Archiv der Kategorie: Gott

Mijou Kovacs: „Ich lasse mich nicht verbiegen“

„Ich lasse mich nicht verbiegen“ Mijou Kovacs: Sie wuchs nicht nur zweisprachig, sondern zwischen zwei Welten auf. Ihre doppelte Herkunft prägte die Schauspielerin Mijou Kovacs auch in der Auswahl ihrer Rollen. Am Höhepunkt ihrer internationalen Karriere war sie trotz ihres Erfolges innerlich ausgebrannt.

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Thomas Bernhard: Ich bin so allein

Am 9. Februar 2021 wäre Thomas Bernhard 90 Jahre alt geworden.
Mir gefallen seine ausdrucksstarken Texte. Zwei Texte veröffentlichte er 1958, die mir sehr nahe gehen.

Der eine beginnt mit:
Ich weiß keine Straße mehr die hinaus führt
ich weiß keine Straße mehr
komm hilf
ich weiß nicht mehr was mich befallen wird in dieser Nacht
ich weiß nicht mehr was Morgen ist
und Abend
ich bin so allein
o Herr
und niemand trinkt mein Leiden
keiner steht an meinem Bett
und nimmt die Qual mir ab
und schickt den Wolken mich
und grünen Flüssen
die ins Meer hinrollen …

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Gib dem Kleinen eine Chance

Er lässt das Kleine wachsen

Wenn ich etwas nicht machen kann, dann tut es gut, wenn ich es vor Gott hinlege. Ich kann nicht alles ändern. Auch mit anderen zusammen kann ich nicht alles ändern. Das meiste entzieht sich meiner Kontrolle. Das ist typisch für das Leben. Dahinter wirkt Gott. Er hält alles in seiner Hand zusammen und lässt es wachsen. Paulus schreibt an die Korinther: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ es wachsen. Gott lässt auch sein Reich wachsen. Er ist ein Vorbild für mich. Er schenkt uns Talente, aber wir können sie entwickeln. Bei Jesus geht es um das Kleine, um den kleinen Samen, der wächst. Es geht ihm um die kleinen Talente, die bei den Menschen wachsen.
Es geht ihm um die kleinen Gemeinschaften, die wachsen. Auch unsere Gottesdienstgemeinde war eine kleine Gemeinde. Auch sie ist mit Gottes Hilfe gewachsen. Es gibt aber auch innerhalb der Gemeinde kleine Gemeinschaften, die wachsen. Das ist wunderbar. Es zeigt mir, dass wir wie Paulus mit Kleinem beginnen können. Wir können wie Apollos das Kleine begießen. Wir können darauf vertrauen, dass Gott das Kleine beschützt, sodass es wachsen kann – unsere kleinen Gemeinschaften und unsere kleinen Talente.

Liebe – wie geht das?

Wenn ich mich verliebe, ist das eine Sache des Gefühls. Diese Liebe vergeht. Die Liebe zu Gott und zu meinem Nächsten ist keine Sache des Bauchgefühls. Da wäre die Liebe nach einiger Zeit erloschen. Es ist auch keine Sache des Kopfes. Da wäre die Liebe nur ein Gedanke, hätte aber keine Auswirkung. Nein, Liebe ist eine Sache des Herzens. Im Herzen entscheide ich mich. Im Herzen sage ich: Ich will dich lieben. Im Herzen sage ich: Ich will, dass es dir gut geht. Ich will, dass du glücklich bist. Ich will, dass deine Sehnsucht sich erfüllt.
Ich sage das in meinem Herzen zu meinem Nächsten, ich sage das in meinem Herzen zu meiner Frau. Ich sage in meinem Herzen zu Gott: Ich liebe dich und ich möchte, dass dein Wille geschieht.
Lieben kann ich, weil Gott mir dabei hilft.

Rätsel:
Eines der zwei Liebesgebote sind: Du sollst
A. die Tiere lieben
B. Gott lieben
C. deine Eltern lieben

Er reißt die Decke weg

Beim Begräbnisgottesdienst meiner Mutter sagte ich: Liebe Mutter Inge, du hast dich in die Hände des gütigen Gottes fallen lassen. Ich hoffe, du kommst auf der anderen Seite lebendig heraus und kannst über die Herrlichkeit Gottes nur staunen.
Jetzt überlege ich mir, was ich selbst erleben werde, wenn ich sterbe und auf die andere Seite komme. Kommt mir dann Gott in seiner Güte wirklich entgegen? Fängt er mich auf, macht er mich lebendig, kann ich über seine Herrlichkeit nur staunen? Es ist eine aufregende Sache. Ja, ich hoffe auf ihn.
Ich kann mir nicht vorstellen, was wäre, wenn ich ein Leben ohne Gott führe. Was wäre dann meine Hoffnung? Vielleicht würde ich einer von Menschen gemachten Ideologie anhängen, zynisch werden oder vor Angst krank werden.
Der Prophet Jesaja schreibt, dass Gott die Decke „verschlingt“, die über den Nationen liegt. Für mich besteht diese Decke aus falschen Ideologien und selbstgemachten Religionen. Diese „verschlingt“ Gott. Er hat einen guten Magen. Die Decke reißt er weg, damit wir ein Stück der Wahrheit erkennen. – Damit wir mit ihm ein Fest feiern können, mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesensten Weinen.

Der Glaube war stärker

Dominic Thiem gewann das große Tennisturnier US Open 2020 in New York City. Nachdem er den Deutschen Alexander Zverev in einem dramatischen Schlagabtausch niedergerungen hatte, regierte bei Thiem nach Kampf und Krampf vor allem die Erleichterung: „Irgendwie war heute der Glaube stärker als der Körper.“
Es sah am Anfang so aus, als würde Dominic Thiem den Kürzeren ziehen, doch er kämpfte sich zurück und gewann. Das ist Durchhaltevermögen, das ich bewundere. ORF

Jesus erzählt, dass es mit dem Himmelreich wie mit einem Gutsbesitzer ist, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu holen. Es sind Tagelöhner, die keine fixe Arbeit hatten. Einige Tagelöhner sind deprimiert, sodass sie erst spät zum Marktplatz kommen. Auch denen geht der Weinbergbesitzer nach und holt sie in seinen Weinberg. Er versucht es immer wieder und lässt nicht locker. Das ist Durchhaltevermögen, das ich bewundere

Gott lässt nicht locker. Er geht mir nach, lässt mich nicht allein, holt mich in seinen Weinberg. Das ist Durchhaltevermögen, wofür ich sehr dankbar bin.

Verwurzelung: Was uns erdet.

Der Supermarkt Billa wirbt für Obst und Gemüse aus Österreich mit dem Satz „Was uns erdet“. Es heißt auch: Weil uns nichts mehr erdet als unsere Wurzeln. Dazu stellt der Supermarkt betende Hände und ein Herz dazu: 🙏💛. Der Konsum wird zur neuen, aber letztlich oberflächlichen Religion. Einige nennen es Religionsersatz: Iss regionale Produkte und du erdest dich. In der Kirche hingegen heißt es: Esst, das ist mein Leib.

Die Erdung durch heimische Karotten reicht maximal 25 cm in die Erde. Die Erdung durch Christus reicht unendlich tiefer. Die ganze Natur ist eine Wurzel, aus der wir entstanden sind. Auch unsere Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen ist eine Wurzel. Und dann haben wir eine Wurzel, die noch tiefer hinabreicht. Diese Wurzel reicht bis zum Gott, dem Urgrund von allem. In diesen Urgrund-Gott können wir unsere Wurzeln ausstrecken. Er gibt ihnen Halt und schenkt gutes Wachstum. Wir können ihm vertrauen und unsere unbegründete Angst vergessen. Einige sagen, dass sie das nicht können. Andere hingegen haben die Erfahrung gemacht, dass man das lernen kann. Ein guter Lehrer dafür ist Christus Jesus. Mich lehrt er, wie ich voll Vertrauen das Herz öffnen kann.

Er ist uns ganz, ganz nahe

Mein Staunen

Staunen und Freuen

Ich staune, dass Gott uns so nahe ist und dass er in allem, was existiert, anwesend ist. Ich staune über die Bäume, wie sie wachsen und Blätter hervorbringen, ich staune über die Hummeln, die in die Blüten kriechen. Ich staune über das Universum mit den Milliarden Galaxien und Sternen. Ich staune über uns Menschen, die wir seit tausenden von Jahren ein Bewusstsein entwickelt haben und uns mit anderen unterhalten können. Ich staune auch darüber, dass ich lebe und lebendig bin.

Meine Freude

Ich freue mich, dass es einen Gott gibt, der so wie wir fühlen, sehen, hören und sich auf seine Weise mitteilen kann. Ich fühle mich geborgen und danke ihm, dass er uns alle in seinem Gnadenstrom beschenkt. Wo ich auch gehe, er ist immer da. In den kleinsten Molekülen und Atomen kommt er mir entgegen. In jedem Menschen, dem ich begegne, ahne ich seine Gegenwart. In der Luft, die ich einatme, ist sein Windhauch. Es ist herrlich, wenn wir Menschen uns zuhören und verstehen. Da hilft Gottes Geist, der Kommunikation und Kommunion herstellt. Gott hält liebevoll in einem großen Rahmen alles zusammen, damit alles, was existiert, Sinn gibt. Danke, Gott!

Mit erhobenem Kopf

Jesus bringt seine Botschaft von der Liebe Gottes zu den Armen. Sie sollen ermutigt werden, mit erhobenem Kopf durch die Welt zu gehen. Auch den Schwarzen sagt Jesus: „Fürchtet euch nicht vor den anderen, bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf von Gott gezählt.“ Black lives matter.

Der Vater fördert

Alles Gute zum Vatertag!

Es passt, dass dieser kommende Sonntag in Österreich als Vatertag gefeiert wird. Väter haben oft die eigenen Väter oder Großväter als Vorbilder. Väter sollen aber nicht nur Vorbilder sein, sondern müssen auch Förderer ihrer Kinder sein.
Ähnlich ist es mit „Unserem Vater im Himmel“. Einerseits ist er ein Vorbild, so heißt es bei Matthäus: „Seid vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ Andererseits ist unser himmlischer Vater ein starker Förderer. Sind wir doch durch die Kommunion mit Christus seine Kinder.

Allen Vätern wünschen wir alles, alles Gute!

Fronleichnam: Die Götter und das Brot

Unser lebendiges Brot

In den Götterstatuen der Antike wohnten die Götter, denen Opfer gebracht wurden, um ihre Hilfe zu bekommen. Statt der heiligen Götterstatuen verehrten die Juden die Schrift, in der der heilige Name Gottes, Jahwe geschrieben stand.

Der Kult der Götterstatuen konnte abgelöst werden, weil es einen neuen Kult gab, den Kult der heiligen Schrift.

Was Gott will

Durch dieses Medium war den Juden nach dem Babylonischen Exil klar, was der Wille Gottes war: Die Gesetze der Tora, der fünf Bücher Moses, mussten eingehalten werden. Jesus fand das nicht falsch, aber er setzte auf zwei Liebesgebote, die in der Tora stehen: Gott und die Nächsten zu lieben. Das war sein Herzensanliegen. Paulus wird später sagen: Die Gesetze von Moses sind aufgehoben (wie in einem Schatzkästchen und inaktiv).

Das neue Gottesmedium

Jesus schrieb nichts auf, er setzte ein neues Gottesmedium ein, das ungesäuerte Brot. Er identifizierte sich mit dem speziellen Brot, das er bricht und den Aposteln austeilt. Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Die Jünger in Emmaus erkannten ihn beim Brotbrechen. Er offenbart: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“ Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.

Von Herz zu Herz

Das neue Medium ist keine Götterstatue, kein heiliges Buch, es ist das ungesäuerte Brot, durch das der Sohn Gottes spricht: Direkt in unser Herz. Wenn wir ihn aufnehmen, werden wir Gottesmedien und Kinder Gottes. Wir merken: Gott ist da – für uns und die anderen.