Archiv der Kategorie: Pfingsten

Tanz, Orgel und Rap im Heiligen Geist

Pfingsten heuer einmal anders: Wiener Stephansdom als Schauplatz einer künstlerischen Begegnung zwischen Rap, Ballett und Orgelmusik. Ein christlicher Rapper, eine Primaballerina, ein Solotänzer und der Domorganist treffen in der Mitte des Stephansdoms aufeinander. In ihren jeweiligen Genres interpretieren sie die Botschaft des Pfingstfests. Durch ihre musikalisch-künstlerische Begegnung zeigen sie, wie vielfältig Kirche ist.

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Pfingsten: Happy Birthday

In guter Atmosphäre können wir wachsen und wunderbar aufblühen. Einer, der uns dabei unterstützt, ist der Heilige Geist. Wir werden in ihm neu geboren. Jesus sagt zu Nikodemus: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Und vorher sagt er: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes 3)

Diese Geburt von oben, durch den Heiligen Geist passiert immer wieder. Der Geist ist heutzutage wirksam. Wir werden alle neu geboren. Gratis. Da kommt der Geist auf uns herab. Da kommt das Brausen. Da kommen die Feuerzungen. Es ist die Geburtsstunde der versammelten Christinnen und Christen.

Kirche ist ursprünglich Ekklesia, Versammlung. Der Heilige Geist gründet mit Brausen und Feuerzungen die Kirche. Ohne ihn geht gar nichts. Er erinnert uns an Jesu Leben, Leiden und Handeln. Er beschenkt uns nicht nur mit Inspiration, sondern auch mit sich selbst. Wir können mit ihm in Liebe leben und handeln. Wir jubeln und singen zu diesem Geburtstag Halleluja!

Die gute Nachricht zum Pfingsten: Der Heilige Geist beglückt uns

Ein neues Pfingsten: katholische Ortskirchen werden in die Synode eingebunden

Generalsekretär der Bischofssynode Kardinal Mario Grech

Die Bischofssynode gibt sich ein neues Verfahren. Papst Franziskus wird im Oktober einen synodalen Weg in drei Schritten eröffnen, der mit breiten, weltkirchlichen Konsultationen und Unterscheidungsprozessen auf die Bischofssynode zum Thema Synodalität im Herbst 2023 zuführt. Das hat der Vatikan diesen Freitag bekannt gegeben.

https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-05/bischofssynode-ortskirchen-synodalitaet-synodaler-weg.html

Für eine synodale Kirche: Das Dokument der Bischofssynode im Wortlaut

Die Weltkirche soll sich auf den Weg eines neuen synodalen Prozesses machen. Die Etappen sind in einem Dokument skizziert, das Papst Franziskus genehmigt hat. Wir dokumentieren hier im Wortlaut die offizielle deutsche Übersetzung.

Grech zur Synodenreform: „Unterscheidung beginnt mit Zuhören“

Sinn der Umgestaltung der Bischofssynode ist eine breitere Beteiligung der Teilkirchen und ein besserer innerkirchlicher Austausch. Entscheidungen in der Kirche begännen immer mit Zuhören, betont der Generalsekretär der Bischofssynode im Interview mit den Vatikan-Medien: „Nur so können wir verstehen, wie und wohin der Geist die Kirche führen will“, so Kardinal Mario Grech.
https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-05/kardinal-grech-interview-synodos-episcoporum-reform-synode.html

Jesus ist weggegangen. Was nun?

Christus ist zu seinem Vater gegangen und hat die Jüngerinnen und Jünger mit der Erinnerung an seine Wunder, seine Taten, sein Leiden und seine Worte allein gelassen. Es ist kein endgültiger Abschied, denn er hat uns versprochen, dass er wiederkommt.
Wenn Jesus zu seinem Vater geht, dann sind wir aber allein.

Wir, das Volk, die Versammlung, die Kirche wird ohne Jesus arm. Die Priester, Bischöfe und der Papst in Rom können nicht so tun, als würden sie als Stellvertreter Jesu in seiner Macht handeln. Denn dann müsste er anwesend sein, was er nicht ist. Papst Franziskus hat das angedeutet: Ich will eine arme Kirche. Arm sind wir, wenn Jesus nicht mehr da ist.

Zehn Tage nach Christi Himmelfahrt kommt aber jemand zu uns, der unsere Einsamkeit aufhebt. Der Heilige Geist kommt auf uns herab. Es ist Gott, der sich als Geist offenbart. Seit 2000 Jahren leben wir Christinnen und Christen mit diesem Schöpfer Geist.

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Die Liebe ist eine Himmelsmacht

Ist die Liebe wirklich eine Himmelsmacht?
Es gibt die Meinung, Liebe kann man nicht befehlen und zur Liebe kann man sich nicht entscheiden. Das stimmt dann, wenn man Liebe als Gefühl sieht. Dann liefert man sich den Gefühlen aus und wenn negative Gefühle hochkommen, werden diese Personen sogar gewalttätig.
Ich denke, Liebe ist eine bestimmte Art des Handelns. Lieben heißt, dass ich will, dass es dem oder der anderen gut geht. In solchem Handeln zeigt sich der Heilige Geist.
Gott vergleicht sich mit einer guten Mutter und einem guten Vater. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in unserem Herzen ganz tief Gott als Heiliger Geist seine Wohnung aufgeschlagen hat.
Es ist sinnvoll, ihn zu bitten, dass er uns in der Liebe leitet und dass er uns mit den Feuerzungen der Liebe segnet, so wie er zu Pfingsten in Jerusalem auf die Menschen herabgekommen ist (Apostelgeschichte 2) oder wie er in Cäsarea auf die Hausgemeinschaft des Kornelius gekommen ist. (Apostelgeschichte 10,24-48) Spannend wäre es zu schauen, wie er in unserer Gemeinde wirkt.

Der ungläubige Thomas im Beziehungsraum

Der Geist schafft berührende Beziehungen

Ich habe in der U-Bahn Aufkleber gesehen mit: Jesus lebt! Wie kann ein gestorbener Mensch heute leben? Zu Maria aus Magdala sagt er: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen (Johannes 20,17). Er geht zu seinem Vater, wird am Ende der Zeiten wiederkommen und sendet uns seinen Geist.

Aber er erscheint auch den Jüngern in den 40 Tagen bis er sich endgültig zu Christi Himmelfahrt verabschiedet. Wie kommt er dazu, als Auferstandener, der bei seinem Vater ist, auf der Erde den Jüngerinnen und Jüngern zu erscheinen?

Meines Erachtens ist Gott immer anwesend. Er ist als spezielle Person anwesend. Zu Moses sagt er: Ich bin, der ich da bin. „Ich bin für euch da.“ Diese Person wird als Heiliger Geist verehrt und herbeigerufen. Er ist Gott „für andere da“. Für dich und mich.

Jesus ist immer schon in einer starken Beziehung zu diesem Heiligen Geist. So kann er für andere da sein. Der Geist stiftet Beziehungen und schafft einen Beziehungsraum. Nach dem Tod Jesu stiftet er ein Beziehungsnetz zwischen den Jüngerinnen und Jüngern und dem Auferstandenen. So kann der Auferstandene Jesus, trotz seiner Existenz beim Vater im Himmel auch den Jüngern erscheinen.

Die Jünger verschließen die Tür, aber sie sind in einem Raum versammelt. Diesen Raum übernimmt der Geist Gottes als seinen Beziehungsraum und ermöglicht dem Auferstandenen zu erscheinen. Der Auferstandene Jesus sagt zu den Ängstlichen: „Der Friede sei mit euch.“ Er stiftet damit ein Friedensnetz der Beziehungen, das über Grenzen geht: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“. Aber sie sind nicht allein und bleiben schwach: „Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ Das stärkt und heilt die Beziehungen.

Der Geist stiftet einen Neuanfang: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.“ Das ist eine Ermächtigung, wie es in der damaligen Zeit anderen gegeben wird. „Ihr könnt das tun, ihr könnt das aber auch lassen.“ Es werden die Jüngerinnen und Jünger durch den Geist nicht gezwungen, ihnen wird die Freiheit gegeben.

Auch als eine Woche später Thomas dabei ist, sagte er: „Der Friede sei mit euch!“ und tritt in das Beziehungsnetz ein, das der Heilige Geist vorbereitet hat. Er fordert Thomas auf: „Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Der Glaube ist Berührung in der Beziehung. Jetzt, in diesem Beziehungsraum, den der Geist ermöglicht hat, kann Thomas sagen: „Mein Herr und mein Gott!“ Paulus schreibt das an die Korinther: „Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.“ 1Korinther 12,3b.

Durch den Beziehungsraum des Heiligen Geistes kann Thomas schon vor Pfingsten „Mein Herr und mein Gott!“ bekennen. Gott lässt sich nicht leicht aufhalten. Nach Pfingsten sehen Jüngerinnen und Jünger keinen Auferstandenen. Für sie gilt seine Seligpreisung: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Ja. Selig sind die, die Glaubensbeziehungen innerhalb des Beziehungsraumes des Heiligen Geistes pflegen.

Die Liebe zu den Menschen lernen

Der Messias, der sein Volk und die Welt von Hass und Neid befreien wird

Ich liebe die unverständlichen Sätze in der Bibel und die Szenen, die sich dabei abspielen. Da sieht Johannes der Täufer Jesus vorbeigehen und sagt zu seinen Anhängern: Seht, das Lamm Gottes! Da verlassen die zwei Anhänger Johannes und folgen Jesus.

Schon dass Jesus bei Johannes vorbeigeht, erstaunt mich. Anscheinend hatte Jesus schon eine Richtung nach seiner Taufe.

Als Jesus sich von Johannes taufen ließ, sagte der Täufer im Blick auf Jesus: „Seht das Lamm Gottes,“ mit dem Zusatz: „das die Sünde der Welt hinweg nimmt.“ In der aktuellen Szene wiederholte er seine Aufforderung: „Seht, das Lamm Gottes.“ Ich staune, dass seine zwei Anhänger das verstehen und Jesus nachfolgen. Ich hätte es nicht verstanden und wäre nicht mitgegangen.

Aber die Menschen damals sahen auf den Tempel, in denen Lämmer Gott geopfert wurden. Ein „Lamm Gottes“ gehört Gott. Es kann meiner Ansicht nach nicht Gott geopfert werden, es gehörte ja schon Gott. Wem soll es dann geopfert werden? Den Menschen? Wir kennen bei Jesus eine andere Szene, in der er sagt: “Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Wenn das beim Lamm Gottes gemeint ist, dann wäre das eine Umdrehung der Opferhandlung. Nicht Menschen opfern Gott ein Lamm, sondern Gott selbst opfert sich den Menschen.

Ich glaube, Gott zeigt sich uns als großer Liebender. So kann ich verstehen, dass sich die zwei Jünger Jesus anschlossen, um etwas Neues, zum Beispiel Nächstenliebe zu lernen. Sie nannten Jesus Lehrer und sahen in ihm den Messias, der sein Volk und die Welt von Hass und Neid befreien wird.

Da passte es gut, wenn Johannes den Zusatz „Der die Sünde der Welt hinweg nimmt“ dem Jesus und seinen Anhängern auf den Weg mitgab. Die Sünde der Welt ist für mich die „Absonderung von Gott“. Die Welt hat sich von Gott distanziert und diese Absonderung überwindet der Messias, der heilt, stirbt und zu Ostern aufersteht. Die Nähe Gottes kommt dann endgültig zu Pfingsten, wenn er in unseren Herzen Wohnung nimmt. Vielleicht spüren wir das.

Die Liebe steigt aus dem Jordan

Wenn ich über den Jordan gehe, dann heißt das, dass ich sterbe und ins Jenseits gehe. Am Jordan geschieht nicht immer, aber oft Außergewöhnliches. Wenn Jesus sich von Johannes taufen lässt, dann taucht er ganz tief hinein in den Fluss dieser Welt. Der Jordan ist der Übergang von der Unterdrückung zur Freiheit, vom Tod zum Leben, von der Gottesferne zur Gottesnähe. Wenn Jesus aus dem Jordan steigt, dann kommt er als Botschafter der Liebe Gottes. Wenn wir am Sonntag das feiern, dann wird das gegenwärtig und Jesus kommt uns aus dem Jordan entgegen.
Die Taufe Jesu ist eine einmalige Sache. Damit das keine einmalige Sache bleibt, passiert es, dass der Himmel aufreißt und der Heilige Geist auf ihn herabschwebt. Der Geist schwebt immer schon gerne, wie es schon im Anfang, im Buch Genesis bei der Erschaffung des Universums heißt: Gottes Geist schwebte (Gen 1,2b). Dieser Heilige Geist inspiriert nicht nur Jesus in einmaliger Weise, sondern er setzt fort, was mit Jesus begann. Nach Jesu Aufnahme in den Himmel, als er zum Vater entschwebte, waren wir allein. Wer, wenn nicht der Geist Gottes, zeigte uns zu Pfingsten, dass wir nicht verlassen sind. Dieser Gottesgeist begleitet die Kirche seit zweitausend Jahren. Nicht immer habe ich mich gefragt, was er mir sagen will. Ich verspreche, ich werde den Heiligen Geist das fragen.

„Build your kingdom here“ – Dein Reich komme

Jugendliche aus der Erzdiözese Wien haben für Pfingsten zum virtuellen Chor geladen. Das Ergebnis: 62 Einsendungen, 12 Solisten, 7 Instrumentalisten im Studio und ein gemeinsames Video! Mehr auf: https://www.erzdioezese-wien.at/site/home/nachrichten/article/84278.html

62 Einsendungen aus der ganzen Diözese und darüber hinaus, zwölf Solisten quer über die ganze Erzdiözese Wien, aus allen Musikgenres, vom Domkantor über die Worshiperin dem Ordensbrider bis hin zum ausgebildeten Opernsänger und sieben Instrumentalisten im Studio.

Abenteuer mit dem Geist

Ich atme federleichte unsichtbare Aerosole aus und wenn sie nicht mit dem Coronavirus behaftet sind, dann sind sie ungefährlich. Auch Jesus atmete aus, als er die Jünger anhauchte. Er schenkte ihnen damit den Heiligen Geist. Vielleicht haucht auch uns Jesus an. Den Atem Gottes werden wir am Sonntag herbeirufen, er soll in uns atmen: Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist, wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes komm!  (Link zum Lied)
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir die Verbindung mit dem Geist Gottes Freiheit und große Freude bringt.
Im Gottesdienst haben wir seit Ostern ein Lied, das gerne und begeistert als Schlusslied gesungen wird. Im Lied „Tanzen, ja tanzen wollen wir“ bewegen sich die Tiere, die Sterne und die Engel vor Gott. Auch wir, die Menschen, tanzen, weil Gott uns gern hat. Ein Ensemble in St. Pölten singt und spielt das fetzige Lied (Link zum Lied). Es ist eine gute Antwort auf den Heiligen Geist. Wir müssen uns nicht fürchten, wenn wir singen: Der Geist des Herrn erfüllt das All mit Sturm und Feuersgluten (Link zum Lied). Es ist geistiges Feuer und ein Liebessturm, der inspiriert und begeistert.
Weil der Heilige Geist uns bewegt, lade ich zu einer Stunde der spirituellen Musik und der geistlichen Gedanken am Abend des Pfingstsonntages ein. Um 22:00 über Zoom kann jede und jeder etwas vorlesen, singen, mitteilen und hören. Diese eine Stunde widmen wir dem Heiligen Geist. Wir können planen, aber was dann passiert, wissen wir nicht.
Hannes