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Ö: Karfreitag wird persönlicher Feiertag

Melker Altarkreuz von Arnulf RainerIn Österreich gibt es bald eine einheitliche Regelung für den Karfreitag. Die Regierung (ÖVP und FPÖ) gibt den Arbeitnehmern (Angestellten und Arbeitern) die Möglichkeit, den Karfreitag oder einen anderen Tag als persönlichen Feiertag beim Arbeitgeber zu beantragen. Dieser muss zustimmen.

In Österreich haben Arbeitnehmer 5 Wochen Urlaub. Bei einer 5 Tage-Woche sind dies 25 Urlaubstage. Wenn ein persönlicher Feiertag als Urlaubstag konsumiert wird, bleiben 24 Urlaubstage übrig.

Dann gibt es noch folgende Reglung: „Sollte der Arbeitnehmer auf Wunsch des Arbeitgebers, verursacht durch dringende betriebliche Gründe, dennoch an diesem selbst gewählten ‚persönlichen Feiertag‘ freiwillig seiner Arbeit nachgehen, so erhält er für diesen Tag sämtliche Vergütungen wie an jedem anderen Feiertag. Der Urlaubsanspruch bleibt selbstverständlich bestehen. Damit erhält der Arbeitnehmer stattdessen einen anderen Urlaubstag“. Das heißt, der Arbeitnehmer erhält dann einen Feiertagszuschlag für einen Urlaubstag.

Diese Regelung ist die Reaktion auf das EuGH-Urteil, das den Karfreitag als Feiertag allein für die evangelischen und altkatholischen Arbeitnehmern als diskriminierend für die anderen kippte. Ein zusätzlicher Feiertag oder ein halber Feiertag ab 14:00 Uhr wären die anderen Alternativen gewesen. Wenn die Regierung nichts gemacht hätte, wäre für alle der Karfreitag zu einem Feiertag geworden.

Evangelische und altkatholische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlieren nun einen  Feiertag.

Diese Regelung sieht vor, dass die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer drei Monate vorher den persönlichen Feiertag beantragen muss. In diesem Jahr wird diese Frist verkürzt.
Regierungskoordinatoren Gernot Blümel (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ): „Mit einem ‚persönlichen Feiertag‘ soll die Religionsausübung ermöglicht werden.“

Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Gewerkschaft, Arbeiterkammer und SPÖ kritisieren diese Regelung, die Kirchen finden sich anscheinend mit dem Kompromiss ab.

Jesus_leidetDer Karfreitag ist der Passions- und Todestag Jesus. Er ist für Christen und Christinnen ein trauriger Tag. Der Sohn Gottes, der die Liebe brachte, wird ermordet.

Grundsätzlich werden diese Ostertage nach dem Mondkalender begangen. Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach Frühlingsvollmond.
Die Tage der Vorbereitung sind die 40 Tage der Fastenzeit. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Die Sonntage sind keine Fastentage. Man kann als Katholikin oder Katholik an Freitagen vegetarisch essen, den Kreuzweg besuchen und am Karfreitag sich nur einmal satt essen. Das gilt nicht für Kinder, Kranke und Alte.
Am Palmsonntag wird der Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert, Jesu Passion in verschiedenen Rollen vorgelesen und es beginnt die Karwoche. Am Gründonnerstag wird mit Jesus das Abendmahl gefeiert und an die Verhaftung Jesu gedacht. Der Karfreitag ist der traurige Tag des Todes Jesu: „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.“

Am Abend des Samstags beginnt die Osternacht mit der Auferstehungsfeier und am Ostersonntag erscheint Jesus den Frauen und dann den Männern am Grab. Mit dem Ostersonntag beginnt die 40-tägige Osterzeit bis Christi Himmelfahrt. Am Ostermontag erscheint Jesus den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus und dann immer wieder bis Christi Himmelfahrt. 50 Tage nach Ostern wird Pfingsten gefeiert (Pentekoste – 50), an dem der Heilige Geist auf die Jünger herabkam. 60 Tage nach Ostern wird am Fronleichnamstag der Leib Jesu Christi, der ganz Gott und ganz Mensch war, in der Gestalt des Brotes verehrt. Wenn das Brot gebrochen wird, wird der Karfreitag zur Gegenwart. Wenn das Brot hochgehalten wird, wird Kreuz und Auferstehung gegenwärtig.

In der katholischen Kirche wird am Karfreitag am Nachmittag der Kreuzweg gefeiert. 15:00 beginnt die Todesstunde. Am Abend wird die Leidensgeschichte Jesu gelesen, die Kommunion empfangen, das Kreuz verehrt und beim Grab gebetet.
In der evangelischen Kirche wird durch die Predigt gegenwärtig, dass Jesus Christus für uns gestorben ist. Deswegen wurde früher nur am Karfreitag das Abendmahl gefeiert: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird.“

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Kinder, Kranke, Kreuze

KreuzinderHandMein Bruder liegt zurzeit im Krankenhaus, er kann nicht mehr viel reden. Am Dienstag habe ich ihm ein kleines Kreuz aus Olivenholz mitgebracht. Er hat es ganz fest in seiner Faust gehalten. Zum Abschluss meines Besuches fragte ich ihn, ob ich das Kreuz auf den Nachttisch legen soll. Er hielt das Kreuz aber ganz fest und ließ es nicht los. Es ist für mich ein Zeichen, dass wir uns an Christus ganz fest anhalten können und sollen. Das hat Folgen im Alltag.
Von den ersten Jüngern wird erzählt, dass sie darüber redeten, wer von ihnen der Größte sei. Jesus sagte: Wer der Größte sein will, soll der Diener aller sein. In den Mitmenschen kommt uns Jesus entgegen. „Du bist nicht allein. Ich bin mit dir.“

Jesus stellt ein Kind in die Mitte und sagt: Wer ein unscheinbares Kind aufnimmt, nimmt mich auf und den, der mich gesandt hat.
(Heute würde er den Missbrauch an Kindern anklagen und sagen: Wer ein Kind missbraucht, missbraucht mich und meinen Vater. Hört die Klagen! Der Wiener Dechant Jansen schreibt im aktuellen Sonntag, der Kirchenzeitung dazu: Sie töten Jesus.)