Archiv der Kategorie: Freiheit

Den Berg der Sorgen abbauen

Der Geist bringt uns Glück

Eine gute Nachricht: Gott möchte eine Verbindung zu uns bauen. Eine der wichtigsten Prophetenschulen war die von Jesaja. Sie ruft auf, das Kommen Gottes vorzubereiten und möchte, dass wir die Beziehung zu ihm wie eine Straße bauen. Damit Gott kommen kann, sollen wir für diese Gottesstraße störende Schluchten überbrücken und hemmende Berge abtragen. Ich denke da an Schluchten zwischen mir und Gott, aber auch an Schluchten zwischen den Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen. Und bei den Bergen denke ich an Berge voller Sorgen und Gebirge voller Schwierigkeiten. Ich sehne mich danach, dass die Schluchten des Misstrauens aufgefüllt werden und die Berge der Kränkung abgetragen werden. Das können wir in einem guten Geist des Vertrauens und des Verzeihens. Der Geist Gottes will uns dabei unterstützen. Wenn wir einverstanden sind, kommt er und erfrischt unser Herz. Er trägt mit uns den Berg der Sorgen ab. Er macht uns die schweren Wege leicht und schenkt uns eine freie Sicht zum weiten Horizont.

Fünf Tipps um die Sorgen abzubauen
1. Schauen Sie genau hin: Was macht mir konkret Sorgen.
2. Sprechen Sie das Konkrete aus oder schreiben Sie es auf.
3. Sprechen Sie mit einem Menschen, der nur zuhört, ihre Sorgen wiederholt und keine Ratschläge gibt.
4. Übergeben Sie ihre Sorgen dem Heiligen Geist. Er kann Ihr Handeln inspirieren.
5. Beginnen Sie mit einem kleinen konkreten Schritt der Veränderung – jetzt.

Angst lähmt. Gute christliche Religion befreit

Reden von Gott. Vom kirchlichen, gesellschaftlichen und universitären Sinn der Theologie.
Oder: Warum wir mehr Theologie wagen sollten!
Festvortrag anlässlich der Patronatsfeier Albertus Magnus am 15.11.2021 von
Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski
Quelle und weiter: https://t.co/GXx2TxG9eQ

Er schenkt mir Sicherheit und Freiheit

Ich liebe das Handwerk. Da kann ich Steckdosen und Armaturen austauschen und die Küche ausmalen. Ich freue mich, wenn es funktioniert und schön geworden ist. Es ist ein Vorgeschmack von dem, was Gott uns schenkt. Ich liebe die Geschichte der armen Witwe in Sarepta, die vor dem Verhungern ist.

Sie hat im Auftrag Gottes mit dem letzten Mehl und dem letzten Öl für ihren Gast, ihren Sohn und sich Brot gebacken und wollte dann sterben. Aber, Überraschung, ihr Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht. Sie teilte das Wenige und Gott gab ihr in Fülle. Einige von uns haben ähnliche Erlebnisse. Wenn alles droht zu versinken, hält er uns mit seiner rettenden Hand.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich Gott alles gebe, erlebe ich glückliche Momente.

Papst Franziskus: Ich lebe noch

Mit Blick auf seine schwere Darm-OP Anfang Juli sagte der Papst bei seiner Reise in die Slowakei: „Ich lebe noch. Obwohl mich einige lieber tot sähen. Ich weiß, dass es sogar Treffen unter Prälaten gab, die dachten, dem Papst gehe es schlechter als gesagt werde.“ Die bereiteten schon ein Konklave vor. „Geduld, Gott sei Dank geht es mir gut.“ Er wendete sich an seine Gegner: Paare, die eine zweite Ehe eingehen, sind jedenfalls nicht zur Hölle verdammt. Wichtig ist ihm der Dialog. Statt Verurteilen soll man homosexuelle Paare seelsorglich begleiten. Er glaube fest daran, dass Gott die Gesellschaft auffordere, frei zu sein und vorwärts zu gehen – in Einsicht und im Hören auf Gott.
Quelle: Erzdiözese Wien

Ich werde den Herrn preisen, solange ich lebe

Der Priesterdichter Ernesto Cardenal schreibt in seinem Psalm 104: Lobe den Herrn, meine Seele!
Herr, mein Gott, Du bist groß. Ja, ich werde den Herrn preisen, solange ich lebe, ich werde ihm Psalmen schreiben – mögen meine Lieder ihm Freude machen. Lobe den Herrn, meine Seele, Halleluja!
Diese Freude am Leben merkt man auch bei Papst Franziskus, der eine schwere Operation überstanden hat und ausrief: Ich lebe noch!
Auch Jesus freut sich: „Vater im Himmel. Ich bin froh bei dir. Ich freue mich mit dir!“
(Der ganze Psalm 104 von Ernesto Cardenal)

Wir wollen frei sein

Jesus bringt eine neue, freie Religion, die alles umdreht, Gott ist bei ihm ganz nahe und voll Liebe. Nicht wir müssen Gott opfern, sondern Gott opfert sich für uns. Das ist für sehr viele ein Schock. Seine Familie lehnt ihn ab. Die verfeindeten gesetzestreuen Gruppen zu seiner Zeit schließen sich gegen ihn zusammen und bringen ihn um. Im Tod betet er: „Vater, verzeih ihnen, sie wissen nicht, was sie tun. Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Seine Auferstehung und sein Erscheinen ist die Bestätigung, dass er mit dem Heiligen Geist alle Mächte überwunden hat.
Auch Dostojewski erkannte, dass Jesus etwas vollkommen Neues brachte. Er lässt den Großinquisitor zu Jesus sagen: „Du hast die Menschen gar zu hoch eingeschätzt, denn Sklaven sind sie. Die Menschen freuen sich, dass sie wieder wie eine Herde geführt werden.“ Ich frage mich, ob das stimmt. Gott denkt jedenfalls anders, nämlich größer von uns Menschen. Wir sind in seinen Augen seine wunderbaren Töchter und Söhne und zum freien Leben berufen.

Mit Gott werde ich frei

Viele machen sich das Leben selbst schwer, indem sie undankbar sind, einander nicht vergeben oder sich nicht versöhnen wollen, sich rivalisieren, andere Menschen abwerten und bekämpfen. Da bekommen viele Depressionen, Herzinfarkte, werden unglücklich und begehen Suizid. Sie können nicht loslassen und verstricken sich immer mehr in ihre Gedanken.

Es hängt stark mit der fehlenden Gottesbeziehung zusammen. Klar ist, es gibt viele Ursachen für Depressionen, Herzinfarkte und Suizid. Aber klar ist auch, je intensiver ich mich auf Gott einlasse, umso freier werde ich. Der Grund ist die Treue Gottes zu uns Menschen. Viele, auch Atheisten, müssen aber ihr Gottesbild fallen lassen. Dieses fixe Bild eines Gottes, der ein Automat ist oder der uns nach dem Tod in die Hölle schickt, muss man hinter sich lassen. Er ist größer, liebevoller und freier als wir denken können.

Ich habe erfahren, dass er mich und andere mit seinem Geist fördert und herausfordert. So wie er frei ist, werden wir mit ihm frei. Sein Heiliger Geist macht uns mutig und einsatzfreudig. Er unterstützt uns, anderen zu helfen und uns für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. Und: Die Gewissheit, dass er mich im Tod auffängt, macht mich locker und froh.

Thomas Bernhard: Ich bin so allein

Am 9. Februar 2021 wäre Thomas Bernhard 90 Jahre alt geworden.
Mir gefallen seine ausdrucksstarken Texte. Zwei Texte veröffentlichte er 1958, die mir sehr nahe gehen.

Der eine beginnt mit:
Ich weiß keine Straße mehr die hinaus führt
ich weiß keine Straße mehr
komm hilf
ich weiß nicht mehr was mich befallen wird in dieser Nacht
ich weiß nicht mehr was Morgen ist
und Abend
ich bin so allein
o Herr
und niemand trinkt mein Leiden
keiner steht an meinem Bett
und nimmt die Qual mir ab
und schickt den Wolken mich
und grünen Flüssen
die ins Meer hinrollen …

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Gott agiert mit uns

Gott handelt neben mir. Sein Handeln macht mich frei. Er schränkt mich nicht ein, sondern macht mich freier. Ich habe sein Handeln schon erlebt, als ich Schwierigkeiten hatte und er mir mein Handeln erleichterte. Ich habe sein Handeln erlebt, als mein kleines Tun in unerklärlicher Weise zu einer großen Wirkung wurde. Ich glaube, dass er bis jetzt auf meine Gesundheit acht gegeben hat und mich von der Halsverletzung geheilt hat. Auch habe ich sein Handeln erfahren, als jemand, für den ich gebetet habe, sich für ein neues Handeln entscheiden konnte.

Ich habe auch in unserer Gottesdienstgemeinde sein Handeln erlebt. Im Gottesdienst selbst verwandelt er das Brot und den Wein und wir können ihn empfangen. Aber es gibt auch immer Menschen, die er zu Neuem beruft. Ich habe sein Handeln bemerkt, als die kleinen Handlungen – wie ein Lächeln oder eine schöne Vorbereitung – größere heilsame und liebevolle Auswirkungen auf andere hatten. Ich bemerke, dass Gott in unserer Familie und in unserem Bekannten- und Freundeskreis handelt, indem er sehr oft das gute Tun verstärkt. Er schränkt uns durch sein Handeln nicht ein, sondern macht uns freier, kreativer und das hat Auswirkung auf andere. In den spannenden Geschichten bei Jesus kann man das Handeln Gottes sehen, das kulturelle und religiöse Grenzen überschreitet.

Julius Raab: Ohne Gebet hätten wir es nicht geschafft

Große Lichterprozession um Frieden und Freiheit über die Wiener Ringstraße
 1954 (Foto: RSK/Archiv)

Werner Krotz schreibt auf seinem Blog über die Gebetsbewegung, die in der Nachkriegszeit zum Staatsvertrag Österreichs mit den Alliierten beigetragen hat:

Seit 1945 war Österreich unter den vier Alliierten, den Engländern, Amerikanern, Franzosen und Russen, aufgeteilt. Der Franziskanerpater Petrus Pavlicek litt unter der tragischen Situation der Bevölkerung. Am 2. Februar 1946, als er am Fest Mariä Lichtmess in Mariazell vor dem Gnadenbild der Muttergottes betete, vernahm er eine innere Stimme, die ihm sagte: „Tut, was ich euch sage, und ihr werdet Frieden haben!“ Dieselben Worte hatte Maria zu den Seherkindern in Fatima gesprochen.

Am 2. Februar 1947 gründete er den (seit 1949 so genannten) „Rosenkranz-Sühnekreuzzug für den Frieden der Welt“. Leopold Figl (Bundeskanzler von 1945 bis 1953, danach Außenminister) gehörte seit 1948 zu den Mitbetern, etwas später kam Julius Raab (Bundeskanzler seit 1953) dazu. Im Mai 1955 überstieg die Zahl der Mitglieder bereits eine halbe Million.

Da die Russen die Verhandlungen zur Erlangung der Freiheit Österreichs blockierten, fasste Pater Petrus 1950 den Entschluss, eine Lichterprozession über die Wiener Ringstraße zu organisieren. Der damalige Erzbischof von Wien, Kardinal Theodor Innitzer, war vorerst dagegen. Doch Leopold Figl sagte zu Pater Petrus: „Und wenn wir beide alleine gehen, mein Vaterland ist mir das wert.“ Sie waren nicht allein. Tausende gingen mit ihnen, mit Kerzen in den Händen und den Rosenkranz betend.

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Ikarus will hoch hinaus

Im Lied „Ikarus“ fragt sich Reinhard May, was ihn drängt in die Lüfte aufzusteigen und er vermutet, dass es die Flucht aus der Gefangenschaft ist: „Manchmal frag‘ ich mich, was ist es eigentlich, das mich drängt aufzusteigen und dort oben meine Kreise zu zieh’n, vielleicht, um über alle Grenzen zu geh’n. Vielleicht, um über den Horizont hinaus zu seh’n und vielleicht, um wie Ikarus aus Gefangenschaft zu flieh’n.“ Den Sänger drängt etwas, dieses Drängende kann auch Gott sein, der in uns allen ist. Wenn der Mensch oben ist kann er seine „Kreise ziehen“, kann sich entwickeln, wie es Rainer Maria Rilke meint mit seinem Gedicht: „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen.“ Und „Ich kreise um Gott.“ Reinhard May will weiter: „Um über den Horizont hinaus zu seh’n.“ Er kann einen Blick in die unendliche Weite wagen, die wir Christen auch in Gott sehen. Die Gefangenschaft, aus der er fliehen will, ist dann die irdische, endliche Welt. Viktor Frankl sieht in der Hinwendung zur unendlichen Transzendenz, zu Gott, eine Heilung aus der Krankheit des Geistes, der Pneumapathologie. Reinhard May hat die Flucht aus der diesseitiger Gefangenschaft auch in seinem Lied „Über den Wolken“ besungen, das mein Bruder so gerne hatte. Wer nur im Irdischen lebt, ist versucht, alles aus dem Jetzt herauszupressen. Da bleibt uns nur, sich wie Ikarus aus dieser Gefangenschaft zu erheben. Aber ohne Gott stirbt Ikarus. Seine Flügel fallen ab und er stürzt hinunter. Nur Gott fängt ihn auf. Rilke dazu: Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Hier ein Link zum Lied Ikarus.