Archiv der Kategorie: Herz

2. Adventsonntag: Feuer im Herzen

Der Prophet Johannes der Täufer kündigt einen an, der mit dem Heiligen Geist und Feuer tauft. Das sagt einer, der mit dem Jordanwasser tauft. Er sagt, dass der, der nach ihm kommt, größer ist. Mit Feuer zu taufen klingt einerseits aggressiv, andererseits wissen wir, dass es nicht aggressiv kommt. Zu Pfingsten kommen Feuerzungen auf die Jüngerinnen und Jünger herab. Es geht um das feurige Erzählen von der Liebe Gottes. Da brauchen sie Feuer im Herzen. Sie brennen für die Liebe Gottes. Der zweite Adventsonntag ist für mich ein Tag der Liebe Gottes und er kann unsere Herzen entzünden.

Ermutigungen von Franziskus

Papst Franziskus bringt in seiner Enzyklika Laudato Si acht Grundeinstellungen für ein geglücktes Leben angesichts der großen Krisen der Menschheit.

Dankbarkeit als Wertschätzung des Geschenkten
Demut als Freiwerden in Begrenzungen
Ehrfurcht als Zurücktreten vor dem Geheimnis
Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit

Maßhalten und Genügsamkeit als Zusammenklingen mit der Schöpfung
Genussfähigkeit und Freude als Geschmack am Leben.
Gelassenheit als Freisein von sich selbst.
Hingabe und Großzügigkeit als Bereitschaft sich zu verschenken.

Laudato Si
Michael Rosenberger: Rufer in der Wüste

Umkehr der Herzen und neuer Lebensstil

Der Priester und Moraltheologe Michael Rosenberger, Professor für Moraltheologie an der Katholischen Privatuniversität Linz, forscht intensiv auf dem Gebiet Schöpfungsspiritualität. In seinem Vortrag am „Inspirationstag Laudato Si’“ (St. Florian, Wien) sprach er über die notwendig gewordene Umkehr unseres ökonomischen und ökologischen Lebensstiles. Hier ist seine berührende Rede zum Umkehr unserer Herzen: https://www.youtube.com/watch?v=BYJ-x63jbpQ

Er nennt neun zwei wissenschaftsbasierte planetarische Grenzen und Herausforderungen:
1. Eine Grenze, die Aerosole sind noch unklar.
2.-4. Bei drei Grenzen sind wir NOCH im grünen Bereich: die Süßwassernutzung, das Ozon in der Stratosphäre und die Versauerung der Ozeane.
5.-6. Zwei Grenzen sind schon bedrohlich überschritten: Die Klimaerwärmung und die Land-Nutzungsveränderung. Das letzte sind das Roden der Wälder, das Trockenlegen von Sümpfen, Mooren und Feuchtgebieten, die Versiegelung der Böden.
7.-9. Drei Grenzen, bei denen wir schon weit darüber sind: die Artenvielfalt, die Hälfte aller Arten sind bedroht vom Aussterben; die biogeochemikalischen Stoffflüsse, Phosphor und Stickstoff; die Novel Entities, Plastik (Plastic Planet), Microplastik.

Rosenberger bringt zwei wissenschaftsbasierte Schlüssel, den Bereich der Biodiversität und den Bereich des Klimaschutzes. Wenn wir den bewältigen, dann können wir den Wandel schaffen.

Biodiversität und Klimaschutz: Was tun?

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Das Herz weit machen

Es ist schon eine eigenartige Welt. Da gibt es Menschen, die Kriege führen und das Klima zerstören, aber zur gleichen Zeit gibt es Menschen, die lieben andere, pflegen Kranke, trösten Trauernde, verzeihen einander, beschützen die Natur und sehnen sich nach Gerechtigkeit und Frieden. Es gibt verschlossene Herzen und es gibt offene Herzen. .
Ich habe von einem meiner Söhne das Meditationsbuch von Bernhard von Clairvaux „Das Herz weit machen“ geschenkt bekommen. Bernhard beginnt mit dem Satz: Hört die innere Stimme; seid bestrebt, mehr von innen heraus die Stimme Gottes als von außen die Stimme eines Menschen zu vernehmen.
Bernhard erkennt, dass die Stimme Gottes ganz stark ist und es eine Anstrengung braucht, sie nicht zu hören.
Wenn ich seine Stimme in mir zulasse, ändert sich vieles. Ich kann zu seinem Willen „Ja“ sagen. Dann kann es passieren, dass sich ein Handlungsspielraum für ihn eröffnet. Wir können, so glaube ich, Gottesmedien werden, durch die Gott bemerkt oder unbemerkt wirken, lieben und handeln kann.

Umkehr der Herzen

Der Priester und Moraltheologe Michael Rosenberger, Professor für Moraltheologie an der Katholischen Privatuniversität Linz, forscht intensiv auf dem Gebiet Schöpfungsspiritualität. In seinem Vortrag am „Inspirationstag Laudato Si'“ (St. Florian, Wien) sprach er über die notwendig gewordene Umkehr unseres ökonomischen und ökologischen Lebensstiles. Hier ist seine berührende Rede zum Umkehr unserer Herzen.

(Bild: Bernhard von Clairvaux, Abtei von Fontenay)

Der Heilige Geist rührt uns an

Ich merke, wie schwer es mir fällt, gute Gespräche zu führen. Da brauche ich die Hilfe des pfingstlichen Geistes. Pfingsten ist das Fest der Gemeinschaft, ja der ganzen Menschheitsfamilie. Die Verbindung mit anderen wird durch den Heiligen Geist tiefer, schöner und liebevoller. Der Geist schenkt uns die große Hoffnung, dass nach dem Tod ein Leben mit Gott und allen Verstorbenen wartet. Diese große Hoffnung auf Vollendung verändert unser konkretes Leben auf der Erde. Wir brauchen keine Angst vor dem Tod haben und können locker mit anderen arbeiten, spielen, sporteln, musizieren und feiern. Wir müssen nicht gestresst von einem Termin zum anderen hetzen. Wir haben unendlich viel Zeit. Der Heilige Geist verbindet uns mit unseren Toten, die auf uns bei Gott warten. Wenn eine Mutter stirbt und voll Sorgen um ihr Kind ist, kann sie nicht vollendet glücklich sein. Nur dann, wenn alle bei Gott sind, sind wir erfüllt, glücklich und vollendet.

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Gib mir Liebe ins Herz

Eine junge Frau erlebt, dass ihre Mutter sie nur heruntermacht und alles bei ihr bekrittelt. Sie zeige überhaupt keine Liebe, die sie so nötig hat. Sie besucht ihre Mutter nicht oft. Das Herabwürdigen hält sie nicht aus.
Eine Frau um die dreißig ist traurig, dass ihr Mann immer mehr Alkohol trinkt, die Abmachungen nicht einhält, sie auch anlügt. Sie muss sich von ihm trennen, um nicht in den Teufelskreis der Co-Abhängigkeit zu kommen.
Wie können wir mit anderen umgehen, nicht in Hass verfallen und vielleicht sogar andere Menschen lieben? Ich denke, die Liebe beginnt mit dem Satz: „Ich möchte, dass es dir gut geht.“ Das wird nicht nur gesagt, sondern die Liebe wird zu einem Tätigkeitswort. Das Handeln geschieht dann im gegenseitigen Austausch. Mit einem Freund sprach ich über die Situation in den christlichen Gemeinden und wir bemerkten, dass wir mehr „Austauschgruppen“ brauchen, in denen wir uns im Glauben und im Vertrauen bestärken. In solchen Gruppen können wir uns in liebevoller Atmosphäre austauschen und einen Raum für das Handeln Gottes öffnen. Das kann wunderschön werden
Lied „Gib mit Liebe ins Herz, lass mich leuchten“ (Link)

Photo by Rosemary Ketchum on Pexels.com

Der Sieg über den Tod

Ich möchte diese heiligen Tage mit Jesus gehen. Er begleitet mich und geht mit mir in meine tiefste Verzweiflung. Mit ihm kann ich seine Verlassenheit in Jerusalem und die Verlassenheit der Menschen um mich herum wahrnehmen. Mit ihm kann ich alles vor unseren Gott-Vater hinlegen: Mein freudig pochendes Herz, mein Leiden und meine Schmerzen. Ich sehne mich mit ihm nach Heilung. Die Welt soll geheilt werden.

Die Beziehungen sollen geheilt werden. Die Ängstlichen sollen Mut fassen. Ich sehne mich danach, dass die Finsternis der Gottferne mit dem Licht des Glaubens erhellt wird. Ich möchte, dass alle Menschen nicht nur nach dem Tod eine Auferstehung erfahren, sondern in der Gegenwart. Die Auferstehung schenkt Gott jetzt. Ich kann mit Jesus auferstehen und ein neues Leben beginnen. Ja, mit ihm werde ich mutig und – froh.

Gebrochene Herzen heilen

Christl hat uns letzten Sonntag durch die Kirche zum Hochaltar geführt. Sie zeigte über uns das Fenster, in der der Heilige Geist in Form einer Taube dargestellt ist, und stimmte ein selbstkomponiertes Lied an: „Heiliger Geist, erfülle uns, komm in unser Denken, unser Herz, unser Tun.“ Ich war sprachlos.

Der Geist Gottes soll zu uns in unser Herz kommen. Das macht ihn zu unserem Freund. Er soll auch in unser Tun und Denken kommen. Da leitet er uns an wie die Menschen der Bibel: Lukas untersucht sorgfältig alles, was sich unter ihnen ereignet und „erfüllt“ hat und hört auf die Augenzeugen.

Jesus bezieht den Bibeltext Jesaja 61,1-2 auf sich, dass der Geist Gottes auf ihm ruht und dass er den Armen nicht nur eine gute Nachricht bringt, sondern dass er heilend wirkt, die Trauernden tröstet, die gebrochenen Herzen heilt, die Zerschlagenen in Freiheit setzt. Nun, das wäre doch ein Abenteuer, wenn der Geist Gottes nicht nur auf Jesus ruht, sondern auch auf uns und wir mit ihm die Trauernden trösten, die Ängstlichen bestärken, die Einsamen besuchen und die gebrochenen Herzen heilen.

Mein Herz ist kein Mistplatz

Auf dem Weg nach Wolfsgraben liegt der Mistplatz von drei Gemeinden. Dort konnte ich die Abfälle der Küchenrenovierung in die Container werfen. Von einigen guten Dingen trennte ich mich nur schwer. Eine Küchenrollenaufhängung, ein Brotkasten und ein Wasserhahn mussten aber weg. Und weil ich gerade dabei war, entsorgte ich auch gleich das Faxgerät und das Tablet. So ein Wegwerfen kann befreien. Ich probierte es auch mit meinen Wünschen. Einen tiefen Wunsch über Bord zu werfen war schwer. Wunschlos bin ich nicht. Jesus meint im Evangelium: Eines fehlt dir noch. Und: Alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Da gibt es für mich noch vieles wegzuwerfen und mich von einigem zu lösen.

Frei von niederdrückenden Mächten

Ich habe in meiner Kindheit gelernt, vor dem Essen die Hände zu waschen. Das ist hygienisch sinnvoll. Die Schriftgelehrten zurzeit Jesu machten das nicht aus hygienischen Gründen, sondern aus magischen Gründen. Wer fremde Personen oder deren Gegenstände berührte, wurde als ganzer Mensch unrein. Anders bei Jesus. In der Auseinandersetzung mit den Pharisäern und Schriftgelehrten kommt Jesus zu dem Schluss, dass nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn unrein machen kann, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Und das ist auch meine Erfahrung. Von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die schlechten Handlungen wie Neid, Habgier, Hochmut und Unvernunft.

Aber die Gefahr kommt auch von einer Schrift- und Gesetzesreligion wie den Taliban oder dem Islamischen Staat, wenn die Anhänger glauben genau zu wissen, was Gott will. Sie lesen in ihren heiligen Schriften und greifen in ihrer Verirrung und Unvernunft zur Gewalt, sprengen sich in die Luft und reißen andere mit in den Tod.

Jesus hingegen geht mit den Vorschriften der Heiligen Schrift sehr selbstbewusst um, er zeigt auf das Herz als Mitte des Menschen und begründet die neue Religion der Herzen. Ich glaube, dass diese trotz der Verachtung der Gegner Zukunft hat, denn in den Herzen kann das Wort Gottes wachsen. Es inspiriert uns Menschen, heilt und befreit. Mit dem selbstbewussten Jesus und dem liebevollen Heiligen Geist ist das nieder drückende Alte vergangen und wir können neu beginnen.