Archiv der Kategorie: Leben nach dem Tod

Der Tod wird zu einem Tor

Ich kann allgemein über ein Leben nach dem Tod plaudern. Aber wenn ich über meinen eigenen Tod und mein eigenes Sterben nachdenke, dann wird mir anders. Ich fühle mich dem Tod gegenüber extrem ohnmächtig. Ich muss loslassen und mich ganz dem Tod, dem Sterben und Gott überlassen. Ich habe immer weniger Einfluss auf meinen Körper und meine Umgebung. Ich kann nur auf Gott vertrauen, dass er mich dabei begleitet. Der Tod wird für mich immer mehr zu einem Tor, durch das ich durchgedrückt werde. Ich frage mich, was mich danach erwartet und wie mir Gott und andere Menschen dann begegnen. Wie lebendig und frei bin ich dann? Vielleicht kann ich dann auf die Erde schauen und sehen, was die Menschen machen. Vielleicht bekomme ich dann die Möglichkeit, ein wenig (!) das Geheimnis „Gott“ zu lüften und vielleicht erkenne ich dann, was der Sinn des Ganzen ist.

Wenn ich anderen erzähle, wie es mir geht, wenn ich an meinen Tod denke, dann fragen sie mich, ob es mir gut geht. Ja, es geht mir gut. Die Beschäftigung mit dem Tod ist ein Blick auf die Realität. Jesus hilft mir dabei als Vorbild. Er hilft mir zu einem guten Leben im Hier und Jetzt, für das mir der Heilige Geist viele Impulse gibt.

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Allerheiligen, Allerseelen und der Himmel

Ich gehe in diesen Tagen zu zwei Gräbern. Das eine ist das von meinem Bruder, das zweite ist das von meinen Eltern. Ich hoffe, dass sie bei Gott glücklich sind.

Ich wurde einmal gefragt, ob Gott so viele Wohnungen hat, alle Milliarden Menschen bei ihm aufzunehmen. Aber von Gott kann man nicht groß genug denken. Für jeden und jede hat Gott eine wunderbare Wohnung vorbereitet. Die zwei Tage Allerheiligen und Allerseelen zeigen auf ein großartiges Fest, das nicht nur im Himmel gefeiert wird. Es ist ein Fest der großen Gemeinschaft von Verstorbenen, den Engeln und Gott.

Der Theologe Michael Böhnke lehrt mich, dass der Heilige Geist der wunderbare Verbinder ist, der alle zusammenführt. Er ist der, der uns alle zum himmlischen Fest der Freude und Fröhlichkeit führt.

Er erinnert immer an Jesus, der viele in ihrer Sehnsucht nach Heilung anspricht. Er ist überzeugt, dass den Armen, die nichts vorweisen können, das Reich Gottes geschenkt wird. Jene, die um ihre Liebsten trauern, werden von Gott getröstet. Jene, die sanftmütig sind und keine Gewalttäter sind, werden das fruchtbare Land von Gott geschenkt bekommen.

Michael Scharf schreibt: Allerheiligen ist eines der optimistischsten Feste des Kirchenjahres.
Allerheiligen feiert, voll Zuversicht, die Möglichkeit heilig zu sein, feiert die unzählbaren Scharen an Frauen und Männern deren christliche Nachfolge geglückt ist, die als Heilige vor Gott leben. (Michael Scharf, Heiligkeit für alle)

Danke sage ich, für das großartige fröhliche Fest mit den Heiligen, allen Verstorbenen, allen Engeln und Gott, der in seiner Dreifaltigkeit eine Fülle an froher Gemeinschaft ist.

Der Sonnengesang preist Gott

Franz von Assisi dichtete seinen Sonnengesang, als er schon krank und blind war. Von der Malaria bekam er Fieberschübe, seine Augen eiterten und tränten ununterbrochen, sodass er nur im Sitzen schlafen konnte. Sein Körper schmerzte und er war verzweifelt. Da begann er zu singen und dichtete eine Strophe nach der anderen. Er begann mit einem Lob auf Gott: „Höchster, allmächtiger, guter Herr, dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.“ Dann besingt er die Natur, durch die hindurch Gott zu uns spricht: „Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, zumal dem Herrn Bruder Sonne … Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. Am Himmel hast du sie geformt, klar und kostbar und schön.“ Dann lobt er Gott für Bruder Wind, für Luft und Wolken, für Schwester Wasser, für Bruder Feuer, für unsere Schwester Mutter Erde, für die Früchte, die bunten Blumen und die Kräuter. Er lobt Gott für jene, die verzeihen, die Krankheit und Not ertragen. Er preist jene selig, die ausharren in Frieden, „denn du, Höchster, wirst sie einst krönen.“ Franziskus lobt Gott für unsere Schwester, den leiblichen Tod, dem kein Mensch entrinnen kann. Er preist jene selig, „die er finden wird in deinem heiligsten Willen, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.“ Zum Schluss singt er „Lobt und preist meinen Herrn und dankt und dient ihm mit großer Demut.“ Der Sonnengesang ließ Franziskus sein Leiden vergessen und schenkte ihm grenzenlose Freude.

Ganzer Text
Das Lied
Eines der schönsten Bilder: Sonnengesangfenster in der Caritaskapelle Mannheim, Yvelle Gabriel

Gott stürzt die Mächtigen vom Thron

Putin kündigt eine Generalmobilmachung in Russland an, um den Krieg in der Ukraine fortsetzen zu können. Der deutsche Kanzler spricht von russischem Imperialismus. Mir fällt dazu das Gebet einer jungen Frau ein, die betete: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ (Lukas 1,46.52) In der Geschichte sind schon viele Diktatoren gestürzt worden und die Niedrigen wurden erhöht. Wenn nicht auf Erden, dann im Himmel, so glaube ich.
Einige sind überrascht, wenn ich von meinem Glauben erzähle, dass alle Menschen nach dem Tod zu Gott kommen. Ich habe mit jemandem gesprochen, der mich ungläubig anschaute und fragte: Auch die, die nicht an Gott glauben?
Ich habe den Eindruck, dass einige vermuten, dass nach dem Tod nur jene zu Gott kommen, die auch an ihn glauben. Die anderen existieren dann eben nicht mehr. Ich hingegen glaube, dass auch die Ungläubigen zu Gott kommen.
Einige sagen auch: „Man weiß es nicht.“ – Ja, es ist ein Glaube, ein Vertrauen.
Ich werde dann mit der Meinung konfrontiert: „Es ist ja noch niemand zurückgekommen.“ – Ja, es ist noch niemand so zurückgekommen, dass man es beweisen könnte. Aber Jesus ist nach seinem Tod zurückgekommen und den vielen Jüngerinnen und Jüngern erschienen, so glaube ich. Dieser Glaube wirkt in der Geschichte, sodass Mächtige vom Thron stürzen und Niedrige erhöht werden.

Holz ist das neue WC-Papier

In der Pandemie haben alle Klopapier gehortet, jetzt hamstern alle Holz. Der Holzpreis steigt. 110 € pro Schüttraummeter habe ich gelesen. Ein Wahnsinn. Auch ich bin jetzt aufs Holz gekommen. Wir planen aus ökologischen Gründen eine Luft-Wärme-Pumpe, die im nächsten Mai kommt. Wir haben jetzt den alten Pelletsofen, der uns zu laut war, verkauft und ein kleines Holzöfchen angeschafft. Das brauchen wir im Winter, wenn plötzlich das Gas nicht mehr fließt. Wir machten uns jetzt auf die Suche nach Holz und staunten nicht schlecht, als die Holzhändler kein Holz mehr hatten. Was tun? Holz selber machen? Warten, bis bessere Zeiten kommen? Eine Stimme sagt mir: Locker bleiben!

Ich merke, dass diese Situation einen Vorteil hat: ich überlege mir, wie ich mich einschränken kann. Ich kann untersuchen, was ich zum Leben brauche und was ich nicht brauche. Jesus hilft mir dabei. Die Gier ist sinnlos: „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?“ Dein Totenhemd hat keine Taschen. Du kannst nichts ins Jenseits mitnehmen. Bleib locker. Freue dich, dass der Heiligen Geistes dich mit seiner Liebe begleitet!
Lukas 12,16

Sex und Glauben sind tabu

Ich lebe in einer Welt mit verschiedenen Glaubensüberzeugungen. Mindestens drei meiner Nachbarn in unserer Straße haben einen Buddha im Garten stehen. Eine Bekannte glaubt an die Natur, dass diese alles heilt. Ein Bekannter ist zum Islam übergetreten, ein anderer zu den Zeugen Jehovas. Ein Freund ist Atheist, der annimmt, dass er nach dem Tod nicht mehr existiert.

Ich habe einmal gehört, dass es zwei Sachen gibt, die man anderen nicht erzählt. Das ist Sex und das ist Religion. Beide sind tabu. Bei der Religion breche ich jetzt das Tabu: Wenn ich in der Früh aufstehe, dann sage ich „Christus Jesus.“ Ich kann es nicht beweisen, dass er der Erlöser der Welt ist, aber ich vertraue fest darauf. Ich nehme an, dass er nicht nur seine Anhänger erlöst hat, sondern auch die, die Buddha oder Mohammed verehren, an die Natur oder an das Nichts nach dem Tod glauben. Er ist bei ihnen mit seinem Heiligen Geist und nach dem Tod kommen sie alle zu seinem großen Liebesfest im Jenseits.

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Die große Liebe

Ich habe in meinem Leben erfahren, dass Jesus eine große Freiheit brachte. Augustinus bringt es für mich auf den Punkt, wenn er sagt: Wenn du liebst, kannst du alles tun. Die Liebe ist die Voraussetzung für das freie Leben. Wenn ich die Geschichte und die Kulturen erforsche, dann merke ich, dass die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen eine der Voraussetzungen ist, die uns in Europa die Freiheit, den Wohlstand und den Fortschritt gebracht hat.

Leider erlebe ich, dass viele die Hoffnung verlieren. Sie erleben sich ohnmächtig, ausgelaugt, leer und depressiv. Eine Frau erzählte von ihrem Exmann, der sich stark sozial engagierte, die Hoffnung aber verlor und depressiv wurde. Ihm half unter anderem die Änderung seiner Situation und kurz vor seinem Tod konnte er sich noch einen Jugendtraum erfüllen. Ich hoffe für ihn, dass er jetzt bei Gott ist und auf seine Exfrau und seine Kinder warten kann.

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Der Tanz der Dreifaltigkeit

Eine Frau wurde von einem behinderten Mädchen gefragt: „Warum hat mich Gott behindert erschaffen?“ Die Frau antwortete: „Gott ist auch behindert.“ Ich finde diese Aussage sehr passend, obwohl sie Gott in einem anderen Licht erscheinen lässt. Gott ist dem behinderten Mädchen sehr nahe. Er identifiziert sich mit ihm. Ich glaube, er wird mit dem behinderten Kind ein großes Fest feiern, mit ihm tanzen und alles neu erschaffen. Ich stelle mir vor, wie der Heilige Geist, der uns zu Pfingsten erfüllte, nicht nur dieses Mädchen beglückt, sondern alle Menschen. Der Geist tanzt mit Jesus und dem Vater und in diesem Tanz wird alles neu erschaffen. Am Ende werden wir Menschen alle diesen Tanz der Dreifaltigkeit nicht nur sehen, sondern auch mittanzen. Dieser tanzenden Dreifaltigkeit sind Kirchen geweiht: Die Pfarrkirche Pressbaum und die Georgenbergkirche in Wien Liesing. Vielleicht werden auch die Kirchengebäude mittanzen. Übrigens: Das Mädchen hat sich firmen lassen.

Bild: Dreifaltigkeit von Rudolf Kolbitsch

Der Heilige Geist rührt uns an

Ich merke, wie schwer es mir fällt, gute Gespräche zu führen. Da brauche ich die Hilfe des pfingstlichen Geistes. Pfingsten ist das Fest der Gemeinschaft, ja der ganzen Menschheitsfamilie. Die Verbindung mit anderen wird durch den Heiligen Geist tiefer, schöner und liebevoller. Der Geist schenkt uns die große Hoffnung, dass nach dem Tod ein Leben mit Gott und allen Verstorbenen wartet. Diese große Hoffnung auf Vollendung verändert unser konkretes Leben auf der Erde. Wir brauchen keine Angst vor dem Tod haben und können locker mit anderen arbeiten, spielen, sporteln, musizieren und feiern. Wir müssen nicht gestresst von einem Termin zum anderen hetzen. Wir haben unendlich viel Zeit. Der Heilige Geist verbindet uns mit unseren Toten, die auf uns bei Gott warten. Wenn eine Mutter stirbt und voll Sorgen um ihr Kind ist, kann sie nicht vollendet glücklich sein. Nur dann, wenn alle bei Gott sind, sind wir erfüllt, glücklich und vollendet.

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Er verbindet Jenseits und Diesseits

Das Christentum ist eine Religion der Gegenwart. Die geschichtlichen Ereignisse und die Person Jesus Christus werden in der Christenheit gegenwärtig. Der Garant dafür ist der Heilige Geist, der das Vergangene lebendig macht. Wenn wir im Heiligen Geist leben, wird uns Jesus zu einem Freund, der trotz seines Todes unsere Gegenwart bereichert. Ich persönlich kann eine Freundschaft mit Jesus pflegen, obwohl er vor 2000 Jahren gestorben ist.
Auch unsere Toten, die in die Herrlichkeit vorausgegangen sind, werden gegenwärtig. Der Heilige Geist holt sie in unsere Gegenwart. Er ist der wunderbare Verbinder zwischen Jenseits und Diesseits.