Archiv der Kategorie: König

Ecce Homo – Seht, der Mensch!

Vor dem Bild der zur Anbetung ausgestellten Monstranz, das links zu sehen ist, singe ich gern das Lied mit folgendem Text:
Im Anschauen Deines Bildes, im Anschauen Deines Bildes, da werden wir verwandelt, da werden wir verwandelt, da werden wir verwandelt in Dein Bild.“ (Der St. Paulus-Chor Vörden singt das sehr schön – LINK)
Dieser Text wird zweimal gesungen und danach ein dreimaliges „Amen“.
Immer wieder frage ich mich, was der Text bedeutet.

Die Hostie, die den Leib des Herrn nicht nur darstellt, sondern die der Leib des Herrn ist, zeigt mir dennoch nicht den Leib des lebendigen Jesus Christus, sondern ein Bild von ihm. Wenn ich ihn nun in dieser Form anschaue, anbete, werde ich nicht in ihn verwandelt, sondern in ein Bild von ihm. Wenn diese Verwandlung wirklich geschieht, dann strahle ich die Anwesenheit unseres Herrn Jesus Christus in die Welt hinein aus.

Seine Anwesenheit in der konsekrierten Hostie ist die Anwesenheit eines, der sein Leben hingegeben hat, der gekreuzigt wurde, weil er die reine Wahrheit ausgesprochen, verkörpert und gelebt hat, in einer Art und Weise, von der uns die Evangelien berichten.

Im 19. Kapitel des Johannesevangeliums lesen wir, dass die Soldaten den gegeißelten Jesus als König der Juden verhöhnten, indem sie ihm einen purpurroten Mantel umlegten und einen Kranz aus Dornen auf das Haupt setzten. Pilatus brachte den blutenden Jesus hinaus zur Menge und sagte: „Seht euch den Menschen an.“ Und nun sehe ich ihn mir an, in der Darstellung von Tizian, gefesselt und mit einem Rohrstock statt eines Zepters.

Hinter seinen Kopf hat Tizian das Leuchten gemalt, das von Jesus auf dem Berg der Verklärung ausgegangen ist und das von der Hostie auf dem Bild der zur Anbetung ausgestellten Monstranz ausgeht, das ich oben wiedergegeben habe.

Wer Jesus nachfolgt, ob er sich nun zu ihm bekennt oder nicht, und wer das in der Öffentlichkeit bekennt und erfahrbar macht, wird angegriffen, verleumdet und in manchen Fällen auch verfolgt. Für den Schutz, den die Muttergottes für uns bereithält, können wir dabei dankbar sein.

Die Heiligen Könige waren ergriffen

Kaspar, Melchior und Balthasar sehen die seltene Konjunktion von Jupiter und Saturn SN

Ich habe mich immer gewehrt, das Fest der Heiligen Drei Könige „Erscheinung des Herrn“ zu nennen. Dabei habe ich mich an dem Wort „Erscheinung“ gestoßen, das eine doppelte Bedeutung hat. Einerseits ist der „Schein“ nicht echt und wirklich. Andererseits erscheinen Gäste bei einem Fest. Nun ist Gott aber nicht nur kurz als Gast in Betlehem erschienen, sondern er ist Mensch geworden und liegt in einer Futterkrippe.

Ist Gott den drei Weisen erschienen oder wie haben sie erkannt, dass das Kind Gottes Sohn ist? Gut, sie haben eine kosmische Erscheinung als Sterndeuter gesehen. Sie brachten drei königliche Geschenke und wurden dadurch zu drei Königen. Es ist eine schöne Geste, dass Könige vor dem kleinen Baby im Stall niederfallen. Aber wie kommen sie dazu? Das Rätsel löste sich, als ich einen Hunger nach Spiritualität verspürte und mir ein Buch über den Heiligen Geist organisierte. Der Autor Michael Böhnke, Professor in Wuppertal, schreibt zwar nichts von den Heiligen Drei Königen. Warum die drei heiligen Könige sich vor dem Kind in der Futterkrippe niederwarfen, kann ich mir aber jetzt erklären: Sie waren erfüllt vom Geist Gottes. Er führte sie, zeigte ihnen Gottes Anwesenheit im Kind, ergriff sie und sie warfen sich vor dem Kind anbetend nieder. Wir Christinnen und Christen können genauso wie die drei Könige vom Heiligen Geist erfüllt sein, können ihn zu Hilfe rufen, ihm voll Freude zujubeln und Gott im Kind von Betlehem anbeten.

Christkönigsfest

Im brasilianischen Salvador staunte ich über die Basilika unseres Herrn zum guten Ende. Hier wird das gute Ende gefeiert. Noch mehr erstaunt war ich, dass die Hauptfigur in der Kirche den gekreuzigten Christus darstellt. An die Auferstehung erinnern die goldenen Engel, die ihn tragen. Ich finde, dass diese Zusammenschau von Kreuzigung und Auferstehung gut zum Fest Christkönig passt. Auch die Kronen am Kreuz zeigen das.

Der Christkönigsonntag ist das Ende des Kirchenjahres. Es ist ein Übergangsfest vom Tod zum Leben. Jesus und mit ihm Gott zeigt sich als wahrer König. In der NS-Zeit war vielen klar, dass er der wahre König war und nicht Hitler.

Wir leben mit Christus in der guten Messiaszeit, die ein gutes Ende hat, aber wann das gute Ende kommt, wissen wir nicht. Der Kampf gegen das Covid-Virus zeigt uns, dass es gewaltige Mächte gibt, die uns in unserer Bewegungsfreiheit stark einschränken. Da tut es gut, dass Gott sich als einer zeigt, der das Verletzte verbindet und das Kranke stärkt. Ezechiel ist ein Medium, durch das sich Gott wie ein guter Hirte vorstellt. Er holt die Verirrten und Zerstreuten und wird sie weiden. Wir sind durch das Virus in unseren Wohnungen und können uns nicht treffen. Aber das wird vorbeigehen und wir werden uns wieder treffen können. Gott hilft uns, dass wir diese Kontaktbeschränkung durchstehen und uns wieder voll sehen können, nicht nur telefonieren oder über Zoom kommunizieren.

(Wikipedia: Basilica Nosso Senhor do Bonfim)

Da war doch was im Urknall

Ich liebe den Beginn des Johannesevangeliums. Es heißt dort, dass der Gottessohn am Herzen des Vaters ruht und uns, die Verlorenen im Universum zu Kindern Gottes macht. Es beginnt mit dem Anfang des Universums, dem Urknall und dass etwas im Urknall war. Es heißt dort „im“ Anfang und nicht „am“ Anfang. Im Anfang war etwas. Der ursprüngliche Anfang des Universums hatte etwas in sich. Er war nicht nur ein einfacher Punkt, mit dem alles begann, sondern da war etwas drinnen, das mit diesem Anfang mit ging. Die Physik klärt uns auf, dass das Universum mit einem unendlich heißen Punkt begann. Im sogenannten Urknall war aber auch etwas Zusätzliches. In diesem Anfang war, so glaube ich und so sagt es das Johannesevangelium, das Wort, im Griechischen: Ho Logos. Der Logos hat eine umfassende Bedeutung: Logos bedeutet nicht nur Wort, sondern auch Logik, Lehre und Vernunft. Dieser Logos, der im Urknall war, ist der Gottessohn. Er war nicht nur bei Gott, am Herzen des Vaters, er war sogar Gott und wurde ein Mensch vor 2000 Jahren.

Ich war verloren. Er wurde mein Retter.
Schon im ersten Anfang war der Retter der Verlorenen drinnen. Dieser Retter wurde mein Bruder und Freund. Ich kann nicht anders als Danke sagen.
Auch im Anfang des Neuen Jahres 2020 war der Retter der Verlorenen. Deswegen macht es Sinn, uns einander im Vertrauen auf ihn viel Glück, Gesundheit, Freude und Gottes Segen im Neuen Jahr zu wünschen!

Königlich
Durch die Begegnung mit dem Gottessohn sind wir zu Königinnen und Könige geworden, singen mit den Sternsingern und mit Jesus für die Verlorenen und preisen die Herrlichkeit Gottes.