Archiv der Kategorie: Leben nach dem Tod

Was passiert uns nach dem Tod?

Abraham und Lazarus im Himmel und der reiche Mann im Schattenreich der Unterwelt
Wäre das gerecht? Abraham und Lazarus im Himmel und der reiche Mann im Schattenreich der Unterwelt?

Ich glaube, dass wir alle, ob Gläubige oder Ungläubige, Christen, Buddhisten, Moslem, Atheisten oder Esoteriker – alle – zu Gott kommen, der die unermessliche Liebe ist. Gott ist ja der, über den nichts Größeres gedacht werden kann und er hat sich in Abraham, Moses, den Propheten und unüberbietbar in seinem Sohn Jesus geoffenbart. In seiner Liebe lässt er uns auch im Tod nicht fallen.

Ich frage mich auch, ob es im Jenseits eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt. Ich lasse zwei Männer über ihre Situation reden, den armen Lazarus und einen Reichen:

Ich liege vor der Tür dieses bescheuerten Reichen. Meine Glieder schmerzen mich höllisch. Diese Wunden jucken mich. Hunger habe ich auch. Ich würde gerne von dem essen, was diesem Reichen vom Tisch fällt. Seine Hunde dürfen das aufschlecken. Jetzt kommen diese Biester und wenn ich nicht aufpasse, schlecken sie an meinen Geschwüren. – Oh, was passiert mir? Ich werde getragen. Das ist aufregend. Das sind ja Engel! Ich fliege. Was machen die mit mir? Es kommt mir vor, ich bin in Abrahams Schoß! Oh Gott! Ist das schön! Wenn ich da hinunterschaue sehe ich den Reichen nicht mehr. Ist er tot? Recht geschieht ihm. Er war immer schon ein hartherziger Kerl.

Ich ziehe heute meinen neuen Anzug an. Heute wird ein super Fest gefeiert. – Oh, was passiert mir? Jetzt sehe ich nur Schatten. Wo bin ich? Was ist das? Ich habe höllischen Durst! Es muss mir doch wer helfen! Vater Abraham soll mir helfen! Er soll den Lazarus zu mir schicken, damit der mir hilft.- Ich verstehe nicht, warum er mir nicht hilft. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Noch dazu will ich ohnehin meinen Brüdern helfen. Das ist doch Bruderliebe. Was habe ich verbrochen, dass ich in dieser bescheuerten Unterwelt so schrecklich dursten muss? Naja, vielleicht habe ich nicht vor die Tür geschaut. Aber sonst war ich doch anständig. Warum kann ich mein gutes Leben im Himmel nicht weiterleben? Wie lange soll ich hier leiden? Bis ich alle meine Sünden abgebüßt habe?

Wie kann ich als Reicher in den Himmel kommen? Wenn ich auf Moses und auf die Propheten höre? Wenn ich Nächstenliebe und Gottesliebe übe? Wenn ich auf mein Gewissen und auf Gott höre? Ich entscheide mich jetzt. Nach dem Tod ist es zu spät. Wir sollten darüber reden

Der Tod ist nicht das Letzte

Verlorener Sohn

Der barmherzige Vater hat offene Arme für seinen verlorenen Sohn

Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? „Niemand!“ Schrien wir als Kinder und rannten auf einen Fänger zu. Es war ein großer Spaß. Wenn heute gefragt wird: Wer fürchtet sich vor dem Tod? Schreien dann auch alle „Niemand“? Einige scheuen den Tod und einige erklären schon im Vorfeld: „Das Wichtigste ist die Gesundheit.“ Aber der Tod ist trotz gesundem Leben unausweichlich. Und was ist dann? Einige fürchten sich vor Gott, der uns nach dem Tod begegnen könnte und sagen: „Wer weiß schon, was dann passiert?“ Ich persönlich glaube, dass Gott uns mit offenen Armen empfangen möchte. Jetzt, in diesem Augenblick und auch im Tod. Das ist der eine Grund, warum ich die Freundschaft mit Gott pflegen möchte. Es gibt noch zwei andere Gründe:
Einerseits entspricht es meiner menschlichen Natur, dass ich mich einem Größeren liebevoll zuwende und damit eine gute seelische Gestimmtheit habe.
Andererseits kann ich Miseren und Nöte besser durchhalten, wenn ich diese Beziehung mit Gott pflege. Mit dem Blick auf Jesus Christus gehe ich nicht unter – im Alltag nicht und auch nicht im Tod.

Die FURCHE

Wer die Welt heute vor dem Untergang bewahren will, sollte wissen, dass Gerettete stets brav waren und die Zerstörer meist die Götter.

Quelle: Die FURCHE

Zum vollen Leben

tres_santos_reyesIn letzter Zeit sind in meiner Umgebung einige Menschen gestorben und einige haben eine sehr schwere Erkrankung bekommen. Ich frage mich, wie man weiterlebt, wenn der Tod plötzlich so nahe rückt. Der Dramatiker Christoph Schlingensief setzte sich intensiv mit seiner Krebserkrankung und mit Unsinn und Sinn des Glaubens auseinander. Er schimpfte auf Gott und dann sagte er wieder: “Dann hab ich die Kommunion empfangen und habe Gott und Jesus und Maria um Erlösung gebeten. Schon auf dem Weg nach Hause habe ich gemerkt, dass ich ruhiger war. Zuhause habe ich mich ins Wohnzimmer gelegt und bin entspannt eingeschlafen.“ Mich berührt, dass er um Erlösung bat. Ich möchte so gern, dass wir von Krankheit und Tod befreit werden. Da bin ich nicht allein. Vielleicht hatten die Sterndeuter, die zum Kind in Betlehem kamen, auch den Wunsch nach Erlösung.
Zu Silvester gab es zum Tod ein Gespräch in meinem Freundeskreis. Wir waren uns einig, dass der Tod eine Lücke in das Leben reißt. Ich bin mir sicher, es gibt einen Ausweg. Gott hilft uns hinüber. Seine Liebe ist stärker als der Tod. Er hilft zum vollen Leben.

Die Kirche reicht bis ins Jenseits

Himmlische LiturgieWarum gehe ich am Sonntag in die Kirche? Ich liebe Gott. Ich fühle mich hingezogen. Aber ich habe mich auch dafür entschieden. Es gibt für mich gute Gründe, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Ich nenne einmal drei.
1. Es ist wahr: Gott erschuf das Universum, gab der Natur Ziele und beschenkte uns mit seinem Sohn. Mit ihm als Grund kann ich mein Lebenshaus bauen. Der Gottesdienst vermittelt mir dies.
2. Sein Sohn nahm uns in seine Familie, die Kirche auf, die in das Jenseits reicht. Nach unserem Tod werden wir am himmlischen Mahl teilnehmen, ähnlich wie wir es jeden Sonntag machen.
3. Mein persönliches Gebet vereinigt sich mit dem Gottesdienst-Gebet der Kirche. Ich stimme mich ein auf diese göttliche „Liturgie“, die meiner Seele Licht, Freiheit und seelische Gesundheit gibt und mich vor Chaos, Unfreiheit und seelischer Krankheit bewahrt.
Ich danke Gott dafür, dass er uns den Sonntag und den Gottesdienst geschenkt hat.

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Kirche als JesuspflanzeIch bin traurig. Mein Bruder ist gestorben. Einerseits trauere ich, andererseits freue ich mich für ihn, dass er seine langwierige Krankheit hinter sich gelassen hat und dass er jetzt beim guten Gott angekommen ist. Viele wünschen mir Beileid und es ergeben sich tröstende Gespräche der Anteilnahme. Ich habe den Eindruck, dass jetzt eine Zeit kommt, in der ich mich neu orientiere. Da passt es gut, dass es Advent ist. Ich singe im Stillen: Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Gott ist hilfreich und extern

Übergänge

Übergänge

Ein Freund erzählte, dass ihm ein elfjähriger Junge gesagt hätte, dass Menschen ohne Religion Schwierigkeiten bekämen. Er meinte, dass es ihnen nach dem Tod schlecht gehen würde. Ich hingegen glaube, dass Gott sehr barmherzig ist, dass aber Menschen sich oft falsch entscheiden. Ich kann mich ja fragen, welchen Anteil ich daran habe, dass es mir nicht so gut geht. Ich kann mich prüfen, ob ich im Geist der Liebe lebe oder nicht. Mir hilft es, wenn ich weiß, dass ich für Gott lebe. Nicht nur Bewegung, ausgewogene Ernährung und gute soziale Beziehungen sind für mein Leben wichtig. Meine Erfahrung sagt mir, dass auch die Liebe zum dreifaltigen Gott sehr hilfreich ist.

Gott ist sehr extern. Er beleuchtet vieles in meinem Leben anders. Wenn es mir schlecht geht, versinke ich nicht im absoluten Nichts und wenn ich funktioniere schafft er mir Zeiten und Räume des Übergangs:
Einmal Stille, dann Musik,
einmal Körper, dann Geist,
einmal Nähe, dann wieder Weite,
einmal Gegenwart, dann wieder Suchen,
einmal Leere, dann wieder Fülle,
einmal Kult, dann wieder Ideen
einmal Gebet, dann wieder Schauen.
Dafür bin ich Jesus sehr dankbar. Diese Zeiten und Räume des Übergangs sind auch Einübungen in das Sterben am Ende des irdischen Lebens in die Hände Gottes.