich deine Wege führ’n.
Die Liebe und sein göttliches Erbarmen,
sollst du bis in die Zehenspitzen spür’n.
Der Segen Gottes möge dich umarmen.    

1. Möge die Sonne dich wie ein Freund begleiten, wohin dein Weg auch immer führen mag. Möge die Sonne dir deine Seele weiten, in dieser Stunde, an jedem Regentag.  

2. Möge der Wind dir seine Sanftheit zeigen, die Freiheit und die Unbekümmertheit. Möge der Wind dich immer vorwärtstreiben, und dich bewahren vor Kummer und vor Leid.  

3. Möge der Regen dir deinen Sinn beleben. Auf deinen Feldern soll die Frucht gedeih’n. Möge der Regen, so wie Gottes Segen, alles zum Blühen bringen und dein Herz erfreu’n.  

4. Möge die Nacht dir ihre Ruhe spenden, dass du erwachst mit neuem Lebensmut. Möge die Nacht dir gute Träume senden, Und die Gewissheit: Es wird alles gut.  

Text & Musik: Kurt Mikula Nach einem irischen Segensgebet http://www.mikula-kurt.net

Quelle: Diözese Linz – Der Segen Gottes möge dich umarmen

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com