Archiv der Kategorie: Kirchenreform

Mittelalterliche Kirche: Sorge um die Armen, Gott lieben und den anderen verzeihen

Karl der Große, gemalt von Albrecht Dürer

Karl der Große (747- 814), gemalt von Albrecht Dürer

Die Könige der Franken erließen Regelungen, die weltliche und kirchliche Angelegenheiten betrafen. Die Admonitio generalis war eine dieser Regelungen. Sie wurde unter Karl dem Großen erlassen und betraf im zweiten Teil die Kirchenreform. Sich taufen zu lassen und das Christentum äußerlich anzunehmen genügte nicht. In jedem Kloster und bei jeder Kathedrale sollen Schulen errichtet werden, wo die Jungen Musik, Grammatik, Rechenkunst und die Bibel lesen lernen sollen. Priester sollen den Menschen das Vaterunser erklären, damit sie eine Beziehung zu Gott pflegen können. Am Sonntag sollen die Männer und Frauen keine Alltagsarbeiten verrichten, sie sollen zur Messe gehen und Gott loben. Die Priester sollen predigen, dass Gott einer und drei ist, ein Mensch wurde und am Ende Gericht halten wird. Die Zuhörer sollen Gott und den Nächsten lieben, auf Gott hoffen und vertrauen, sollen sich beherrschen, freundlich und barmherzig sein, für die Armen sorgen, die Sünden bekennen, anderen verzeihen und sich untereinander versöhnen. „Denn wer so lebt, wird das Himmelreich besitzen.“

(Entnommen aus: Geschichte der Kirche im Mittelalter, F. Donald Logan, übersetzt von Karl H. Nicolai, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, S.88 u.89)

Kann sich die heutige Welt nicht ein Beispiel an diesen kirchlichen Impulsen aus dem Mittelalter nehmen?

Schön, dass du da bist!

Begrüßung vor und Kaffee nach dem Gottesdienst

Begrüßung vor und Kaffee nach dem Gottesdienst

In unserer Gottesdienstgemeinde wird man beim Eingang mit „Willkommen in unserem Gottesdienst“ begrüßt, und das seit drei Jahren. Auch zum regelmäßigen Pfarrkaffee werden alle, auch Neue angesprochen und eingeladen. Einige sagen: Es ist so schön, dass man da begrüßt wird. Es ist wie in der Familie. Einige meinen, sie bekommen ein Gefühl der Heimat.
Immer mehr Gemeinden haben einen Begrüßungsdienst am Anfang des Gottesdienstes eingerichtet, der die Ankommenden mit „Guten Morgen. Schön, dass Sie da sind!“ willkommen heißen. Auch das Pfarrkaffee braucht einen Begrüßungsdienst, damit sich alle zuhause fühlen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Begrüßungsteams erleben das meist als Bereicherung ihres Daseins.
Link zu Der Sonntag, Wr. Erzdiözese

Priesterinnen

Das Bild der vier Frauen zeigt, dass die Frauen in der Kirche immer schon die Priesterinnen Christi waren: Es sind Theodora Episcopa, Praxedis, Mutter Maria, Pudentia. Das Mosaik befindet sich in Rom, in der Zeno-Kapelle der Kirche Santa Prassede.

Das obige Bild der vier Frauen zeigt, dass die Frauen in der Kirche immer schon die Priesterinnen Christi waren: Es sind Theodora Episcopa, Praxedis, Mutter Maria, Pudentia. Das Mosaik befindet sich in Rom, in der Zeno-Kapelle der Kirche Santa Prassede.

Ich war traurig als eine gute Freundin aus der Kirche ausgetreten ist. Sie liebt Jesus, will aber den Kirchenbeitrag nicht zahlen und die „männliche Amtskirche“ nicht unterstützen. Da ist einiges schief gelaufen. Ich erinnerte mich, dass Jesus sagte: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein … Seid wie dieses Kind.“ Sollten sich Priester wie Diktatoren aufführen, dann verletzen sie Christus, denn die Kirche ist der lebendige Christus. Es ist oft für viele nicht klar, dass alle Getauften zu Priesterinnen und Priester getauft sind. Die „geheimen“ Priesterinnen (und Priester) der katholischen Kirche sind die Frauen (und Männer), die eine tiefe Beziehung zu Christus haben, ihren Kindern von Christus erzählen, die Lesungen vortragen, die Kommunion austeilen, in der Schule Religion unterrichten, die Firmgruppe oder die Erstkommuniongruppe leiten, Kuchen zum Pfarrkaffee bringen, auf der Universität Theologie lehren, das Pastoralamt oder das kirchliche Schulamt leiten und den Kirchenraum für die Gemeinde und für Christus schmücken. Sie sind so wichtig wie der Priester, der die Wandlungsworte spricht. Denn alle zusammen sind wir der lebendige Christus.

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich bin mit dir.
Die Matthäusgemeinde erinnert daran, dass Jesus den Rat gibt, den Bruder unter vier Augen zu sprechen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Er soll nicht vor aller Augen kritisiert werden. Das Ziel ist es, dass der Kritisierte nicht das Gesicht verliert, Einsicht zeigt und sein Verhalten bessert. Das zweite Jesuswort ist eine große Ermächtigung. Unsere Bündnisse wirken sich auch im Jenseits, bei Gott aus, wo es sie auch gebunden sind.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Evangelium nach Matthäus 18, 15-20)

Den Geist ausgießen

Petrus und Paulus. Katakombenbild 400 n. Chr.Die Mächte der Unterwelt werden die Kirche nicht überwältigen. Ich war das erste Mal bei einem Treffen der Charismatischen Erneuerung. Dabei hörte ich von einem sehr großen Treffen von katholischen Charismatikern im Jahr 1975 in Rom, bei dem Ralph Martin eine Prophetie hatte, die er allen mitteilte. Gott sprach durch ihn: „Weil ich euch liebe, möchte ich euch zeigen, was ich in dieser Welt tue. Ich möchte euch vorbereiten auf das, was kommen wird. Tage der Finsternis kommen über diese Welt, Tage der Drangsal. Bauten, die jetzt stehen, werden nicht bestehen bleiben. Ich möchte, dass ihr vorbereitet seid, mein Volk. Eine Zeit der Finsternis kommt über diese Welt, aber eine Zeit der Herrlichkeit für meine Kirche, eine Zeit der Herrlichkeit für mein Volk. Ich werde alle Gaben meines Geistes auf mein Volk ausgießen. Ich werde euch für eine Zeit der Evangelisation vorbereiten, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.“

Danach hatte Bruce Yocum eine zweite Prophetie. Gott sprach durch ihn: „Ich rede zu euch von der Morgendämmerung eines neuen Zeitalters für meine Kirche. Ich rede zu euch von Tagen, die ihr nie zuvor gesehen habt. Bereitet euch vor für das, was ich jetzt beginne, denn die Dinge um euch, die ihr seht, werden sich ändern. Öffnet eure Augen, öffnet eure Herzen, um euch für mich vorzubereiten und für den Tag, den ich jetzt begonnen habe. Meine Kirche wird anders sein, mein Volk wird anders sein. Der Trost, den ihr haben werdet, ist der Trost meines Heiligen Geistes. Wahrlich, er hat schon begonnen.“

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich bin in der Kirche vor den Mächten der Unterwelt geschützt.
Die Matthäusgemeinde erinnert daran, dass der Vater im Himmel gezeigt hat, dass Jesus der Sohn des lebendigen Gottes ist und dass die Mächte der Unterwelt die Kirche, die Jesus auf dem Felsen Petrus baut, nicht überwältigen kann.
In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. (Evangelium nach Matthäus 16, 13-20)
Prophetie von Ralph Martin und Bruce Yocum 1975
Prophetie von Smith Wigglesworth 1936

Ex-Domspatz Probst: „Ich habe meinen Frieden gefunden“

Alexander Probst schrieb ein Buch über seine schlimmen Erlebnisse als Regensburger Domspatz. Er wurde als Kind sexuell  missbraucht. Anlässlich des Abschlussberichts, der an diesem Dienstag (18.7.2017)  in Regensburg vorgestellt wurde, blickt er im DeutschenWelle-Gespräch zurück – ohne Zorn.
DW: Sie sagten einmal, eine persönliche Entschuldigung sei Ihnen nicht mehr so wichtig. Warum?
Lange Zeit war es mein Wunsch, dass der Täter sich bei mir entschuldigen möge. Seitdem ich sehr viel mehr über ihn weiß, dass er sich zum Beispiel bis in die Neunziger Jahre noch an Kindern vergangen hat, wusste ich, dass eine Entschuldigung gar nicht möglich ist. Zum anderen hat Bischof Voderholzer um Verzeihung gebeten – obwohl er ja selbst nichts dafür kann. Dieses Gespräch war mir mehr wert als alle Entschuldigungen vergangener Täter.
Quelle: Deutsche Welle

Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen: Alles muss aufgedeckt werden

Ein früherer Domspatzen-Schüler berichtet, wie ihn der damalige Domspatzen-Direktor Johann Meier im Speisesaal „wie besessen“ verprügelt habe, weil er seinen Schweinsbraten nicht aufgegessen habe. Er habe geprügelt, „wo immer er mich treffen konnte, bis er nach wohl einem Dutzend Schlägen erschöpft aufhörte“. Georg Ratzinger, der Bruder von Josef Ratzinger (Ex-Papst Benedikt XVI) habe daneben gesessen und gelacht. Dessen Äußerungen in der Passauer Neuen Presse klingen ganz anders. Von Ohrfeigen habe er zwar gewusst, aber die seien „im Rahmen des Üblichen“ gewesen.
547 Regensburger Domspatzen sind seit 1945 nach Angaben des Sonderermittlers Ulrich Weber missbraucht worden. Der Anwalt hat nach einer zweijährigen Untersuchung des Missbrauchsskandals bei dem weltberühmten Knabenchor seinen Abschlussbericht vorgelegt. 500 Chorkinder hätten körperliche Gewalt erlitten, 67 sexuelle Gewalt.
Weber sagte, die Opfer beschrieben die Zeiten bei den Domspatzen im Nachhinein als „Gefängnis, Hölle und Konzentrationslager“ oder als „schlimmste Zeit ihres Lebens, geprägt von Angst, Gewalt und Hilflosigkeit“.
Bischof Rudolf Voderholzer hat seit Beginn seiner Amtszeit in Regensburg Anfang 2013 die Aufklärung des Skandals maßgeblich vorangetrieben. Seinem Vorgänger Kardinal Gerhard Ludwig Müller (bis vor Kurzem Präfekt der Glaubenskommission in Rom) war wiederholt vorgeworfen worden, die Aufklärungsarbeit behindert zu haben. Er hatte mehrfach gesagt, der Missbrauch durch Priester sei von Medien aufgebauscht worden.
Jetzt aber kommt der Missbrauch und die Gewalt ans Tageslicht. Jesus sagte: Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden (Lk 12,2-3). Die Wahrheit wird euch frei machen (Joh 8,32). Jedes Kind, das sexuell missbraucht wurde, erlebte Fürchterliches. Gott wurde mit jedem Kind, das geschlagen wurde, auch geschlagen.
Quelle: Zeit Online
Quelle: SZ 2016,   SZ2017
Quelle: Passauer Neue Presse

Wenn Jesus ein Fest feiert

Das Brotbrechen hat die Kirche
nicht verlernt, auch das Feiern nicht.
Aber sie tut es heute in alten,
heiligen Riten und Gewändern
und kultisch vorgeschriebenen Worten.
Prälaten haben entgegen seiner Vision
Ehrenplätze wieder eingeführt.
Am Tisch herrscht eine strenge
Ordnung, die trennt nach Tradition
und Bekenntnis, nach Priestern
und Laien. Das ist zwar nicht
in seinem Sinn, weil er für das Fest
andere Spielregeln aufgestellt hat,
die kein Oben und Unten kennen.
das wissen alle. Aber noch sind es
nur Kundschafter, die über Grenzen
gehen, alte Vorurteile überwinden
und üblen Nachreden Einhalt gebieten.
Aus: Wilhelm Bruners, Zuhause in zwei Zelten. Gedichte und Reflesionen.
Ein spirituelles Lesebuch. 2017