Archiv der Kategorie: Bischöfe

Martin, sein Mantel und seine Gänse

Martin von Tours ist der Patron der Bettler, der Geächteten, Kriegsdienstverweigerer und des Burgenlandes.
Geboren vor 1.700 Jahren, um 316/17 in Szombathely (Steinamanger) in Pannonien/Ungarn, verbrachte er seine Jugend als Soldatensohn in Pavia. Martin diente als Offizier in einer römischen Eliteeinheit.
Ein Schlüsselmoment machte ihn weltberühmt: Vor den Toren Armiens zerschnitt er mit dem Schwert seinen Mantel und teilte ihn mit einem Bettler, der ohne ihn erfroren wäre. In der Nacht erschien ihm Christus – in der Gestalt des Bettlers, wie um zu sagen: „was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan.“ Bald darauf empfing Martin die Taufe. Als Einsiedler wurde er sehr bekannt.
Im Jahre 372 wurde er auf Drängen des Volkes zum Bischof von Tours gewählt. Er hat sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch haben ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten.

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Synodaler Weg fordert Segen für liebende Paare

Segne uns!

Der Handlungstext „Segensfeiern für Paare, die sich lieben“ des Synodalen Weges der katholischen Kirche Deutschlands ist mit sehr großer Mehrheit angenommen worden: 165 Stimmen und 89,19 % Ja, 20 Stimmen und 10,81 % Nein, 10 Enthaltungen, Gesamt 195 Stimmen.
Paare, die in Liebe verbunden sind, sich gegenseitig in vollem Respekt und in Würde begegnen und ihre Sexualität in Achtsamkeit für sich selbst, füreinander und in sozialer Verantwortung auf Dauer zu leben bereit sind, gebührt Anerkennung, Bestärkung und Begleitung.
Es gibt Paare, die sich binden wollen und die für ihre Partnerschaft um den Segen bitten. Dieser Bitte liegt der Dank für erfahrene Liebe und die Bitte für eine begleitete Zukunft zugrunde. Sie ist Ausdruck einer Gottesbeziehung entweder des einen Partners/der einen Partnerin oder aber beider Partner/innen.
Antrag:
Die Synodalversammlung fordert die Bischöfe auf, in ihren Bistümern Segensfeiern von Paaren, die sich lieben und binden wollen, denen aber die sakramentale Ehe nicht zugänglich ist oder die sie nicht eingehen wollen, offiziell zu ermöglichen. Dies gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare auf der Basis einer Neubewertung von Homosexualität als Normvariante menschlicher Sexualität.

Quellen und weiterlesen:
– Handlungstext: https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SV-III-Synodalforum-IV-Handlungstext.SegensfeiernFuerPaareDieSichLieben-Lesung1.pdf
– Andere Texte: https://www.synodalerweg.de/dokumente-reden-und-beitraege
– Synodaler Weg in Deutschland: https://www.synodalerweg.de/

Ich danke dir, Heiliger Geist, dass du den Segen nicht einschränkst, sondern in voller Fülle über die liebenden Paaren ergießt!

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Das muss diskutiert werden: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 2) – feinschwarz.net

Alle sind Priesterinnen und Priester

Jesus hat keine Priester geweiht. Und doch ist die römisch-katholische Kirche von sazerdotalen Vorstellungen geprägt. Martin Ebner geht den Spuren des andersgearteten jesuanischen Erbes im Neuen Testament nach – eine ‚gefährliche Erinnerung‘ an die ältesten Traditionen des Christentums in zwei Teilen!

„Was Jesus den Tod gebracht hat. wurde zum Grundstein des Christusglaubens: das Selbstbewusstsein der Gemeinden, ein Personaltempel zu sein – mit Jesus als Zentrum, aber ohne Tempelinstitution“ und ohne „Riten, die allein menschlichen Priestern vorbehalten sind“.

Typisch für das Neue Testament ist, dass die priesterliche Würde entweder nur einem einzigen zuerkannt wird, nämlich Christus, oder allen gemeinsam.

Erst in der Wende vom 2. zum 3. Jh. (190-210 n. Chr) stellen sich zunächst Episkopen („Bischöfe“), dann auch Presbyter („Priester“) in Analogie zu den alttestamentlichen Priestern dem Volk gegenüber und verlangen 10% Kirchensteuer.

Quelle: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 2) – feinschwarz.net 

Teil 1: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 1)

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Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 1) – feinschwarz.net

Jesus hat keine Priester geweiht. Und doch ist die römisch-katholische Kirche von sazerdotalen Vorstellungen geprägt. Martin Ebner geht den Spuren des andersgearteten jesuanischen Erbes im Neuen Testament nach – eine ‚gefährliche Erinnerung‘ an die ältesten Traditionen des Christentums in zwei Teilen!

Quelle: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 1) – feinschwarz.net

Nun wissen wir aus der Religionsgeschichte, dass Religion Kult und Rituale braucht (siehe Eckhard Nordhofen, Corpora). Eine Herausforderung der Christenheit besteht darin, Kult und Rituale (Eucharistie, Predigt) demokratisch zu organisieren und auf zölibatäre Priester und Hierarchie zu verzichten.

Schwere Vorwürfe gegen Ratzinger zum Umgang mit Missbrauch

Das am Donnerstag, 20. Jänner 2022, vorgestellte Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der deutschen Erzdiözese München belastet nicht nur den jetzigen Erzbischof Reinhard Marx, sondern auch den früheren Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger). Die Anwälte der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) werfen ihm zum einen Fehlverhalten in vier Fällen während seiner Amtszeit als Erzbischof von München und Freising (1977-1982) vor. Zum anderen äußern sie deutliche Zweifel an der von ihm behaupteten Unkenntnis. Diese sei mit den aus den Akten gewonnenen Erkenntnissen bisweilen „kaum in Einklang zu bringen“.

Ich glaube, dass der Heilige Geist der Kirche zeigen will, dass man auf die Missbrauchsopfer hören soll. Selig die Armen. Was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.
Jesus: Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, im Licht hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. (Lukas 12,2-3)
Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien. (Johannes 8,32)

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Ausweg gesucht

Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Zeitung HEUTE am 26.11.2021.

Lange war unser Land nicht mehr so gespalten wie jetzt. Impfen – ja oder nein? Corona-Maßnahmen – ja oder nein? Ein kleines Virus stellt uns vor eine gesellschaftliche Zerreißrobe. Unversöhnt stehen die Positionen einander gegenüber. Nicht nur in der Öffentlichkeit. Der Riss geht quer durch die Familien, den Freundeskreis. Ich erlebe es selber schmerzlich. Das Gespräch wird schwieriger, die Kommunikation bricht ab. Verbissenes Festhalten an der eigenen Position statt ruhiges, sachliches Argumentieren.

Wir brauchen dringend einen Ausweg, ein neues Miteinander. Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. In der Impffrage gibt es nur ein Dafür oder Dagegen. Es liegt aber an uns, wie wir damit umgehen. Ist die Impffrage so wichtig, dass daran Beziehungen, Freundschaften zerbrechen müssen? Wenn wir uns schon nicht vertragen, so ertragen wir uns wenigstens! Etwas mehr Geduld und Respekt täte gut.

Ich habe großen Respekt vor Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal auf den Covid-Stationen. Sie behandeln alle gleichermaßen, Geimpfte wie Ungeimpfte, und zwar schon lange an ihrer eigenen Belastungsgrenze. Ihre Empfehlung, wie wir aus der Corona-Krise herauskommen, ist eindeutig.

Quelle: Ausweg gesucht

Papst Coelestin kritisiert Priesterkleidung

„Wir haben uns von der Masse und von den anderen durch Glaubenswissen, nicht durch Kleidung zu unterscheiden, durch christliches Leben und nicht durch äußerliches Gehabe, durch innere Haltung und nicht durch Beachtung von Äußerlichkeiten.“ Papst Coelestin I in seinem Hirtenwort aus dem Jahre 428. Sich zu unterscheiden war anscheinend immer schon ein Streitpunkt.

Priester müssen keinen Talar oder Kollar tragen, es genügt – eventuell – ein Kreuz am Revers der Jacke.

Anders ist es in der Messe. Das ist die Gemeinschaftsfeier mit Gott-Vater, Christus, dem Heiligen Geist, den Heiligen, den Verstorbenen, den Engeln und allen Menschen. Da dominieren freudige und farbenprächtige Kleidung, die den Festen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten angemessen sind.

Bischof Bätzing: Priester müssen nicht im Zölibat leben.

Bischof Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: Der Zölibat und das Priestertum müssen nicht verknüpft sein. Die Macht muss in der Kirche geteilt und kontrolliert werden. Das System Kirche muss fundamental geändert werden.

Auf das innerkirchliche Systemversagen könne es nur systemische Antworten geben – und zwar fundamentaler Art. Limburgs Bischof Georg Bätzing wünscht sich eine Erneuerung der Kirche, die auch die bischöfliche und priesterliche Macht neu bewertet.

Quelle: katholisch.de

Systemänderung mit dem Heiligen Geist

Sollten die Bischöfe und der Papst auf das konkrete Leben der Menschen hinsehen, werden sie den Heiligen Geist entdecken, ihm in den Menschen dienen und damit auch den Menschen dienen. Dann wird das Weiheamt wirklich ein Dienstamt, ausgeübt von Frauen und Männern, Verheirateten und Unverheirateten.

Komm, Heiliger Geist, zeige uns einen Wandel wie du Brot und Wein wandelst!
Komm, Heiliger Geist, gib uns die Kraft, die Reform der Kirche konkret in kleinen Schritten anzugehen:

Abschaffung des Pflichtzölibats

Weihe von Diakonissinnen

Zulassung von Wiederverheirateten zur Kommunion

Ständige Synoden in den Diözesen

Um Himmels Willen, er darf das doch!!! Priesterinnen berufen!

Ich habe mir nicht gedacht, dass die Sakramentenlehre der katholischen Kirche noch einmal so aktuell wird. Auch dass der alte Augustinus die Kirche wieder beflügeln kann wie der Heilige Geist.

Priesterinnenweihe ist nämlich in der katholischen Sakramentenlehre leicht möglich. Die göttliche Gnade wird durch die Sakramente als solche unmittelbar mitgeteilt. Der Spender oder die Spenderin sind dabei Gottes-Medien, die sich nur richtig verhalten müssen, damit der Gnadenstrom fließen kann und Gott zum Empfänger und zur Empfängerin kommen kann. Dies wird ex opere operato oder Opus Operato genannt.

Das heißt, es kommt nicht auf den Zustand des Spenders oder der Spenderin an, sondern darauf, dass der Spender sich an die Form hält und es wollen muss. Er kann auch, wie in der Taufe, auch ein Nichtgetaufter sein. Auch die Ehefrau und der Ehemann spenden sich gegenseitig das Sakrament. Sie sind alle Gottes-Medien, durch die Gott seinen heilenden Gnadenstrom fließen lässt und sich selbst im Sakrament der Empfängerin und dem Empfänger mitteilt, offenbart.

Diese Lehre entwickelte sich aus der Frage, ob die Sakramente von einem eventuell ungläubigen Priester gültig sind und ob die Empfänger und Empfängerinnen der himmlischen Geschenke sicher sein können und dass ihnen hier Gott begegnet.

Warum Papst Johannes Paul II am 22. Mai 1994 die Frauenweihe abgelehnt hat, kann ich mir nur so erklären, dass er Moraltheologe war und kein Liturgiker war. Er kannte sich nicht aus.

Das volle Schenken Gottes geschieht dadurch, dass das Sakrament als solches richtig gespendet und gut empfangen wird. Spender und Spenderinnen der Sakramente sind dadurch Gottes-Medien, durch die Gott zu den Empfängerinnen und Empfängern kommt. Seit Augustinus ist dies katholische Lehre. Lehrer dieser Sakramentenlehre sind Petrus von Poitiers, Innozenz III. und Thomas von Aquin. Festgelegt wurde diese Lehre im Konzil von Trient. ( In der 13. Sitzung ging es um die Eucharistie, in der 23. Sitzung ging es um die Priesterweihe.)

Es spricht nach gut katholischer Lehre nichts dagegen, dass Frauen zu Gottes-Medien und damit zu Sakramentenspenderinnen geweiht werden können. Denn die Weiblichkeit oder die Männlichkeit wird nicht weitergegeben, sondern Gottes Gnadenstrom. Durch die Gottesmedien fließt der dreifaltige Gott zu den Christinnen und Christen.

Bei der Eucharistie gibt es ja ein zweites Medium, das Brot, in das hinein sich Gott begibt und das von den Gläubigen als heilendes Gottes-Therapeutikum konsumiert wird. Auch das Medium Wein muss man hier erwähnen, der in vielen Gottesdiensten als Gottes-Medium getrunken wird, sodass Christus in die Herzen der Gläubigen kommen kann und sie in der Tiefe ihrer Seele heilen kann.

Der Priester und der Bischof ruft in der Eucharistie zuerst den Heiligen Geist auf Brot und Wein herab, erzählt dann die Geschehnisse des letzten Abendmahles und spricht die Worte „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“. Dabei ist er ein Gottes-Medium, das sich für diese Wandlung, die Gott an dem Brot vollzieht, zur Verfügung stellt.

Priester und Bischöfe stellen sich als Gottes-Medien zur Verfügung und es ist nicht einsehbar, warum nicht auch Priesterinnen und Bischöfinnen sich berufen wissen sollen, sich zur Verfügung zu stellen. Warum soll Gott keine Frauen zum Sakramentenspenden berufen? Um Himmels Willen, er darf das doch!!!

Quellen:
Wandinger Nikolaus, Ein Sakrament wirkt, was es bezeichnet (Hokuspokus oder die Leibhaftigkeit der Liebe Gottes?) in: Sakramente – Tote Riten oder Quelle der Kraft? Innsbruck 2008, 9-38.
Opus operatum – opus operantis, Neues Theologisches Wörterbuch
Gottfried Martens, Ex opere operato – Eine Klarstellung (PDF)
Christiane Florin, Silberhochzeit aus Stahlbeton, May 22, 2019
Ex opere operato, Wikipedia
Eckhard Nordhofen, Corpora, Die anarchische Kraft des Monotheismus, Das Medium der Vorenthaltung 2018