Archiv der Kategorie: Heiligen Geist rufen

Gebrochene Herzen heilen

Christl hat uns letzten Sonntag durch die Kirche zum Hochaltar geführt. Sie zeigte über uns das Fenster, in der der Heilige Geist in Form einer Taube dargestellt ist, und stimmte ein selbstkomponiertes Lied an: „Heiliger Geist, erfülle uns, komm in unser Denken, unser Herz, unser Tun.“ Ich war sprachlos.

Der Geist Gottes soll zu uns in unser Herz kommen. Das macht ihn zu unserem Freund. Er soll auch in unser Tun und Denken kommen. Da leitet er uns an wie die Menschen der Bibel: Lukas untersucht sorgfältig alles, was sich unter ihnen ereignet und „erfüllt“ hat und hört auf die Augenzeugen.

Jesus bezieht den Bibeltext Jesaja 61,1-2 auf sich, dass der Geist Gottes auf ihm ruht und dass er den Armen nicht nur eine gute Nachricht bringt, sondern dass er heilend wirkt, die Trauernden tröstet, die gebrochenen Herzen heilt, die Zerschlagenen in Freiheit setzt. Nun, das wäre doch ein Abenteuer, wenn der Geist Gottes nicht nur auf Jesus ruht, sondern auch auf uns und wir mit ihm die Trauernden trösten, die Ängstlichen bestärken, die Einsamen besuchen und die gebrochenen Herzen heilen.

Advent: Jesus ist noch nicht geboren. Aber der Geist ist da.

Maria bei Elisabet

In der Zeit des Wartens auf das Kind, das in Betlehem in einer Krippe geboren wird können wir nicht davon ausgehen, dass Jesus uns begleitet. Er ist zum Vater gegangen und hat uns den Heiligen Geist gesandt, damit dieser uns begleitet. In jeder Messe rufen wir den Heiligen Geist auf die Gaben herab, damit sie uns Leib und Blut Jesu werden. Sie werden zu Gottesmedien, durch die Gott, speziell der Sohn zu uns kommt und wir werden zu einem Körper des Messias.

Aber jetzt, in dieser Zeit des Wartens auf die Geburt des Messias wäre es unlogisch, wenn er uns begleiten würde. Wir werden aber vom Geist Gottes begleitet und wir begleiten spirituell, mit Hilfe des Heiligen Geistes, die schwangere Maria und ihren Verlobten Josef auf ihren Wegen.

Weiterlesen

Sieben Tipps über das Virus zu reden

Nachdem ich immer wieder mit Impfgegnern und Impfbefürwortern geredet habe, Fehler gemacht habe und auch gute Erfahrungen gemacht habe, finde ich diese sieben Tipps sehr hilfreich:

  1. Versuchen Sie, ihre Gesprächspartnerin als wertvollen Menschen zu sehen.
  2. Stimmen Sie sich mit solchen Sätzen ein: Ich bin OK und du bist OK.
  3. Sprechen Sie die Gefühle des Gesprächspartners an.
  4. Wiederholen Sie das, was die Gesprächspartnerin sagt. Danach sagen Sie Ihres.
  5. Der Feind ist immer das Virus.
  6. Erzählen Sie, was Sie freut und welche Sorgen Sie haben.
  7. Rufen Sie den Heiligen Geist, damit er beim Gespräch dabei ist.

Den Berg der Sorgen abbauen

Der Geist bringt uns Glück

Eine gute Nachricht: Gott möchte eine Verbindung zu uns bauen. Eine der wichtigsten Prophetenschulen war die von Jesaja. Sie ruft auf, das Kommen Gottes vorzubereiten und möchte, dass wir die Beziehung zu ihm wie eine Straße bauen. Damit Gott kommen kann, sollen wir für diese Gottesstraße störende Schluchten überbrücken und hemmende Berge abtragen. Ich denke da an Schluchten zwischen mir und Gott, aber auch an Schluchten zwischen den Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen. Und bei den Bergen denke ich an Berge voller Sorgen und Gebirge voller Schwierigkeiten. Ich sehne mich danach, dass die Schluchten des Misstrauens aufgefüllt werden und die Berge der Kränkung abgetragen werden. Das können wir in einem guten Geist des Vertrauens und des Verzeihens. Der Geist Gottes will uns dabei unterstützen. Wenn wir einverstanden sind, kommt er und erfrischt unser Herz. Er trägt mit uns den Berg der Sorgen ab. Er macht uns die schweren Wege leicht und schenkt uns eine freie Sicht zum weiten Horizont.

Fünf Tipps um die Sorgen abzubauen
1. Schauen Sie genau hin: Was macht mir konkret Sorgen.
2. Sprechen Sie das Konkrete aus oder schreiben Sie es auf.
3. Sprechen Sie mit einem Menschen, der nur zuhört, ihre Sorgen wiederholt und keine Ratschläge gibt.
4. Übergeben Sie ihre Sorgen dem Heiligen Geist. Er kann Ihr Handeln inspirieren.
5. Beginnen Sie mit einem kleinen konkreten Schritt der Veränderung – jetzt.

Was kommt auf uns zu?

Als wir im Frühjahr 2020 nach Deutschland zu einem Geburtstagsfest reisen wollten, gab es die ersten Corona-Todesfälle und unsere Kinder haben uns inständig gebeten, nicht zu reisen. Mittlerweile hat die Menschheit den schwierigen Kampf gegen das Virus aufgenommen. Jetzt beginnt der Advent und wir sind in der Erwartung, dass wir ein schönes Weihnachten erleben können. Einige feiern das als Familienfest, einige sind allein, einige machen Urlaub, einige gehen zu den Gottesdiensten und allen ist zu wünschen, sich auf Jesu Geburt zu besinnen, denn in ihm ist Gott Mensch geworden, um uns zu helfen. Wir können seine Hilfe oft gut annehmen. Einige lehnen es ab, seine Hilfe anzunehmen. Aber vielleicht gelingt es ihnen, über ihren Schatten zu springen und ihm zu trauen. Gott steigt ja auch herab und wird ein Kind in einer Futterkrippe. Ich bitte ihn, dass er unsere zerstrittenen Gemeinschaften heilt:
Schick uns deinen guten Geist, sodass wir einander verzeihen können, dass wir über Mauern springen und versuchen, einander zu verstehen und neu anzufangen. Wenn nicht alle mitmachen, dann müssen wir mit der Zerrissenheit leben bis – ja, bis die große Erlösung kommt. Auch das verspricht uns Jesus und der Geist begleitet uns. Dieser gestaltet mit uns den Advent.

Rettung aus der Finsternis

Jesus bringt uns ein großes Versprechen. Wir leben zwar oft in einer unangenehmen Finsternis, aber wir können darauf vertrauen, dass Jesus in Herrlichkeit kommt, uns befreit und dass jene, die die Liebe leben, eingeladen werden, ein himmlisches Fest voll des Glücks zu feiern. Diese Abfolge von göttlichen Ereignissen geschieht im Leben jedes Menschen und man kann es individuell erfahren.

Mir ist es so ergangen. Ich betete und erlebte die gottlose Finsternis. Wo bist du, Gott? Ich rief zu seinem helfenden Geist. Komm, lass mich ein neues Pfingsten erleben. Bring mir Jesus als Licht in meine Finsternis!

In dieser Erfahrung zeigte er mir, dass ich auf Menschen zugehen kann, dass ich in einer Gemeinschaft bin, die zwar brüchig ist, aber in der der Geist Gottes da ist.

So erwarte ich es auch, wenn ich sterbe. Meine Welt stürzt ein, ich bin in der Finsternis, aber nach dem Tod kommt mir Jesus mit seinem Licht entgegen und ich sehe alle, die die Liebe leben, sodass wir im himmlischen Jerusalem Wohnung finden und ein grandioses Fest feiern.

Der Geist heilt

In der Telefonseelsorge rufen mich Menschen an, die einsam sind, vor einer schwierigen Entscheidung stehen, körperlich oder seelisch krank sind. Einige können eine fixe Idee, unter der sie leiden, nicht loslassen. Ich kann ihnen zuhören, aber heilen kann ich sie nicht. Anders war das bei Jesus, er hörte den Kranken zu und heilte sie.

Das war vor 2000 Jahren. Was ist jetzt? Wir haben jetzt den Heiligen Geist. Ihn hat er als seinen Nachfolger geschickt. Fünf Firmlinge sind letzten Sonntag im Gottesdienst gewesen, die am 14.11. das Siegel des Heiligen Geistes bekommen. Spüren wir diesen Heiligen Geist? Er könnte uns bewegen. Wie nahe ist er uns? Es kann sein, dass er uns die heilende Kraft Gottes bringt. In der Messe bittet der Priester Gott, dass der Heilige Geist auf die Gaben von Brot und Wein herabkommt, damit sie Leib und Blut Jesu werden.

Kann es sein, dass wir den Heiligen Geist auf die Kranken herabflehen können, damit die Kraft Gottes die Kranken heilt? Ich denke an eine Frau, die unter dem Krebs leidet und flehe zum Heiligen Geist, dass er die heilende Kraft Gottes auf sie kommen lässt. Heiliger Geist, komm! Ich denke an einen vereinsamten Mann, der unter dieser Verlorenheit leidet. Heiliger Geist, komm auf ihn herab! Vertreibe seine Angst! Heile ihn mit deiner Kraft!

Photo by Du01b0u01a1ng Nhu00e2n on Pexels.com

Ehepartnerin als heiliges Medium

„Das habe ich in der Ehevorbereitung nicht gehört,“ sagte mir eine junge Frau. „Das tut mir gut, wenn ich das höre.“ Beide, Mann und Frau sind Medien, durch die Gott zur Partnerin und zum Partner kommt.

Die christliche Ehe ist nicht nur ein Bund fürs Leben. Sie ist ein heilendes Sakrament, in dem Menschen und Gott befreiend handeln.

Das christliche Handeln hat drei Bereiche. Die Nächstenliebe, das Gebet und die Sakramente. Für alle drei gibt es gute Gründe, die auf Jesus und den Heiligen Geist zurückgehen. Die Perspektive hat sich aber vor allem bei den Sakramenten geändert.

Weiterlesen

Gemeinschaft mit wem?

Oft höre ich in Predigten: Wir haben eine Gemeinschaft mit Christus. Dies führt, so schreibt Michael Böhnke, „ein wenig in die Irre. Die Gläubigen haben streng genommen keine Gemeinschaft mit Christus. Vielmehr bewirkt die Gemeinschaft das Heiligen Geistes, in der sie leben, weil sie den Heiligen Geist in der Taufe empfangen haben, die Verwandtschaft mit Christus, indem er, der Geist Gottes, die Gläubigen zu Brüdern und Schwestern des Auferstandenen macht. Mit Christus können die Gläubigen deshalb – das heißt aufgrund der geistvermittelten Gottesverwandtschaft – Gott im „Vater unser“ als unseren Vater anreden.“

Die Gemeinschaft im Heiligen Geist ist damit die Grundlage von allem anderen. Dieser erste Schritt, um die Gemeinschaft im Heiligen Geist zu bitten, wäre ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.

Quelle: Michael Böhnke, Gottes Geist im Handeln der Menschen. Praktische Pneumatologie. Herder. 2016. 217

Bischof Bätzing: Priester müssen nicht im Zölibat leben.

Bischof Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: Der Zölibat und das Priestertum müssen nicht verknüpft sein. Die Macht muss in der Kirche geteilt und kontrolliert werden. Das System Kirche muss fundamental geändert werden.

Auf das innerkirchliche Systemversagen könne es nur systemische Antworten geben – und zwar fundamentaler Art. Limburgs Bischof Georg Bätzing wünscht sich eine Erneuerung der Kirche, die auch die bischöfliche und priesterliche Macht neu bewertet.

Quelle: katholisch.de

Systemänderung mit dem Heiligen Geist

Sollten die Bischöfe und der Papst auf das konkrete Leben der Menschen hinsehen, werden sie den Heiligen Geist entdecken, ihm in den Menschen dienen und damit auch den Menschen dienen. Dann wird das Weiheamt wirklich ein Dienstamt, ausgeübt von Frauen und Männern, Verheirateten und Unverheirateten.

Komm, Heiliger Geist, zeige uns einen Wandel wie du Brot und Wein wandelst!
Komm, Heiliger Geist, gib uns die Kraft, die Reform der Kirche konkret in kleinen Schritten anzugehen:

Abschaffung des Pflichtzölibats

Weihe von Diakonissinnen

Zulassung von Wiederverheirateten zur Kommunion

Ständige Synoden in den Diözesen