Archiv der Kategorie: Begehren

Der Neid verursacht Konflikte

„Mein größter Fehler ist der Neid“ sagte mir ein Freund. Der Neid ist die Ursache der meisten Konflikte. Ich sehe das bei Simson, der eine Philisterin heiratete. Als er nach längerer Zeit zurückkam, war sie mit seinem Freund verheiratet. Daraufhin verbrannte er die Felder der Philister.
Der Konflikt begann schon, als sein Freund bemerkte, dass Simson die Philisterin begehrte. Dieses Begehren ahmte er nach. Auch sein Freund begehrte jetzt die Frau. Dadurch wurde aber für Simson die Philisterin noch begehrenswerter. Beide Freunde wurden jetzt Rivalen. Der Streit wurde immer brutaler und die Begehrte wurde immer unwichtiger. Wichtiger war der Kampf und die Rache. Es kam sogar soweit, dass die Philister die Frau und ihren Vater ermordeten. (Richter 14,1ff)
Den Konflikt kann ich nicht vermeiden, wohl aber die Art, wie der Konflikt ausgetragen wird. Jene haben es leichter, die eine gute Beziehung zu Gott haben, der schenkt und der begehrt wird. Ich kann mein Begehren auf Gott lenken. Die Frau bleibt begehrenswert, aber auch Gott. – Das sagt sich so leicht. Es hängt alles von der Beziehung zu Gott ab. Wenn Simson sieht, dass sein Freund seine Frau geheiratet hat, dann wäre es gut, er lässt die beiden in Ruhe. Er kann leichter loslassen, wenn er etwas Größeres begehren kann, nämlich Gott, der ihm alles schenkt. Gott ist kein knappes Gut, sodass niemand neidisch sein muss. Gott ist nicht knapp, trotzdem ist er dir und mir liebend, schenkend, heilend nahe.

Begehrenswerter Schatz

Er verkaufte alles, und kaufte sich den Acker.

Wenn sich die Ehepartner begehren, kann das die Beziehung stärken. Begehren ist etwas zutiefst Menschliches. Wenn in einem Rosenkrieg beide Ehepartner sich um das Haus und die Kinder streiten und nicht loslassen, bringt dieses Begehren Probleme. Wenn die Manager von Wirecard oder der burgenländischen Commerzialbank die Bücher fälschen, dann verunsichert dies viele von uns. Wenn Menschen in der Coronazeit fröhliche Partys ohne Abstand oder Masken feiern, haben diese Personen oft nur ihre eigenen Glücksmomente, aber nicht die Gesundheit aller im Blick.
Nun, was ist ein angemessenes Begehren?
Jesus erzählt von einem Mann, der einen Schatz entdeckte, der in einem Acker vergraben war. Er grub ihn wieder ein, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
Auch ein Kaufmann suchte schöne Perlen. Als er eine besonders wertvolle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte die Perle.
So, sagt Jesus, ist es mit dem Reich Gottes. So intensiv kann ich das Reich Gottes, das Himmelreich begehren.
Jesus erzählt auch von einem Schriftkundler, der ein Jünger des Himmelreiches geworden ist. Über ihn sagt er: Er ist wie ein Hausherr, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. Ich meine: Er begehrt das Richtige. Im Reich Gottes entdeckt er Neues und Altes. Altes, das Menschen vor mir entdeckten und Neues, das wir heute entdecken. Weil ich ein Mensch bin, darf und soll ich begehren. Ich soll das Gute begehren. Ich soll das Schöne begehren. Ich soll das Wahre begehren. Ich darf und soll das Reich Gottes begehren. Das macht Sinn.

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