Archiv der Kategorie: Heiliger Geist

Frei von niederdrückenden Mächten

Ich habe in meiner Kindheit gelernt, vor dem Essen die Hände zu waschen. Das ist hygienisch sinnvoll. Die Schriftgelehrten zurzeit Jesu machten das nicht aus hygienischen Gründen, sondern aus magischen Gründen. Wer fremde Personen oder deren Gegenstände berührte, wurde als ganzer Mensch unrein. Anders bei Jesus. In der Auseinandersetzung mit den Pharisäern und Schriftgelehrten kommt Jesus zu dem Schluss, dass nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn unrein machen kann, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Und das ist auch meine Erfahrung. Von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die schlechten Handlungen wie Neid, Habgier, Hochmut und Unvernunft.

Aber die Gefahr kommt auch von einer Schrift- und Gesetzesreligion wie den Taliban oder dem Islamischen Staat, wenn die Anhänger glauben genau zu wissen, was Gott will. Sie lesen in ihren heiligen Schriften und greifen in ihrer Verirrung und Unvernunft zur Gewalt, sprengen sich in die Luft und reißen andere mit in den Tod.

Jesus hingegen geht mit den Vorschriften der Heiligen Schrift sehr selbstbewusst um, er zeigt auf das Herz als Mitte des Menschen und begründet die neue Religion der Herzen. Ich glaube, dass diese trotz der Verachtung der Gegner Zukunft hat, denn in den Herzen kann das Wort Gottes wachsen. Es inspiriert uns Menschen, heilt und befreit. Mit dem selbstbewussten Jesus und dem liebevollen Heiligen Geist ist das nieder drückende Alte vergangen und wir können neu beginnen.

Wir wollen frei sein

Jesus bringt eine neue, freie Religion, die alles umdreht, Gott ist bei ihm ganz nahe und voll Liebe. Nicht wir müssen Gott opfern, sondern Gott opfert sich für uns. Das ist für sehr viele ein Schock. Seine Familie lehnt ihn ab. Die verfeindeten gesetzestreuen Gruppen zu seiner Zeit schließen sich gegen ihn zusammen und bringen ihn um. Im Tod betet er: „Vater, verzeih ihnen, sie wissen nicht, was sie tun. Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Seine Auferstehung und sein Erscheinen ist die Bestätigung, dass er mit dem Heiligen Geist alle Mächte überwunden hat.
Auch Dostojewski erkannte, dass Jesus etwas vollkommen Neues brachte. Er lässt den Großinquisitor zu Jesus sagen: „Du hast die Menschen gar zu hoch eingeschätzt, denn Sklaven sind sie. Die Menschen freuen sich, dass sie wieder wie eine Herde geführt werden.“ Ich frage mich, ob das stimmt. Gott denkt jedenfalls anders, nämlich größer von uns Menschen. Wir sind in seinen Augen seine wunderbaren Töchter und Söhne und zum freien Leben berufen.

Der Papst beruft Frauen. Sie forschen zu Corona und Klimawandel

Papst Franziskus beruft zwei Entwicklerinnen der „Genschere“, die französische Genforscherin Emmanuelle Marie Charpentier und die US-amerikanische Biochemikerin Jennifer A. Doudna, an die Päpstliche Akademie der Wissenschaften. Sechs Wissenschaftlerinnen hat Papst Franziskus in diesem Jahr in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften berufen: Diese Woche waren es die französische Genforscherin Emmanuelle Marie Charpentier (52) und die US-amerikanische Biochemikerin Jennifer A. Doudna (57). Für die Entwicklung der „Genschere“ Crispr-Cas9 erhielten sie im vergangenen Jahr den Nobelpreis für Chemie. Die Genschere ist die Grundlage schnellerer Corona-Tests und Anticorona-Medikamente.

Susan Salomon

Weiters berief er die deutsche Soziologin Jutta Allmendinger, die südafrikanische Anthropologin Mpilenhe Pearl Sithole (48), die niederländische Astronomin Ewine van Dishoeck (66), die kanadische Physik-Nobelpreisträgerin Donna Strickland (62) und die die US-amerikanische Chemikerin und Klimaforscherin Susan Solomon (65). Salomon forscht zur Veränderung der Atmosphäre und fordert ein Stopp des Verbrennens von Kohle, Erdöl und Erdgas.

Quellen: ORF, Katholisch.de, Domradio

Die Wissenschaft ist in meinen Augen vom Heiligen Geist durchdrungen und er treibt sie voran. Im Gottesdienst am Sonntag hören wir von zwei Frauen, die von diesem Heiligen Geist erfüllt waren.

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Der Hunger nach mehr

Neben den Beziehungskillern wie Gewalttätigkeit oder Wahnideen gibt es alltägliche Missverständnisse, die uns ärgern. Hilfreich ist für mich das Vier Ohren Modell von Friedemann Schulz von Thun mit Appellohr, Beziehungsohr, Selbstoffenbarungsohr und Sachohr. Aber die Missverständnisse lassen sich nur klären, wenn ich nachfrage: Wie hast du das gemeint? Wie siehst du das? – Ich glaube, ich muss da einiges noch tun.

Übrigens: Geschenke erhalten die Freundschaft. Ich muss mir immer sagen: Pflege deine Freundschaften und deine Beziehungen.

Auch die Beziehung zu Gott. Sie ist für mich wichtig geworden. Vorsichtig formuliert: Zu Gott Vater sehe ich mich als einen seiner Söhne. Zu Jesus bin ich ein Freund. Zum Heiligen Geist erfahre ich mich als Medium, aber auch als Beschenkter und unruhiger Geist. Die Unruhe liebe ich und verstehe Augustinus, wenn er zu Gott sagt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“

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Vollkornbrot und Gottesbrot

Ich liebe das Vollkornbrot, es enthält viele gute Ballaststoffe. Schon meine Eltern haben vom Vollkornbrot ihren Schülerinnen und Schülern in der Landwirtschaftsschule erzählt. Solch ein Brot aßen zurzeit Jesu auch die Menschen in Israel. Nur zu Ostern, zum Pessach, war Brot mit Sauerteig oder Hefe verboten. Da wurden Matzen gegessen. Die Hostien in der Messe haben normalerweise auch keinen Sauerteig. Dafür sind sie Medien für Gott. In ihnen kommt Gott zu mir.

Zum Nachdenken hat mich gebracht, als ich las, dass der Sauerteig ein Symbol für Christus ist, der wie die Hefe das Brot schmackhaft macht. Wenn wir in der katholischen Kirche ungesäuertes Brot ohne Sauerteig oder Hefe für die Hostie verwenden, dann haben wir das Symbol für Christus nicht in der Hostie.

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Der Geschmack des Sommers

Wenn ich in diesen Tagen in der Früh aufwache, freue ich mich über die Wärme des Sommers. Heute erlebte ich eine Fröhlichkeit, als ich an den Heiligen Geist dachte. Ich spürte in meinem Körper seine köstliche Anwesenheit. Es war auch es sehr schön, mit meiner Frau unterm Sonnenschirm zu frühstücken und einen Ausflug zu planen. So fühlt sich Sommer an.

Dorothee Becker setzt auf die «Heilige Geistkraft» – kath.ch

Als junge Frau durfte Dorothee Becker (57) nur in der Mädchenschule ministrieren. Als Theologin kämpft sie dafür, Priesterin zu werden. In Riehen BS ist sie Gemeindeleiterin und darf taufen und trauen

Quelle: Lieber Bischof Gmür als Kardinal Woelki: Dorothee Becker setzt auf die «Heilige Geistkraft» – kath.ch

Ehepartnerin als heiliges Medium

„Das habe ich in der Ehevorbereitung nicht gehört,“ sagte mir eine junge Frau. „Das tut mir gut, wenn ich das höre.“ Beide, Mann und Frau sind Medien, durch die Gott zur Partnerin und zum Partner kommt.

Die christliche Ehe ist nicht nur ein Bund fürs Leben. Sie ist ein heilendes Sakrament, in dem Menschen und Gott befreiend handeln.

Das christliche Handeln hat drei Bereiche. Die Nächstenliebe, das Gebet und die Sakramente. Für alle drei gibt es gute Gründe, die auf Jesus und den Heiligen Geist zurückgehen. Die Perspektive hat sich aber vor allem bei den Sakramenten geändert.

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Das Heilige, die Gewalt und die Liebe

Die Gewalt ist in ihrer brutalen Ausprägung unverständlich. Wie es dazu kommt, dass eine Gruppe von Menschen eine Person brutal umbringt, ist unerklärlich. Die Szene zeugt von einem Ungeist, der in anderem Zusammenhang als Dämon oder Satan bezeichnet wird. Diese Gewalt wird in manchen Kulturen wegen dieser unverständlichen und ansteckenden Macht heilig bezeichnet. Ausdruck dieser unerklärlichen Gewalt ist das Menschenopfer und die Todesstrafe.

Dagegen entstand vor allem im christlichen Raum eine andere Form von Heiligkeit. Das Heilen und Helfen aus Nächstenliebe ist oft ebenfalls unverständlich. Wie es kommt, dass jemand einem fremden Verletzten am Straßenrand die Wunden reinigt und verbindet und ihn in ein Hospital bringt, ist ebenfalls unerklärlich. Die Szene zeugt von einem Geist, der in einem anderen Zusammenhang als Geist Jesu oder Heiliger Geist bezeichnet wird.

Diese beiden Phänomene stehen in einem urtümlichen Gegensatz. Das Heilige als brutale Gewalt und das Heilige als Nächstenliebe. Die ganze Menschheit steht und lebt in diesem Gegensatz und wir müssen uns entscheiden.

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Heiliger Geist oder Dämonen

Heimito von Doderer

Zwei große Schriftsteller nannten ihre Romane „Die Dämonen“: Fjodor Dostojewski (1873) und Heimito von Doderer (1956. Bild). Beide beschäftigten sich mit den falschen Weltanschauungen, den Spaltungen der Gesellschaft und der individuellen und kollektiven Gewalt. Sie schauten dabei tiefer und beschrieben die geistigen Kämpfe dahinter. Bei Dostojewski endet alles mit Mord und Suizid, bei Doderer mit der Erstürmung und dem Brand des Justizpalastes in Wien. In den Szenen der Romane erkennen wir, wessen Geistes die Handlungen sind.
Im Kontrast dazu gibt es Szenen bei Jesus, die einen anderen Geist erkennen lassen. Die Jünger salben die Kranken mit Öl und heilen sie. (Markus 6,7-13) Berührungen können guttun. Die Jünger sollen nicht in Soldatenstiefel die Botschaft verkünden, sondern in Sandalen. Sie sollen kein Geld mitnehmen, sondern sich ganz auf Gott verlassen. Don Bosco wusste einmal nicht, wie er die Werkstätten für die Jugendlichen bezahlen sollte. In der Nacht kam ein Unbekannter zu ihm und gab ihm Geld. Der Geist Jesu zeigt sich in sanfter Zartheit, er heilt die Kranken und schenkt uns allen die Freiheit.