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Die Liebe steigt aus dem Jordan

Wenn ich über den Jordan gehe, dann heißt das, dass ich sterbe und ins Jenseits gehe. Am Jordan geschieht nicht immer, aber oft Außergewöhnliches. Wenn Jesus sich von Johannes taufen lässt, dann taucht er ganz tief hinein in den Fluss dieser Welt. Der Jordan ist der Übergang von der Unterdrückung zur Freiheit, vom Tod zum Leben, von der Gottesferne zur Gottesnähe. Wenn Jesus aus dem Jordan steigt, dann kommt er als Botschafter der Liebe Gottes. Wenn wir am Sonntag das feiern, dann wird das gegenwärtig und Jesus kommt uns aus dem Jordan entgegen.
Die Taufe Jesu ist eine einmalige Sache. Damit das keine einmalige Sache bleibt, passiert es, dass der Himmel aufreißt und der Heilige Geist auf ihn herabschwebt. Der Geist schwebt immer schon gerne, wie es schon im Anfang, im Buch Genesis bei der Erschaffung des Universums heißt: Gottes Geist schwebte (Gen 1,2b). Dieser Heilige Geist inspiriert nicht nur Jesus in einmaliger Weise, sondern er setzt fort, was mit Jesus begann. Nach Jesu Aufnahme in den Himmel, als er zum Vater entschwebte, waren wir allein. Wer, wenn nicht der Geist Gottes, zeigte uns zu Pfingsten, dass wir nicht verlassen sind. Dieser Gottesgeist begleitet die Kirche seit zweitausend Jahren. Nicht immer habe ich mich gefragt, was er mir sagen will. Ich verspreche, ich werde den Heiligen Geist das fragen.

Partnerschaft über Abgründe

Aufnahme in die Unsichtbarkeit

Meine Partnerin hat mich verlassen. Das erzählte mir ein Freund und fügte hinzu: Nach einer Woche hatte ich einen Zusammenbruch. Ich weinte und konnte zwei Tage nicht schlafen.
Verlassen werden ist für viele eine Katastrophe. Eine Trennung kann aber auch langsam passieren. Für die ersten Christinnen und Christen war der Abschied von Jesus eine Hochschaubahn. Zuerst sein grauenhafter Tod, danach die wunderbaren Erscheinungen und dann die endgültige Aufnahme in den Himmel – das war ein langsames Abschiednehmen mit Auf und Ab. Es zeigt von Liebe, dass Jesus einen zweiten Partner schickte, der bei ihnen blieb. Zum bald unsichtbaren Jesus kam der unsichtbare starke Heilige Geist. Beide, Jesus und der Heilige Geist werden unsichtbar hilfreich inspirierend anwesend sein.
Es zeigt, wie sich Gott um uns sorgt. Es zeigt aber auch, dass er uns als seine Partner und Partnerinnen sieht, uns mit seinem Geist bewegt und uns kreativ inspiriert. Für uns kann das bedeuten, dass diese Partnerschaft uns ein Leben lang beschäftigt. In der Ehe versprechen wir die Treue bis der Tod uns scheidet. Die Partnerschaft mit Gott geht hingegen über den Tod hinaus.
Hannes