Archiv der Kategorie: Zukunft

Kamelhaar und Heuschrecken

Johannes der Täufer trug ein Gewand aus Kamelhaar. Er wird oft dargestellt mit ausgefranstem Mantel. Aber was ich nicht wusste: Kamelhaar ist zum Unterschied vom Haar der Dromedare sehr weich und leicht. Johannes kühlte sich mit dem Gewand aus Kamelhaar an heißen Tagen und wärmte sich in kalten Nächten. Er ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. Die Heuschrecken waren immer schon ein Nahrungsmittel in Europa, Asien und Afrika. Was ich nicht wusste: Ihr Proteingehalt ist mit nahezu 50% sehr hoch und vergleichbar mit dem Proteingehalt von Rindfleisch. Sie können geröstet, frittiert, gedünstet oder gegrillt werden. Vor dem Essen hat Johannes sicher die Sprungbeine und die Flügel entfernt. Ich weiß nicht, ob er die Heuschrecken geröstet hat. Rohe werde ich sicher nicht so leicht essen, aber vielleicht koste ich einmal geröstete. Der Aufruf von Johannes ist auch heute sinnvoll: Bringt Früchte hervor! Jeder Mensch bekommt von Gott den dringenden Ruf. Niemand ist davon ausgenommen.
Was mich immer schon gewundert hat: Jesaja schreibt, dass der Löwe im göttlichen Friedensreich Stroh wie das Rind frisst. Verzeihung, da kennt er sich nicht aus. Das Rind frisst Heu, nicht Stroh, aber am besten frisches Gras und Kräuter. Jesaja zeigt mir trotzdem durch das Bild des göttlichen Friedensreiches die Zukunft in Gott.

Quellen: Kamelhaare Utopia.de
Heuschrecken FoodInsects.de
Die zwei Texte zum zweiten Adventsonntag im Bibelwerk, Lesejahr A: Matthäus 3,1-12 und Jes 11,1-10

Der König der Liebe

Der König der Liebe zeigt uns die Menschenfreundlichkeit Gottes. Er ist das Bild des verborgenen Gottes, der seine Liebe sichtbar macht. Er selbst bleibt unsichtbar. Seine Liebe zu uns zeigt er in dem Mann aus Nazaret.

Dessen Menschenfreundlichkeit blitzte eine intensive und kurze Zeit auf, er ist getötet worden, den Menschen erschienen und ist dann zu seinem Vater gegangen. Er lässt uns aber nicht allein. Es begleitet uns sein Heiliger Geist, der uns die Freude und das Feuer der Liebe schenkt und uns zu Liebenden verwandelt.

Was in der Zukunft passiert, singen wir in einem Lied über Jesus: „Jetzt noch verhüllt, doch bald in Herrlichkeit, wenn ihn alle sehen am Ende dieser Zeit.“ Am Ende werden wir den König der Liebe sehen. Im Gottesdienst sagen wir zum anwesenden, aber unsichtbaren Jesus: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Wir warten auf dein endgültiges Kommen, du König der Liebe!

Die Impulse zum Christkönigsfest findest du auf Sonntagsevangelium

Brutalität, Hass oder Sanftmut und Liebe

Menschen sind oft so brutal zueinander, dass ich es kaum aushalte. Einer schlägt, der andere haut zurück. Der tritt ihm mit dem Fuß in den Bauch, der schlägt einen Stein auf dessen Kopf. Hass bringt Hass hervor und Brutalität bringt Brutalität. Ein Teufelskreis des Todes, der sich immer weiter in den Abgrund dreht. Diese Gewaltspirale durchbricht, wer sich auf Jesus einlässt.

Jesus liebt seine Feinde und tut denen Gutes, die ihn hassen. Als sie ihn ans Kreuz schlagen, sagt er zu seinem Vater: Vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun. Mit ihm ist der stärkende Heilige Geist und vor sich hat er ein Ziel: seinen himmlischen Vater. Beides benötigen wir auch, wenn wir seine Feldpredigt bei Lukas hören: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen! Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!

Da brauchen wir den stärkenden Geist und unser himmlisches Ziel. Dann wird auch die Welt ein stückweit besser.

Heilige Drei Könige: Aufbruch in eine lichte Zukunft

Abraham ist aufgebrochen, weil ihm Gott ein gutes Land und viele Nachkommen versprochen hat. Viele unserer Vorfahren sind nach Amerika, dem Land der großen Versprechungen aufgebrochen. Aus einem anderen Grund sind die Sterndeuter aufgebrochen. Sie suchten das göttliche Königskind.

Heute kam mir der Gedanke, dass ich mit anderen aufbreche. Es bewegt mich, wenn ich daran denke, dass wir alle jetzt mit Gottes Geist aufbrechen, um das göttliche Jesuskind besuchen. Ich stelle mir vor, dass wir wie die Sterndeuter voll Freude uns bei Maria und dem göttlichen Kind treffen, Jesus preisen und loben und ihm königliche, priesterliche und ärztliche Geschenke wie Gold, Weihrauch und Myrrhe bringen.

Das ist der Anfang. Wir werden, so hoffe ich, trotz allem Schwierigen, eine helle Zukunft erleben.

Christi Himmelfahrt. Ist Jesus weg?

Es ist kein endgültiger Abschied, denn er hat uns versprochen, dass er wiederkommt.
Wenn Jesus zu seinem Vater geht, dann sind wir allein. Die ganze Kirche wird ohne Jesus arm.

Papst Franziskus hat es angedeutet: Ich will eine arme Kirche für die Armen.
Arm sind wir, wenn Jesus nicht mehr da ist. Ich warte darauf, dass Gott kommt. Ich warte darauf, dass Jesus am Ende wiederkommt.

Für die Gegenwart hat uns Jesus den Heiligen Geist versprochen. Ich lade ein, ihn zu bitten: Komm, Schöpfer Geist! (Link zum Lied)
Feiertagsevangelium

2021: Szenen der Liebe

Der Heilige Geist handelt in Szenen der Liebe, in freundlichen Beziehungen und in zärtlichen Gesten.

Meine Großmutter sagte oft: Die Welt steht nicht mehr lang. Aber: Warum soll die Welt untergehen? Jesus ist für mich das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Er hat die Welt mit dem Vater und dem Geist erschaffen und er wird alles zusammenführen. Er ist unsere Zukunft. Teilhard de Chardin spricht von ihm als Punkt Omega, auf den alles hinausläuft. Es gibt Anzeichen, dass dabei eine Geist-Sphäre entsteht, wo alle mit allen im Gespräch sein können. Wenn es kein Telefon gibt, dann hätten wir uns in der Corona-Pandemie nicht so gut verständigen können. Die Vernetzung in der Welt nennt Teilhard Noosphäre und dieses Wort haben die Internet-Philosophen auf die Vernetzung im Internet übertragen. Sie träumten von einer friedlichen Welt. Das hat sich nicht ganz erfüllt. Es gibt im Internet Hass, Kampf und Böses. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sich immer wieder der gute Geist durchsetzt und sich helfende Begegnungen ereignen, auch über’s Telefon und über’s Internet. Das sind für mich Zeichen, dass sich die Welt auf Christus zubewegt. Ohne den Heiligen Geist, der uns auf dem Weg nicht nur begleitet, sondern auch formt, wäre das nicht möglich. Er handelt in unseren Szenen der Liebe, in freundlichen Beziehungen und in zärtlichen Gesten. Wir müssen es ihm nur ermöglichen, in unseren Gemeinschaften Impulse zu setzen. Das wünsche ich allen im Neuen Jahr 2021.

Der König der Liebe wird unsere Zukunft

Eine Bekannte kaufte sich die wunderschöne Bibel mit Bildern von Sieger Köder und las darin von den Gesetzen des Mose und war ganz schockiert, dass da Menschen gesteinigt werden sollen. Papst Franziskus hat vor einem Jahr die Todesstrafe für unzulässig erklärt, „weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“. Das konnte er tun, weil die Bibel keine Sammlung von Anweisungen Gottes ist. Das Alte Testament ist die Hintergrundmelodie für Jesus, den Erlöser. Unser Kirchenrektor Michael Scharf sieht die Grundmelodie im Namen Gottes, den dieser Moses geoffenbart hat: JHWH, das heißt „Ich bin für euch da“. Vor dieser Hintergrundmusik spielt Jesus als heilender göttlicher König eine neue Melodie: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Johannes 18,36). Er wehrt sich nicht, als ihn die Soldaten verspotten und ans Kreuz schlagen, die führenden Männer des Volkes ihn verlachen und Pilatus ihn zynisch als König der Juden bezeichnet. Der König Gottes lässt sich ans Kreuz schlagen und reagiert auf die Bitte des Sterbenden mit dem Versprechen: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23,43).

Unsere Zukunft

Das ist die Antwort auf die Frage, was Gott angesichts des Leidens der Menschen tut: Er stirbt gefoltert, wird Bruder der Gefolterten und nimmt sie in sein Paradies. Er ist unser aller Zukunft.

Die große Reise zum Du

nature-3116764_1920Unsere Altpapiertonne wurde gestern rappelvoll. Ich bin gerade beim Ausmisten. Ich muss noch vieles wegschmeißen, was sich angesammelt hat. Ich fühle mich nach jedem Wegtragen befreiter.

Ich liebe den Spruch: Schüttelt den Staub von euren Füßen und zieht weiter! (Markus 6, 11) Jesus gibt diesen Rat den Jüngern, wenn sie in mancher Gegend nicht gut aufgenommen werden. Auch Paulus und Barnabas tun das in Antiochien, als Maßgebliche sie vertreiben. (Apostelgeschichte 13,51)
SaviorIconHimmel3Für mich heißt das, dass ich mich befreie vom Ballast, das von den Menschen stammt, die mir nicht wohlgesonnen sind. Ähnliches erzählte eine Freundin mir am Telefon, dass sie sich von vielem trennen will und den Spruch „Wenn dein Pferd tot ist, steige ab“ für sie sehr hilfreich fand.
Ich sehe mich schon immer auf einer Reise zum großen Horizont, zur unermesslichen Freude und zur Freiheit, die alles übersteigt. Da muss ich vieles hinter mich lassen, was mich hindert, auf dem Weg zum Grenzen überschreitenden Du zu bleiben.

Das Neue Jahr kommt

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Das Neue Jahr kommt auf mich zu. Es kommt ohne dass ich es herbeiziehe. Es kommt über mich und dann bin ich drinnen. Ich kann es ein wenig gestalten. Aber das meiste spielt sich ohne mein Zutun ab. Es ist nicht verfügbar.

Ich wünsche allen Lesern Gesundheit, machbare Herausforderungen und stilles Warten auf die Geschenke Gottes.

Keine Zukunft ohne Jesus

Jesus111Ich liebe ein Lied, das im Religionsunterricht gern gesungen wird:
„Höre, Israel, der Herr ist ein einiger Gott, und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit allen deinen Kräften, und deinen Nächsten so wie dich selbst. Diese Worte, die ich dir gebiete, sollst du dir zu Herzen nehmen. Diese Worte, die ich dir gebiete, sollst du deinen Kindern lehren. Wenn du im Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, sollst du davon reden.“
Jesus hebt einige Worte der jüdischen Bibel auf und legt den Wert auf die Liebe und das Herz.
Darf er das? Seine Geschichte zeigt, dass er nicht nur ein Mensch war. Er war auch Gott. Er hat eine menschliche und eine göttliche Natur. Er wurde Mensch und blieb Gott. Deswegen darf er das. Es geht ihm um uns Menschen. Wir sollen nicht äußere Reinheitsgebote befolgen, sondern unser Herz ausrichten.
Ich sehe bei orthodoxen Juden, orthodoxen Moslems und orthodoxen Hindus, dass äußere religiöse Reinheitsgebote unvernünftig sind. Alle drei Gruppen fesseln die kreativen Kräfte und vertrauen nicht auf die unerschöpfliche Erfindungskraft des Heiligen Geistes.
Die Wirkgeschichte von Jesus ist weltweit sichtbar. Ich wage zu behaupten, dass der technische Fortschritt ohne Jesus nicht möglich wäre. Auch gibt es keine Zukunft ohne Christus. Er bleibt der Orientierungspunkt für alle wichtigen Entscheidungen.