Archiv der Kategorie: Gottesliebe

Gib mir Liebe ins Herz

Eine junge Frau erlebt, dass ihre Mutter sie nur heruntermacht und alles bei ihr bekrittelt. Sie zeige überhaupt keine Liebe, die sie so nötig hat. Sie besucht ihre Mutter nicht oft. Das Herabwürdigen hält sie nicht aus.
Eine Frau um die dreißig ist traurig, dass ihr Mann immer mehr Alkohol trinkt, die Abmachungen nicht einhält, sie auch anlügt. Sie muss sich von ihm trennen, um nicht in den Teufelskreis der Co-Abhängigkeit zu kommen.
Wie können wir mit anderen umgehen, nicht in Hass verfallen und vielleicht sogar andere Menschen lieben? Ich denke, die Liebe beginnt mit dem Satz: „Ich möchte, dass es dir gut geht.“ Das wird nicht nur gesagt, sondern die Liebe wird zu einem Tätigkeitswort. Das Handeln geschieht dann im gegenseitigen Austausch. Mit einem Freund sprach ich über die Situation in den christlichen Gemeinden und wir bemerkten, dass wir mehr „Austauschgruppen“ brauchen, in denen wir uns im Glauben und im Vertrauen bestärken. In solchen Gruppen können wir uns in liebevoller Atmosphäre austauschen und einen Raum für das Handeln Gottes öffnen. Das kann wunderschön werden
Lied „Gib mit Liebe ins Herz, lass mich leuchten“ (Link)

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Ich liebe dein Geheimnis

Einige sehen sich vom Schicksal stiefmütterlich behandelt. Sie sehen, dass andere es in ihrem Leben besser haben, ihnen viel mehr zufällt. Sie vergleichen sich mit anderen, ärgern sich, empfinden Neid und Eifersucht, entwickeln einen Hass auf andere und auch auf sich selbst. „Warum passiert das gerade mir?“ Nun, was kann man dagegen tun? Es gibt viele Selbsthilfemethoden, die gut sind, aber nur Ratschläge und Tipps beinhalten wie „Nehme den Neid nur wahr.“ „Verurteile dich nicht.“ Im Christentum gibt es das auch, aber es gibt eine Lösung, die intensiver ist.

Sie geht davon aus, dass wir grundsätzlich auf andere, auf ein „Du“ schauen. Wenn wir aber auf Menschen schauen, die mehr haben oder mehr wollen, werden wir neidisch. Wenn wir hingegen auf Christus schauen, der auf dem Weg zu seinem Vater ist, dann haben wir ein „Du“ vor uns, bei dem wir nicht neidisch oder eifersüchtig werden müssen. Er nimmt uns mit in die göttliche Sphäre.

Auch sehen wir in seinem Licht in jedem Nächsten eine geheimnisvolle Anwesenheit Gottes, sodass wir den Nächsten lieben können ohne auf ihn neidisch zu werden. Der litauisch-französische Philosoph Emmanuel Levinas (1906-1995) schreibt: „Einem Menschen begegnen heißt, von einem Rätsel wachgehalten zu werden.“ Für mich ist dieses Rätsel Gott: Gott im Anderen.