Kein Verhungern in der Sehnsucht. Fronleichnam

UngesäuertesBrotIch weiß nicht, was Jesus gedacht hat. Vielleicht war es das: Er wusste, dass die Auseinandersetzung mit den Hohenpriestern tödlich enden könnte. Als lebender Gottessohn war er die Gegenwart Gottes. Nun suchte er ein Medium, das seinen Tod überstand. Im Brot und im Wein sah er gute Speisen, in denen Gottes Geist gegenwärtig sein kann. Brot und Wein markierten im jüdischen Pessachfest und an jedem Sabbat die Gegenwart Gottes. Jüdinnen und Juden erlebten im Pessachfest jedes Jahr die Befreiung aus der Sklaverei. Befreiung wurde Gegenwart.

Brot wurde zum Gottesmedium

Brot und WeinJesus macht nun das Brot und den Wein zu Medien. Brot hat drei Bedeutungen: Es ist einerseits konkrete Nahrung. Es ist zum zweiten ein Symbol für Nahrung schlechthin. Brot ist aber in einem dritten Schritt Körper des Gottessohnes. Jesus sagt: Das ist mein Leib. Das Brot wird zum „Gefäß“ für Gott. Damit kann es in jeder Feier zum Medium für Jesus und Gott werden. Das Brot wird zum Fenster, durch das Gott in unsere Welt kommt. So passiert es auch mit dem Wein. Jesus sagt: Das ist mein Blut. Damit wird der Wein zum Medium für Gottes Gegenwart.

Wir werden Fenster für Gott

Wenn wir Christinnen und Christen dieses Brot essen und diesen Wein trinken, dann kommt Gott in unser Herz, in unsere Seele. Aber es passiert etwas mit uns. Wir werden auch Medien, Gottes Medien. So wie Jesus ein Gottesmedium geworden ist. So werden wir Gottesmedien. Wir werden trotz unserer Fehler Fenster, durch die Gott in die Welt kommt.

Quelle: Eckhard Nordhofen, Corpora, Die anarchische Kraft des Monotheismus

Drei Personen in einem Gott

Mir wird ganz anders:

Die drei Personen tanzen vor Freude!

Gott besucht zu dritt Abraham. Bild von Andrei Rubljow (etwa 1411)

Gott besucht zu dritt Abraham. Bild von Andrei Rubljow (etwa 1411)

Die Babylonier glaubten an unzufriedene Götter, die Diener brauchten. Sie erschufen fleißige Menschen, die ihnen dienten. Diese Babylonier warfen sich vor schönen Götter-Statuen nieder. Die Juden lachten, weil sie fanden, dass die Statuen von Menschen gemacht sind. Sie glaubten an einen unsichtbaren Gott, der alles erschuf und keine anderen Götter neben sich hatte. Aber ist dieser einzige Gott nicht einsam und vielleicht traurig?
Als ich einem Freund vom einsamen und traurigen Gott erzählte, meinte er: „Das ist eine Nasenbohrer-Frage.“ Gott ist kein Mensch und deswegen kann ich nicht wissen, ob er einsam und traurig ist. Nun, da kann er Recht haben.

Die Geschichte geht weiter. Dieser unsichtbare Gott zeigte sich den Juden als Jesus und als Heiliger Geist. Diese zwei Personen waren überhaupt nicht einsam und traurig. Sie heilten die Kranken und richteten die Traurigen auf. Jesus und der Heilige Geist zeigten damit einen Gott, der in sich dreifach und dreifaltig ist. Dieser Gott freut sich in dieser Dreifaltigkeit, er tanzt in dieser Dreiheit. Er hat aus seiner tiefen Freiheit und aus seiner unbändigen Freude die Welt erschaffen. Am Ende werden wir Menschen alle diesen Tanz der Dreifaltigkeit sehen. Vielleicht auch mittanzen. Wer weiß.

Es gibt Kirchen, die dieser Dreifaltigkeit geweiht sind. Zwei sind mir ans Herz gewachsen, die Pfarrkirche Pressbaum und die Georgenbergkirche in Wien Liesing.
Die Gemeinde Georgenberg erinnerte in einem Fest an die große Österreicherin Margarethe Ottillinger, die jetzt 100 Jahre geworden wäre. 1948 wurde sie entführt und bis 1955 in einem sowjetischen Straflager festgehalten. Nach ihrer Befreiung beauftragte sie den Künstler Fritz Wotruba, die Kirche am Georgenberg zu errichten. In ihrem einzigartigen Leben bemerke ich das Wirken des Heiligen Geistes!

Eine gemeinsame pfingstlerisch-charismatisch ausgerichtete Strömung

kommheiligergeist„Erfahrung des Heiligen Geistes“ ist in mehrfacher Hinsicht ein Schlüsselwort für das Christentum im 20. Jahrhundert. In der katholischen Kirche rückte der Begriff der religiösen Erfahrung von einem verdächtigen Außenseiterstatus in die Mitte des theologischen Denkens. Zweitens bekam der Heilige Geist – nach Jahrhunderten einer gewissen „Geistvergessenheit“ in der Westkirche – mehr theologische Aufmerksamkeit. Drittens – und von der akademischen Theologie kaum reflektiert – war es ein Jahrhundert von ekstatischen, dem Heiligen Geist zugeschriebenen Erfahrungen, die das Leben zahlloser Christen nachhaltig veränderten und Erneuerungsbewegungen in und außerhalb der etablierten christlichen Konfessionen hervorbrachten, auch als eigene Pfingstkirchen. Ein verbindendes Merkmal sind prägende Geisterfahrungen ihrer Anhänger, sodass man bei aller Verschiedenheit doch von einer gemeinsamen pfingstlerisch-charismatisch ausgerichteten Strömung sprechen kann. „Nach dem Urteil vieler handelt es sich um die am weitesten ausgedehnte spirituelle Bewegung in der ganzen Geschichte der Kirche: in etwa achtzig Jahren ein Wachstum von Null auf vierhundert Millionen Menschen.“
Willibald Sandler
Quelle: Universität Innsbruck

Willibald Sandler ist österreichischer katholischer Theologe. Er ist Professor für Dogmatik an der Universität Innsbruck.
Wikipedia

Freudentränen zu Pfingsten

 

 

Freudentränen zu Pfingsten

Ich habe viele „Fehler“ gemacht. Auf einige bin ich heute noch stolz.

Er inspiriert uns in der Wissenschaft, in der Kunst und beim sozialen Verstehen und Handeln.

Jeder, der den Heiligen Geist erfährt, spürt Liebe und merkt, wie sehr man von Gott geliebt wird. Oder man empfindet plötzlich aufrichtige uneingeschränkte Herzens-Liebe für Andere. – Das sagt Daniela Pavlon, eine Caritasmitarbeiterin und Leiterin von Alpha-Kursen. Für mich sehr berührend sind ihre Schilderungen von Geist-Erlebnissen. „Viele Menschen spüren richtiggehend körperliche Auswirkungen – es wird ihnen zum Beispiel ganz warm. Oder es laufen ihnen Freudentränen über die Wangen, weil sie so berührt sind. Oder sie spüren in ihrem Herzen, dass gerade Heilung passiert oder dass sie Ängste ablegen. Viele Leute spüren aber auch im Moment der Heilig-Geist-Erfahrung wenig oder gar nichts, merken aber im Nachhinein, dass sich ihr ganzes Leben verändert, spüren, dass sie der Heilige Geist führt.“ Also egal ob die Begegnung mit dem Heiligen Geist ein Gefühl erzeugt oder nicht – eines ist sicher: Die Auswirkungen auf das eigene Leben sind immer grandios. (Nachzulesen später in der Zeitung Der Sonntag, 9.6.2019).

8000 vor allem junge Teilnehmer treffen sich zu Pfingsten in Salzburg. Der Papst lädt katholische charismatische Gruppen zum Pfingst-Treffen in den Vatikan ein.

Wir bekommen einen Vorgeschmack

Verliebt in sich

Paradies nur virtuell

Schöne neue Welt
Es gibt Photoprogramme am Computer, die Porträts so schön machen, dass kein Pickel und keine Falte zu sehen sind. Die Haut glänzt und die Augen strahlen. Diese Bilder in der Werbung, in den Schows, und in den Rosemund-Pilcher-Filmen gaukeln uns eine heile Welt vor. Was sich dahinter abspielt sehen wir nur in manchen Dokumentationen und im wirklichen Leben.

Realistischer Blick
Als Christinnen und Christen haben wir im Grunde einen realistischen Blick auf das Leben, weil Gott uns mit seiner Passion und seinen Begegnungen mit Kranken und Armen seine Liebe zu den Verlorenen gezeigt hat. Er ist jetzt unsichtbar, aber wir wissen, dass er in jedem steckt, der uns begegnet. Jeder und jede kann ein Vermittler, ein Gottesmedium sein. Gott identifiziert sich mit jedem Menschen. „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Franziskus hatte den Mut, einen Aussätzigen zu umarmen und das war für ihn eine unbeschreibliche und schöne Erfahrung. Haben wir in der Liebe einen Vorgeschmack auf die Herrlichkeit?

Werden wir uns im Himmel wiedersehen?

AscensioneAlbert Einstein meinte: Abschiede sind Tore in neue Welten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das für mich, der ich zurückbleibe, nicht gilt. Als mein Vater vor 6 Jahren starb und als mein Bruder vor 6 Monaten starb, waren das für sie zwar Tore zu einer neuen Welt, aber ich blieb in meiner Welt. Ich glaube, dass beide in die neue göttliche Welt gekommen sind, dass sie zu Gott gekommen sind und sich beide im Himmel wiedergesehen haben. Vielleicht schauen sie einige Augenblicke kurz auf uns herab. Wenn ich sterbe, werde ich es wissen. Ein wenig Angst habe ich schon. Ich weiß ja nicht, was genau mich erwartet. Aber ich vertraue auf Gott und auf Christus.

Das gute Ende

In Brasilien besuchte ich eine Wallfahrtskirche zum guten Ende, zum Bon Fin. Die Christinnen und Christen beten dort für eine gute Sterbestunde. Das ist mir als Idee neu gewesen. Aber ich fand auch hier Christinnen und Christen, die um eine gute Sterbestunde beteten.

Er wechselt auf die göttliche Seite

Am Donnerstag feiern wir Abschied. Das Fest Christi Himmelfahrt ist ein Abschiedsfest. Die Jünger und Jüngerinnen mussten sich vom Auferstandenen verabschieden, weil er endgültig auf die göttliche Seite der Welt wechselte. Er verließ die Jünger und gab ihnen ein Versprechen. Er bleibt unsichtbar anwesend und er wird den Heiligen Geist schicken. Sie werden nicht nur gefirmt, sondern auch stark werden, sodass sie Zeugen sein können für den guten Weg der Liebe.

Heilung in der Tiefe deiner Seele

IbizaAls Österreicher fand ich die letzten Tage seit dem Ibiza-Video in Österreich sehr spannend. Ich musste immer wieder Nachrichten hören und am Abend die Fernsehsendungen ansehen. Ein Vizekanzler trat zurück, ein Innenminister wurde entlassen und einige neue Minister wurden angelobt. Ob Sebastian Kurz weiter Bundeskanzler bleibt ist fraglich.
Da ist die EU-Wahl am Sonntag ganz in den Schatten gerückt. Mir hat gefallen, dass Bundespräsident Van der Bellen sagte: Wir kriegen das schon hin.

Gottes Zusage

Ich würde sagen: Mit Gottes Hilfe kriegen wir vieles in unserem Leben hin. Wobei ich mein Herz Gott öffnen muss. Dann kann mir Gott die Zusage geben: Ich bin mit dir, ich helfe dir, ich heile dich in der Tiefe deiner Seele, ich ermächtige dich, das Gute und das Schöne zu tun.

Gott: Ich liebe dich

Es ist meine Freude, dass es dich gibt – ich habe dich gewollt. Du bist unendlich wertvoll in meinen Augen. Denn ich liebe dich! Ich freue mich mit dir über das, was du kennst und was dir gelingt. Wenn du schwach bist, bin ich deine Kraft. Wenn dein Herz gebrochen ist, bin ich dir nahe. Wenn du scheiterst, trage ich dich.

Gott: Deine Freiheit ist mir alles wert

Ich wende mich nicht ab von dir. Fürchte dich nicht! Du bist nicht allein. Mit großer Leidenschaft kämpfe ich um dich. Ich gebe alles, was ich habe, für dich. Schau hinauf zum Himmel, streck dich mir entgegen: Deine Freiheit ist mir alles wert. Schau in die Augen der Menschen: jeden Tag begegnest du mir. Schau in dich hinein: Geh deiner Sehnsucht nach – Dein Leben ist so viel mehr. Ich will dir ein Leben in Fülle geben.