Archiv der Kategorie: Umweltschutz

Synodenblog, Tag 2: Wer hätte gedacht, dass das hier möglich ist? – Vatican News

Vor der ersten Synodensitzung am Montagmorgen waren wir im Petersdom und wurden sofort mit hineingenommen in den Kreis, den die SynodenteilnehmerInnen vor dem Grab des Hl. Petrus bildeten. Dort, am Apostelgrab, erklangen indigene Gesänge und Rhythmen, wie wir sie aus dem Amazonasgebiet kennen. Sie stimmten uns auf die Prozession zur Synodalaula ein.

Papst Franziskus kam durch eine Seitentür ganz bescheiden, fast unbemerkt, und mischte sich unter die Leute, einige davon mit festlichem, buntem Federkopfschmuck und bemalten Gesichtern.

Quelle: Synodenblog, Tag 2: Wer hätte gedacht, dass das hier möglich ist? – Vatican News

Afrika, ihr schafft es ohne Hilfe von außen!

Wir Menschen in Afrika schaffen es!

Wir Menschen in Afrika schaffen es! Wir ermächtigen uns!

Was in Afrika fehlt ist Empowerment, ist Ermächtigung. Afrikanerinnen und Afrikaner sehen sich als Opfer, denen geholfen werden muss. Deswegen der Aufruf:
Afrikanerinnen und Afrikaner, ihr schafft es alleine, aus eurer eigenen Kraft. Mit Entwicklunghilfe werdet ihr infantil. Beginnt bei euch selber. Ihr schafft es. Ihr könnt euch gegen Diktaturen wehren, ihr könnt Schulen und Universitäten errichten und ihr könnt eine angepasste und nachhaltige Wirtschaft aufbauen! Ihr habt Talente, Fähigkeiten und Sinn für Gemeinschaft.

Dazu zwei Stimmen aus Afrika:
Kritik an der staatlichen Entwicklungshilfe kommt von der senegalesischen Autorin Ken Bugul. Afrika muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.
Eine zweite Kritik kommt von Asfa-Wossen Asserate, der die Ächtung autoritärer und korrupter Regime fordert.

Afrikanerinnen und Afrikaner, ihr schafft es aus eurer eigenen Kraft!

Fluchtursachen sehen und den Menschen helfen: Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitik

Afrika bekam lange die falsche Hilfe

Infusion: Afrika bekam lange Zeit die falsche Hilfe

Flüchtlinge aus Afrika sind für uns Christinnen und Christen nicht nur eine caritative Herausforderung, sondern ein Zeichen der Zeit, dass es im afrikanischen Kontinent Verwerfungen gibt, die wir wahrnehmen müssen, denen wir uns mit Liebe stellen müssen und mit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen müssen.

Der Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner schreibt in seinem Blog über die Herausforderungen einer christlichen Politik:

Es ist immer besser (und auch langfristig wie staatspolitisch vernünftig), an der Abmilderung der Fluchtursachen zu arbeiten als nur Symptome zu bekämpfen.

Fluchtursachen für Afrika sind:

  • die Waffenexporte, die kriegerische Konflikte beflügeln
  • der Wirtschaftsimperialismus Europas
  • der Klimawandel
  • diktatorische Staaten
  • Bildungsdefizite
  • Fehlende Investitionen

Nationale Agrarwirtschaften müssen geschützt werden

Zum Wirtschaftsimperialismus führt Zulehner aus: „Es verschlechtert die wirtschaftliche Situation afrikanischer Länder massiv, wenn Europa seine Agrarprodukte subventioniert und billig auf die afrikanischen Märkte wirft und auf diese Weise die Lebensgrundlage der hoffnungsarmen Bevölkerung mancher afrikanischen Regionen zerstört.“ Kleinbauern müssen ihre Waren (z.B. Hirse) am Markt verkaufen können. Genossenschaften helfen gegen Zwischenhändler, die die Preise drücken. Es gibt auch falsche Landwirtschaft, die Abholzung, Überweidung und Wüstifizierung, auf die eine angepasste intelligente Landwirtschaft reagieren kann.Baumwurzeln können wieder zum sprießen gebracht werden und Solarkocher können die Abholzung vermeiden.

Küstenfischerei muss geschützt werden

Kleine Fischer verlassen ihre Dörfer, weil die Küsten von riesigen industriellen Fangschiffen leergefischt werden. Die kleinräumige Küstenfischerei muss geschützt werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Entwicklungshilfe der NGO und der europäischen Staaten reagiert darauf mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Angepasste finanzielle Hilfe

Mikrokredite sind hier eine gute Hilfe, um eine kleinräumige Wirtschaft zu fördern. Zulehner erinnert auch an den Marshallplan, der für Afrika und „für Europa ganz wichtig sein wird“.  Heinz K. Becker (ÖVP/EVP) stellte so einen Marshallplan für Afrika 2016 vor.
Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sprach bei seinem Besuch in Äthiopien im Februar 2016 von „Millionen Menschen“, die sich auf den Weg nach Europa machen würden.

Klimawandel braucht angepasste Technik

Die Überschwemmungen in Texas, Indien und jetzt auch in Nigeria sind eine Folge des von Menschen verursachten Klimawandels. Die Flüchtlinge verlassen ihre Heimat, weil das Klima sich ändert. Dürre und Überschwemmungen sind die zwei Extreme. Die Menschen zum Bleiben zu bewegen ist nur mit angepasster Technik (Häuser auf Stelzen, Solarenergie) und ökologisch sinnvollen Pflanzen und Tieren möglich.

Bildung hilft Perspektiven zu sehen

Gute Schulen sind ein Motor der Entwicklung. Einerseits um gute Fachkräfte auszubilden, andererseits um Kreativität in Kultur, Kunst, Wissenschaft und Technik zu entwickeln.

Konflikte sind zu bearbeiten

Beispiel: Das Leben der Bevölkerung in der Grenzregion zu Gambia und Guinea-Bissau ist geprägt durch einen der längsten Konflikte Afrikas. Trotz zahlreicher Friedensinitiativen und vielversprechender Verhandlungen zwischen den Rebellengruppen und der Regierung kommt die Region seit über 30 Jahren nicht zur Ruhe. Streitpunkte sind zum Beispiel Viehdiebstahl, Kleinwaffenhandel im Grenzgebiet oder die widerrechtliche Nutzung natürlicher Ressourcen. 60 VertreterInnen lokaler Organisationen, Radiosender und lokaler Behörden nahmen im April 2013 an einem Workshop in Ziguinchor teil. Der österreichische Botschafter in Dakar Gerhard Deiss und Dominique Mair, Expertin für Friedenssicherung und Konfliktprävention in der ADA, sprachen mit den lokalen VertreterInnen über die Herausforderungen in der Friedenssicherung. Das Zusammentreffen und der Austausch mit Betroffenen über Landesgrenzen hinweg war eine ganz neue Erfahrung. Aus: ADA, Austrian Development Agency

Die Bevölkerung muss vor den Übergriffen der Dschihadisten geschützt werden. Der ORF schreibt dazu: „Die Islamisten-Miliz Boko Haram hat Zeugen und amtlichen Angaben zufolge im Nordosten Nigerias 18 Menschen umgebracht. Im Schutze der Dunkelheit seien die mit Messern bewaffneten Angreifer auf Personen in der Stadt Banki unweit der Grenze zu Kamerun losgegangen. In der Region werden regelmäßig Anschläge verübt, zuletzt wieder verstärkt. So wurden seit Anfang Juni im Nordosten des afrikanischen Landes mindestens 172 Menschen getötet. In ihrem seit acht Jahren andauernden Kampf für einen islamistischen Staat wurden mehr als 20.000 Menschen von Boko Haram getötet. Hunderte wurden verschleppt, unter ihnen viele Frauen und Mädchen.“

Die Polizei und das Militär sind lange Zeit in Nigeria nicht gut gut ausgebildet gewesen und auch zahlenmäßig sehr klein gewesen. Erst in letzter Zeit wird der Kampf gegen Boko Haram ernst genommen.

Verträge mit den afrikanischen Staaten

Die europäischen Länder müssen mit den Herkunftsländern der Flüchtlinge in Verhandlung treten:

  • um Menschenrechte einzuklagen (wie in Eriträa)
  • um Minderheiten zu schützen
  • um Pressefreiheit zu gewähren
  • um Friedensverhandlungen zu führen (wie im Südsudan)
  • um oppositionelle Parteien zuzulassen

Kritik an der staatlichen Entwicklungshilfe

Kritik an der staatlichen Entwicklungshilfe kommt von der senegalesischen Autorin Ken Bugul. Afrika muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Die junge Generation ist ohne Schulbildung völlig desorientiert inmitten von Korruption und politischer Misswirtschaft ohne Zukunft und geistiger Werte aufgewachsen. Sie fordert einen Stop der staatlichen Entwicklungshilfe.
Eine zweite Kritik kommt von Asfa-Wossen Asserate, der die Ächtung autoritärer und korrupter Regime fordert. Die Diktatoren verhalten sich schlimmer, als es die europäischen Kolonialherren jemals taten. „Die afrikanischen Jugendlichen sehen, dass die Gewaltherrscher ihnen keine Möglichkeit für ein menschenwürdiges Dasein bieten. Sie haben keine Rechte, keine Arbeit und keine Perspektive. Deshalb stimmen sie mit den Füssen ab und kommen nach Europa. Ich habe Flüchtlingslager in Afrika besucht, und die Menschen sagten mir alle, sie wollten weg. In ihren Ländern gebe es für sie keine Perspektive mehr. Ähnliche Antworten erhielt ich an afrikanischen Universitäten, als ich Studierende nach ihren Zukunftswünschen befragte. Sobald sie ihr Ingenieurstudium abgeschlossen hätten, wollten sie sich nach Norden in die Maghrebstaaten aufmachen, um von dort nach Europa oder Amerika zu gelangen.“ Ganz schlimm ist Eritrea. Staaten wie Äthiopien, Somalia, der Sudan und Süd-Sudan, die Zentralafrikanische Republik, Kongo und der Tschad sind gescheiterte oder sehr fragile Staaten, mit denen Europa hart verhandeln müsse.

Humanitäre Korridore

Paul Michael Zulehner spricht in seinem Blog auch das Recht auf Asyl an und meint: Humanitäre Korridore sind für jene sehr wichtig, die einen Rechtsanspruch auf Asyl haben. Auf der Homepage des österreichischen Bundeskanzleramtes steht: Laut Genfer Flüchtlingskonvention werden jene Personen als Flüchtlinge bezeichnet, die sich aus wohl begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung außerhalb ihres Herkunftsstaates befinden und den Schutz des Herkunftsstaates nicht in Anspruch nehmen können oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen wollen.

TTIP: Gerechter Handel? Kirche kritisiert Verhandlungspraxis

TTIP-Gegner vor dem Wiener Parlament

TTIP-Gegner vor dem Wiener Parlament

Das mögliche Freihandelsabkommen TTIP zwischen USA und EU sorgt für Diskussionen. Dabei geht es auch um die Regelungen für den Finanz- und Bankensektor. Die USA hat nach der Finanzkrise ab 2007 schärfere Regelungen durchgesetzt. Riskante Finanzprodukte wurden teilweise verboten. Jetzt wollen Großbritannien und englische Lobbisten diese Regelungen durch das TTIP aufweichen. Durch das TTIP soll ein transkontinentaler Binnenmarkt mit über 800 Millionen Kunden entstehen, eine „Transatlantic Free Trade Area“, TAFTA. Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und Kommissionspräsident Juncker sind sich grundsätzlich einig. Was das aber für die Menschen innerhalb der TAFTA, in den Schwellenländern und in den armen Ländern bedeutet, ist völlig unklar. Welche Auswirkungen auf die Umwelt es hat, wenn  der transatlantische Transport der Güter und Dienstleistungen zunimmt? Die nicht öffentlichen Verhandlungen sollen Ende 2015 abgeschlossen sein. Die katholische Kirche der USA verlangt mehr Transparenz und der Münchner Jesuit Johannes Müller fordert mehr demokratische Mitbestimmung. Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz sieht dramatische Folgen für arme Länder. Am Samstag, 18. April 2015 gab es Kundgebungen und Demonstrationen in 45 Ländern.

Le Monde diplomatique: TAFTA/TIPP – Die große Unterwerfung
Kath. Kirche der USA für mehr Transparenz bei TTIP
Katholische Kirche Deutschlands kritisiert TTIP
Jesuit Müller: Mehr demokratische Beteiligung bei TTIP
Bischof Schwarz sieht dramatische Folgen
Blätter für internationale deutsche Politik M. Krätke: TAFTA
ATTAC: TTIP CETA stoppen
Wikipedia: TTIP

Wikipedia: TAFTA
ORF: Tausende Demonstrieren
Standard: Demonstrationen
Spiegel: Kostümiert gegen TTIP

Bienen schützen und Pestizide verbieten? Minister Berlakovich zögert.

BieneViele unserer Früchte sind auf Bestäubung durch Bienen angewiesen. Die Pestizide töten diese fleißigen Tiere zu tausenden. Es gibt viele Studien zu den Ursachen des Bienensterbens, z.B. von Greenpeace Bye bye Biene? Dabei ist die Pestizidgruppe der Neonicotinoide die giftigste.  Es sind Saatgutbeizmittel für Mais, Sonnenblumen, Raps, Baumwolle und andere Saaten. Wissenschaftliche Befunde beleuchten die tödlichen Folgen für die Bienenstämme. Neben den akuten Vergiftungen, die zum sofortigen Tod der Bienen führen, gibt es physische Beeinträchtigungen, Störungen bei der Nahrungssuche, ein gestörtes Fütterungsverhalten und schlechte Auswirkungen auf Lernprozesse.
Desweiteren wird die Fähigkeit der Bienen, Krankheiten und Parasiten zu vermeiden, durch den Einfluss von Neonikotinoiden beeinträchtigt.
Ein Drittel der europäischen Lebensmittel wird durch Insekten bestäubt. Ein Einbruch in der Bienenpopulation gefährdet die gesamte Landwirtschaft mit schlimmen Folgen für unsere Lebensmittelsicherheit.
Verbot von Pestiziden
15 der 27 EU-Länder stimmten auf Vorschlag von Gesundheitskommissar Tonio Borg für ein Verbot der Neonicotinoide probeweise auf zwei Jahre. Der österreichische Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich stimmte dagegen. Er möchte ein Wissenschaftsgremium einsetzen, die die Studien analysieren sollen. Der Ex-Koordinator der ARGE Bienenforschung an der Uni für Bodenkultur in Wien, Stefan Mandl stellte hingegen fest, dass es rund 50 Untersuchungen gebe, die die Gefährlichkeit belegen. Warum Umweltminister Berlakovich gegen das von der EU beschlossene Pestizidverbot gestimmt hat, kann er überhaupt nicht nachvollziehen. „Wissenschaftlich gibt es da überhaupt keinen Zweifel – die Giftigkeit ist längst bewiesen“, so Mandl, schließlich existierten rund 50 Abhandlungen international renommierter Forscher, die die Gefährlichkeit von Neonicotinoiden bestätigen.
Amtsgeheimnis?
Minister Berlakovich weigerte sich zuerst, unter Hinweis auf das Amtsgeheimnis und den Datenschutz, die Menge bekanntzugeben, die in Österreich die die Chemiekonzerne (z. B. Bayer und Syngenta) verkaufen, bekanntzugeben. Dass das Umweltministerium keine Zahlen über den Pestizideinsatz herausgibt und sich dabei auf das Amtsgeheimnis beruft, ist für Daniel Ennöckl vom Institut für Staats- und Verwaltungsrecht von der Universität Wien völlig haltlos. Umweltminister Nikolaus Berlakovich sei im Gegenteil durch das Umweltinformationsgesetz sogar verpflichtet, die Bürger über den Einsatz von Pestiziden zu informieren, sagt der Rechtswissenschaftler. Weiter gehe es hier nicht um den Datenschutz, da es sich bei Angaben, wie viele derartige Stoffe hierzulande eingesetzt werden, um keine personenbezogenen Daten im Sinne des Datenschutzgesetzes handle, sagt Ennöckl. Mittlerweile hat Minister Berlakovich eine Zahl genannt: 10 Tonnen Neonicotinoid sind im Einsatz. Die genauen Angaben verschweigt er.
Was sagt die katholische Soziallehre?
Im Sinne des Gemeinwohls ist Umweltminister Nikolaus Berlakovich auch moralisch verpflichtet, die Angaben transparent zu machen. Firmeninteressen sind gegenüber dem Gemeinwohl zweitrangig.
Auch beim Verbot von Pestiziden, die Bienen töten und die Landwirtschaft gefährden, ist ein vorsichtiges Vorgehen geboten.
Entscheidung?
Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der EU-Kommission. Diese befürwortet ein Verbot. Ob sie es durchsetzen kann, ist offen.
Links:
Daniel Ennöckl im OE1
Greenpeace
Pestizid Aktions-Netzwerk
ARD Tagesschau
Salzburger Nachrichten: Stefan Mandl
Bienensterben auf Wikipedia