Archiv der Kategorie: Heiliger Geist

Meditieren ohne dem DU?

2018-01-18 11.44.21_1Theresa Bäuerlein stellt in Piqd.de einen Artikel von Jolyon Jenkins vor, der mich nachdenklich machte.

Eine Französin in Manchester belegte einen Meditationskurs. 10 Tage geradeaus sitzen, kein Gespräch oder Augenkontakt waren erlaubt, auch wenn die täglichen Sitzungen beendet waren. Bis zum siebten Tag war alles in Ordnung. Aber dann hatte sie eine Panikattacke. „Es fühlte sich an, als würde mein Gehirn buchstäblich explodieren“, erzählte sie dem Autor. „Dann fühlte ich mich, als wäre ich komplett von meinem eigenen Körper getrennt.“ Sie sprach mit den Lehrern, aber sie sagten ihr, sie solle weiter meditieren.
Am Ende des Kurses machte sie sich mühsam nach Frankreich auf, wo sie im Haus ihrer Mutter zusammenbrach. „Ich habe versucht, mit meinem Leben weiterzumachen, aber es war unmöglich. Ich konnte nicht mehr aufstehen, ich konnte nicht essen. Ich hatte Symptome von Terror und Panik. Ich hatte viel Angst und ich hatte eine Form von „Entpersönlichung“ – das ist im Grunde, wenn man sich im Spiegel betrachtet und man sich selbst nicht erkennen kann – und „Derealisierung“, wenn man die Welt um einen herum betrachtet und es scheint alles unwirklich“. Sie wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert und erhielt antipsychotische Medikamente. Ein Jahr später nimmt sie immer noch Medikamenten. Es geht ihr viel besser, aber, sagt sie, „Ich habe noch einen langen Weg vor mir.“

So eine Meditation ohne eine Ausrichtung auf einen liebenden, wohlwollenden Gott muss nicht, kann aber in die Psychose oder Depression führen. Ich brauche ein „DU“ in der Stille, wie es Martin Buber beschreibt: Im Du zum Ich.
Ich mache regelmäßig nicht Meditation, sondern Kontemplation in der Gegenwart Gottes mit der Ausrichtung auf den dreifaltigen Gott und ich erfahre dadurch mehr an Qualität in meinem Leben. Gelernt habe ich diese Form im Kapuzinerkloster Irdning, Steiermark, wo Elisabeth und Rudolf kontemplative Kurse mit Stille und Jesusgebet anbieten. Gelernt haben sie es beim Jesuiten Franz Jalics im Haus Gries in Wilhelmsthal, Oberfranken.

Die Leiterinnen und Leiter schreiben: Kontemplation ist Einübung ins Wahrnehmen. Wir richten uns auf die Gegenwart Gottes im Hier und Jetzt aus und lernen wahrzunehmen und anzunehmen, was sich in der Stille zeigt. Im kontemplativen Gebet ereignet sich ein Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch.
Die kontemplativen Exerzitien leiten schrittweise zum Jesusgebet an. Wer Exerzitien macht, schenkt seine Aufmerksamkeit dem Namen Jesus Christus und tritt damit mit ihm in Beziehung. Gleichzeitig hat darin die ganze eigene Glaubens-­‐ und Lebensgeschichte Raum und darf authentisch da sein. Es wird Hilfestellung gegeben, mit Schwierigkeiten und Erfahrungen des kontemplativen Betens gut umzugehen. Das Meditieren in Gemeinschaft und Stille trägt und unterstützt das persönliche kontemplative Beten.

Ich schaue gerne in der Stille auf den dreifaltigen Gott, auf Gott-Vater, Jesus Christus und dem Heiligen Geist (der heiligen Ruach) und frage ihn, was sein Wille ist. Das macht was.

Jolyon Jenkins: Is Mindfulness Meditation Dangerous? auf BBC Radio
Theresa Bäuerlein: Kann Meditation gefährlich sein?  auf Piqd.de, 22.01.2018
Haus Gries: Kontemplation mit Jesus Christus

Jerusalem bringt Frieden, Schalom und Salam

JerusalemWem gehört Jerusalem? Gehört es den Israelis oder den Palästinensern? Oder gehört Jerusalem dem Gott, der Frieden bringt?
In allen katholischen Gottesdiensten wurde am 3. Adventsonntag aus dem jüdischen Propheten Jesaja vorgelesen. Der Prophet lässt die Freudenbotin Zion zu Wort kommen. Sie ist mit dem prophetischen Gottesgeist ausgestattet und sagt das Ende aller sozialen Ungerechtigkeit, Trauer und Not an.
Diese Freudenbotin Zion ist eine mutige Frau, deren zweiter Name Jerusalem ist. Die Frau Jerusalem sagt von sich, dass der Geist Gottes auf ihr ruht. Wenn wir heute auf diese Frau Jerusalem schauen, dann sehen wir, dass Anhängerinnen und Anhänger von drei Religionen in ihr wohnen. Wenn der Geist Gottes auf ihr ruht, dann ist er für drei Religionen wichtig. Dieser Geist wird von der Christenheit als Heiliger Geist angebetet, von Jüdinnen und Juden als Heilige Ruach und von Muslima und Moslem als Rawh Allah verehrt.
Die Freudenbotin Zion-Jerusalem begründet das Ruhen des Gottes-Geistes auf ihr damit, dass Gott sie gesalbt hat. Könige wurden gesalbt. Der Messias, der Erlöser wird gesalbt. Wenn das stimmt, dass sie gesalbt wurde, dann ist sie eine Königin und eine erlösende Frau. Wie aber kann die Freudenbotin Zion-Jerusalem eine Königin und eine erlösende Frau sein?
Sie kann es aus der Kraft des Herrn. Sie weiß: „Er hat mich gesandt“.
Wenn man das auf das heutige zerteilte Jerusalem, das auf dem Berg Zion gebaut ist, überträgt, heißt das, dass Gott für die Stadt einen Auftrag hat. Er hat sie gesandt. Er hat sie beauftragt wie eine Königin und erlösende Frau, die eine frohe Botschaft überbringen soll.
Sie kennt die Adressaten ihrer Botschaft:
Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Das sind die Aufträge Gottes an Jerusalem und die Friedensbotin Zion. Wissen das die Palästinenser, wissen das die Israelis? Wissen das die Moslems, wissen das die Juden?
Eine frohe Botschaft für die Armen würde bedeuten, dass das Geld nicht in die Waffen gesteckt wird, sondern in Bildung und nachhaltiger Wirtschaft.
Zerbrochene Herzen heilen würde bedeutet, die seelischen Verletzungen heilen und einander verzeihen.
Den Gefangenen Entlassung verkünden würde bedeuten, die Journalisten freizulassen, die gut recherchieren und die Wahrheit schreiben wollen.
Die Gefesselten befreien würde heißen, die Fesseln der Unfreiheit zu sprengen und Freiheit in Verantwortung zu leben.
Ein Gnadenjahr würde bedeuten, die finanziellen und die moralischen Schulden zu erlassen und sich auf den barmherzigen Gott auszurichten.
Wenn das die Freudenbotin Zion-Jerusalem in der Stadt, in Israel und Palästina ausruft und sich die Bewohnerinnen und Bewohner danach richten, dann ist mit dem Rückenwind Gottes der Frieden, der Schalom, der Salam ausgebrochen.
Dann gehört Jerusalem wieder Gott und den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Dann kann die Friedensbotin singen:

„Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn.
Meine Seele soll jubeln über meinen Gott.
Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils,
er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit,
wie ein Bräutigam sich festlich schmückt
und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.
Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt
und der Garten die Pflanzen hervorbringt,
so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor
und Ruhm vor allen Völkern.
(Jesaja 61,1-2a.10-11)

Gott streichelt uns voll Liebe

Bischof Reinhold Stecher in Schwierigkeiten

Bischof Reinhold Stecher in Schwierigkeiten

Ein Priester der Behinderten bat Bischof Reinhold Stecher, schwerstbehinderten Kindern die heilige Firmung zu spenden.
„Aber eins muss ich dir sagen, lieber Bischof,“ beschwor ihn der Kaplan, „die Predigt darf nicht länger sein als drei Minuten.“ Das wurde die längste Predigt in der Vorbereitung und die kürzeste in der Aussage.
Bischof Stecher hat sich bei den Vorbereitungen zu den Predigten immer viel Mühe gemacht. Aber diesmal war es zum Verzweifeln. Drei Minuten! Diese Kinder vor ihm und die Eltern. Eine Geschichte geht nicht. Das dauert zu lang.
Stecher kam sich wie ein Radfahrer vor, der mit der größten Übersetzung eine Bergstrecke bewältigen soll. Und dann war es soweit. Die festliche Kapelle, die anderen Kinder spielten in der Orff-Kapelle eine schöne Musik. Und vorn in der ersten Reihe ein paar Firmlinge mit Eltern und Paten.
Statt der Predigt sagte er einfach:
„Liebe Kinder, die Mama und der Papa und die Geschwister und die Tanten haben euch lieb. Und die Schwestern haben euch auch lieb.
Sie wollen euch zeigen, dass sie euch auch gern haben. Dann streicheln sie euch über den Kopf und die Haare und die Wangen, so wie ich es jetzt beim Rudolf und bei der Anita mache. Und bei der heiligen Firmung – da streichelt euch der liebe Gott, weil er euch lieb hat. Wenn ich also mit diesem heiligen Öl ein Kreuzerl auf eure Stirn mache, streichelt euch der liebe Gott.“
Wie er dann zur Firmung hinuntergeht, kommt er zu einem Buben, den die Mutter mühsam in den Armen hält, um die fahrigen Bewegungen des Spastikers einigermaßen im Griff zu haben. Und wie er das Kreuz mit dem heiligen Öl auf die Stirn machen will, verzerrt sich sein Gesichtchen zu einem Lächeln und er gurgelt mühsam hervor:
„Scht-reicheln“
Die Mutter wischt ihm den Mund mit einem Taschentuch ab und gebraucht es gleich nochmal, um ihre Tränen abzuwischen.
Das hätte sie nicht tun müssen, dachte Bischof Stecher. Die Tränen der Mutter eines behinderten Kindes blitzen vor dem Altar viel kostbarer als Brillanten auf dem Bischofskreuz.
Bischof Stecher schreibt in seinem Buch „Heiter-besinnlich rund um den Krummstab“: Wenn dieses Streicheln Gottes über diese wunde Welt nicht wäre, dann hätte ich dieses Büchlein gar nicht zu schreiben gewagt. Denn dann gäb’s wahrhaftig nicht viel Grund zum Fröhlichsein.
Dieser 3. Adventsonntag heißt „Gaudete“. Wir können uns freuen, weil Gott uns voll Liebe streichelt.

Er bereitet mit Liebe seine Ankunft vor

Die Eltern von Maria, Anna und Joachim. Die Geschichte stammt aus dem Evangelium von Jakobus, aus der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine und vom Hl. Hieronymus

Die Eltern von Maria sind Anna und Joachim. Die Geschichte stammt aus dem Evangelium von Jakobus, aus der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine und vom Hl. Hieronymus

Was würden Sie Gott raten, wenn er als Mensch und Erlöser auf die Erde kommen möchte? Soll er von einer berühmten Frau geboren werden? Wie würden Sie diese Frau auswählen? Soll sie liebevoll sein, eine gute Mutter sein? Soll sie von ihren Eltern, ihren Lehrern und Lehrerinnen eine gute Bildung bekommen?
So ähnlich hat es auch Gott gemacht. Die Eltern von Maria waren gebildete kinderlose Juden. Joachim und Anna hatten aber schon resigniert, als sie von einem Engel die Hoffnung auf ein Kind erhielten. Sie sollen sich beim goldenen Tor in Jerusalem treffen. Sie hörten auf den Engel und gingen zum Hoffnungstor. Gott erneuerte dort ihre Beziehung und voll Freude und Liebe gingen sie nach Hause. Anna wurde mit einem Mädchen schwanger. Dieses Kind wurde von Gott mit allem beschenkt, was er geben konnte. Dieses Ereignis feiern wir am 8. Dezember.
Wenn wir diese göttliche Geschichte feiern, dann wird diese Geschichte zur göttlichen Gegenwart. Dann zeugt Joachim mit Anna dieses Mädchen Maria jetzt, weil Gott als Befreier gegenwärtig ist. Gott lässt mit diesem Fest von Mariä Empfängnis die Beziehungsfähigkeit und Lebendigkeit auch in unserem Leben wachsen.
Es ist die Bedeutung jedes christlichen Gottesdienstes, dass Gott mit seinen Geschichten so gegenwärtig ist, dass sich alles Vergangene im Jetzt abspielt. Diese Erlösung spielt sich in uns ab. Angelus Silesius sagt zur Geburt Jesu ganz richtig: Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.

Hier kommt das Evangelium zum 2. Adventsonntag: Er wird mich mit dem Heiligen Geist taufen.
Gott bereitet sein Kommen vor indem er Johannes zum Propheten beruft. Er soll den Messias voraussagen, der uns mit dem Heiligen Geist taufen wird.

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen! (Evangelium nach Markus 1,1-8 Link zum Bibelwerk)

Sie starben und lieferten ihre Brüder nicht den Mördern aus

Märtyrer in Buta, Burundi

Märtyrer in Buta, Burundi

Die Mission der Kirche ist die Verkündigung eines liebenden Gottes. Papst Franziskus hat diese Linie noch verstärkt: Die göttliche Barmherzigkeit und die christliche Nächstenliebe sind die treibende Kraft jeder Mission. Das wird heute überall deutlich sichtbar, wenn Christen gegen die vielfältigen Formen des religiösen Extremismus das Zeugnis der Liebe ablegen, oft bis zum Martyrium.

Ein besonders bewegendes Beispiel solcher christlicher Liebe haben zum Beispiel im Jahr 1997 vierzig junge Priesterstudenten in Buta in Burundi abgelegt. In dem jahrelangen Bürgerkrieg in Burundi wollten sie sich nicht nach Volkszugehörigkeit separieren lassen. Als die mordenden Rebellen ihr Seminar überfielen und ihnen befahlen, sich in Hutu und Tutsi aufzuteilen, blieben die Seminaristen vereint und weigerten sich, die Zugehörigkeit der anderen zu verraten. Sie wollten lieber gemeinsam sterben, als einzelne ihrer Brüder dem blinden Hass der Mörder auszuliefern. Überlebende bezeugen, dass sie von mehreren Sterbenden dasselbe Gebet gehört haben: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Für Burundi sind diese vierzig Märtyrer heute ein Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung, nach einem langen und unbeschreiblich grausamen Bürgerkrieg.
Quellen:
Im Oktober 2013 besuchten Paul und Rebecca Mosley Buta in Burundi
Am Missionssonntag 22.10.2017 baten die österreichischen katholischen Bischöfe ihren Hirtenbrief mit der Erinnerung an die Märtyrer von Buta in Burundi in den Gottesdiensten vorzulesen.

Ich muss es nicht allen recht machen

Jeden Freitag treffe ich mich mit einem Freund zum Fischessen. Dabei kamen wir überein, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer vor allem in der Arbeit Nein sagen können, ohne dass die Nächstenliebe darunter leidet. Tags darauf sprang mir ein Video ins Auge, bei dem ein Kaplan mit einem glattrasierten Kopf erklärt, warum Christen Nein sagen können. Ich schickte das Video meinem Freund und der war begeistert. Kaplan Christian Olding fragt in dem Katholisch.de-Video: Bedeutet Christ sein, dass ich nie Nein sagen darf, wenn mich jemand um etwas bittet? Er erklärt, wie man sich in diesen Situationen als Christin oder Christ verhält und kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Als Christ muss man nicht alles mit sich machen lassen. Jesus hat sich auch zurückgezogen und hat Nein gesagt. Kaplan Christian Olding aus dem Bistum Münster: Nein zum Bösen, Ja zum Guten. Wir müssen Nein sagen zu dem, was nicht mit dem Willen Gottes gedeckt ist. (Klartext zu ist „Nein sagen“ unchristlich?)

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Gott zeigt dir seinen Willen: … zur großen Liebe.
Die Matthäusgemeinde erzählt von Jesus, wie er das Gleichnis von zwei unterschiedlichen Söhnen auf die damalige jüdische Situation anwendet. Die Hohenpriester und Ältesten des Volkes gehen nicht in das Reich Gottes hinein, wohl aber die Zöllner und Dirnen. Warum das?

WeinbergIn jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt. (Evangelium nach Matthäus 21, 28-32)

Die Heilige Mutter Geistin

Dreifaltigkeit Schässburg

Dreifaltigkeit aus der Bergkirche in Schässburg /Sighișoara/Segesvár, Rumänien

Gestern gab mir eine Nachbarin dieses Bild der Dreifaltigkeit aus Schässburg in Rumänien mit dem Satz: „Schau, da ist die Mutter!“ Wirklich, der Heilige Geist schaute sehr feminin aus. Ihn als Mutter zu bezeichnen war für mich neu.  Mutter Maria ist mit ein Begriff, aber Mutter Geistin ist doch überraschend.
Ich erinnere mich, dass im Hebräischen der Heilige Geist weiblich ist, die Ruach genannt wird und dass in der Genesis diese Heilige Geistin wie ein Muttervogel auf dem Wasser schwebt. Aber dass die Heilige Ruach wirklich als Mutter verehrt wird, war mir jetzt neu.
Das Bild von Segesvár, Rumänien zeigt eine Figur mit drei Gesichtern. In der Mitte Gott-Vater, rechts Gott-Sohn und links schaut die Heilige Geistin ein wenig nach links. Gottes rechte Hand formt eine Kugel, ein Hinweis vielleicht auf die Weltenkugel, die die Kaiser in der Hand halten und die Erdkugel symbolisieren. In der linken Hand hält der dreifaltige Gott locker ein Buch. Es könnte das göttliche Buch sein, in dem die Menschen alle verzeichnet sind.
Die Bergkirche von Schässburg mit dem Bild der Heiligen Dreifaltigkeit wurde in der Reformation von einer katholischen Nikolauskirche zu einer Reformationskirche  umgestaltet. Es gibt in der Christenheit wenige Darstellungen der Heiligen Dreifaltigkeit mit drei Gesichtern. Das Bild aus Segesvár gefällt mir sehr. Nicht nur, weil es mir meine Nachbarin mit Freude geschenkt hat, sondern auch weil Gott-Vater keine Augen und die Geistin weibliche, junge Züge hat.

Links:
Wikimedia Sighișoara
Wikipedia Segesvár
Wiki Voyage Reiseinformation Schässburg