Archiv der Kategorie: Kirchenreform

Die Zeichen des Heiligen Geistes

Kardinal Christoph Schönborn

Kardinal Christoph Schönborn

Ich bin dankbar, dass die Kirche mir den wunderbaren Glauben vermittelte. Klosterschwestern, Priester und meine Eltern begleiteten mich in den 50er und 60er Jahren auf meinem Glaubensweg. Als ich in den 70er Jahren Theologie studierte, gab es immer gute Freunde und Freundinnen, die mit mir den Aufbruch nach dem 2. Vatikanischen Konzil reflektierten. Wir waren uns einig, dass die Kirche Demokratie, verheiratete Priester und Frauen als Priesterinnen braucht. Es war für viele eine Enttäuschung, dass die Hierarchie keine Änderung zuließ. In den letzten zwanzig Jahren wurden immer mehr Missbrauchsfälle bekannt. Dieses Aufdecken ist ein starkes Zeichen des Heiligen Geistes. Gott sei Dank gibt es einen Papst und einige Bischöfe (Erzbischof Schönborn), die den Opfern glauben und die Täter nicht mehr schützen. In den nächsten Tagen, vom 21. bis zum 24. Februar 2019 gibt es im Vatikan eine Missbrauchskonferenz. Ich kann nur hoffen, dass Kontrollinstanzen eingeführt werden, die Frauen, Kinder und Jugendliche vor Übergriffen, Vergewaltigungen und Pädophilie schützen. Wir als Kirche können da auf den Heiligen Geist vertrauen, der seine Zusammenarbeit anbietet. Danke, Heiliger Geist!

Bischof Overbeck: „Wir stehen vor einer kirchlichen Zeitenwende“

Wort des Bischofs zum Jahresbeginn 2019 wirbt dafür, mutig und frei über Fragen zu Priesterbild, Frauenamt und Sexualmoral nachzudenken. Vor einer Zeitenwende sieht der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck die katholische Kirche angesichts der Unruhe und des Zorns vieler Menschen aufgrund grundlegender Missstände in der Kirche. „Die alte Zeit ist zu Ende!“ schreibt Overbeck in seinem „Wort des Bischofs“, das am 12. und 13. Januar 2019 in allen Kirchen des Bistums Essen verlesen wurde. Priesterbild und Weiheamt, Hierarchie, Zölibat, Frauenamt und Sexualmoral ständen auf der Tagesordnung. … Nun gehe es nicht darum, eine bestimmte, vertraute Gestalt der Kirche zu retten, sondern nach neuen Wegen zu suchen, um mit Gott in Berührung zu kommen.

Quelle: Bischof Overbeck: „Wir stehen vor einer kirchlichen Zeitenwende“
und: Katholisch.de

Eine geheimnisvolle Bibelübersetzung aus Österreich

Evangelienwerk, Eröffnungsseite (fol. 6r)

Ein Rätsel: 200 Jahre vor Martin Luther (1483-1546) hat bereits ein Österreicher die Bibel ins Deutsche übersetzt. Die großartigen Texte waren in verschiedenen Bibliotheken und man erkannte erst spät, dass sie von ein und dem selben Autor stammen. Bekannt waren sie als „Klosterneuburger Evangelienwerk“,  „Schlierbacher Altes Testament“ und „Psalmenkommentar“.
Der sehr gebildete Autor lebte anscheinend um ca. 1330 n. Chr. in Österreich und forderte, dass die Heilige Schrift den „seligen“ Christen geöffnet wird und ins Deutsche gebracht wird. Er übersetzte auch andere Texte z.B. aus der Legenda Aurea und gab immer wieder seine Kommentare dazu. Deutsche Historiker  (Prof. Dr. Freimut Löser, Prof. Dr. Jens Haustein und Prof. Dr. Martin Schubert) erforschen mit ihren Arbeitsgruppen die rätselhaften Texte und wollen in nächster Zeit Stück für Stück dieser deutschsprachigen Bibel veröffentlichen.

Quellen:
Wikipedia
Süddeutsche Zeitung
Das Projekt der Bayrische Akademie der Wissenschaften
Der Spiegel
Kurier

Mittelalterliche Kirche: Sorge um die Armen, Gott lieben und den anderen verzeihen

Karl der Große, gemalt von Albrecht Dürer

Karl der Große (747- 814), gemalt von Albrecht Dürer

Die Könige der Franken erließen Regelungen, die weltliche und kirchliche Angelegenheiten betrafen. Die Admonitio generalis war eine dieser Regelungen. Sie wurde unter Karl dem Großen erlassen und betraf im zweiten Teil die Kirchenreform. Sich taufen zu lassen und das Christentum äußerlich anzunehmen genügte nicht. In jedem Kloster und bei jeder Kathedrale sollen Schulen errichtet werden, wo die Jungen Musik, Grammatik, Rechenkunst und die Bibel lesen lernen sollen. Priester sollen den Menschen das Vaterunser erklären, damit sie eine Beziehung zu Gott pflegen können. Am Sonntag sollen die Männer und Frauen keine Alltagsarbeiten verrichten, sie sollen zur Messe gehen und Gott loben. Die Priester sollen predigen, dass Gott einer und drei ist, ein Mensch wurde und am Ende Gericht halten wird. Die Zuhörer sollen Gott und den Nächsten lieben, auf Gott hoffen und vertrauen, sollen sich beherrschen, freundlich und barmherzig sein, für die Armen sorgen, die Sünden bekennen, anderen verzeihen und sich untereinander versöhnen. „Denn wer so lebt, wird das Himmelreich besitzen.“

(Entnommen aus: Geschichte der Kirche im Mittelalter, F. Donald Logan, übersetzt von Karl H. Nicolai, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, S.88 u.89)

Kann sich die heutige Welt nicht ein Beispiel an diesen kirchlichen Impulsen aus dem Mittelalter nehmen?

Schön, dass du da bist!

Begrüßung vor und Kaffee nach dem Gottesdienst

Begrüßung vor und Kaffee nach dem Gottesdienst

In unserer Gottesdienstgemeinde wird man beim Eingang mit „Willkommen in unserem Gottesdienst“ begrüßt, und das seit drei Jahren. Auch zum regelmäßigen Pfarrkaffee werden alle, auch Neue angesprochen und eingeladen. Einige sagen: Es ist so schön, dass man da begrüßt wird. Es ist wie in der Familie. Einige meinen, sie bekommen ein Gefühl der Heimat.
Immer mehr Gemeinden haben einen Begrüßungsdienst am Anfang des Gottesdienstes eingerichtet, der die Ankommenden mit „Guten Morgen. Schön, dass Sie da sind!“ willkommen heißen. Auch das Pfarrkaffee braucht einen Begrüßungsdienst, damit sich alle zuhause fühlen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Begrüßungsteams erleben das meist als Bereicherung ihres Daseins.
Link zu Der Sonntag, Wr. Erzdiözese

Priesterinnen

Das Bild der vier Frauen zeigt, dass die Frauen in der Kirche immer schon die Priesterinnen Christi waren: Es sind Theodora Episcopa, Praxedis, Mutter Maria, Pudentia. Das Mosaik befindet sich in Rom, in der Zeno-Kapelle der Kirche Santa Prassede.

Das obige Bild der vier Frauen zeigt, dass die Frauen in der Kirche immer schon die Priesterinnen Christi waren: Es sind Theodora Episcopa, Praxedis, Mutter Maria, Pudentia. Das Mosaik befindet sich in Rom, in der Zeno-Kapelle der Kirche Santa Prassede.

Ich war traurig als eine gute Freundin aus der Kirche ausgetreten ist. Sie liebt Jesus, will aber den Kirchenbeitrag nicht zahlen und die „männliche Amtskirche“ nicht unterstützen. Da ist einiges schief gelaufen. Ich erinnerte mich, dass Jesus sagte: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein … Seid wie dieses Kind.“ Sollten sich Priester wie Diktatoren aufführen, dann verletzen sie Christus, denn die Kirche ist der lebendige Christus. Es ist oft für viele nicht klar, dass alle Getauften zu Priesterinnen und Priester getauft sind. Die „geheimen“ Priesterinnen (und Priester) der katholischen Kirche sind die Frauen (und Männer), die eine tiefe Beziehung zu Christus haben, ihren Kindern von Christus erzählen, die Lesungen vortragen, die Kommunion austeilen, in der Schule Religion unterrichten, die Firmgruppe oder die Erstkommuniongruppe leiten, Kuchen zum Pfarrkaffee bringen, auf der Universität Theologie lehren, das Pastoralamt oder das kirchliche Schulamt leiten und den Kirchenraum für die Gemeinde und für Christus schmücken. Sie sind so wichtig wie der Priester, der die Wandlungsworte spricht. Denn alle zusammen sind wir der lebendige Christus.

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich bin mit dir.
Die Matthäusgemeinde erinnert daran, dass Jesus den Rat gibt, den Bruder unter vier Augen zu sprechen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Er soll nicht vor aller Augen kritisiert werden. Das Ziel ist es, dass der Kritisierte nicht das Gesicht verliert, Einsicht zeigt und sein Verhalten bessert. Das zweite Jesuswort ist eine große Ermächtigung. Unsere Bündnisse wirken sich auch im Jenseits, bei Gott aus, wo es sie auch gebunden sind.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Evangelium nach Matthäus 18, 15-20)

Den Geist ausgießen

Petrus und Paulus. Katakombenbild 400 n. Chr.Die Mächte der Unterwelt werden die Kirche nicht überwältigen. Ich war das erste Mal bei einem Treffen der Charismatischen Erneuerung. Dabei hörte ich von einem sehr großen Treffen von katholischen Charismatikern im Jahr 1975 in Rom, bei dem Ralph Martin eine Prophetie hatte, die er allen mitteilte. Gott sprach durch ihn: „Weil ich euch liebe, möchte ich euch zeigen, was ich in dieser Welt tue. Ich möchte euch vorbereiten auf das, was kommen wird. Tage der Finsternis kommen über diese Welt, Tage der Drangsal. Bauten, die jetzt stehen, werden nicht bestehen bleiben. Ich möchte, dass ihr vorbereitet seid, mein Volk. Eine Zeit der Finsternis kommt über diese Welt, aber eine Zeit der Herrlichkeit für meine Kirche, eine Zeit der Herrlichkeit für mein Volk. Ich werde alle Gaben meines Geistes auf mein Volk ausgießen. Ich werde euch für eine Zeit der Evangelisation vorbereiten, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.“

Danach hatte Bruce Yocum eine zweite Prophetie. Gott sprach durch ihn: „Ich rede zu euch von der Morgendämmerung eines neuen Zeitalters für meine Kirche. Ich rede zu euch von Tagen, die ihr nie zuvor gesehen habt. Bereitet euch vor für das, was ich jetzt beginne, denn die Dinge um euch, die ihr seht, werden sich ändern. Öffnet eure Augen, öffnet eure Herzen, um euch für mich vorzubereiten und für den Tag, den ich jetzt begonnen habe. Meine Kirche wird anders sein, mein Volk wird anders sein. Der Trost, den ihr haben werdet, ist der Trost meines Heiligen Geistes. Wahrlich, er hat schon begonnen.“

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich bin in der Kirche vor den Mächten der Unterwelt geschützt.
Die Matthäusgemeinde erinnert daran, dass der Vater im Himmel gezeigt hat, dass Jesus der Sohn des lebendigen Gottes ist und dass die Mächte der Unterwelt die Kirche, die Jesus auf dem Felsen Petrus baut, nicht überwältigen kann.
In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. (Evangelium nach Matthäus 16, 13-20)
Prophetie von Ralph Martin und Bruce Yocum 1975
Prophetie von Smith Wigglesworth 1936