Das Herz voll Sehnsucht und Heimweh

Alfred Delp SJ hat als Erzieher im Jesuitenkolleg, im Jahr 1933, ein Theaterstück geschrieben unter dem Titel „Der ewige Advent“. Es ist ein Text seiner Zeit, ein sicherlich typisches Stück der Theatertradition der Jesuiten.

Weiterlesen: Björn Siller
Dann noch ein Text von Alfred Delp SJ:

Der ewige Advent

Ihr alle, die ihr heimlich

Die Hände ausstreckt nach dem Glück:
Einmal wird einer kommen,
Der eure Hände ergreift.

Einmal kommt eine Stunde,
da wird eine Hand sich öffnen
Aus einer anderen Welt.
Sie wird hinüberlangen aus dem anderen Leben,
Sie wird alle Hände ergreifen,
Die einstens nach dem Glück sich streckten.
Sie wird sein die Hand eines Gottes
Und doch die Hand des treuesten Bruders.

Pater Alfred Delp SJ
(gestorben 1945 in Plötzensee)

Quellen: Björn Siller
Pater Bernd Hagenkord Veröffentlicht am

Ausweg gesucht

Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Zeitung HEUTE am 26.11.2021.

Lange war unser Land nicht mehr so gespalten wie jetzt. Impfen – ja oder nein? Corona-Maßnahmen – ja oder nein? Ein kleines Virus stellt uns vor eine gesellschaftliche Zerreißrobe. Unversöhnt stehen die Positionen einander gegenüber. Nicht nur in der Öffentlichkeit. Der Riss geht quer durch die Familien, den Freundeskreis. Ich erlebe es selber schmerzlich. Das Gespräch wird schwieriger, die Kommunikation bricht ab. Verbissenes Festhalten an der eigenen Position statt ruhiges, sachliches Argumentieren.

Wir brauchen dringend einen Ausweg, ein neues Miteinander. Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. In der Impffrage gibt es nur ein Dafür oder Dagegen. Es liegt aber an uns, wie wir damit umgehen. Ist die Impffrage so wichtig, dass daran Beziehungen, Freundschaften zerbrechen müssen? Wenn wir uns schon nicht vertragen, so ertragen wir uns wenigstens! Etwas mehr Geduld und Respekt täte gut.

Ich habe großen Respekt vor Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal auf den Covid-Stationen. Sie behandeln alle gleichermaßen, Geimpfte wie Ungeimpfte, und zwar schon lange an ihrer eigenen Belastungsgrenze. Ihre Empfehlung, wie wir aus der Corona-Krise herauskommen, ist eindeutig.

Quelle: Ausweg gesucht

Was kommt auf uns zu?

Als wir im Frühjahr 2020 nach Deutschland zu einem Geburtstagsfest reisen wollten, gab es die ersten Corona-Todesfälle und unsere Kinder haben uns inständig gebeten, nicht zu reisen. Mittlerweile hat die Menschheit den schwierigen Kampf gegen das Virus aufgenommen. Jetzt beginnt der Advent und wir sind in der Erwartung, dass wir ein schönes Weihnachten erleben können. Einige feiern das als Familienfest, einige sind allein, einige machen Urlaub, einige gehen zu den Gottesdiensten und allen ist zu wünschen, sich auf Jesu Geburt zu besinnen, denn in ihm ist Gott Mensch geworden, um uns zu helfen. Wir können seine Hilfe oft gut annehmen. Einige lehnen es ab, seine Hilfe anzunehmen. Aber vielleicht gelingt es ihnen, über ihren Schatten zu springen und ihm zu trauen. Gott steigt ja auch herab und wird ein Kind in einer Futterkrippe. Ich bitte ihn, dass er unsere zerstrittenen Gemeinschaften heilt:
Schick uns deinen guten Geist, sodass wir einander verzeihen können, dass wir über Mauern springen und versuchen, einander zu verstehen und neu anzufangen. Wenn nicht alle mitmachen, dann müssen wir mit der Zerrissenheit leben bis – ja, bis die große Erlösung kommt. Auch das verspricht uns Jesus und der Geist begleitet uns. Dieser gestaltet mit uns den Advent.

Angst lähmt. Gute christliche Religion befreit

Reden von Gott. Vom kirchlichen, gesellschaftlichen und universitären Sinn
der Theologie. Oder: Warum wir mehr Theologie wagen sollten!

Festvortrag anlässlich der Patronatsfeier Albertus Magnus am 15.11.2021 von
Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski

Quelle und weiter: https://t.co/GXx2TxG9eQ

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Vorgeschmack auf das, was kommt

Durch die Corona-Epidemie, wegen dem Leiden und Sterben frage ich mich immer wieder: Was ist der Sinn des Lebens? Auch anlässlich dreier Todesfälle fragte ich mich am Friedhof, ob alle diese Toten von Jesus auferweckt werden. Wolf Biermann singt: Das kann doch nicht alles gewesen sein, das bisschen Sonntag und Kinderschrein.

Auch bei einem Gespräch mit einem Freund ging es um die Frage, was mich nach dem Tod erwartet. Ich glaube fest, dass wir ein großes Fest mit Jesus feiern werden. Meine Gesprächspartner sagen immer: Das wissen wir nicht und das Fest soll auch vor dem Tod sein. Ja, es ist nicht ein Wissen, das bewiesen werden kann, aber für mich ist es Gewissheit und das Fest vor dem Tod ist ein Vorgeschmack des grandiosen Festes nach dem Tod. In diesem Leben haben wir eine Vorspeise, nach dem Tod bringt uns Jesus die Hauptspeise und die süße Nachspeise.

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Rettung aus der Finsternis

Jesus bringt uns ein großes Versprechen. Wir leben zwar oft in einer unangenehmen Finsternis, aber wir können darauf vertrauen, dass Jesus in Herrlichkeit kommt, uns befreit und dass jene, die die Liebe leben, eingeladen werden, ein himmlisches Fest voll des Glücks zu feiern. Diese Abfolge von göttlichen Ereignissen geschieht im Leben jedes Menschen und man kann es individuell erfahren.

Mir ist es so ergangen. Ich betete und erlebte die gottlose Finsternis. Wo bist du, Gott? Ich rief zu seinem helfenden Geist. Komm, lass mich ein neues Pfingsten erleben. Bring mir Jesus als Licht in meine Finsternis!

In dieser Erfahrung zeigte er mir, dass ich auf Menschen zugehen kann, dass ich in einer Gemeinschaft bin, die zwar brüchig ist, aber in der der Geist Gottes da ist.

So erwarte ich es auch, wenn ich sterbe. Meine Welt stürzt ein, ich bin in der Finsternis, aber nach dem Tod kommt mir Jesus mit seinem Licht entgegen und ich sehe alle, die die Liebe leben, sodass wir im himmlischen Jerusalem Wohnung finden und ein grandioses Fest feiern.

Der Virenangriff ist eine Naturkatastrophe

Gemeinsam im Kampf gegen den Angriff der Killerviren

Das SARS-CoV-2 Virus greift die ganze Menschheit an. In seiner Delta-Variante frisst es sich in die Zellen der Menschen, vermehrt sich in diesen Zellen und die Viren springen aus der Zelle um in anderen Zelle ihr tödliches Fressen fortzusetzen. Die SARS-CoV-2 Viren haben keine Grenze eingebaut. Sie vermehren sich solange es für sie interessante Zellen gibt. Es ist eine Naturkatastrophe, weil es kein Krieg von Menschen, kein Krieg von Staaten, kein Bürgerkrieg, kein Atomunfall ist. Es ist ein Angriff der Natur wie ein Erdbeben, ein Tsunami oder ein Vulkanausbruch. Die Virusvarianten machen sich weltweit über die Menschen her und nehmen den Tod der Menschen in Kauf. Was hilft?

Kampf gegen unsere todbringenden Feinde.

Der menschliche Körper kann etwas, nicht viel, gegen den Angriff der Killerviren machen. Er kann Abwehrkräfte entwickeln, sodass die SARS-CoV-2 Viren nicht in die Zellen eindringen können. Aber dazu braucht der menschliche Körper ein Abwehrsystem, das funktioniert, und vor allem Zeit. Das Abwehrsystem wird stark geschwächt durch ein hohes Lebensalter, Stress (körperlicher und mentaler), ungesunde Ernährung, Mangelernährung, Adipositas, Schlafmangel, Schlafstörungen, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol, bestehende Infekte, Entzündungen, Blutkrebs, Immundefekte, chronische Krankheiten (z.B. Diabetes mellitus, COPD, HIV/AIDS), Autoimmunerkrankungen (z.B. entzündliches Rheuma), abwehrunterdrückende Medikamente (Immunsuppressiva), Chemotherapie und Bestrahlung (Quelle: Netdoktor). Das alles kann das Abwehrsystem stark schwächen.

Die Verstorbenen in Österreich nach Altersgruppen vor dem 9.11.2021

Die Impfung gibt dem Körper Information

Man kann das Immunsystem stärken, indem der Kampf gegen das feindliche Virus gut vorbereitet wird. Alle werden irgendwann die Bekanntschaft mit dem Angreifer machen. Es fragt sich nur, wie man darauf vorbereitet ist. Dem Körper kann man Informationen geben, welche schlimmen Viren sich in nächster Zeit einschleichen können. Die Impfung gibt dem Körper die Information, wie das tödliche Virus ausschaut und wie es Zellen aufbricht. Mit Hilfe der Information entwickelt der Körper Waffen, um den Krieg gegen das SARS-CoV-2 führen zu können. Wenn die Viren angreifen, kann der Körper sie erkennen und die Waffen gegen den Virenangriff in Stellung bringen.

Die Natur bringt den Tod

Eine Naturkatastrophe wie so ein Virenangriff lässt uns erkennen, was die Natur auch ist: Sie gefährdet mit todbringenden Proteinen (Eiweißkörper) menschliches, tierisches und pflanzliches Leben. Natur ist nicht nur schön und gut, sondern kann den Tod bringen.

Die Antwort auf den Angriff bringt die Naturwissenschaft

Eine wichtige Möglichkeit, den Angriff der Todesviren abzuwehren, ist die Naturwissenschaft. Seit dem Ebolavirus, das 2014-2016 in Westafrika ausgebrochen ist und auch ein RNA-Virus ist, hat man vieles erforschen können und man weiß durch die vielen universitären Forschungszentren viel mehr als noch vor 18 Jahren. Die erste SARS-Pandemie trat in den Jahren 2002 und 2003 auf. Der Erreger wurde Ende März 2003 als SARS-CoV in einigen Labors identifiziert. Mitte Mai 2003 erfolgte der endgültige Beweis, dass SARS-CoV die Erkrankung auslöst. Seit dieser Zeit wird an einem Impfstoff gegen SARS-CoV geforscht. Die naturwissenschaftliche Forschung zeigt sich als eine der effektivsten Antworten des Menschen gegen den Angriff der Todesviren.

Quellen: Wikipedia:
Viren
SARS-COV-2
SARS-COV-1
Ebola
SARS-COV-2 Impfstoff
SARS-COV-1 Pandemie
ORF

Er schenkt mir Sicherheit und Freiheit

Ich liebe das Handwerk. Da kann ich Steckdosen und Armaturen austauschen und die Küche ausmalen. Ich freue mich, wenn es funktioniert und schön geworden ist. Es ist ein Vorgeschmack von dem, was Gott uns schenkt. Ich liebe die Geschichte der armen Witwe in Sarepta, die vor dem Verhungern ist.

Sie hat im Auftrag Gottes mit dem letzten Mehl und dem letzten Öl für ihren Gast, ihren Sohn und sich Brot gebacken und wollte dann sterben. Aber, Überraschung, ihr Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht. Sie teilte das Wenige und Gott gab ihr in Fülle. Einige von uns haben ähnliche Erlebnisse. Wenn alles droht zu versinken, hält er uns mit seiner rettenden Hand.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich Gott alles gebe, erlebe ich glückliche Momente.

Allerheiligen: Verstorbene tanzen mit den Engeln

Liebe den Nächsten wie dich selbst. Das ist das Gebot, das mit der Liebe zu Gott verknüpft ist. Nun, Gott liebt uns, wir lieben Gott und wir lieben die Nächsten. Schon jetzt findet ein Liebesfest im Jenseits mit den Engeln, den Verstorbenen und allen Heiligen statt. Alle Verstorbenen kommen zu Gott und beim göttlichen Fest wird wohl, damit es ein großes Fest wird, gegessen, musiziert, getanzt und gelacht.

Unsere Liebe ist eine Antwort auf die große Liebe Gottes. Sie gibt uns jetzt einen Vorgeschmack des göttlichen Festes, das Heilige, Verstorbene, Engel, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist feiern. Wir, die wir jetzt auf diesem Planeten leben, werden in der Herrlichkeit mit allen feiern, musizieren, tanzen, essen und lachen.

Damit feiern wir in diesen Tagen Allerheiligen und Allerseelen mit unseren Heiligen und unseren Verstorbenen. Jede Messe kann uns einen Vorgeschmack dieses Festes der Liebe schenken. Auch einige Lieder zeigen im Verliebt sein einen Vorgeschmack dieses Festes der Liebe: Ich tanze mit dir in den Himmel hinein. In den siebenten Himmel der Liebe. Und der Himmel hängt voller Geigen. Und in der Kirche singen wir von den tanzenden Engeln: Gott ließ die ganze Welt sich dreh‘n, ihm Lob und Dank zu zeigen. Und auch im Himmel, sollt ihr sehn, da tanzen die Engel Reigen. Tanzen, ja tanzen wollen wir und springen, tanzen vor dem Herrn, denn uns, seine Kinder hat er gern. (Link zum Lied: Gl 462) (Bild: Mirjam tanzt vor dem Herrn wie es auch David tat. Gemalt von Sieger Köder)

Der Geist heilt

In der Telefonseelsorge rufen mich Menschen an, die einsam sind, vor einer schwierigen Entscheidung stehen, körperlich oder seelisch krank sind. Einige können eine fixe Idee, unter der sie leiden, nicht loslassen. Ich kann ihnen zuhören, aber heilen kann ich sie nicht. Anders war das bei Jesus, er hörte den Kranken zu und heilte sie.

Das war vor 2000 Jahren. Was ist jetzt? Wir haben jetzt den Heiligen Geist. Ihn hat er als seinen Nachfolger geschickt. Fünf Firmlinge sind letzten Sonntag im Gottesdienst gewesen, die am 14.11. das Siegel des Heiligen Geistes bekommen. Spüren wir diesen Heiligen Geist? Er könnte uns bewegen. Wie nahe ist er uns? Es kann sein, dass er uns die heilende Kraft Gottes bringt. In der Messe bittet der Priester Gott, dass der Heilige Geist auf die Gaben von Brot und Wein herabkommt, damit sie Leib und Blut Jesu werden.

Kann es sein, dass wir den Heiligen Geist auf die Kranken herabflehen können, damit die Kraft Gottes die Kranken heilt? Ich denke an eine Frau, die unter dem Krebs leidet und flehe zum Heiligen Geist, dass er die heilende Kraft Gottes auf sie kommen lässt. Heiliger Geist, komm! Ich denke an einen vereinsamten Mann, der unter dieser Verlorenheit leidet. Heiliger Geist, komm auf ihn herab! Vertreibe seine Angst! Heile ihn mit deiner Kraft!

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