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Gott stürzt die Mächtigen vom Thron

Putin kündigt eine Generalmobilmachung in Russland an, um den Krieg in der Ukraine fortsetzen zu können. Der deutsche Kanzler spricht von russischem Imperialismus. Mir fällt dazu das Gebet einer jungen Frau ein, die betete: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ (Lukas 1,46.52) In der Geschichte sind schon viele Diktatoren gestürzt worden und die Niedrigen wurden erhöht. Wenn nicht auf Erden, dann im Himmel, so glaube ich.
Einige sind überrascht, wenn ich von meinem Glauben erzähle, dass alle Menschen nach dem Tod zu Gott kommen. Ich habe mit jemandem gesprochen, der mich ungläubig anschaute und fragte: Auch die, die nicht an Gott glauben?
Ich habe den Eindruck, dass einige vermuten, dass nach dem Tod nur jene zu Gott kommen, die auch an ihn glauben. Die anderen existieren dann eben nicht mehr. Ich hingegen glaube, dass auch die Ungläubigen zu Gott kommen.
Einige sagen auch: „Man weiß es nicht.“ – Ja, es ist ein Glaube, ein Vertrauen.
Ich werde dann mit der Meinung konfrontiert: „Es ist ja noch niemand zurückgekommen.“ – Ja, es ist noch niemand so zurückgekommen, dass man es beweisen könnte. Aber Jesus ist nach seinem Tod zurückgekommen und den vielen Jüngerinnen und Jüngern erschienen, so glaube ich. Dieser Glaube wirkt in der Geschichte, sodass Mächtige vom Thron stürzen und Niedrige erhöht werden.

Himmel! Es ist Krieg

Der Einmarsch des russischen Heeres am 24. Februar 2022 in die Ukraine veränderte alles. Der Friede ist vorbei. Der Krieg begann aber schon 2014 mit dem Überfall auf die Krim und die Städte Lugansk und Donezk. Jetzt erkennen wir, dass diese Verletzung des Völkerrechts viel stärker geahndet hätte werden müssen. Die schwachen Sanktionen reizten Putin, einen größeren Krieg zu beginnen. Lange haben wir uns über den Frieden unterhalten, aber das Phänomen Krieg nicht beachtet. Das geschah auch aus Angst, dass der Krieg beginnt. Diese Angst müssen wir überwinden und uns fragen: Was ist das Phänomen Krieg? Ein Versuch der Annäherung.

Der Krieg ist eine Gewaltausübung des Menschen, bei dem Territorien erobert werden. René Girard sieht beim Lesen des Buches von Clausewitz[1], dass der Verteidiger den „Krieg beginnt und zugleich beendet.[2]“. Er sieht, dass der Angreifer etwas begehrt, was der andere besitzt. Diese Gier entsteht aus der Nachahmung des Gegners, der sein Land liebt. Diese Liebe wird nachgeahmt. Der Angreifer begehrt das Land, fällt in das Land ein und muss mit Widerstand rechnen. Ein Angriff auf ein Land, das sich nicht verteidigt, ist kein Krieg, sondern ein Raubzug. Wobei bei einem Raubzug auch Gräuel vorkommen. Krieg ist also Angriff und Verteidigung.

Marc Chagall, Krieg, 1966

Diese Auseinandersetzung wurde versucht durch Gesetze zu regeln. Im Kriegsrecht[3] dürfen Gegner, „Kombattanten“ angegriffen werden, aber nicht Zivilisten. Wer unbewaffnete Zivilisten verletzt oder tötet, begeht ein Kriegsverbrechen. Soldaten müssen mit Abzeichen wie Armschleifen erkennbar sein.

Clausewitz und Girard sehen im Krieg eine Dynamik der Zerstörung „bis zum Äußersten“. Wenn der Hass, die Leidenschaften groß und größer werden, werden ganze Städte dem Erdboden gleichgemacht, Menschen gefoltert und vergewaltigt. Im Krieg herrscht weniger Vernunft, sondern viel mehr Gewalt und Leidenschaft.

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Sich gegen Putin wehren

Meine Einstellung zum Militär hat sich geändert. Ich habe in den 70er Jahren den Wehrdienst verweigert, weil ich mir nicht vorstellen konnte, auf andere Menschen zu schießen.
Auch herrschte der „Kalte Krieg“, was für Europa bedeutete, dass die Großmächte sich bedrohten, aber keinen heißen Krieg führten.

Jetzt hat die Großmacht Russland den Nachbarstaat Ukraine mit einem Heer überfallen und ich merkte, dass ein gutes Heer zur Abschreckung eines möglichen feindlichen Angriffs wichtig ist.

Aber wie ist ein Verteidigungskrieg mit meinem christlichen Glauben vertretbar? Darf ich andere angreifende Soldaten töten? Das ist eine Frage des Gewissens. Wenn Jesus in der Bergpredigt Beispiele bringt, dann sind es meist Situationen im Privatbereich, wo er zum gewaltlosen und kreativen Handeln Anstöße gibt (Mt 5,1-7,29). In der Geschichte Europas hat man versucht, die Kriege durch Gesetze zu regeln. In den Kriegsregeln und im Völkerrecht sehe ich das Handeln von Menschen, die das Gute wollen, aber auch das Wirken des Heiligen Geistes und die Vergegenwärtigung des Handelns Jesu und dessen Passion.

Als Christ möchte ich den Kriegsopfern helfen (Caritas), aber auch die Aggressoren abhalten, Blut zu vergießen. Ein Verteidigungskrieg kann meiner Ansicht nach sinnvoll sein, z.B. als letztes Mittel zur Wiederherstellung des Rechts und wenn es Aussicht auf Erfolg gibt.

Marc Chagall, Der Krieg
Marc Chagall, Der Krieg


Auch gibt es im Krieg selbst internationale Gesetze, die einzuhalten sind und die Kriegsverbrechen verhindern sollen. Gut erklärt das der Völkerrechtswissenschafter Ralph Janik in der ORF TV-Thek und in seinem Blog (auch in meinem Blog gibt es eine Übersicht).

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Der dunkelste Tag für die Welt

Russland bricht mit dem Angriffskrieg alle internationalen Regeln. Putin befiehlt ohne Grund in die Ukraine einzumarschieren. Er bringt den Tod. Über Luft und Land, vom Osten, vom Norden über Belarus, vom Süden über die Schwarzmeerküste. Nichts rechtfertigt das Blutvergießen. Er hat Blut an den Händen.

Reaktion auf die Aggression

Die Reaktion von Europa und der Welt ist Fassungslosigkeit, aber auch starke Gegenmaßnahmen: Ein volles Paket massivster Sanktionen wird eingesetzt: im Bankenbereich, in der Hochtechnologie und gegen Personen, die diesen gewissenlosen Angriff beschlossen und unterstützt haben.

Humanitäre Hilfe

Genauso wichtig ist die humanitäre Hilfe. Michael Landau von der Caritas: „In der Ukraine droht eine humanitäre Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Hilfe wird jetzt dringend gebraucht! Das zweitgrößte Land Europas befindet sich im absoluten Ausnahmezustand! Dieser Krieg ist eine Niederlage für die Menschlichkeit! Ein Krieg, den die Menschen in der Ukraine nicht verursacht haben und den sich niemand im Land gewünscht hat, ist nun eingetreten. Die Menschen in der Ukraine benötigen nun dringend unsere Unterstützung. Und sie benötigen diese Hilfe rasch!“

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Der alte Äon mit den falschen Messiasse wird erschüttert

Ich lese gerade „Weltuntergang und Wiederkunft Christi. Eine mystagogisch-dramatische Auslegung der Markusapokalypse (Markus 13)“ von Willibald Sandler
https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/1220.html#_ftnref31

Der alte Äon mit den falschen Erlöserfiguren (Trump, Orban, Putin, Erdogan, Xi Jinping, Kim Jong-un) wird erschüttert, aber nicht ersetzt, sondern transformiert: um eine neue Mitte.

Die guten Kairoi im Leben ermöglichen tiefe Erfahrungen des guten Endes.

 

Gott ruft Trump, Putin, Merkel, Kern, Kurz, Strache, Pilz

Sebastian Kurz und Christian Kern sind von Gott wie alle berufen an einer liebevollen Kultur zu bauen.

Gott arbeitet im Hintergrund an der Welt und an uns. Diese Erfahrung habe ich heute gemacht. Ich wollte etwas zur Trennung von Politik und Religion schreiben. Aber als ich heute in der Früh mein Herz Gott öffnete, bekam ich eine bessere Idee: Wir sind doch alle von Gott berufen, auch die Politikerinnen und Politiker. Gott ist der beste Politikberater für Putin, Merkel, Trump, Kurz, Kern und Strache, wenn sie ihr Herz für ihn öffnen. Jesus sagt zu den Pharisäern: „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“. Die Pharisäer sollen ihr Herz nicht dem Kaiser, sondern Gott geben. Sie sollen in der Stille für Gott „da sein“. Und der Missionssonntag erinnert an Gottes Zusage an jeden Menschen: Ich liebe dich, du kannst es! Er ermächtigt alle Menschen, in Freiheit eine Kultur der Liebe mit ihm aufzubauen.

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Unruhig ist mein Herz. Wem soll ich es schenken?
Die Pharisäer wollen alle Gebote einhalten, auch das Gebot, nichts Unreines anzufassen. Die Münze, ein Denar, war aber unrein. Trotzdem hielten sie ihn in der Hand. Jesus machte sie auf diese Heuchlerei aufmerksam. Es geht um ihr Herz

In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Als sie das hörten, waren sie sehr überrascht, wandten sich um und gingen weg. (Evangelium nach Matthäus 22, 15-21)