Das Feuer der Liebe für Harry und Meghan

Pierre Teilhard de Chardin

Pierre Teilhard de Chardin

Der amerikanische Bischof Michael Curry erinnerte in seiner Predigt bei der Hochzeit von Harry und Meghan an Martin Luther King und an Pierre Teilhard de Chardin: „Der französische Jesuit Pierre Teilhard de Chardin war wohl einer der großen Geister, der großen Geister des 20. Jahrhunderts. Jesuit, römisch-katholischer Priester, Wissenschaftler, Gelehrter, Mystiker.
In einigen seiner Schriften sagte er, von seinem wissenschaftlichen und theologischen Hintergrund, dass die Entdeckung, oder Erfindung, oder das Nutzen des Feuers eine der großen wissenschaftlichen und technologische Entdeckungen in der gesamten menschlichen Geschichte war.
… Und er fuhr fort zu sagen, dass, wenn die Menschheit jemals wieder die Energie des Feuers nutzt, wenn die Menschheit jemals die Energie der Liebe einfängt, dann wird es das zweite Mal in der Geschichte sein, dass wir das Feuer entdeckt haben.
Dr. King hatte Recht: Wir müssen die Liebe entdecken – die erlösende Kraft der Liebe. Und wenn wir das tun, werden wir aus dieser alten Welt eine neue Welt machen.
Mein Bruder, meine Schwester, Gott liebe euch, Gott segne euch und möge Gott uns alle in diesen allmächtigen Händen der Liebe halten.“
Daily Telegraph 
Martin Luther King
Michael Curry
Pierre Teilhard de Chardin

Ängstliche werden mutig

Ich habe viele „Fehler“ gemacht. Auf einige bin ich heute noch stolz.

Er inspiriert uns in der Wissenschaft, in der Kunst und beim sozialen Verstehen und Handeln.

Die Angst macht sie sprachlos und lässt sie in ihr Zimmer verkriechen. „Ich traue mich nicht“ sagen sie. Menschen schämen sich und haben Angst, von den anderen verurteilt zu werden. Sie haben keinen Mut, zu ihrer Geschichte zu stehen.
Auch viele Christinnen und Christen haben Angst. Was sagen die anderen, wenn ich mich als Christin oder Christ bekenne? Werde ich abgelehnt?
Ich bekam oft die Antwort: Du musst das ja sagen, denn du bist Religionslehrer. Aber jetzt bin ich in Pension und höre das nicht mehr. Jetzt muss ich schauen, wo ich gefragt bin. Geholfen hat mir mein geistlicher Begleiter immer das Gute zu sehen. Jetzt vor Pfingsten bitte ich vor allem den Heiligen Geist, dass er alle ermutigt, zu ihrer Geschichte zu stehen, ihre Zimmer zu verlassen und sich für das Gute in der Öffentlichkeit und in der Arbeitswelt einzusetzen.

Messer und Bomben: Irgendwas läuft da falsch in der Welt

Ich komme gerade von einem Bibliodrama-Wochenende heim und höre im Radio von den Anschlägen in Paris, Afghanistan und Indonesien. Dann lese ich von dem ermordeten Mädchen in Wien und dem erstochenen Jungen in Innsbruck. Was ist da los?
1. Das Mädchen ist am Samstag tot in einem Mistkübel in Wien gefunden worden. Getötet wurde sie mit einem Stich in den Hals. Das ergab die Obduktion. Zeugen sowie die aus Tschetschenien stammenden Angehörigen des Siebenjährigen werden einvernommen. http://wien.orf.at/news/stories/2912444/
2. Sonntagfrüh ist es in Imst (Tirol) zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen gekommen. Einer der Beteiligten zog ein Messer und stach auf einen 17-Jährigen ein. Der junge Mann starb an den Stichverletzungen. http://tirol.orf.at/news/stories/2912458/
3. Bei einer Serie von Anschlägen auf christliche Kirchen sind in Indonesien mindestens elf Menschen getötet worden. Mehr als 40 weitere seien verletzt worden, als binnen weniger Minuten Sprengsätze an drei Kirchen in Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya detonierten, teilte die Polizei heute mit. http://news.orf.at/#/stories/2438313/
4. Bei einem Anschlag auf ein Regierungsgebäude im ostafghanischen Jalalabad sind heute (So)mindestens neun Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien bei der Attacke in der Hauptstadt der Provinz Nangarhar heute verletzt und in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde, Inamullah Miakhel. http://news.orf.at/#/stories/2438355/
5. In Paris ist es gestern am späten Abend (Sa) zu einer tödlichen Messerattacke gekommen. Ein Mann stach auf mehrere Menschen ein, eine Person kam dabei ums Leben. Etliche Menschen wurden verletzt. Die Polizei erschoss den Attentäter. Indes leitete die Pariser Justiz Anti-Terror-Ermittlungen ein, Staatspräsident Emmanuel Macron spricht von einem Terroristen, der „ausgeschaltet“ wurde. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich. Laut Justizkreisen soll der Täter aus Tschetschenien stammen und auch amtsbekannt sein. http://news.orf.at/#/stories/2438344/

A) Wie kommt es zu solchen Gewalttaten?
B) Was kann man für die Überlebenden und die Familien der Opfer tun?

Die Liebe wird sichtbar

Wolken  nahmen ihn auf

Wolken nahmen ihn auf

Ich lege das Kreuz vor mich hin. Es hat Flügel und hebt sich in die Luft. Der unsichtbare Christus zeigt sich mir im schwebenden Kreuz.
Die Liebe ist zwar unsichtbar, ich kann ihre Spuren im Verhalten der Menschen sehen. Vieles, was sichtbar ist, wird unsichtbar und vieles, was unsichtbar ist, wird sichtbar. Gott ist unsichtbar und er macht sich in den Spuren der Natur sichtbar. Gott wurde ein Mensch und wurde den Menschen dadurch sichtbar. Er starb und wurde im leeren Grab unsichtbar. Er erschien den Jüngerinnen und Jüngern und wurde sichtbar. Jesus wechselte in den Himmel und wurde unsichtbar. Gott zeigte sich als Heiliger Geist in den Feuerzungen. Nach dem Pfingstereignis ist der Heilige Geist unsichtbar. Der Mut der Christinnen und Christen macht ihn sichtbar. Christus verwandelt sich in Brot und wird sichtbar. Wenn ich ihn esse, wird er unsichtbar. Wenn wir als Kirche Zeichen der Liebe Gottes sind, wird sie sichtbar. Wenn wir als Kirche die Liebe Gottes verdunkeln, wird die Liebe Gottes unsichtbar. Was dann?

Jesus wird unsichtbar

Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt

Ich bin oft in der Entscheidung. In der Früh entscheide ich mich: Setze ich mich in die Stille um mich auf Gott auszurichten oder stürze ich mich gleich in die Aufgaben des Morgens. Wenn ich dann in der Gegenwart Gottes sitze, frage ich mich, ob ich Gott wirklich liebe. Am Abend ist die Entscheidung schwerer. Soll ich Zeit im Bild anschauen, soll ich mir einen Krimi ansehen? Oder soll ich mich in die Stille zurückziehen und den unsichtbaren Gott anbeten? Wer ist in meinem Herzen wichtiger, Krimi oder Christus? Kann ich nicht beides haben? Leichter wäre die Entscheidung, wenn er sichtbar wäre.

Als Jesus dem ungläubigen Thomas erschien, sagte er: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ Das erinnert mich daran, dass wir in der Zeit nach Christi Himmelfahrt leben. Jesus wechselte in den Himmel und wurde unsichtbar. Aber: Wo bleibt noch etwas von Jesus sichtbar?
OK, ich sehe drei sichtbare Spuren von Jesus, die mir helfen:

Die Feuerzungen kommen von seinem Heiligen Geist auf die Jünger herab und sie werden mutig.
Christus verwandelt sich in Brot und Wein und wird sichtbar.
Wir sind als heilige Kirche ein Zeichen der Liebe Gottes und damit sichtbar.

Vielleicht kommt der Heilige Geist im nächsten Gottesdienst erlebbar auf uns herab.

Religionsfreiheit am Beginn des Mittelalters

Alkuin von York als Dachfigur des Kunsthistorischen Museums Wien

Alkuin von York (735-804) , Berater von Karl dem Großen als Dachfigur des Kunsthistorischen Museums Wien

Alkuin von York, einer der wichtigsten Berater Karls des Großen,  schrieb an den Kaiser: Der Glaube muss freiwillig sein, er darf nicht erzwungen werden.

Menschen, die bekehrt werden sollen, muss man zum Glauben locken. Man darf sie nicht dazu zwingen. Man kann einen Menschen zur Taufe aber nicht zum Glauben zwingen.

Ein erwachsener Bekehrter sollte antworten, was er wirklich glaubt und empfindet; wenn er lügt, wird er nicht das wahre Heil erlangen.

(Zitiert aus: F. Donald Logan, Geschichte der Kirche im Mittelalter, übersetzt von Karl H. Nicolai, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2005, S. 93)

 

Er stillt den Durst

Frisches Quellwasser von Christus

Innerlich vertrocknet?

Frisches Quellwasser

Ein Mensch verirrte sich in der Wüste. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn ausgedörrt. Da sah er in einiger Entfernung eine Oase. Aha, eine Fata Morgana, dachte er, eine Luftspiegelung, die mich narrt. In Wirklichkeit ist da nichts. Kurze Zeit später fanden ihn zwei Beduinen tot. „Kannst du so etwas verstehen?“, sagte der eine zum anderen, „Neben der Quelle liegt er verdurstet. Wie ist das möglich?“ Der Mensch musste sich entscheiden. Fata Morgana und verdursten oder zur Quelle gehen und trinken.
Wir leben in der Krise. Dieser Satz eines befreundeten Philosophen führte mich dazu, dem nachzugehen. Krise kommt aus dem Griechischen und heißt Entscheidung. Wir werden vor die Entscheidung gestellt. Es ist die Entscheidung zwischen dem Trinken aus der Quelle und dem Verdursten daneben. Seit sich der Grund von allem in Jesus Christus gezeigt hat, führt er uns in die Krise. Nehmen wir seine Liebe an? Oder ziehen wir uns zurück und nehmen die Gefahr auf uns innerlich zu vertrocknen?