Archiv der Kategorie: Kirche

350.000 Besucher bei der „Langen Nacht der Kirchen“ in Österreich

In 650 Kirchen, Klöstern und Pfarrzentren in ganz Österreich gab es in der Nacht Lesungen, Tanz und Konzerte. Die Besucher konnten bei freiem Eintritt aus mehr als 2700 Einzelveranstaltungen wählen. Ich war in St. Josef ob der Laimgrube, Wien und habe junge Musikerinnen und Musiker gehört. Lucy Zhao zupfte wunderbar die Schalenhalslaute, das Xylos Duo spielte großartig Zoltan Kodály, der Chor Agua Voigas sang Lustiges und  Romantisches von Hubert von Goisern bis John Dowland.
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Die Presse
Kathpress
Lange Nacht der Kirchen

 

Dieselbe Kirche?

Ein Gastbeitrag von Otto Kettmann im Blog von Josef Bordat

Im Frühjahr des Jahres beschäftigen sich zwei Neuerscheinungen mit der Vergangenheit der katholischen Kirche. GEO Epoche bringt ein Themenheft zur Inquisition (GEO Epoche, Heft Nr. 89: Die Inquisition, Hamburg 2018) und der Erfolgsautor Manfred Lütz widmet sich dem Skandal der Skandale (Manfred Lütz, Der Skandal der Skandale, Freiburg 2018). Liest man beide parallel, muss man daran zweifeln, dass es sich um dasselbe Thema handelt.
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https://jobosblog.wordpress.com/2018/05/26/dieselbe-kirche/

Geo
Manfred Lütz, Der Skandal der Skandale

Ängstliche werden mutig

Ich habe viele „Fehler“ gemacht. Auf einige bin ich heute noch stolz.

Er inspiriert uns in der Wissenschaft, in der Kunst und beim sozialen Verstehen und Handeln.

Die Angst macht sie sprachlos und lässt sie in ihr Zimmer verkriechen. „Ich traue mich nicht“ sagen sie. Menschen schämen sich und haben Angst, von den anderen verurteilt zu werden. Sie haben keinen Mut, zu ihrer Geschichte zu stehen.
Auch viele Christinnen und Christen haben Angst. Was sagen die anderen, wenn ich mich als Christin oder Christ bekenne? Werde ich abgelehnt?
Ich bekam oft die Antwort: Du musst das ja sagen, denn du bist Religionslehrer. Aber jetzt bin ich in Pension und höre das nicht mehr. Jetzt muss ich schauen, wo ich gefragt bin. Geholfen hat mir mein geistlicher Begleiter immer das Gute zu sehen. Jetzt vor Pfingsten bitte ich vor allem den Heiligen Geist, dass er alle ermutigt, zu ihrer Geschichte zu stehen, ihre Zimmer zu verlassen und sich für das Gute in der Öffentlichkeit und in der Arbeitswelt einzusetzen.

Die Liebe wird sichtbar

Wolken  nahmen ihn auf

Wolken nahmen ihn auf

Ich lege das Kreuz vor mich hin. Es hat Flügel und hebt sich in die Luft. Der unsichtbare Christus zeigt sich mir im schwebenden Kreuz.
Die Liebe ist zwar unsichtbar, ich kann ihre Spuren im Verhalten der Menschen sehen. Vieles, was sichtbar ist, wird unsichtbar und vieles, was unsichtbar ist, wird sichtbar. Gott ist unsichtbar und er macht sich in den Spuren der Natur sichtbar. Gott wurde ein Mensch und wurde den Menschen dadurch sichtbar. Er starb und wurde im leeren Grab unsichtbar. Er erschien den Jüngerinnen und Jüngern und wurde sichtbar. Jesus wechselte in den Himmel und wurde unsichtbar. Gott zeigte sich als Heiliger Geist in den Feuerzungen. Nach dem Pfingstereignis ist der Heilige Geist unsichtbar. Der Mut der Christinnen und Christen macht ihn sichtbar. Christus verwandelt sich in Brot und wird sichtbar. Wenn ich ihn esse, wird er unsichtbar. Wenn wir als Kirche Zeichen der Liebe Gottes sind, wird sie sichtbar. Wenn wir als Kirche die Liebe Gottes verdunkeln, wird die Liebe Gottes unsichtbar. Was dann?

Mittelalterliche Kirche: Sorge um die Armen, Gott lieben und den anderen verzeihen

Karl der Große, gemalt von Albrecht Dürer

Karl der Große (747- 814), gemalt von Albrecht Dürer

Die Könige der Franken erließen Regelungen, die weltliche und kirchliche Angelegenheiten betrafen. Die Admonitio generalis war eine dieser Regelungen. Sie wurde unter Karl dem Großen erlassen und betraf im zweiten Teil die Kirchenreform. Sich taufen zu lassen und das Christentum äußerlich anzunehmen genügte nicht. In jedem Kloster und bei jeder Kathedrale sollen Schulen errichtet werden, wo die Jungen Musik, Grammatik, Rechenkunst und die Bibel lesen lernen sollen. Priester sollen den Menschen das Vaterunser erklären, damit sie eine Beziehung zu Gott pflegen können. Am Sonntag sollen die Männer und Frauen keine Alltagsarbeiten verrichten, sie sollen zur Messe gehen und Gott loben. Die Priester sollen predigen, dass Gott einer und drei ist, ein Mensch wurde und am Ende Gericht halten wird. Die Zuhörer sollen Gott und den Nächsten lieben, auf Gott hoffen und vertrauen, sollen sich beherrschen, freundlich und barmherzig sein, für die Armen sorgen, die Sünden bekennen, anderen verzeihen und sich untereinander versöhnen. „Denn wer so lebt, wird das Himmelreich besitzen.“

(Entnommen aus: Geschichte der Kirche im Mittelalter, F. Donald Logan, übersetzt von Karl H. Nicolai, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, S.88 u.89)

Kann sich die heutige Welt nicht ein Beispiel an diesen kirchlichen Impulsen aus dem Mittelalter nehmen?

Bindung kann befreien

Oh, die Kirche! Sie hat ein schlechtes Image. Viele denken bei Kirche an die Amtskirche und an einen autoritären Apparat. Lange Zeit dachte ich, Kirche wäre das Volk Gottes. Das kann ja auch sein. Aber für mich ist Kirche heute mehr als die Versammlung von Christinnen und Christen. Sie ist eine Pflanze mit vielen Zweigen. Jesus sagt im Evangelium: „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Ihr seid die Zweige und mit mir bringt ihr reiche Frucht.“ Gott hat den Weinstock gepflanzt und sich durch Christus zu einem Teil der Pflanze gemacht. Und wir sind durch die Taufe „eingepfropft“ und seine Zweige geworden. Als solche können wir blühen. Wir bekommen Früchte, wenn wir mit Christus verbunden bleiben. Ich weiß: In dieser Bindung an Jesus und die Kirche befreit mich Gott von Angst und Einsamkeit. Ich kann aufleben. Wow, ich danke dir, Gott!

Das unbekannte Lebewesen

LebendigEs gibt viele Lebewesen, die beschützt werden müssen. Bienen sind gefährdet, sie brauchen wir, damit unsere Obstblüten bestäubt werden. Unsere Haustiere beschützen wir. Sie sind uns ans Herz gewachsen. Sorgen bereiten uns unsere Kinder, die wir fördern, fordern und beschützen. Ein Lebewesen ist mir bis jetzt in Vergessenheit geraten. Ich bin so froh, dass mich Romano Guardini daran erinnert hat. Es ist ein Lebewesen, das im Zentrum den Sohn Gottes hat. Ich bilde mit anderen dieses Lebewesen, indem wir, Christinnnen und Christen, eine Beziehung zu Jesus pflegen. Aber vor allem beatmet Christus dieses Lebewesen, weil er in diesen Freundschaften lebt. Paulus nennt es den mystischen Leib Christi. Er ist wie ein Lebewesen, das atmet und das seit 2000 Jahren – und vielleicht die nächsten 2000 Jahre. Das Atmen ist ein Geben und Nehmen. Im Evangelium sagt Jesus: „Mein Vater liebt mich, weil ich das Leben für euch hingebe und es wieder nehme.“ In diesem Lebewesen leben wir, atmen wir, weinen wir, lachen wir, geben wir und nehmen wir – verbunden mit Christus. Ich möchte dir für so vieles danken, Gott!