Archiv der Kategorie: Einsamkeit

Mein Liebes Kind – Marcel Buergi

Dunkle Wolken hingen über meinem Leben
Jede Bemühung schien mir vergebens
Ich fragte mich warum ist alles nur so schwer
und warum ist mein Leben nur so leer

Ich versuchte vieles um glücklich zu sein
Schlussendlich wieder allein und klein
Die Einsamkeit wurde grösser Tag für Tag
Bis ich die Stimme hörte von dem der alles vermag

Mein Liebes Kind, du musst nicht länger traurig sein …

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Zygmunt Bauman: Gemeinschaft statt Vereinsamung

Mit Jesus über das Wasser gehenDie Freundschaft mit Jesus vertreibt die innere Leere.
Ich hörte den Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman (2017 gestorben) in „Kreuz und Quer“ (ORF) und fand es interessant, was er zur Lage mancher (unserer?) europäischen Wertvorstellungen sagt. Das Interview ist am Ende einer Doku über die unglücklichen Schweden. Ich habe seine Gedanken verschriftlicht und mit einer Einleitung versehen. Was sagt ihr dazu?
Ist die Vereinsamung das Ziel?
Wenn Menschen alleine in ihren Wohnungen sterben und erst nach Monaten gefunden werden, dann wird unsere Gesellschaft angeklagt: Warum haben die Nachbarn nichts gemerkt? Gab es keine Gemeinschaft in der Nachbarschaft? Aber diese Vorwürfe greifen zu kurz. Die Vereinsamung wird hervorgerufen, weil die meisten nur „unabhängig“ leben wollen. Neben dem sinnvollen Streben gibt es das krankhafte Streben nach Unabhängigkeit, das Liebe, Beziehung und Gemeinschaftssinn verhindert. Das Selbst oder das Ich wird über alles gestellt. Ich denke mir, Jesus lädt uns zur Gemeinschaft ein und die Beziehung zum dreifaltigen Gott vertreibt die öde innere Leere.

In der Dokumentation über die unglücklichen Schweden (Liebe auf Schwedisch, ORF 9.1.2018) sagt Zygmunt Bauman:

„Es stimmt nicht, dass ein störungsfreies Leben Glück bedeutet. Ein glückliches Leben, das heißt Schwierigkeiten überwinden, mit Problemen kämpfen, Lösungen finden, sich Herausforderungen stellen, sie meistern. Man stellt sich den Herausforderungen, gibt sein Bestes, strengt sich an und wenn man die Herausforderungen gemeistert hat, das Schicksal bezwungen hat, dann verspürt man Glück. Genau diese Freude beim Überwinden von Schwierigkeiten, beim Meistern von Problemen, dieses Glücksgefühl geht verloren. Es geht verloren, wenn die Bequemlichkeit wächst.
Wir haben alles, es gibt genug Vorräte um Hunger und Armut fern zu halten. Aber eines fehlt. Eine Sache, die der Staat nicht geben kann, die Politik nicht bereitstellen kann, das ist unter anderen Menschen zu sein, mit anderen zu leben, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das muss man selbst schaffen. Menschen, die zur Unabhängigkeit erzogen werden, verlieren die Fähigkeit, das Zusammenleben mit anderen auszuhalten. Die Fähigkeiten zur Sozialisierung fehlen. Das ist schrecklich ermüdend, kostet große Mühe, verlangt eine Menge Aufmerksamkeit.
Es ist ein Prozess des Verhandelns und neu Verhandelns, des Diskutierens, des Zustimmens und des kreativen Erneuerns. Unabhängigkeit raubt dir die Möglichkeit, dies zu tun.
Wir teilen heute unser Leben in zwei verschiedene Welten. Online und offline. Verbindend und trennend. Das Online-Leben ist in großem Maße frei von Risiken, von Lebensrisiken. Es ist so einfach im Internet Freunde zu finden. Man spürt nie wirklich die eigene Einsamkeit. Wenn man die Einstellung von anderen Usern nicht mag, dann stoppt man einfach die Kommunikation mit ihnen.
Offline ist man unweigerlich mit der Realität der menschlichen Vielfalt konfrontiert. Menschen sind verschieden: Passanten, Fremde. Man muss sich mit der Notwendigkeit des Dialogs, des Gesprächs auseinandersetzen. Man muss der Tatsache ins Auge blicken, dass die Menschen sehr verschieden sind. Im Gespräch miteinander wissen wir nie, wie der Dialog endet. Vielleicht stellt sich dabei nicht heraus, dass man selbst weise ist und die anderen dumm, sondern alle anderen weise sind und man selbst ist dumm.
Die Unabhängigkeit raubt dir die Fähigkeit, all das zu tun. Je unabhängiger man ist, desto weniger ist man in der Lage, diese Unabhängigkeit durch eine sehr angenehme gegenseitige Abhängigkeit zu ersetzen. Am Ende der Unabhängigkeit steht also nicht etwa das Glück, sondern die Leere, die Bedeutungslosigkeit des eigenen Daseins und absolute, vollkommene unvorstellbare Langeweile.“ http://tvthek.orf.at/profile/kreuz-und-quer/8598576

In Ö1 wurde das letzte Buch von Zygmunt Bauman mit dem Hinweis auf Papst Franziskus vorgestellt. https://te7d45880.emailsys1a.net/c/71/1305239/1832/0/29779837/128/88431/5f8ab54087.html