Archiv der Kategorie: Freiheit

Die große Liebe

Ich habe in meinem Leben erfahren, dass Jesus eine große Freiheit brachte. Augustinus bringt es für mich auf den Punkt, wenn er sagt: Wenn du liebst, kannst du alles tun. Die Liebe ist die Voraussetzung für das freie Leben. Wenn ich die Geschichte und die Kulturen erforsche, dann merke ich, dass die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen eine der Voraussetzungen ist, die uns in Europa die Freiheit, den Wohlstand und den Fortschritt gebracht hat.

Leider erlebe ich, dass viele die Hoffnung verlieren. Sie erleben sich ohnmächtig, ausgelaugt, leer und depressiv. Eine Frau erzählte von ihrem Exmann, der sich stark sozial engagierte, die Hoffnung aber verlor und depressiv wurde. Ihm half unter anderem die Änderung seiner Situation und kurz vor seinem Tod konnte er sich noch einen Jugendtraum erfüllen. Ich hoffe für ihn, dass er jetzt bei Gott ist und auf seine Exfrau und seine Kinder warten kann.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Vom eigenen Brot leben

Der Teufel sagt zu Jesus: „Mach aus diesen Steinen Brot!“ Jesus lehnt das ab. Den Hungernden zu essen geben ist sehr wichtig. Aber sie dürfen nicht abhängig gemacht werden. Mächtige diktieren und Arme müssen folgen, sonst bekommen sie kein Brot. Das verabscheut Gott. Ich glaube, er möchte freie Menschen, die von ihrem eigenen Brot leben. Die Wandlung in der Messe ist dafür ein Zeichen. Das Brot wird nicht gegessen, weil Menschen im Bauch hungrig sind, sondern weil sie sich mit Gott verbinden. Das Brot wird zum Gottesmedium, zur Tür, durch die Gott in unser Herz kommt. Es passiert etwas mit uns. Wir werden Medien, Gottes Medien. So wie Jesus eine Tür Gottes geworden ist, so werden wir Türen, durch die Gott in die Welt und kommt. Er macht dich frei.

In meiner Not rief ich zu dir

David von Michelangelo, 1504, Florenz

Der kleine Hirtenjunge David kämpfte gegen den großen Goliat und dankte Gott für seinen Beistand. Ihm wird ein Lied zugesprochen, dessen Text viele jetzt beten. Auch deshalb, weil die tapferen Menschen in der Ukraine und die vielen Kriegsflüchtlinge in einer ähnlichen Situation wie David sind:

Mich umfingen die Fesseln des Todes und die Fluten des Verderbens erschreckten mich. In meiner Not rief ich zu dir und du hörtest meine Stimme, mein Hilfeschrei drang an deine Ohren. Da wankte und schwankte die Erde, die Grundfesten der Berge erbebten. Du griffst aus der Höhe herab und fasstest mich. Du entrisst mich meinen mächtigen Feinden und meinen Hassern. Du führtest mich hinaus ins Weite, befreitest mich, denn du hattest an mir Gefallen gefunden. Ich lobe dich. Ich will dich lieben, Herr, meine Stärke, du mein Fels, meine Burg und mein Retter.

Du rettest uns, dein elendes Volk. Du lässt unser Licht erstrahlen, du machst unsere Finsternis hell. Mit dir überspringen wir Mauern. Wer ist unser Fels, wenn nicht du, unser Gott? Du hast uns mit Kraft umgürtet. Du lehrtest unsere Hände zu kämpfen. Deine Zuneigung machte uns groß. Du hast in die Knie gezwungen, die gegen uns aufstehn. Du rettest uns vor den zornigen Feinden. Darum will ich dir danken, Herr, inmitten der Nationen. Ich will dich laut besingen. (Nach Psalm 18, gekürzt)

Ultra-Orthodox-Katholische und der Heilige Geist

Pius X. führte 1910 den Antimodernisteneid ein

Es soll alles so bleiben wie es ist. Priester, Bischöfe und Papst sollen alles bestimmen. Die Priester dürfen weiter nicht heiraten, die Homosexuellen dürfen keinen Partner haben, die Frauen dürfen nicht Diakoninnen werden, die Lesben dürfen keine Partnerin haben, liebende, nicht verheiratete Paare bekommen keinen Segen. Es soll alles so bleiben wie es ist. Einige haben sich in dieser ultra-orthodox-katholischen Welt eingerichtet.

Sie sagen: „Die anderen leben eben anders.“ „Wir leben katholisch.“ „Die anderes wollen sollen zu den Evangelischen gehen.“ „Die Kirche darf sich nicht an den Zeitgeist und an die Welt anpassen.“ „Die Bischöfe, die etwas anderes wollen, spalten die Kirche.“ „Alle, die sich nicht an unsere Regeln halten, sollen gehen.“

Diese Ultra-Orthodox-Katholischen vergessen aber den Heiligen Geist und die Erinnerung an Jesus. Sie leben mit den alten katholischen Regeln wie Kinder, denen die Eltern sagen, was richtig und falsch ist. Der Geist Jesu will aber, dass wir erwachsene und reife Menschen werden.

Weiterlesen

Den Berg der Sorgen abbauen

Der Geist bringt uns Glück

Eine gute Nachricht: Gott möchte eine Verbindung zu uns bauen. Eine der wichtigsten Prophetenschulen war die von Jesaja. Sie ruft auf, das Kommen Gottes vorzubereiten und möchte, dass wir die Beziehung zu ihm wie eine Straße bauen. Damit Gott kommen kann, sollen wir für diese Gottesstraße störende Schluchten überbrücken und hemmende Berge abtragen. Ich denke da an Schluchten zwischen mir und Gott, aber auch an Schluchten zwischen den Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen. Und bei den Bergen denke ich an Berge voller Sorgen und Gebirge voller Schwierigkeiten. Ich sehne mich danach, dass die Schluchten des Misstrauens aufgefüllt werden und die Berge der Kränkung abgetragen werden. Das können wir in einem guten Geist des Vertrauens und des Verzeihens. Der Geist Gottes will uns dabei unterstützen. Wenn wir einverstanden sind, kommt er und erfrischt unser Herz. Er trägt mit uns den Berg der Sorgen ab. Er macht uns die schweren Wege leicht und schenkt uns eine freie Sicht zum weiten Horizont.

Fünf Tipps um die Sorgen abzubauen
1. Schauen Sie genau hin: Was macht mir konkret Sorgen.
2. Sprechen Sie das Konkrete aus oder schreiben Sie es auf.
3. Sprechen Sie mit einem Menschen, der nur zuhört, ihre Sorgen wiederholt und keine Ratschläge gibt.
4. Übergeben Sie ihre Sorgen dem Heiligen Geist. Er kann Ihr Handeln inspirieren.
5. Beginnen Sie mit einem kleinen konkreten Schritt der Veränderung – jetzt.

Angst lähmt. Gute christliche Religion befreit

Reden von Gott. Vom kirchlichen, gesellschaftlichen und universitären Sinn der Theologie.
Oder: Warum wir mehr Theologie wagen sollten!
Festvortrag anlässlich der Patronatsfeier Albertus Magnus am 15.11.2021 von
Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski
Quelle und weiter: https://t.co/GXx2TxG9eQ

Er schenkt mir Sicherheit und Freiheit

Ich liebe das Handwerk. Da kann ich Steckdosen und Armaturen austauschen und die Küche ausmalen. Ich freue mich, wenn es funktioniert und schön geworden ist. Es ist ein Vorgeschmack von dem, was Gott uns schenkt. Ich liebe die Geschichte der armen Witwe in Sarepta, die vor dem Verhungern ist.

Sie hat im Auftrag Gottes mit dem letzten Mehl und dem letzten Öl für ihren Gast, ihren Sohn und sich Brot gebacken und wollte dann sterben. Aber, Überraschung, ihr Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht. Sie teilte das Wenige und Gott gab ihr in Fülle. Einige von uns haben ähnliche Erlebnisse. Wenn alles droht zu versinken, hält er uns mit seiner rettenden Hand.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich Gott alles gebe, erlebe ich glückliche Momente.

Papst Franziskus: Ich lebe noch

Mit Blick auf seine schwere Darm-OP Anfang Juli sagte der Papst bei seiner Reise in die Slowakei: „Ich lebe noch. Obwohl mich einige lieber tot sähen. Ich weiß, dass es sogar Treffen unter Prälaten gab, die dachten, dem Papst gehe es schlechter als gesagt werde.“ Die bereiteten schon ein Konklave vor. „Geduld, Gott sei Dank geht es mir gut.“ Er wendete sich an seine Gegner: Paare, die eine zweite Ehe eingehen, sind jedenfalls nicht zur Hölle verdammt. Wichtig ist ihm der Dialog. Statt Verurteilen soll man homosexuelle Paare seelsorglich begleiten. Er glaube fest daran, dass Gott die Gesellschaft auffordere, frei zu sein und vorwärts zu gehen – in Einsicht und im Hören auf Gott.
Quelle: Erzdiözese Wien

Ich werde den Herrn preisen, solange ich lebe

Der Priesterdichter Ernesto Cardenal schreibt in seinem Psalm 104: Lobe den Herrn, meine Seele!
Herr, mein Gott, Du bist groß. Ja, ich werde den Herrn preisen, solange ich lebe, ich werde ihm Psalmen schreiben – mögen meine Lieder ihm Freude machen. Lobe den Herrn, meine Seele, Halleluja!
Diese Freude am Leben merkt man auch bei Papst Franziskus, der eine schwere Operation überstanden hat und ausrief: Ich lebe noch!
Auch Jesus freut sich: „Vater im Himmel. Ich bin froh bei dir. Ich freue mich mit dir!“
(Der ganze Psalm 104 von Ernesto Cardenal)

Wir wollen frei sein

Jesus bringt eine neue, freie Religion, die alles umdreht, Gott ist bei ihm ganz nahe und voll Liebe. Nicht wir müssen Gott opfern, sondern Gott opfert sich für uns. Das ist für sehr viele ein Schock. Seine Familie lehnt ihn ab. Die verfeindeten gesetzestreuen Gruppen zu seiner Zeit schließen sich gegen ihn zusammen und bringen ihn um. Im Tod betet er: „Vater, verzeih ihnen, sie wissen nicht, was sie tun. Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Seine Auferstehung und sein Erscheinen ist die Bestätigung, dass er mit dem Heiligen Geist alle Mächte überwunden hat.
Auch Dostojewski erkannte, dass Jesus etwas vollkommen Neues brachte. Er lässt den Großinquisitor zu Jesus sagen: „Du hast die Menschen gar zu hoch eingeschätzt, denn Sklaven sind sie. Die Menschen freuen sich, dass sie wieder wie eine Herde geführt werden.“ Ich frage mich, ob das stimmt. Gott denkt jedenfalls anders, nämlich größer von uns Menschen. Wir sind in seinen Augen seine wunderbaren Töchter und Söhne und zum freien Leben berufen.

Mit Gott werde ich frei

Viele machen sich das Leben selbst schwer, indem sie undankbar sind, einander nicht vergeben oder sich nicht versöhnen wollen, sich rivalisieren, andere Menschen abwerten und bekämpfen. Da bekommen viele Depressionen, Herzinfarkte, werden unglücklich und begehen Suizid. Sie können nicht loslassen und verstricken sich immer mehr in ihre Gedanken.

Es hängt stark mit der fehlenden Gottesbeziehung zusammen. Klar ist, es gibt viele Ursachen für Depressionen, Herzinfarkte und Suizid. Aber klar ist auch, je intensiver ich mich auf Gott einlasse, umso freier werde ich. Der Grund ist die Treue Gottes zu uns Menschen. Viele, auch Atheisten, müssen aber ihr Gottesbild fallen lassen. Dieses fixe Bild eines Gottes, der ein Automat ist oder der uns nach dem Tod in die Hölle schickt, muss man hinter sich lassen. Er ist größer, liebevoller und freier als wir denken können.

Ich habe erfahren, dass er mich und andere mit seinem Geist fördert und herausfordert. So wie er frei ist, werden wir mit ihm frei. Sein Heiliger Geist macht uns mutig und einsatzfreudig. Er unterstützt uns, anderen zu helfen und uns für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. Und: Die Gewissheit, dass er mich im Tod auffängt, macht mich locker und froh.