Archiv der Kategorie: Pfingsten

Der Heilige Geist rührt uns an

Ich merke, wie schwer es mir fällt, gute Gespräche zu führen. Da brauche ich die Hilfe des pfingstlichen Geistes. Pfingsten ist das Fest der Gemeinschaft, ja der ganzen Menschheitsfamilie. Die Verbindung mit anderen wird durch den Heiligen Geist tiefer, schöner und liebevoller. Der Geist schenkt uns die große Hoffnung, dass nach dem Tod ein Leben mit Gott und allen Verstorbenen wartet. Diese große Hoffnung auf Vollendung verändert unser konkretes Leben auf der Erde. Wir brauchen keine Angst vor dem Tod haben und können locker mit anderen arbeiten, spielen, sporteln, musizieren und feiern. Wir müssen nicht gestresst von einem Termin zum anderen hetzen. Wir haben unendlich viel Zeit. Der Heilige Geist verbindet uns mit unseren Toten, die auf uns bei Gott warten. Wenn eine Mutter stirbt und voll Sorgen um ihr Kind ist, kann sie nicht vollendet glücklich sein. Nur dann, wenn alle bei Gott sind, sind wir erfüllt, glücklich und vollendet.

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Paare: Eigentlich wollten wir glücklich sein

„Eigentlich wollten wir einfach glücklich sein, aber wir konnten nicht miteinander reden.“ Dieser Satz eines Paares, das sich trennte, war für den Paartherapeuten Michael Lukas Moeller „der typische Abgesang der heute allseits belasteten Beziehungen“ [1]. Er empfiehlt Zwiegespräche einmal in der Woche, in denen die Partner über sich selbst reden, nicht über den anderen, nicht über die Verwaltung des Alltags. Paare machten die Erfahrung, dass sie durch Zwiegespräche glücklicher werden können.
Ein Zwiegespräch beginnt Jesus mit seinem Vater. Er führt es vor Zuhörern und er beginnt mit der Beschreibung von dem, was er gern macht, für Menschen zu bitten: „Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.“ Er wünscht sich, dass sie sich nicht bekämpfen, sondern eins sind. Jesus spürt, dass die Beziehung zwischen ihm und dem Vater einzigartig ist. Er sagt: „Du, Vater, bist in mir und ich bin in dir.“ Er fügt dieser guten Empfindung hinzu, dass auch die Menschen, die an ihn glauben, in dieser Beziehung von Vater und Sohn sein sollen. Er möchte, dass wir Menschen ganz von Gott durchdrungen werden.
Das kann – so die Erfahrung – gelingen, wenn er uns seinen Heiligen Geist schenkt. Dann können wir in den Beziehungen gut über uns selbst reden, bitten, seufzen und uns freuen. Geteiltes Leid wird halbes Leid und geteilte Freude wird doppelte Freude.


[1] Michael Lukas Moeller, Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch
Das Zwiegespräch wird im katholischen Gottesdienst am nächsten Sonntag aus dem Johannesevangelium vorgelesen. Johannes 17,20-26

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Liebe statt blutiger Schlachtorgien

Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk: Die Ukraine erlebt ihr Golgotha

Der Katholische Großerzbischof Schewtschuk von Kiew meldete sich zu Wort: „Die Ukraine erlebt ihr Golgatha.“ Er bittet: „Heute bitte ich uns alle, alle Christen der ganzen Welt, alle Menschen guten Willens, wendet eure Augen nicht ab von der Erniedrigung und dem Leiden, dem Tod und den Wunden der Ukraine.“

Das Massaker von Butscha zeigt eine unvorstellbare barbarische Perversion. Am kommenden Palmsonntag hören wir Ähnliches in der Passionsgeschichte: Jesus wird gegeißelt, ausgepeitscht, gefoltert, mit Nägeln nackt ans Kreuz geschlagen. Diese Brutalität begleitete die Menschheit seit Jahrtausenden. Sowohl ich und viele andere haben sie in unserem friedlichen Europa nicht erwartet. Seit dem Krieg im zerfallenen Jugoslawien mit dem grauenhaften Völkermord in Srebrenica leben wir in Europa im Frieden. Wie zerbrechlich dieser Friede ist, sehen wir seit dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine.

Die Botschaft von Jesus „Liebe statt blutiger Schlachtorgien“ fürchteten die Priester des Jerusalemer Tempels, sie war ein Grund unter anderen für seine Hinrichtung und diese Botschaft hat sich – trotz seiner Auferstehung und dem Heiligen Geist zu Pfingsten – bis jetzt nicht überall durchgesprochen und durchgesetzt, auch nicht bei Patriarch Kyrill in Moskau.
Einer, der diese Botschaft leben will, ist Papst Franziskus. Er küsste die Fahne aus Butscha: „Blut schreit zum Himmel“ Die Hoffnung stirbt nie.
Link zu Swjatoslaw Schewtschuks Botschaften
Link zu Papst Franziskus Botschaften.

Rettung aus der Finsternis

Jesus bringt uns ein großes Versprechen. Wir leben zwar oft in einer unangenehmen Finsternis, aber wir können darauf vertrauen, dass Jesus in Herrlichkeit kommt, uns befreit und dass jene, die die Liebe leben, eingeladen werden, ein himmlisches Fest voll des Glücks zu feiern. Diese Abfolge von göttlichen Ereignissen geschieht im Leben jedes Menschen und man kann es individuell erfahren.

Mir ist es so ergangen. Ich betete und erlebte die gottlose Finsternis. Wo bist du, Gott? Ich rief zu seinem helfenden Geist. Komm, lass mich ein neues Pfingsten erleben. Bring mir Jesus als Licht in meine Finsternis!

In dieser Erfahrung zeigte er mir, dass ich auf Menschen zugehen kann, dass ich in einer Gemeinschaft bin, die zwar brüchig ist, aber in der der Geist Gottes da ist.

So erwarte ich es auch, wenn ich sterbe. Meine Welt stürzt ein, ich bin in der Finsternis, aber nach dem Tod kommt mir Jesus mit seinem Licht entgegen und ich sehe alle, die die Liebe leben, sodass wir im himmlischen Jerusalem Wohnung finden und ein grandioses Fest feiern.

Tanz, Orgel und Rap im Heiligen Geist

Pfingsten heuer einmal anders: Wiener Stephansdom als Schauplatz einer künstlerischen Begegnung zwischen Rap, Ballett und Orgelmusik. Ein christlicher Rapper, eine Primaballerina, ein Solotänzer und der Domorganist treffen in der Mitte des Stephansdoms aufeinander. In ihren jeweiligen Genres interpretieren sie die Botschaft des Pfingstfests. Durch ihre musikalisch-künstlerische Begegnung zeigen sie, wie vielfältig Kirche ist.

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Pfingsten: Happy Birthday

In guter Atmosphäre können wir wachsen und wunderbar aufblühen. Einer, der uns dabei unterstützt, ist der Heilige Geist. Wir werden in ihm neu geboren. Jesus sagt zu Nikodemus: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Und vorher sagt er: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes 3)

Diese Geburt von oben, durch den Heiligen Geist passiert immer wieder. Der Geist ist heutzutage wirksam. Wir werden alle neu geboren. Gratis. Da kommt der Geist auf uns herab. Da kommt das Brausen. Da kommen die Feuerzungen. Es ist die Geburtsstunde der versammelten Christinnen und Christen.

Kirche ist ursprünglich Ekklesia, Versammlung. Der Heilige Geist gründet mit Brausen und Feuerzungen die Kirche. Ohne ihn geht gar nichts. Er erinnert uns an Jesu Leben, Leiden und Handeln. Er beschenkt uns nicht nur mit Inspiration, sondern auch mit sich selbst. Wir können mit ihm in Liebe leben und handeln. Wir jubeln und singen zu diesem Geburtstag Halleluja!

Die gute Nachricht zum Pfingsten: Der Heilige Geist beglückt uns

Ein neues Pfingsten: katholische Ortskirchen werden in die Synode eingebunden

Generalsekretär der Bischofssynode Kardinal Mario Grech

Die Bischofssynode gibt sich ein neues Verfahren. Papst Franziskus wird im Oktober einen synodalen Weg in drei Schritten eröffnen, der mit breiten, weltkirchlichen Konsultationen und Unterscheidungsprozessen auf die Bischofssynode zum Thema Synodalität im Herbst 2023 zuführt. Das hat der Vatikan diesen Freitag bekannt gegeben.

https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-05/bischofssynode-ortskirchen-synodalitaet-synodaler-weg.html

Für eine synodale Kirche: Das Dokument der Bischofssynode im Wortlaut

Die Weltkirche soll sich auf den Weg eines neuen synodalen Prozesses machen. Die Etappen sind in einem Dokument skizziert, das Papst Franziskus genehmigt hat. Wir dokumentieren hier im Wortlaut die offizielle deutsche Übersetzung.

Grech zur Synodenreform: „Unterscheidung beginnt mit Zuhören“

Sinn der Umgestaltung der Bischofssynode ist eine breitere Beteiligung der Teilkirchen und ein besserer innerkirchlicher Austausch. Entscheidungen in der Kirche begännen immer mit Zuhören, betont der Generalsekretär der Bischofssynode im Interview mit den Vatikan-Medien: „Nur so können wir verstehen, wie und wohin der Geist die Kirche führen will“, so Kardinal Mario Grech.
https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-05/kardinal-grech-interview-synodos-episcoporum-reform-synode.html

Jesus ist weggegangen. Was nun?

Christus ist zu seinem Vater gegangen und hat die Jüngerinnen und Jünger mit der Erinnerung an seine Wunder, seine Taten, sein Leiden und seine Worte allein gelassen. Es ist kein endgültiger Abschied, denn er hat uns versprochen, dass er wiederkommt.
Wenn Jesus zu seinem Vater geht, dann sind wir aber allein.

Wir, das Volk, die Versammlung, die Kirche wird ohne Jesus arm. Die Priester, Bischöfe und der Papst in Rom können nicht so tun, als würden sie als Stellvertreter Jesu in seiner Macht handeln. Denn dann müsste er anwesend sein, was er nicht ist. Papst Franziskus hat das angedeutet: Ich will eine arme Kirche. Arm sind wir, wenn Jesus nicht mehr da ist.

Zehn Tage nach Christi Himmelfahrt kommt aber jemand zu uns, der unsere Einsamkeit aufhebt. Der Heilige Geist kommt auf uns herab. Es ist Gott, der sich als Geist offenbart. Seit 2000 Jahren leben wir Christinnen und Christen mit diesem Schöpfer Geist.

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Die Liebe ist eine Himmelsmacht

Ist die Liebe wirklich eine Himmelsmacht?
Es gibt die Meinung, Liebe kann man nicht befehlen und zur Liebe kann man sich nicht entscheiden. Das stimmt dann, wenn man Liebe als Gefühl sieht. Dann liefert man sich den Gefühlen aus und wenn negative Gefühle hochkommen, werden diese Personen sogar gewalttätig.
Ich denke, Liebe ist eine bestimmte Art des Handelns. Lieben heißt, dass ich will, dass es dem oder der anderen gut geht. In solchem Handeln zeigt sich der Heilige Geist.
Gott vergleicht sich mit einer guten Mutter und einem guten Vater. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in unserem Herzen ganz tief Gott als Heiliger Geist seine Wohnung aufgeschlagen hat.
Es ist sinnvoll, ihn zu bitten, dass er uns in der Liebe leitet und dass er uns mit den Feuerzungen der Liebe segnet, so wie er zu Pfingsten in Jerusalem auf die Menschen herabgekommen ist (Apostelgeschichte 2) oder wie er in Cäsarea auf die Hausgemeinschaft des Kornelius gekommen ist. (Apostelgeschichte 10,24-48) Spannend wäre es zu schauen, wie er in unserer Gemeinde wirkt.

Der ungläubige Thomas im Beziehungsraum

Der Geist schafft berührende Beziehungen

Ich habe in der U-Bahn Aufkleber gesehen mit: Jesus lebt! Wie kann ein gestorbener Mensch heute leben? Zu Maria aus Magdala sagt er: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen (Johannes 20,17). Er geht zu seinem Vater, wird am Ende der Zeiten wiederkommen und sendet uns seinen Geist.

Aber er erscheint auch den Jüngern in den 40 Tagen bis er sich endgültig zu Christi Himmelfahrt verabschiedet. Wie kommt er dazu, als Auferstandener, der bei seinem Vater ist, auf der Erde den Jüngerinnen und Jüngern zu erscheinen?

Meines Erachtens ist Gott immer anwesend. Er ist als spezielle Person anwesend. Zu Moses sagt er: Ich bin, der ich da bin. „Ich bin für euch da.“ Diese Person wird als Heiliger Geist verehrt und herbeigerufen. Er ist Gott „für andere da“. Für dich und mich.

Jesus ist immer schon in einer starken Beziehung zu diesem Heiligen Geist. So kann er für andere da sein. Der Geist stiftet Beziehungen und schafft einen Beziehungsraum. Nach dem Tod Jesu stiftet er ein Beziehungsnetz zwischen den Jüngerinnen und Jüngern und dem Auferstandenen. So kann der Auferstandene Jesus, trotz seiner Existenz beim Vater im Himmel auch den Jüngern erscheinen.

Die Jünger verschließen die Tür, aber sie sind in einem Raum versammelt. Diesen Raum übernimmt der Geist Gottes als seinen Beziehungsraum und ermöglicht dem Auferstandenen zu erscheinen. Der Auferstandene Jesus sagt zu den Ängstlichen: „Der Friede sei mit euch.“ Er stiftet damit ein Friedensnetz der Beziehungen, das über Grenzen geht: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“. Aber sie sind nicht allein und bleiben schwach: „Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ Das stärkt und heilt die Beziehungen.

Der Geist stiftet einen Neuanfang: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.“ Das ist eine Ermächtigung, wie es in der damaligen Zeit anderen gegeben wird. „Ihr könnt das tun, ihr könnt das aber auch lassen.“ Es werden die Jüngerinnen und Jünger durch den Geist nicht gezwungen, ihnen wird die Freiheit gegeben.

Auch als eine Woche später Thomas dabei ist, sagte er: „Der Friede sei mit euch!“ und tritt in das Beziehungsnetz ein, das der Heilige Geist vorbereitet hat. Er fordert Thomas auf: „Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Der Glaube ist Berührung in der Beziehung. Jetzt, in diesem Beziehungsraum, den der Geist ermöglicht hat, kann Thomas sagen: „Mein Herr und mein Gott!“ Paulus schreibt das an die Korinther: „Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.“ 1Korinther 12,3b.

Durch den Beziehungsraum des Heiligen Geistes kann Thomas schon vor Pfingsten „Mein Herr und mein Gott!“ bekennen. Gott lässt sich nicht leicht aufhalten. Nach Pfingsten sehen Jüngerinnen und Jünger keinen Auferstandenen. Für sie gilt seine Seligpreisung: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Ja. Selig sind die, die Glaubensbeziehungen innerhalb des Beziehungsraumes des Heiligen Geistes pflegen.