Archiv der Kategorie: Kirche

Der Tanz der Dreifaltigkeit

Eine Frau wurde von einem behinderten Mädchen gefragt: „Warum hat mich Gott behindert erschaffen?“ Die Frau antwortete: „Gott ist auch behindert.“ Ich finde diese Aussage sehr passend, obwohl sie Gott in einem anderen Licht erscheinen lässt. Gott ist dem behinderten Mädchen sehr nahe. Er identifiziert sich mit ihm. Ich glaube, er wird mit dem behinderten Kind ein großes Fest feiern, mit ihm tanzen und alles neu erschaffen. Ich stelle mir vor, wie der Heilige Geist, der uns zu Pfingsten erfüllte, nicht nur dieses Mädchen beglückt, sondern alle Menschen. Der Geist tanzt mit Jesus und dem Vater und in diesem Tanz wird alles neu erschaffen. Am Ende werden wir Menschen alle diesen Tanz der Dreifaltigkeit nicht nur sehen, sondern auch mittanzen. Dieser tanzenden Dreifaltigkeit sind Kirchen geweiht: Die Pfarrkirche Pressbaum und die Georgenbergkirche in Wien Liesing. Vielleicht werden auch die Kirchengebäude mittanzen. Übrigens: Das Mädchen hat sich firmen lassen.

Bild: Dreifaltigkeit von Rudolf Kolbitsch

Ultra-Orthodox-Katholische und der Heilige Geist

Pius X. führte 1910 den Antimodernisteneid ein

Es soll alles so bleiben wie es ist. Priester, Bischöfe und Papst sollen alles bestimmen. Die Priester dürfen weiter nicht heiraten, die Homosexuellen dürfen keinen Partner haben, die Frauen dürfen nicht Diakoninnen werden, die Lesben dürfen keine Partnerin haben, liebende, nicht verheiratete Paare bekommen keinen Segen. Es soll alles so bleiben wie es ist. Einige haben sich in dieser ultra-orthodox-katholischen Welt eingerichtet.

Sie sagen: „Die anderen leben eben anders.“ „Wir leben katholisch.“ „Die anderes wollen sollen zu den Evangelischen gehen.“ „Die Kirche darf sich nicht an den Zeitgeist und an die Welt anpassen.“ „Die Bischöfe, die etwas anderes wollen, spalten die Kirche.“ „Alle, die sich nicht an unsere Regeln halten, sollen gehen.“

Diese Ultra-Orthodox-Katholischen vergessen aber den Heiligen Geist und die Erinnerung an Jesus. Sie leben mit den alten katholischen Regeln wie Kinder, denen die Eltern sagen, was richtig und falsch ist. Der Geist Jesu will aber, dass wir erwachsene und reife Menschen werden.

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Frauen im sakramentalen Amt – im Synodalen Weg angenommen

Maria Magdalena, Ikone von Bruder Robert Lentz

Der Handlungstext „Frauen im sakramentalen Amt“ des Synodalen Weges der katholischen Kirche Deutschlands ist mit großer Mehrheit angenommen worden: 180 Stimmen und 95,24 % Ja, 9 Stimmen und 4,76% Nein, 12 Enthaltungen, Gesamt 201 Stimmen.
Frauen leben seit der urchristlichen Zeit ihre Charismen und verkünden das Evangelium: im Privaten und in der Öffentlichkeit, in Familien und Gemeinden, in Erziehung und Katechese, im Alltag des Lebens und an Orten der Not.
Spätestens ab dem 2. Jahrhundert begann aufgrund einer Neubewertung kultischer Reinheit die Zurückdrängung und Entfernung der weiblichen Mitglieder aus der kirchlichen Öffentlichkeit.
Damit hat die Kirche einen Weg beschritten, auf dem die Charismen und die Berufungen von Frauen immer stärker ignoriert wurden und nicht zum Aufbau der christlichen Gemeinde eingesetzt werden konnten. Damit ist zudem eine Verletzungsgeschichte verbunden, die für berufene Frauen der vergangenen Jahrhunderte bis heute zu Erfahrungen von Diskriminierung, misogyner Polemik und mangelnder Anerkennung führte.
Seit langer Zeit und heute verstärkt stellt sich die Frage: Welche Bedeutung hat die neutestamentliche Überlieferung von der Berufung auch von Frauen zur Verkündigung der christlichen Botschaft für die Reform der institutionellen Gestalt der Kirche? (4.5.2022)

Quellen und weiterlesen:
– Handlungstext: https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SV-III-Synodalforum-III-Handlungstext.FrauenImSakramentalenAmt-Lesung1.pdf
– Andere Texte: https://www.synodalerweg.de/dokumente-reden-und-beitraege
– Synodaler Weg in Deutschland: https://www.synodalerweg.de/

Danke, Heiliger Geist, dass du die Kirche inspirierst!

Der Handlungstext zur Aufhebung des Berufszölibats ist angenommen.

Handlungstext „Versprechen der Ehelosigkeit im Dienst des Priesters“ des Synodalen Weges der katholischen Kirche Deutschlands ist mit großer Mehrheit angenommen worden: 181 Stimmen und 95,26 % Ja, 9 Stimmen und 4,74% Nein, 8 Enthaltungen, Gesamt 198 Stimmen.

Die Frage nach dem priesterlichen Zölibat bewegt viele Gläubige. Wir wollen, dass nicht nur Fach-Theolog*innen unseren Ausführungen folgen können und haben uns deshalb für eine verständliche Sprache und eine klare Gliederung entschieden. Zudem möchten wir unsere Unterscheidung der Geister transparent machen und lassen deshalb alle an unserem Gedankengang teilnehmen.

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Der Grundtext Macht ist angenommen! Deutschlands Synodaler Weg

Alle sind Teil der Kirche

Der Grundtext „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“ des Synodalen Weges der katholischen Kirche Deutschlands ist mit großer Mehrheit angenommen worden: 178 Stimmen und 88,12% Ja, 24 Stimmen und 11,88% Nein, 5 Enthaltungen, Gesamt 207 Stimmen.

Die katholische Kirche steckt in einer tiefen Krise. Sie kann aber ihren Sendungsauftrag nur erfüllen, wenn sie Charakter, Ursachen und Dimensionen dieser Krise erkennt, sich der Krise stellt und ernsthaft an Lösungen arbeitet. Das betrifft vor allem die systemischen Ursachen von Machtmissbrauch und sexualisierter wie geistlicher Gewalt.

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Empathie statt Klerikalismus: Chancen und Grenzen externer Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch

Keine Gewalt gegen Kinder, keine Übergriffe, kein Missbrauch, aber sie verstehen, sie dazugehören lassen und sie willkommen heißen.

Jörg Fegert ist Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Ulm, unterstützte von Anfang an die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er berichtet von seinen auch ambivalenten Erfahrungen und reflektiert darüber, wie die Kirche mit dem Thema und vor allem mit den Betroffenen umgehen sollte.

Quelle: Empathie statt Klerikalismus: Chancen und Grenzen externer Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch

„Originär kirchlich wäre zuerst ein theologischer Beitrag, vor allem mit dem Leid der Betroffenen. Sensibilisierung für die Missbrauchsthematik endet nicht damit, dass man in Präventionstätigkeiten, Schutzkonzepte, Kommissionen und Beauftragte investiert, sondern alle Ebenen müssen verantwortlich angegangen werden. Es ist ein Glaubensthema und ein Leitungsthema. Bischöfe und Generalvikare müssen transparent entscheiden und in solche Entscheidungen Personen wie die genannten einbeziehen. Etwa stehen dem Finanzplan einer Einrichtung, die sich nicht um ein Schutzkonzept für die ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen kümmert, erhebliche Bedenken entgegen, und man darf ihn nicht einfach durchwinken. Die MHG-Studie benennt Entstehungsbedingungen wie zum Beispiel den Klerikalismus. Hier sind glaubhafte Antworten zu fordern: Transparenz, Laienbeteiligung in Verfahren und einiges mehr. Im Umgang der Kirche mit den Schwächsten, also mit den Betroffenen, lässt sich am besten ersehen, ob die Kirche eine Antwort gefunden hat.“

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Krieg der orthodoxen Christen? Ukraine und Russland

Als Christ bin ich besorgt: Soll es dazu kommen, dass orthodoxe Christen andere orthodoxe Christen töten?
In der Auseinandersetzung zwischen Russland und Ukraine stehen sich zwei Länder gegenüber, die eine mehrheitlich orthodoxe Bevölkerung besitzen. Trotzdem gibt es einen nicht ausgesprochenen Krieg zwischen Soldaten in der Ostukraine und der Krim auf der einen Seite und dem ukrainischen Staatsgebiet auf der anderen Seite. Russland hat die Krim besetzt und unterstützt die Soldaten in der Ostukraine. Wirtschaftlich ist dieser Krieg ein Desaster. Die Bevölkerung leidet unter dieser militärischen Auseinandersetzung. Mit dem Aufmarsch von russischem Militär an der Grenze zur Ukraine wird eine Drohkulisse aufgebaut und ein Einmarsch von Russland in die Ukraine ist möglich.

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Schwere Vorwürfe gegen Ratzinger zum Umgang mit Missbrauch

Das am Donnerstag, 20. Jänner 2022, vorgestellte Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der deutschen Erzdiözese München belastet nicht nur den jetzigen Erzbischof Reinhard Marx, sondern auch den früheren Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger). Die Anwälte der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) werfen ihm zum einen Fehlverhalten in vier Fällen während seiner Amtszeit als Erzbischof von München und Freising (1977-1982) vor. Zum anderen äußern sie deutliche Zweifel an der von ihm behaupteten Unkenntnis. Diese sei mit den aus den Akten gewonnenen Erkenntnissen bisweilen „kaum in Einklang zu bringen“.

Ich glaube, dass der Heilige Geist der Kirche zeigen will, dass man auf die Missbrauchsopfer hören soll. Selig die Armen. Was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.
Jesus: Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, im Licht hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. (Lukas 12,2-3)
Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien. (Johannes 8,32)

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Ausweg gesucht

Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Zeitung HEUTE am 26.11.2021.

Lange war unser Land nicht mehr so gespalten wie jetzt. Impfen – ja oder nein? Corona-Maßnahmen – ja oder nein? Ein kleines Virus stellt uns vor eine gesellschaftliche Zerreißrobe. Unversöhnt stehen die Positionen einander gegenüber. Nicht nur in der Öffentlichkeit. Der Riss geht quer durch die Familien, den Freundeskreis. Ich erlebe es selber schmerzlich. Das Gespräch wird schwieriger, die Kommunikation bricht ab. Verbissenes Festhalten an der eigenen Position statt ruhiges, sachliches Argumentieren.

Wir brauchen dringend einen Ausweg, ein neues Miteinander. Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. In der Impffrage gibt es nur ein Dafür oder Dagegen. Es liegt aber an uns, wie wir damit umgehen. Ist die Impffrage so wichtig, dass daran Beziehungen, Freundschaften zerbrechen müssen? Wenn wir uns schon nicht vertragen, so ertragen wir uns wenigstens! Etwas mehr Geduld und Respekt täte gut.

Ich habe großen Respekt vor Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal auf den Covid-Stationen. Sie behandeln alle gleichermaßen, Geimpfte wie Ungeimpfte, und zwar schon lange an ihrer eigenen Belastungsgrenze. Ihre Empfehlung, wie wir aus der Corona-Krise herauskommen, ist eindeutig.

Quelle: Ausweg gesucht

Ich habe die Hauskirche neu entdeckt

Für mich ist das, was wir aktuell an „Krise“ in unserer verfassten Kirche erleben wie ein Auftrag, noch einmal auf gute Modelle aus unserer Geschichte zu blicken und aus ihnen kreativ zu lernen.

Weihbischof Matthäus Karrer und Dr. Katrin Brockmöller sprechen über die Wiederentdeckung der Hauskirche in der Pandemie und eine neue Broschüre dazu.

Quelle: Die Hauskirche neu entdeckt – Neue Broschüre erschienen

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