Archiv der Kategorie: Gebet

Die Grenzen der Naturwissenschaft

Hawkings_letzte_WorteDer Naturwissenschaftler Stephen Hawking sagte in seinem letzten Interview: „Versucht einen Sinn zu erkennen in dem, was ihr seht und fragt euch, was das Universum existieren lässt.“ Er glaubte, dass es ein Gesetz gibt, das aus der Schwerkraft das Universum entstehen lässt. Der Physiker Anton Zeilinger fragte daraufhin: „Wer hat das Gesetz erschaffen?“ Die Naturwissenschaft kann die Frage nach dem großen Sinnzusammenhang nicht beantworten. Gott kommt uns dabei entgegen. Die Menschwerdung Gottes hilft mir, in Beziehung zu dem großen Grund zu kommen und ihn mit „Du“ anzusprechen. Diese Augenblicke haben einen kleinen oder großen Vorgeschmack des Himmels in sich. Stephen Hawking wird in diesen Stunden „seinen“ Augenblick haben. Er wird vor seinem Schöpfer stehen und erkennen, wer das Universum existieren lässt und welchen Sinn das Ganze hat.
Jesus hatte vor dem Osterfest Augenblicke, in denen er sich ganz intensiv mit seinem Vater austauschte. Dies erlebte er so stark, dass es seine Seele erschütterte.

Jesus: Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde. Joh 12,20-33

Gott verzeiht, aber verzeihen auch die Menschen?

Ich bekenne meine Schuld und bittee dich, Gott, mir zu verzeihen.

Ich bekenne meine Schuld und bitte dich, Gott, mir zu verzeihen.

Ich habe die letzten Tage mit Menschen gesprochen, die erkannten, dass sie schuldig geworden sind.
Ein Moslem erklärte mir, dass er in die Hölle kommt, weil er Hexerei betrieben hat. Er sah sich von den Menschen und von Gott verurteilt. Ich erzählte ihm, dass mir Gott vergeben hat und dass ich sicher bin, dass Gott ihm, wenn er bereut, verzeiht. Auch seine Familie und seine Freunde sollen sich ein Vorbild an Gott nehmen und ihm verzeihen.
Eine ältere Frau, die 4 Tage meditierte, musste immer wieder an den Menschen denken, den sie in jungen Jahren abgetrieben hat. Es war für sie schwierig, sich das zu verzeihen. Sie stellte sich vor, dass dieser Mensch jetzt eine junge Frau sein könnte, die sie beobachtet. Ihr war nicht klar, ob diese Frau ihr verzeiht. Ich denke mir, wenn diese Frau jetzt aber im Himmel ist, ist sie voll Liebe und kann ihr vielleicht verzeihen. Ich kann zu meiner Schuld deswegen stehen, weil ich weiß, dass Gott mir verzeiht.
Auch in unserer Bibelrunde haben wir über die Schuld mancher Priester und Bischöfe gesprochen. Wir bemerkten zwei Sachen: Die Kirche, das Volk Gottes, wird nicht von den Menschen geheiligt, sondern von Gott. Der Gottesdienst macht sichtbar, was sich in unsichtbarer Weise ereignet.

Der Ort der Gottesbegegnung

Jesus verteibt die HändlerDer Tempel von Jerusalem war der Ort der Gottesbegegnung, an dem die Herrlichkeit Gottes wohnte. Die Armen mussten dort oft ihr letztes Geld geben.
Er wird oft mit einem Wallfahrtsort verglichen, an dem ich nicht nur bete, sondern auch meiner Frau Lebkuchenherzen und meiner Enkelin Schneekugeln kaufe. Die Händler sind aber nicht zu vergleichen mit den Geldwechslern und Opfertierhändler in Jerusalem. Wenn ein Jude unrein war, musste er ein Opfer bringen. Das war lebensnotwendig, um in der Gemeinschaft weiterleben zu können. Schneekugeln sind nur Andenken.

Die Opfertiere waren keine Andenken, sie waren notwendig und konnten nur mit Tempelwährung bezahlt werden. Die Geldwechsler und Tierhändler bereicherten sich in unverschämter Weise an den Armen, die sich mit einem Opfer reinigen mussten. Die Tempel in der Antike waren ähnlich den heutigen Banken. Heute ist die Wall Street in New York die größte Wertpapierbörse der Welt. Täglich werden bis zu 8 Milliarden Dollar gehandelt.
Für Jesus war der Bankbetrieb am Tempel von Jerusalem wie eine „Räuberhöhle“. Der Ort sollte ein Haus des Gebetes sein. Vielleicht bereichert sich heute auch jemand in unverschämter Weise an den Armen. Aber ob die Börsen ein Ort des Gebetes sein sollen ist mir nicht klar.

Gott, komm in mein Herz!

Gebet in der Stille

Gebet in der Stille

Was soll ich in den nächsten 40 Tagen tun? Ich gönne mir etwas Gutes. Statt Fernsehen werde ich mich Gott öffnen. Ich setze mich jetzt 40 Tage lang jeden Morgen und jeden Abend für eine halbe Stunde in die Gegenwart Gottes.

Vor Jahren wollte ich herausfinden, wie ich die Beziehung zu Gott im Gebet gestalten kann. Ich habe über Gebet und Kontemplation in der Bibel und in religiösen Büchern gelesen und mit Christen und Christinnen darüber gesprochen. Romano Guardini sagt: Gott kann man vor allem anbeten. Ich setzte mich hin, wurde ruhig und sagte zu ihm: Ich bete dich an. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis.

Sehr wichtig ist für mich am Beginn der Kontemplation die Öffnung meines Herzens: „Gott, ich öffne mein Herz für dich“. Von einer Freundin bekam ich den Rat, das Gebet von Nikolaus von der Flüe „Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir“ (Gotteslob 9,5) zu beten. Mein Zentrum bildet dann die dreifache Gottesliebe von Deuteronomium 6,5 „Ich liebe dich mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ und zum Schluss bete ich Gott an, lobe, preise und danke ihm. Es drängte mich, diese Worte auch zu Gott-Vater, Jesus Christus und zum Heiligen Geist zu sprechen. Durch diese Anbetung des dreifaltigen Gottes weiß ich immer mehr, wer ich bin und wofür ich lebe.