Archiv der Kategorie: Heiliger Geist

Der zweite Begleiter auf dem Weg nach Emmaus

Die Emmausgeschichte erzählt die Erfahrung zweier Jünger, einer hieß Kleopas, nach dem Tod Jesu. Sie gehen enttäuscht nach Hause und erkennen ihn nicht, als er sich zu ihnen gesellt. Er begleitet sie auf ihrem Weg und kann ihnen einiges erklären.

Die Szene ist beeindruckend. Traurige Jünger gehen nach Hause, dann kommt Jesus. Sie erkennen ihn nicht. Er aber setzt ihre Herzen in Flammen. Wie gelingt ihm das als Gestorbener? Ich sage: Er hat seit Beginn einen Begleiter. Es ist der Heilige Geist, der ihn seit seiner Zeugung begleitete, auch bei seinen Heilungen, bei seinen Predigten, bei seinem Leiden, bei seiner Auferstehung und bei seinen Erscheinungen wie hier auf dem Weg nach Emmaus. Der Geist gibt ihm die Ausrichtung zum Vater und die Liebe zu den Menschen, hier die Liebe zu Kleopas und seinem Freund. Zuerst kritisiert er ihr träges Herz. Es sollte aktiv sein, damit es sich entzündet. Sie sollen die Bücher der Propheten lesen. Da kommt ihnen Gott entgegen. Ihre Herzen können sich nur an Gott entzünden, der aus dem brennenden Dornbusch spricht und der zu Pfingsten den Heiligen Geist mit Feuerzungen auf die Jünger herabfallen lässt. Gott ist damit ähnlich einer brennenden Liebesflamme, an der sich ihr Herz entzündet. Die Szene ist vom Geist geprägt, mit dem der Auferstandene begleitet, erklärt und Beziehung aufbaut. In dieser Beziehung kann er ihr Herz entflammen.

Die zweite Szene ist wie bei der Eucharistie, die mit der Herabrufung des Heiligen Geistes auf Brot und Wein beginnt. Nachdem es Abend geworden war, drängten sie ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Auch hier hat er mit dem Heiligen Geist seine Liebe zu den beiden Jüngern gezeigt und war einverstanden, in ihr Haus zu gehen. Dass nicht der Hausherr, eventuell Kleopas, den Lobpreis sprach, sondern dass der Auferstandene das Brot nahm, den Lobpreis sprach, es brach und ihnen gab, war ungewöhnlich. Er war plötzlich der Hausherr und das war er, weil ihm dazu der Heilige Geist den Raum gab. Aber kaum hatte er ihnen das Brot gegeben, entschwand er ihren Blicken und mit ihm der Raum des Geistes. Beim Geben des Brotes erkannten sie ihn. Es ist sein Auftrag, für andere da zu sein und Brot für sie zu sein. Den Raum dazu schafft der Heilige Geist.

Mijou Kovacs: „Ich lasse mich nicht verbiegen“

„Ich lasse mich nicht verbiegen“ Mijou Kovacs: Sie wuchs nicht nur zweisprachig, sondern zwischen zwei Welten auf. Ihre doppelte Herkunft prägte die Schauspielerin Mijou Kovacs auch in der Auswahl ihrer Rollen. Am Höhepunkt ihrer internationalen Karriere war sie trotz ihres Erfolges innerlich ausgebrannt.

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Der Geist besucht uns in unserer Wüste

Der Geist führt Jesus in die Wüste, es ist unsere Wüste. Die Wüste ist für viele ein Sehnsuchtsort der unberührten Natur, aber auch der Ort des Todes und der Erprobung.
Wir Menschen sind immer wieder in einer Wüste der Traurigkeit und auf der Suche nach Orientierung. Wir haben dabei einen wunderbaren Helfer, den Heiligen Geist. Wenn wir ihn rufen, werden wir in den Krisen bestehen und gestärkt daraus hervorgehen.
(Markusevangelium 1,12-15)

(Photo by Francesco Ungaro on Pexels.com)

Mit Gott werde ich frei

Viele machen sich das Leben selbst schwer, indem sie undankbar sind, einander nicht vergeben oder sich nicht versöhnen wollen, sich rivalisieren, andere Menschen abwerten und bekämpfen. Da bekommen viele Depressionen, Herzinfarkte, werden unglücklich und begehen Suizid. Sie können nicht loslassen und verstricken sich immer mehr in ihre Gedanken.

Es hängt stark mit der fehlenden Gottesbeziehung zusammen. Klar ist, es gibt viele Ursachen für Depressionen, Herzinfarkte und Suizid. Aber klar ist auch, je intensiver ich mich auf Gott einlasse, umso freier werde ich. Der Grund ist die Treue Gottes zu uns Menschen. Viele, auch Atheisten, müssen aber ihr Gottesbild fallen lassen. Dieses fixe Bild eines Gottes, der ein Automat ist oder der uns nach dem Tod in die Hölle schickt, muss man hinter sich lassen. Er ist größer, liebevoller und freier als wir denken können.

Ich habe erfahren, dass er mich und andere mit seinem Geist fördert und herausfordert. So wie er frei ist, werden wir mit ihm frei. Sein Heiliger Geist macht uns mutig und einsatzfreudig. Er unterstützt uns, anderen zu helfen und uns für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. Und: Die Gewissheit, dass er mich im Tod auffängt, macht mich locker und froh.

Ferien, Fasching, Fantasie

Love is in the Air

Einige haben bis jetzt den Christbaum im Zimmer stehen. Verrückt. Die Seitenaltäre neigen sich nach vor. Verrückt. Alle haben Masken auf. Die Zeit spielt verrückt. Ich gehe um 21:00 schlafen. Verrückt. Ich wache um 4:00 auf. Verrückt. Ich esse Linsen. Verrückt. Die Gottesdienste kommen übers Internet. Verrückt. Es liegt Liebe in der Luft. Verrückt. Gott bleibt den Verrückten treu. Verrückt.

Wann ist das endlich vorbei?

Er ist mein Freund

4 Tipps um durchzuhalten:

Ich brauche einen geregelten Tagesablauf, viel Bewegung und Gespräche mit Freunden (übers Telefon). Für meine Seele brauche ich eine Zeit, in der ich in die Stille gehe und es ist sinnvoll, mich mit Gott zu beschäftigen.
Ein Mensch erzählt seinen Traum: „Ich ging am Meer entlang mit meinem Gott. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Gottes. Als das letzte Bild an meinen Augen vorüber gezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens. Besorgt fragte ich: „Gott, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“ Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“ Der Mensch bedankte sich bei Gott. Er sah, in der Not trägt ihn Gott.

Ich weiß, dass die Pandemie vorbeigeht. Ich weiß auch, dass im Lockdown und in der Quarantäne der treue Gott uns trägt. Er gibt mir auch zum Durchhalten seinen belebenden Geist – wenn ich will. Warum soll ich seinen Geist nicht wollen? Er ist wie mein Kaffee am Nachmittag. Ohne ihn bin ich müde und schlaff. Komm, Gottes Geist, starte mit mir durch!

Das Netz der helfenden Hände

Das Ehepaar Tutić leben in Bosnien von Aushilfsarbeiten. Die Eltern von 4 minderjährigen Kindern haben ihr Haus durch Überschwemmungen verloren. Die Familie wohnt in einem verlassenen Haus. Das Ehepaar Tutić hilft bei humanitären Aktionen und kümmert sich um ältere Menschen und Flüchtlingsfamilien.

Das Wiener Pfarrnetzwerk hilft ihnen. Es werden Nahrungsmittel organisiert und Wohnungen gesucht. Hier ist der Geist Jesu spürbar. Die Pfarren lesen nächsten Sonntag das Evangelium der Fischer vor. Sie sind bei ihren Netzen und Jesus ruft sie. Die Fischer sehen ihn, sind von seiner Ausstrahlung fasziniert und folgen ihm. Später erkennen sie, dass er erfüllt ist vom Heiligen Geist. Dieser Geist Gottes ist ein Netzwerker. Er hilft ein Netz helfender Hände zu knüpfen.

Statt dem Fischernetz ein Netz der Hilfe

Sie verlassen ihre Netze und bilden ein neues Netz, ein Netz der helfenden Hände. Dieses Netz wird immer größer. Über Jahrhunderte hinweg bis heute. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pfarrnetzes reicht das Netz bis Bosnien. Da sieht man, was Nachfolge Jesu und Geist Gottes bewirkt.

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Die Liebe steigt aus dem Jordan

Wenn ich über den Jordan gehe, dann heißt das, dass ich sterbe und ins Jenseits gehe. Am Jordan geschieht nicht immer, aber oft Außergewöhnliches. Wenn Jesus sich von Johannes taufen lässt, dann taucht er ganz tief hinein in den Fluss dieser Welt. Der Jordan ist der Übergang von der Unterdrückung zur Freiheit, vom Tod zum Leben, von der Gottesferne zur Gottesnähe. Wenn Jesus aus dem Jordan steigt, dann kommt er als Botschafter der Liebe Gottes. Wenn wir am Sonntag das feiern, dann wird das gegenwärtig und Jesus kommt uns aus dem Jordan entgegen.
Die Taufe Jesu ist eine einmalige Sache. Damit das keine einmalige Sache bleibt, passiert es, dass der Himmel aufreißt und der Heilige Geist auf ihn herabschwebt. Der Geist schwebt immer schon gerne, wie es schon im Anfang, im Buch Genesis bei der Erschaffung des Universums heißt: Gottes Geist schwebte (Gen 1,2b). Dieser Heilige Geist inspiriert nicht nur Jesus in einmaliger Weise, sondern er setzt fort, was mit Jesus begann. Nach Jesu Aufnahme in den Himmel, als er zum Vater entschwebte, waren wir allein. Wer, wenn nicht der Geist Gottes, zeigte uns zu Pfingsten, dass wir nicht verlassen sind. Dieser Gottesgeist begleitet die Kirche seit zweitausend Jahren. Nicht immer habe ich mich gefragt, was er mir sagen will. Ich verspreche, ich werde den Heiligen Geist das fragen.

Die Heiligen Könige waren ergriffen

Kaspar, Melchior und Balthasar sehen die seltene Konjunktion von Jupiter und Saturn SN

Ich habe mich immer gewehrt, das Fest der Heiligen Drei Könige „Erscheinung des Herrn“ zu nennen. Dabei habe ich mich an dem Wort „Erscheinung“ gestoßen, das eine doppelte Bedeutung hat. Einerseits ist der „Schein“ nicht echt und wirklich. Andererseits erscheinen Gäste bei einem Fest. Nun ist Gott aber nicht nur kurz als Gast in Betlehem erschienen, sondern er ist Mensch geworden und liegt in einer Futterkrippe.

Ist Gott den drei Weisen erschienen oder wie haben sie erkannt, dass das Kind Gottes Sohn ist? Gut, sie haben eine kosmische Erscheinung als Sterndeuter gesehen. Sie brachten drei königliche Geschenke und wurden dadurch zu drei Königen. Es ist eine schöne Geste, dass Könige vor dem kleinen Baby im Stall niederfallen. Aber wie kommen sie dazu? Das Rätsel löste sich, als ich einen Hunger nach Spiritualität verspürte und mir ein Buch über den Heiligen Geist organisierte. Der Autor Michael Böhnke, Professor in Wuppertal, schreibt zwar nichts von den Heiligen Drei Königen. Warum die drei heiligen Könige sich vor dem Kind in der Futterkrippe niederwarfen, kann ich mir aber jetzt erklären: Sie waren erfüllt vom Geist Gottes. Er führte sie, zeigte ihnen Gottes Anwesenheit im Kind, ergriff sie und sie warfen sich vor dem Kind anbetend nieder. Wir Christinnen und Christen können genauso wie die drei Könige vom Heiligen Geist erfüllt sein, können ihn zu Hilfe rufen, ihm voll Freude zujubeln und Gott im Kind von Betlehem anbeten.

2021: Szenen der Liebe

Der Heilige Geist handelt in Szenen der Liebe, in freundlichen Beziehungen und in zärtlichen Gesten.

Meine Großmutter sagte oft: Die Welt steht nicht mehr lang. Aber: Warum soll die Welt untergehen? Jesus ist für mich das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Er hat die Welt mit dem Vater und dem Geist erschaffen und er wird alles zusammenführen. Er ist unsere Zukunft. Teilhard de Chardin spricht von ihm als Punkt Omega, auf den alles hinausläuft. Es gibt Anzeichen, dass dabei eine Geist-Sphäre entsteht, wo alle mit allen im Gespräch sein können. Wenn es kein Telefon gibt, dann hätten wir uns in der Corona-Pandemie nicht so gut verständigen können. Die Vernetzung in der Welt nennt Teilhard Noosphäre und dieses Wort haben die Internet-Philosophen auf die Vernetzung im Internet übertragen. Sie träumten von einer friedlichen Welt. Das hat sich nicht ganz erfüllt. Es gibt im Internet Hass, Kampf und Böses. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sich immer wieder der gute Geist durchsetzt und sich helfende Begegnungen ereignen, auch über’s Telefon und über’s Internet. Das sind für mich Zeichen, dass sich die Welt auf Christus zubewegt. Ohne den Heiligen Geist, der uns auf dem Weg nicht nur begleitet, sondern auch formt, wäre das nicht möglich. Er handelt in unseren Szenen der Liebe, in freundlichen Beziehungen und in zärtlichen Gesten. Wir müssen es ihm nur ermöglichen, in unseren Gemeinschaften Impulse zu setzen. Das wünsche ich allen im Neuen Jahr 2021.