Archiv der Kategorie: Jesus

Gebrochene Herzen heilen

Christl hat uns letzten Sonntag durch die Kirche zum Hochaltar geführt. Sie zeigte über uns das Fenster, in der der Heilige Geist in Form einer Taube dargestellt ist, und stimmte ein selbstkomponiertes Lied an: „Heiliger Geist, erfülle uns, komm in unser Denken, unser Herz, unser Tun.“ Ich war sprachlos.

Der Geist Gottes soll zu uns in unser Herz kommen. Das macht ihn zu unserem Freund. Er soll auch in unser Tun und Denken kommen. Da leitet er uns an wie die Menschen der Bibel: Lukas untersucht sorgfältig alles, was sich unter ihnen ereignet und „erfüllt“ hat und hört auf die Augenzeugen.

Jesus bezieht den Bibeltext Jesaja 61,1-2 auf sich, dass der Geist Gottes auf ihm ruht und dass er den Armen nicht nur eine gute Nachricht bringt, sondern dass er heilend wirkt, die Trauernden tröstet, die gebrochenen Herzen heilt, die Zerschlagenen in Freiheit setzt. Nun, das wäre doch ein Abenteuer, wenn der Geist Gottes nicht nur auf Jesus ruht, sondern auch auf uns und wir mit ihm die Trauernden trösten, die Ängstlichen bestärken, die Einsamen besuchen und die gebrochenen Herzen heilen.

Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 1) – feinschwarz.net

Jesus hat keine Priester geweiht. Und doch ist die römisch-katholische Kirche von sazerdotalen Vorstellungen geprägt. Martin Ebner geht den Spuren des andersgearteten jesuanischen Erbes im Neuen Testament nach – eine ‚gefährliche Erinnerung‘ an die ältesten Traditionen des Christentums in zwei Teilen!

Quelle: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 1) – feinschwarz.net

Nun wissen wir aus der Religionsgeschichte, dass Religion Kult und Rituale braucht (siehe Eckhard Nordhofen, Corpora). Eine Herausforderung der Christenheit besteht darin, Kult und Rituale (Eucharistie, Predigt) demokratisch zu organisieren und auf zölibatäre Priester und Hierarchie zu verzichten.

Über die Hochzeit von Kana

Der Sohn Gottes sorgt für Fülle

Christa Chorherr: Heute möchte ich Ihnen von der Hochzeit zu Kana erzählen. Die Hochzeit zu Kana ist ein Teil des Johannesevangeliums aus der Bibel, die davon berichtet, wie Jesus von Nazareth als Gast einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt.

Bei der Hochzeitsfeier eines namentlich unbekannten Paares in Kana sind auch Jesus, seine Jünger und seine Mutter Maria anwesend. Das war sicher eine der großen orientalischen Hochzeiten, wie sie auch heute noch gefeiert werden, dabei wird „die ganze Umgebung“ eingeladen und diese Hochzeitsfeiern erstrecken sich auch über mehrere Tage. Da kann es schon vorkommen, dass Wein und/oder auch Nahrungsmittel knapp werden.

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Taufe Jesu: Baden für den Frieden?

Viele Menschen baden gerne. Ich auch. hinein ins Wasser, auch wenn es ein wenig kalt ist. Der Körper gewöhnt sich daran. Jesus tauchte im Jordanwasser unter. Das Wort Taufe bedeutet untertauchen. Das Wasser des Jordans ist etwas Besonderes. Ich habe eine kleine Flasche noch immer aufbewahrt. Auch von Freunden habe ich eine Flasche Jordanwasser bekommen. Viel verwenden es für die Taufe. Durch den Jordan ist das Volk Israel in das gelobte Land eingezogen. Auch wurde der leprakranke Naaman durch Untertauchen im Jordan geheilt. Durch die Taufe bekommen wir den Heiligen Geist, der uns in die Hintergründe Gottes einführt. Da erkennen wir, dass Jesus auch Gott ist. Daher könnte man sagen: Gott lässt sich von Johannes im Jordan taufen. Wobei wir nicht lesen, dass er das für sich tut, sondern für uns. Gott zeigt sich uns im Fluss. Er zeigt sich im Fluss der Geschichte. Gott zeigt sich in der Menschheitsgeschichte. Er taucht in die Menschheitsgeschichte ein. Er taucht auch in unsere persönliche Biographie ein. Wir bilden, wenn wir in seinem Geist leben, seinen Körper. Wir wirken damit in der Friedensgeschichte mit. Wir können ihn in unserer Geschichte erkennen. Einige von uns erkennen ihn im Untergang des Faschismus und des Nationalsozialismus, im Fall der Mauer, im Untergang des Stalinismus, in den Friedenszeiten, in der Aussöhnung in Europa, sogar in der Aussöhnung im Nahen Osten. Das alles geschieht durch das Eintauchen Gottes in die Geschichte.

Heilige Drei Könige: Aufbruch in eine lichte Zukunft

Abraham ist aufgebrochen, weil ihm Gott ein gutes Land und viele Nachkommen versprochen hat. Viele unserer Vorfahren sind nach Amerika, dem Land der großen Versprechungen aufgebrochen. Aus einem anderen Grund sind die Sterndeuter aufgebrochen. Sie suchten das göttliche Königskind.

Heute kam mir der Gedanke, dass ich mit anderen aufbreche. Es bewegt mich, wenn ich daran denke, dass wir alle jetzt mit Gottes Geist aufbrechen, um das göttliche Jesuskind besuchen. Ich stelle mir vor, dass wir wie die Sterndeuter voll Freude uns bei Maria und dem göttlichen Kind treffen, Jesus preisen und loben und ihm königliche, priesterliche und ärztliche Geschenke wie Gold, Weihrauch und Myrrhe bringen.

Das ist der Anfang. Wir werden, so hoffe ich, trotz allem Schwierigen, eine helle Zukunft erleben.

Er bringt die Zukunft

Der Astrophysiker Arnold Hanslmeier ist Wissenschaftler am Institut für Physik der Universität Graz, der in seinen Büchern und Vorträgen die Faszination astronomischer Erkenntnisse allgemein verständlich kommuniziert. In seinem Buch „Dimensionen des Weltalls“ beantwortet er die 250 spannendsten Fragen der Astronomie. Ich hörte ihn in Ö1. Die meisten Astrophysiker sagen, erst im Urknall begann Raum und Zeit. Die Physik findet deshalb seit Einstein die Frage nach dem, was vor dem Urknall war, als nicht zu beantworten. Anders die Theologie. Sie befasst sich mit Gott, der das Universum erschafft und damit vor dem Urknall seine Entscheidungen trifft. Nächsten Sonntag werden zwei Erzählungen vorgelesen, die den Anfang des Universums besingen. Bekannt ist das Lied im Johannesevangelium, das mit „Im Anfang war das Wort“ beginnt. Nicht so bekannt ist das Lied des Epheserbriefes, in dem ich lese: „Gott hat uns erwählt vor der Grundlegung der Welt“.

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Sehnsucht nach dem Christkind

Es war für viele Kinder und Jugendliche ein schweres Jahr. Während die Pandemie kein Ende zu nehmen scheint, ist mehr als sonst Trost notwendig. „Im zweiten Jahr des Ausnahmezustands ist das Magische, das das Christkind umgibt, vielleicht wichtiger denn je. Hat es hierin dem Weihnachtsmann etwas voraus?“

David Novakovits, katholischer Religionspädagoge: Eine Schülerin der Unterstufe habe von der Erfahrung gesprochen, „dass da jemand außer deinen Eltern ist, der dich mag und an dich denkt“. Im Prinzip sei doch die christliche Botschaft von Weihnachten genau das, „dass unser menschliches Dasein für jemanden wichtig ist, dass Gott selbst sogar in dieses Dasein tritt. Dass die Welt also nicht einfach ein stahlhartes Gehäuse ist, sondern etwas, mit dem man in Beziehung treten kann.“ Für Kinder ist das umso einfacher, wenn dieses Etwas, dieser Jemand ein anderes „Kind“ ist.

Quelle: Sehnsucht nach dem Christkind, ORF.at

Gott macht unsere Armseligkeit herrlich.

Es ändert sich alles im armen Betlehem, wenn der der Schöpfer der Welt ein kleines Kind wird. Gott kommt in unsere Armseligkeit und bringt seine Herrlichkeit.
Die Futterkrippe wird zum göttlichen Licht, der Stall wird zum himmlischen Paradies, das Stroh wird zum Flügelschlag der Engel, was klein und arm wird groß und himmlisch.

Der große Schöpfer der Welt wird ein kleines Kind in unserer Welt. So kann sein Geist uns erfüllen, die Welt erneuern und das Kleine in der Welt groß machen. Es wird sein, als hätt der Himmel die Erde still geküsst, – dass sie im Engelschimmer von ihm nun träumen müsst.

Ich wünsche dir, liebe Leserin, lieber Leser die Erfahrung, dass Gott dich liebt und das Christkind in deinem Herzen und in deiner Welt geboren wird.

Da hüpfte das Kind in meinem Körper

Maria und Elisabet

Niemand ist eine Insel, schrieb Mario Simmel. Aber jede und jeder hat seine eigene Welt. Es gibt Menschen, die schwer unter der Vereinsamung leiden. Es gibt aber auch Personen, die sich ihr Leben gut eingerichtet haben. In der Telefonseelsorge rufen Personen an, die unterschiedlichen Faktoren die Schuld an ihrer Einsamkeit angeben: „Die ganze Welt ist schlecht.“ „Ich bin bei schlimmen Eltern aufgewachsen.“ Ich gehe im Gespräch ihrer Geschichte nach und schaue, wo Ausnahmen auftauchen. Dies kann helfen, einen kleinen Schritt hinaus zu machen.

Es gibt auch religiöse Hilfen, die ich selbst erfahren habe. Ich sehe mich von Gott gerufen, als Mensch unter Menschen zu leben. Ich merke, dass er mir sehr geholfen hat, meine individuelle Realität anzunehmen, auf andere zuzugehen und in den anderen ihn, den verborgenen Gott, zu entdecken. So wie schwangere Elisabet in Marias Körper den kleinen Jesus als ihren Gott entdeckt hat und uns das mitgeteilt hat: „Die Mutter meines Gottes kommt zu mir! Da hüpft das Kind in meinem Körper.“

Vorgeschmack auf das, was kommt

Durch die Corona-Epidemie, wegen dem Leiden und Sterben frage ich mich immer wieder: Was ist der Sinn des Lebens? Auch anlässlich dreier Todesfälle fragte ich mich am Friedhof, ob alle diese Toten von Jesus auferweckt werden. Wolf Biermann singt: Das kann doch nicht alles gewesen sein, das bisschen Sonntag und Kinderschrein.

Auch bei einem Gespräch mit einem Freund ging es um die Frage, was mich nach dem Tod erwartet. Ich glaube fest, dass wir ein großes Fest mit Jesus feiern werden. Meine Gesprächspartner sagen immer: Das wissen wir nicht und das Fest soll auch vor dem Tod sein. Ja, es ist nicht ein Wissen, das bewiesen werden kann, aber für mich ist es Gewissheit und das Fest vor dem Tod ist ein Vorgeschmack des grandiosen Festes nach dem Tod. In diesem Leben haben wir eine Vorspeise, nach dem Tod bringt uns Jesus die Hauptspeise und die süße Nachspeise.

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Der Geist heilt

In der Telefonseelsorge rufen mich Menschen an, die einsam sind, vor einer schwierigen Entscheidung stehen, körperlich oder seelisch krank sind. Einige können eine fixe Idee, unter der sie leiden, nicht loslassen. Ich kann ihnen zuhören, aber heilen kann ich sie nicht. Anders war das bei Jesus, er hörte den Kranken zu und heilte sie.

Das war vor 2000 Jahren. Was ist jetzt? Wir haben jetzt den Heiligen Geist. Ihn hat er als seinen Nachfolger geschickt. Fünf Firmlinge sind letzten Sonntag im Gottesdienst gewesen, die am 14.11. das Siegel des Heiligen Geistes bekommen. Spüren wir diesen Heiligen Geist? Er könnte uns bewegen. Wie nahe ist er uns? Es kann sein, dass er uns die heilende Kraft Gottes bringt. In der Messe bittet der Priester Gott, dass der Heilige Geist auf die Gaben von Brot und Wein herabkommt, damit sie Leib und Blut Jesu werden.

Kann es sein, dass wir den Heiligen Geist auf die Kranken herabflehen können, damit die Kraft Gottes die Kranken heilt? Ich denke an eine Frau, die unter dem Krebs leidet und flehe zum Heiligen Geist, dass er die heilende Kraft Gottes auf sie kommen lässt. Heiliger Geist, komm! Ich denke an einen vereinsamten Mann, der unter dieser Verlorenheit leidet. Heiliger Geist, komm auf ihn herab! Vertreibe seine Angst! Heile ihn mit deiner Kraft!

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