Archiv der Kategorie: Heiliger Geist

2. Adventsonntag: Feuer im Herzen

Der Prophet Johannes der Täufer kündigt einen an, der mit dem Heiligen Geist und Feuer tauft. Das sagt einer, der mit dem Jordanwasser tauft. Er sagt, dass der, der nach ihm kommt, größer ist. Mit Feuer zu taufen klingt einerseits aggressiv, andererseits wissen wir, dass es nicht aggressiv kommt. Zu Pfingsten kommen Feuerzungen auf die Jüngerinnen und Jünger herab. Es geht um das feurige Erzählen von der Liebe Gottes. Da brauchen sie Feuer im Herzen. Sie brennen für die Liebe Gottes. Der zweite Adventsonntag ist für mich ein Tag der Liebe Gottes und er kann unsere Herzen entzünden.

Advent: Der Geist kommt uns zu Hilfe

Wenn ich mir die Zahlen der Erderwärmung ansehe, dann frage ich mich, ob die Menschheit die Erde unbewohnbar macht. Wo ist Hoffnung? Das Christentum ist eine Religion der Hoffnung und der Kreativität. Ich hoffe auf die Hilfe Gottes und auf das Handeln von uns Menschen.
Im Advent warten wir auf das göttliche Kind, in dem Gott uns Hilfe zusagt und etwas kreativ Neues bringt. Dabei spielt der Heilige Geist eine entscheidende Rolle. Schon bevor Maria schwanger wird, gibt der Engel Gabriel dem alten Zacharias zu verstehen, dass sein Sohn Johannes vom Mutterleib an vom Heiligen Geist erfüllt ist. Auch über Maria kommt der Heilige Geist, sodass der kleine Jesus schon im Mutterleib voll des Heiligen Geistes ist. Als dann Maria ihre Verwandte Elisabet trifft, wurde diese vom Heiligen Geist erfüllt und ihr Kind hüpfte vor Freude in ihrem Leib.
Ich hoffe, dass der Heilige Geist in unser Herz kommt und uns hilft, kreativ auf die Krisen zu reagieren.

Der König der Liebe

Der König der Liebe zeigt uns die Menschenfreundlichkeit Gottes. Er ist das Bild des verborgenen Gottes, der seine Liebe sichtbar macht. Er selbst bleibt unsichtbar. Seine Liebe zu uns zeigt er in dem Mann aus Nazaret.

Dessen Menschenfreundlichkeit blitzte eine intensive und kurze Zeit auf, er ist getötet worden, den Menschen erschienen und ist dann zu seinem Vater gegangen. Er lässt uns aber nicht allein. Es begleitet uns sein Heiliger Geist, der uns die Freude und das Feuer der Liebe schenkt und uns zu Liebenden verwandelt.

Was in der Zukunft passiert, singen wir in einem Lied über Jesus: „Jetzt noch verhüllt, doch bald in Herrlichkeit, wenn ihn alle sehen am Ende dieser Zeit.“ Am Ende werden wir den König der Liebe sehen. Im Gottesdienst sagen wir zum anwesenden, aber unsichtbaren Jesus: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Wir warten auf dein endgültiges Kommen, du König der Liebe!

Die Impulse zum Christkönigsfest findest du auf Sonntagsevangelium

Der Tod wird zu einem Tor

Ich kann allgemein über ein Leben nach dem Tod plaudern. Aber wenn ich über meinen eigenen Tod und mein eigenes Sterben nachdenke, dann wird mir anders. Ich fühle mich dem Tod gegenüber extrem ohnmächtig. Ich muss loslassen und mich ganz dem Tod, dem Sterben und Gott überlassen. Ich habe immer weniger Einfluss auf meinen Körper und meine Umgebung. Ich kann nur auf Gott vertrauen, dass er mich dabei begleitet. Der Tod wird für mich immer mehr zu einem Tor, durch das ich durchgedrückt werde. Ich frage mich, was mich danach erwartet und wie mir Gott und andere Menschen dann begegnen. Wie lebendig und frei bin ich dann? Vielleicht kann ich dann auf die Erde schauen und sehen, was die Menschen machen. Vielleicht bekomme ich dann die Möglichkeit, ein wenig (!) das Geheimnis „Gott“ zu lüften und vielleicht erkenne ich dann, was der Sinn des Ganzen ist.

Wenn ich anderen erzähle, wie es mir geht, wenn ich an meinen Tod denke, dann fragen sie mich, ob es mir gut geht. Ja, es geht mir gut. Die Beschäftigung mit dem Tod ist ein Blick auf die Realität. Jesus hilft mir dabei als Vorbild. Er hilft mir zu einem guten Leben im Hier und Jetzt, für das mir der Heilige Geist viele Impulse gibt.

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Allerheiligen, Allerseelen und der Himmel

Ich gehe in diesen Tagen zu zwei Gräbern. Das eine ist das von meinem Bruder, das zweite ist das von meinen Eltern. Ich hoffe, dass sie bei Gott glücklich sind.

Ich wurde einmal gefragt, ob Gott so viele Wohnungen hat, alle Milliarden Menschen bei ihm aufzunehmen. Aber von Gott kann man nicht groß genug denken. Für jeden und jede hat Gott eine wunderbare Wohnung vorbereitet. Die zwei Tage Allerheiligen und Allerseelen zeigen auf ein großartiges Fest, das nicht nur im Himmel gefeiert wird. Es ist ein Fest der großen Gemeinschaft von Verstorbenen, den Engeln und Gott.

Der Theologe Michael Böhnke lehrt mich, dass der Heilige Geist der wunderbare Verbinder ist, der alle zusammenführt. Er ist der, der uns alle zum himmlischen Fest der Freude und Fröhlichkeit führt.

Er erinnert immer an Jesus, der viele in ihrer Sehnsucht nach Heilung anspricht. Er ist überzeugt, dass den Armen, die nichts vorweisen können, das Reich Gottes geschenkt wird. Jene, die um ihre Liebsten trauern, werden von Gott getröstet. Jene, die sanftmütig sind und keine Gewalttäter sind, werden das fruchtbare Land von Gott geschenkt bekommen.

Michael Scharf schreibt: Allerheiligen ist eines der optimistischsten Feste des Kirchenjahres.
Allerheiligen feiert, voll Zuversicht, die Möglichkeit heilig zu sein, feiert die unzählbaren Scharen an Frauen und Männern deren christliche Nachfolge geglückt ist, die als Heilige vor Gott leben. (Michael Scharf, Heiligkeit für alle)

Danke sage ich, für das großartige fröhliche Fest mit den Heiligen, allen Verstorbenen, allen Engeln und Gott, der in seiner Dreifaltigkeit eine Fülle an froher Gemeinschaft ist.

Ein einfaches Leben führen

Zuwenig Regen? Fachleute für das Klima sagen uns: Es gibt zu wenig Regen. Die Hitzetage nehmen zu. Nicht nur in Europa, auch in China und Nordamerika nimmt die Dürre zu. Die Flüsse trocknen aus. In den südlichen Ländern brennen immer mehr Wälder. Die Atmosphäre ist zum Treibhaus geworden. Wir Menschen sind aufgefordert, weniger CO2 zu verbrauchen, weniger mit dem Auto zu fahren, weniger Öl und Gas zu verbrennen, weniger Fleisch zu konsumieren. Es geht um die Zukunft. Was hat das mit unserer Religion zu tun? Wir haben von Gott den Auftrag, das Leben auf der Erde zu beschützen. Da hilft die Freundschaft mit Gott, die uns davon abhält, die Erde mit unserer Gier nach mehr zu zerstören. Jesus hilft uns, ein einfaches Leben zu führen: Wasser, Gemüse, Obst, einfache Kleidung, einfache Autos, einfache Computer, einfache Handys, Brot teilen. Jesus schickt uns den Geist, der uns umarmt und inspiriert.

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Holz ist das neue WC-Papier

In der Pandemie haben alle Klopapier gehortet, jetzt hamstern alle Holz. Der Holzpreis steigt. 110 € pro Schüttraummeter habe ich gelesen. Ein Wahnsinn. Auch ich bin jetzt aufs Holz gekommen. Wir planen aus ökologischen Gründen eine Luft-Wärme-Pumpe, die im nächsten Mai kommt. Wir haben jetzt den alten Pelletsofen, der uns zu laut war, verkauft und ein kleines Holzöfchen angeschafft. Das brauchen wir im Winter, wenn plötzlich das Gas nicht mehr fließt. Wir machten uns jetzt auf die Suche nach Holz und staunten nicht schlecht, als die Holzhändler kein Holz mehr hatten. Was tun? Holz selber machen? Warten, bis bessere Zeiten kommen? Eine Stimme sagt mir: Locker bleiben!

Ich merke, dass diese Situation einen Vorteil hat: ich überlege mir, wie ich mich einschränken kann. Ich kann untersuchen, was ich zum Leben brauche und was ich nicht brauche. Jesus hilft mir dabei. Die Gier ist sinnlos: „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?“ Dein Totenhemd hat keine Taschen. Du kannst nichts ins Jenseits mitnehmen. Bleib locker. Freue dich, dass der Heiligen Geistes dich mit seiner Liebe begleitet!
Lukas 12,16

Wir brauchen Freunde

Alleine kann ich nicht leben. Ich brauche die anderen Menschen. Der Schriftsteller Lothar Zenetti erzählt eine Geschichte von ein paar Menschen, die an einem kalten Abend um ein Feuer saßen. Die Glut wärmte sie und der Schein der Flammen erhellte ihre Gesichter. Da war aber ein Mann unter ihnen, der wollte nicht länger im Kreis bei den anderen sitzen, sondern für sich allein. So nahm er einen brennenden Holzspan vom gemeinsamen Feuer und setzte sich abseits, fern von den andern. Der glimmende Span leuchtete auch ihm und strahlte Wärme aus. Bald aber ließ die Glut nach, der allein sitzende Mann spürte erneut die Dunkelheit und die Kälte der Nacht. Da besann er sich und nahm das schon erkaltete Stück Holz und trug es zurück in die Glut des großen Feuers, wo es sich erneut entzündete, Feuer fing und zu brennen begann. Der Mann setzte sich wieder in den Kreis der anderen. Er wärmte sich auf, und der Schein der Flammen erhellte sein Gesicht.
Ich denke mir, das Feuer ist Jesus, der uns wärmt und leuchtet. Er will alle, auch die Vereinsamten und Kaputten in den Kreis holen. Er lässt niemand verloren und alleine draußen.

Sex und Glauben sind tabu

Ich lebe in einer Welt mit verschiedenen Glaubensüberzeugungen. Mindestens drei meiner Nachbarn in unserer Straße haben einen Buddha im Garten stehen. Eine Bekannte glaubt an die Natur, dass diese alles heilt. Ein Bekannter ist zum Islam übergetreten, ein anderer zu den Zeugen Jehovas. Ein Freund ist Atheist, der annimmt, dass er nach dem Tod nicht mehr existiert.

Ich habe einmal gehört, dass es zwei Sachen gibt, die man anderen nicht erzählt. Das ist Sex und das ist Religion. Beide sind tabu. Bei der Religion breche ich jetzt das Tabu: Wenn ich in der Früh aufstehe, dann sage ich „Christus Jesus.“ Ich kann es nicht beweisen, dass er der Erlöser der Welt ist, aber ich vertraue fest darauf. Ich nehme an, dass er nicht nur seine Anhänger erlöst hat, sondern auch die, die Buddha oder Mohammed verehren, an die Natur oder an das Nichts nach dem Tod glauben. Er ist bei ihnen mit seinem Heiligen Geist und nach dem Tod kommen sie alle zu seinem großen Liebesfest im Jenseits.

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Faschismus auch in Russland

Es gibt einige Kriterien, um die Ideologie des Faschismus zu erkennen. Ich zähle fünf auf. Für Russland unter Putin treffen sie zu. Jesus hat diese Art des ideologischen Denkens und Handeln vorausgesagt.

  1. Faschismus ist undemokratisch und verabscheut die Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive, unabhängige Justiz und unabhängige Medien.
  2. Faschismus produziert Feindbilder,
    a) um Menschen zu verfolgen, auszuschließen und zu vernichten,
    b) um Kriege zu beginnen und Imperien zu errichten.
  3. Der Faschismus produziert Mythen, die der eigenen Nation oder Ethnie eine Überlegenheit und eine Reinheit zuspricht. Die Mythen besitzen eine Gründungsgeschichte, eine Opfererzählung, eine Weltverschwörungsphantasie und einen diktatorischen Erlöser. (siehe Iwan Alexandrowitsch Iljin)
  4. Der Faschismus benutzt die Medien, um ständig neue Lügen zu produzieren.
  5. Faschismus organisiert für die Bevölkerung ein Terrorsystem. Abweichende Personen werden ermordet oder in Lager gesperrt.

Jesus hat drei dieser Kriterien vorausgesagt:

  1. Die Mächtigen der Erde unterdrücken ihre Völker (Matthäus 20,25; Markus 10, 42).
  2. Der Teufel ist der Vater der Lüge und Mörder von Anfang an (Johannes 8,44).
  3. Imperien werden gegen Imperien kämpfen. (Matthäus 24,7; Markus 13,8; Lukas 21,10).

Ich denke, dass uns der Heilige Geist hilft, faschistische Tendenzen zu erkennen und dieser Ideologie mit guten und klugen Argumenten zu begegnen.

Quellen:
O Timothy Snyder. Der Weg in die Unfreiheit. Russland, Europa, Amerika. C.H. Beck Verlag. München 2018
O Timothy Snyder in der NZZ: Wir hatten damals recht, also haben wir auch heute recht und werden immer recht haben – neun Thesen zu Putins Faschismus. 22.05.22
O René Girard: Im Angesicht der Apokalypse. Clausewitz zu Ende denken. Verlag Matthes & Seitz Berlin 2014
O Wikipedia: Faschismus
O Wikipedia: Faschismustheorien
O Wikipedia: Iwan Alexandrowitsch Iljin
O Wladislaw Inosemzew in der NZZ: Putin kein Nazi, aber Faschist 10.03.2022
O Timothy Snyder in BR24: Das spricht für Faschismus 21.05.2022