Archiv der Kategorie: Kinder

Sehnsucht nach Liebe und Frieden

Jesus im Tempel, Simeon und Anna freuen sich

Ich habe mir mit netten Freunden die Oper Rusalka angesehen, in der eine Wassernixe und ein Prinz sich verlieben. Beide werden unglücklich. Er stirbt durch ihren Kuss und sie wird ein Irrlicht im Wald. Erlösung ist nicht zu erkennen. Nur zuletzt bittet sie, dass der ewige Gott seiner Seele gnädig sein soll. Die Wassernixe Rusalka wird aber nicht erlöst. Sie wartet noch immer voll Sehnsucht auf ihre Befreiung.
Wie viele Menschen sind unglücklich in ihren Beziehungen, müssen sich trennen, oder können sich nicht trennen. Sie sehnen sich danach, geliebt zu werden. Aber die Liebe eines anderen Menschen allein löst nicht alle Schwierigkeiten. Es braucht auch die Erlösung von Gott.
Ich bin fasziniert von jenen zwei Menschen, die solche Sehnsucht nach Erlösung hatten und die gleichzeitig auch so verbunden mit Gott und dem Heiligen Geist waren, dass sie in ihrer Umgebung etwas erkennen konnten, das sonst keiner sah. Die beiden, der Prophet Simeon und die Prophetin Hanna erkennen im kleinen neugeborenen Jungen Jesus den erlösenden Messias. Ich frage mich, wie sie diese große Sehnsucht nach Erlösung und dieses große Vertrauen auf Gott durchhalten konnten.

Simeon war anscheinend ganz tief verbunden mit dem Heiligen Geist. Dieser gab ihm die Botschaft, dass er nicht sterben wird, bis er den Erlöser sehen kann. Er ließ sich vom diesem Gottesgeist führen und im Tempel sah er das Kind, nahm es voll Freude in seine Arme und dankte Gott: „Nun lässt du mich in Frieden sterben. Ich habe den Erlöser gesehen.“

Ähnlich erging es der 84 jährigen Witwe Hanna, die ununterbrochen liebevoll und mit Hingabe im Tempel Gott mit Fasten und Beten diente. Auch sie sah voll Freude das Kind und zeigte es allen anderen, die auch wie sie auf die Erlösung warteten. Ich bemerke viele Menschen, die verzweifelt sind und vereinsamen. Dem Propheten Elias ist es so ergangen. Da braucht es einen Engel, der zu ihnen kommt und ihnen sagt: Steh auf, iss, trink und geh zum Berg Gottes! Egal, wie alt du bist. Du hast eine Aufgabe!

Da war doch was im Urknall

Ich liebe den Beginn des Johannesevangeliums. Es heißt dort, dass der Gottessohn am Herzen des Vaters ruht und uns, die Verlorenen im Universum zu Kindern Gottes macht. Es beginnt mit dem Anfang des Universums, dem Urknall und dass etwas im Urknall war. Es heißt dort „im“ Anfang und nicht „am“ Anfang. Im Anfang war etwas. Der ursprüngliche Anfang des Universums hatte etwas in sich. Er war nicht nur ein einfacher Punkt, mit dem alles begann, sondern da war etwas drinnen, das mit diesem Anfang mit ging. Die Physik klärt uns auf, dass das Universum mit einem unendlich heißen Punkt begann. Im sogenannten Urknall war aber auch etwas Zusätzliches. In diesem Anfang war, so glaube ich und so sagt es das Johannesevangelium, das Wort, im Griechischen: Ho Logos. Der Logos hat eine umfassende Bedeutung: Logos bedeutet nicht nur Wort, sondern auch Logik, Lehre und Vernunft. Dieser Logos, der im Urknall war, ist der Gottessohn. Er war nicht nur bei Gott, am Herzen des Vaters, er war sogar Gott und wurde ein Mensch vor 2000 Jahren.

Ich war verloren. Er wurde mein Retter.
Schon im ersten Anfang war der Retter der Verlorenen drinnen. Dieser Retter wurde mein Bruder und Freund. Ich kann nicht anders als Danke sagen.
Auch im Anfang des Neuen Jahres 2020 war der Retter der Verlorenen. Deswegen macht es Sinn, uns einander im Vertrauen auf ihn viel Glück, Gesundheit, Freude und Gottes Segen im Neuen Jahr zu wünschen!

Königlich
Durch die Begegnung mit dem Gottessohn sind wir zu Königinnen und Könige geworden, singen mit den Sternsingern und mit Jesus für die Verlorenen und preisen die Herrlichkeit Gottes.

Ehe als Liebe zu dritt

Ich höre von vielen Beziehungen, die zerrüttet sind. Nicht immer ist der Individualismus der Grund. Es kann die Paarbeziehung auch an der Überforderung zerbrechen. Wenn es hingegen gut geht und Frau und Mann sich im Raum der Liebe bewegen, kommt es zu einem wunderbaren Wesen: Ein Kind erblickt das Licht der Welt. Die Stabilität einer Beziehung hängt nicht nur davon ab, ob man sich füreinander entschieden hat, ob man einander liebt und Kinder auf den Weg bringt. Die Beziehung hält, wenn auch Gott die Herrlichkeit schenkt. Die Paare schauen nicht nur aufeinander, sondern auf den Vermittler der Liebe Gottes, auf Christus. Die Ehe besteht dann trotzdem nicht nur aus süßen Zeiten, aber meine Erfahrung zeigt mir, dass unsere Blicke in den weiten Horizont jenseits dieser Welt gehen müssen. Von dort kommt die Gnade des Gottes, der die dreifaltige Liebe tanzt. Die drei Figuren in Gott zeigen, dass zwei liebende Personen nur mit einer dritten Person eine Gemeinschaft bilden. So besteht auch die Ehe aus drei Personen, aus Frau, Mann und dem anwesenden unsichtbaren Gott. Daraus erwachsen Kinder – und Kreativität.

Kinder, Kranke, Kreuze

KreuzinderHandMein Bruder liegt zurzeit im Krankenhaus, er kann nicht mehr viel reden. Am Dienstag habe ich ihm ein kleines Kreuz aus Olivenholz mitgebracht. Er hat es ganz fest in seiner Faust gehalten. Zum Abschluss meines Besuches fragte ich ihn, ob ich das Kreuz auf den Nachttisch legen soll. Er hielt das Kreuz aber ganz fest und ließ es nicht los. Es ist für mich ein Zeichen, dass wir uns an Christus ganz fest anhalten können und sollen. Das hat Folgen im Alltag.
Von den ersten Jüngern wird erzählt, dass sie darüber redeten, wer von ihnen der Größte sei. Jesus sagte: Wer der Größte sein will, soll der Diener aller sein. In den Mitmenschen kommt uns Jesus entgegen. „Du bist nicht allein. Ich bin mit dir.“

Jesus stellt ein Kind in die Mitte und sagt: Wer ein unscheinbares Kind aufnimmt, nimmt mich auf und den, der mich gesandt hat.
(Heute würde er den Missbrauch an Kindern anklagen und sagen: Wer ein Kind missbraucht, missbraucht mich und meinen Vater. Hört die Klagen! Der Wiener Dechant Jansen schreibt im aktuellen Sonntag, der Kirchenzeitung dazu: Sie töten Jesus.)

Wir kümmern uns um andere

16569275341_6a5261c0fe_bDer Fisch stinkt vom Kopf. Eine Firma, die schlecht geführt wird, hat viele Krankenstände. Das Arbeitsklima wird von der Leitung geprägt. Gute Leiter kümmern sich nicht nur um ihre Leute. Sie haben einen Blick dafür, wer am Rand steht oder wer in Gefahr gerät, unter die Räder zu kommen.
Bei Jesus und bei den Propheten werden die guten Hirten zu Vorbildern für diejenigen, die für die Schwächeren verantwortlich sind. Sie gehen den Verlorenen nach, bis sie sie finden. Sie stellen wie Jesus die Kranken und die Kinder in die Mitte.
Junge Erwachsene stellen Kinder und Jugendliche in die Mitte und wagen den Aufbruch ins Unbekannte. 15 junge Erwachsene beginnen in Kürze ihren Freiwilligendienst im Ausland beginnen. Im Rahmen von „VOLONTARIAT bewegt“ werden sie in Kinder- und Jugendsozialprojekten der Salesianer Don Bosco in Afrika, Asien oder Lateinamerika tätig werden.

Frauen setzen sich durch

Elisabet und Zacharias mit ihrem Sohn Johannes, gemalt von Louis Jean Francois

Elisabet und Zacharias mit ihrem Sohn Johannes, gemalt von Louis Jean Francois

Die Frauen in der christlichen Geschichte wurden keine Priesterinnen, aber sie setzten sich gegen die Normen der Gesellschaft durch wie die schwangere Maria, die sich in ihrer Familie durchsetzte oder Elisabet, die ihrem Sohn entgegen der Meinung der Verwandtschaft den Namen Johannes gab.
Da ich auch Johannes heiße, fragte ich mich, wer mir den Namen Johannes oder Hannes gegeben hat, mein Vater oder meine Mutter.
Gestern rief ich meine Mutter an. Sie erzählte mir, dass sie mir den Namen Johannes gegeben hat, weil ihre Freundin einen „feschen Burschen“ kannte, der Hannes hieß. Vielleicht sollte ich auch ein „fescher Bursche“ werden. Was mein Vater dazu sagte, ist unklar. Seine Schwester, eine Franziskanerin, gab mir als zweiten Namen „Maria“. Damit aber mein Vater nicht zu kurz kommt, bekam ich noch seinen Namen „Leopold“. Ich bin mit diesen drei Namen sehr zufrieden.

Vielleicht liebte Elisabet den Namen Johannes, weil er „Gott ist gnädig“ bedeutet. Sie hat ja im hohen Alter das Kind bekommen. Als ihr Mann sein Herz öffnete und sein Einverständnis für den Namen Johannnes gab, wurde er von seiner Stummheit geheilt. Ich frage mich, ob in dieser Geschichte nicht der Finger Gottes im Spiel war.

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