Archiv der Kategorie: Brot

Fronleichnam: Wandle mich

Keine Religion existiert ohne Ritual. Die Wandlung des Brotes in den Leib des Gottessohnes ist das zentrale Ritual der Christenheit. Beim jüdischen Osterfest, dem Pessach, begründete Jesus diesen Ritus.
Im Fronleichnamsfest wird diese Wandlung gegenwärtig. 10 Tage nach Pfingsten. Der Heilige Geist ist notwendig. Denn bevor die Abendmahlsszene gegenwärtig wird, wird der Heilige Geist herabgerufen, damit er das Brot wandelt. Deswegen knien sich viele Gläubige schon vor der Wandlung nieder.

„Bitte wandle mich.“ Ich brauche den Heiligen Geist. Damit er mich wandelt. Ich bin Brot. Ich werde Leib Christi. Jedenfalls zu einem Teil vom Leib Christi.

Wir, die Mitfeiernden werden zu einem „Körper“. Corpus Christi. Um der Liebe willen. Er begegnet mir. Ein Zwiegespräch. Ein paar Minuten. Endgültig kommst du in Herrlichkeit.

(Die Worte der Herabrufung des Geistes auf Brot und Wein: https://christenwind.at/?p=776)

Jesus ist weggegangen. Was nun?

Christus ist zu seinem Vater gegangen und hat die Jüngerinnen und Jünger mit der Erinnerung an seine Wunder, seine Taten, sein Leiden und seine Worte allein gelassen. Es ist kein endgültiger Abschied, denn er hat uns versprochen, dass er wiederkommt.
Wenn Jesus zu seinem Vater geht, dann sind wir aber allein.

Wir, das Volk, die Versammlung, die Kirche wird ohne Jesus arm. Die Priester, Bischöfe und der Papst in Rom können nicht so tun, als würden sie als Stellvertreter Jesu in seiner Macht handeln. Denn dann müsste er anwesend sein, was er nicht ist. Papst Franziskus hat das angedeutet: Ich will eine arme Kirche. Arm sind wir, wenn Jesus nicht mehr da ist.

Zehn Tage nach Christi Himmelfahrt kommt aber jemand zu uns, der unsere Einsamkeit aufhebt. Der Heilige Geist kommt auf uns herab. Es ist Gott, der sich als Geist offenbart. Seit 2000 Jahren leben wir Christinnen und Christen mit diesem Schöpfer Geist.

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Der zweite Begleiter auf dem Weg nach Emmaus

Die Emmausgeschichte erzählt die Erfahrung zweier Jünger, einer hieß Kleopas, nach dem Tod Jesu. Sie gehen enttäuscht nach Hause und erkennen ihn nicht, als er sich zu ihnen gesellt. Er begleitet sie auf ihrem Weg und kann ihnen einiges erklären.

Die Szene ist beeindruckend. Traurige Jünger gehen nach Hause, dann kommt Jesus. Sie erkennen ihn nicht. Er aber setzt ihre Herzen in Flammen. Wie gelingt ihm das als Gestorbener? Ich sage: Er hat seit Beginn einen Begleiter. Es ist der Heilige Geist, der ihn seit seiner Zeugung begleitete, auch bei seinen Heilungen, bei seinen Predigten, bei seinem Leiden, bei seiner Auferstehung und bei seinen Erscheinungen wie hier auf dem Weg nach Emmaus. Der Geist gibt ihm die Ausrichtung zum Vater und die Liebe zu den Menschen, hier die Liebe zu Kleopas und seinem Freund. Zuerst kritisiert er ihr träges Herz. Es sollte aktiv sein, damit es sich entzündet. Sie sollen die Bücher der Propheten lesen. Da kommt ihnen Gott entgegen. Ihre Herzen können sich nur an Gott entzünden, der aus dem brennenden Dornbusch spricht und der zu Pfingsten den Heiligen Geist mit Feuerzungen auf die Jünger herabfallen lässt. Gott ist damit ähnlich einer brennenden Liebesflamme, an der sich ihr Herz entzündet. Die Szene ist vom Geist geprägt, mit dem der Auferstandene begleitet, erklärt und Beziehung aufbaut. In dieser Beziehung kann er ihr Herz entflammen.

Die zweite Szene ist wie bei der Eucharistie, die mit der Herabrufung des Heiligen Geistes auf Brot und Wein beginnt. Nachdem es Abend geworden war, drängten sie ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Auch hier hat er mit dem Heiligen Geist seine Liebe zu den beiden Jüngern gezeigt und war einverstanden, in ihr Haus zu gehen. Dass nicht der Hausherr, eventuell Kleopas, den Lobpreis sprach, sondern dass der Auferstandene das Brot nahm, den Lobpreis sprach, es brach und ihnen gab, war ungewöhnlich. Er war plötzlich der Hausherr und das war er, weil ihm dazu der Heilige Geist den Raum gab. Aber kaum hatte er ihnen das Brot gegeben, entschwand er ihren Blicken und mit ihm der Raum des Geistes. Beim Geben des Brotes erkannten sie ihn. Es ist sein Auftrag, für andere da zu sein und Brot für sie zu sein. Den Raum dazu schafft der Heilige Geist.

Er lebte von Heuschrecken und wildem Honig

Johannes der Täufer, (Leonardo da Vinci)

Wenn Johannes der Täufer sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährt, passt das einigen Leuten, die neues und ökologisch Sinnvolles ausprobieren wollen.
Eine Bekannte schreibt mir über den Täufer:
hmm lecker heuschrecken (sehr proteinreich würde bas kast sagen) und wilder honig für energie – auch in einer höhle leben – darauf hätt ich im sommer lust🌿

Ich denke bei Johannes dem Täufer immer wieder an die New-Food-Generation, die alternative Nahrungsmittel ausprobiert. Zurück zu einfacherem Essen, das die Natur und das Klima nicht belastet und trotzdem gesund ist. So habe ich mich entschlossen, nach dem Ernährungskompass von Bas Kast zu leben. Weniger Zucker und Auszugsmehle, mehr Hülsenfrüchte, Joghurt und Nüsse. Für den Propheten Johannes war das Essen von Heuschrecken mit wildem Honig das Zeichen der Umkehr, der Abkehr von der Zerstörung des Landes. Nicht zurück nur allein zurück zur Natur, sondern auch zum Schöpfer der Natur.

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Jesus, Vollkorn und Omega 3

Ich liebe gesundes Essen. Aber ich habe mich bis jetzt nicht für die biologischen Hintergründe interessiert. Begonnen hat dieses Interesse, als meine Schwester von einem Buch schwärmte, das die aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Ernährung auswertet. Als der Wissenschaftsjournalist Bas Kast gerade 40-jährig mit Schmerzen in der Brust zusammenbrach, stellte sich ihm die existentielle Frage: Hatte er mit Junkfood seine Gesundheit ruiniert? Ich wurde ein Fan seiner Auswertung der vielen Mega-Studien und kaufte gleich am Brunnenmarkt Linsen, Kichererbsen, Vollkornbulgur und Hummus. Meine Frau machte köstliche Gerichte daraus, sagte aber, dass sie nicht nur diese Sachen verarbeiten möchte.
Im Evangelium vom Sonntag gibt es die Geschichte, wo Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen tausende Menschen satt machte. Das war eine großartige Sache. Er zeigte, dass wir Hungrige speisen und auf Gott schauen sollen, der der Spender von allem Guten ist und aus unserem Wenigen viel macht.
Menschen machten schon immer die Erfahrung, dass die Schöpfung uns nicht nur manche Medizin schenkt, sondern auch gesunde Nahrung. Die Brote waren zurzeit Jesu nicht aus Auszugsmehl, sondern aus Vollkornmehl gebacken. Sie machten satt. Die Fische brachten gesunde Omega 3 Fette den Menschen, die vor tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott für uns gerne sorgt und uns im Brot der Hostie begegnen möchte. Er schenkt uns gesunde Nahrung, Liebe und Inspiration.

Der Geschmack des Gottesbrotes am Gründonnerstag

Trotz Corona sehe ich mich von Gott beschenkt. Ich habe etwas erlebt, was viele vielleicht schon erfahren haben. Als ich vom „Streaming“ eines Gottesdienstes gehört habe, bekam ich ein Bild vom Strömen. Ich fragte mich, ob Gott auf uns herabfließt.
Ich sah mich selbst in einem klaren Strom von oben, der mich umgab. Ich erlebte, dass Gott auf mich herabströmte und mich umgab. Das haben sicher schon viele erlebt. Diesen Strom von oben. Ich bin, wie viele Christinnen und Christen, dafür sehr dankbar.
Am Gründonnerstag passiert etwas Unglaubliches. Jesus verwandelt Brot in Gottesbrot. Ich frage mich, wie das möglich ist. Einige sagen, er ist ja nur ein Mensch. Aber – so mein Glaube – er kann es nur verwandeln, weil er nicht nur, wie es heißt, wahrer Mensch ist, sondern auch wahrer Gott. Damit kann er Brot in Gottesbrot wandeln. Gottesbrot für uns. Gott wird ein Körper in unserer Welt, den wir spüren können. Ich muss gestehen, ich liebe dieses Spüren.
Was ist mit dem Wein? Verkörpert sich Gott auch in den Wein und können wir ihn trinken? Ich denke, ja. Ich muss auch hier sagen, ich liebe diese Körperlichkeit Gottes.
Wenn Gott Mensch wird wie in Jesus, dann wird er auch ein Körper. Diesen konnten die Jünger und Jüngerinnen anfassen. Die Soldaten konnten ihn schlagen und kreuzigen. Dadurch ist Gott ein Teil der Lebensgeschichten dieser Folterer geworden. Er ist ein Teil der Lebensgeschichte seiner Feinde geworden.
Wenn ich dieses Gottesbrot esse und diesen Gotteswein trinke, dann ist Gott ein Teil meiner Lebensgeschichte geworden. In der Zeit der Corona können wir diese Körperlichkeit leider nicht spüren. Aber wir – wie Michael sagte – können durch unsere Sehnsucht danach das Gottesbrot und den Gotteswein aufnehmen. Gott, so glaube ich, überspringt diese Distanz.
Was passiert danach? Wenn wir diese Gottesspeise begehren, bilden wir alle einen Gotteskörper. Das soll Kirche sein. Sie soll allen, Urbi et Orbi, zum Segen sein. Ist sie das? Nicht immer. Gott hilf! Hilf deinen Körpern! Hilf deinem Körper!

Did early Christians see the Eucharist as Jesus’ body and blood?

Jesus said to his apostles, “Amen, amen, I say to you, unless you eat the flesh of the Son of Man and drink his blood, you do not have life within you. Whoever eats my flesh and drinks my blood has eternal life, and I will raise him on the last day” (John 6:53).

In recent centuries much debate has surrounded those words. Here is a sampling of what various Christian leaders of the first few centuries said about this teaching.

“I have no taste for the food that perishes nor for the pleasures of this life. I want the Bread of God which is the Flesh of Christ, who was the seed of David; and for drink I desire His Blood which is love that cannot be destroyed.” (St. Ignatius of Antioch – 1st century)

“This food we call the Eucharist, of which no one is allowed to partake except one who believes that the things we teach are true, and has received the washing for forgiveness of sins and for rebirth, and who lives as Christ handed down to us. For we do not receive these things as common bread or common drink; but as Jesus Christ our Savior being incarnate by God’s Word took flesh and blood for our salvation, so also we have been taught that the food consecrated by the Word of prayer which comes from him, from which our flesh and blood are nourished by transformation, is the flesh and blood of that incarnate Jesus.” (St. Justin Martyr – 2nd century)

“[Christ] has declared the cup, a part of creation, to be his own Blood, from which he causes our blood to flow; and the bread, a part of creation, he has established as his own Body, from which he gives increase to our bodies.” (St. Irenaeus of Lyons – 2nd Century)

“Since then He says that, if anyone eats of His bread, he lives forever, as it is manifest that they live who attain to His body and receive the Eucharist by right of communion, so on the other hand we must fear and pray lest anyone, while he is cut off and separated from the body of Christ, remain apart from salvation, as He Himself threatens, saying: ‘Unless you eat the flesh of the Son of man and drink His blood, you shall not have life in you.’ And so we petition that our bread, that is Christ, be given us daily, so that we, who abide and live in Christ, may not withdraw from His sanctification and body.” (St. Cyprian of Carthage – 3rd century)

“And extending His hand, He gave them the Bread which His right hand had made holy: ‘Take, all of you eat of this; which My word has made holy. Do not now regard as bread that which I have given you; but take, eat this Bread, and do not scatter the crumbs; for what I have called My Body, that it is indeed.’” (St. Ephrem of Syria – 4th century)

Quelle: Aleteia Did early Christians see the Eucharist as Jesus’ body and blood?

Kein Verhungern in der Sehnsucht. Fronleichnam

UngesäuertesBrotIch weiß nicht, was Jesus gedacht hat. Vielleicht war es das: Er wusste, dass die Auseinandersetzung mit den Hohenpriestern tödlich enden könnte. Als lebender Gottessohn war er die Gegenwart Gottes. Nun suchte er ein Medium, das seinen Tod überstand. Im Brot und im Wein sah er gute Speisen, in denen Gottes Geist gegenwärtig sein kann. Brot und Wein markierten im jüdischen Pessachfest und an jedem Sabbat die Gegenwart Gottes. Jüdinnen und Juden erlebten im Pessachfest jedes Jahr die Befreiung aus der Sklaverei. Befreiung wurde Gegenwart.

Brot wurde zum Gottesmedium

Brot und WeinJesus macht nun das Brot und den Wein zu Medien. Brot hat drei Bedeutungen: Es ist einerseits konkrete Nahrung. Es ist zum zweiten ein Symbol für Nahrung schlechthin. Brot ist aber in einem dritten Schritt Körper des Gottessohnes. Jesus sagt: Das ist mein Leib. Das Brot wird zum „Gefäß“ für Gott. Damit kann es in jeder Feier zum Medium für Jesus und Gott werden. Das Brot wird zum Fenster, durch das Gott in unsere Welt kommt. So passiert es auch mit dem Wein. Jesus sagt: Das ist mein Blut. Damit wird der Wein zum Medium für Gottes Gegenwart.

Wir werden Fenster für Gott

Wenn wir Christinnen und Christen dieses Brot essen und diesen Wein trinken, dann kommt Gott in unser Herz, in unsere Seele. Aber es passiert etwas mit uns. Wir werden auch Medien, Gottes Medien. So wie Jesus ein Gottesmedium geworden ist. So werden wir Gottesmedien. Wir werden trotz unserer Fehler Fenster, durch die Gott in die Welt kommt.

Quelle: Eckhard Nordhofen, Corpora, Die anarchische Kraft des Monotheismus

Lieben statt schlachten

Ich frage mich, warum verurteilten die Priester des Jerusalemer Tempels Jesus zum Tode? Wovor fürchteten sie sich? Der Tempel soll, so meinte er, ein Haus des Gebetes sein. „Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ Das war der religiöse Grund, warum sie ihn umbringen wollten. „Gebet statt blutiger Opfer“ würde ihre Lebensgrundlage zerstören. Er rief ihnen laut zu: „Wenn ihr den Tempel niederreißt, werde ich ihn in drei Tagen wiederaufbauen.“ Sollte der Opfer-Tempel wirklich untergehen, gibt es einen neuen Tempel ohne blutige Opfer.

Gott-Sohn im Brot und Wein und ein Menschen-Tempel

Gott im Brot und Wein

Dafür hat er mit dem Ritual des Brotes und des Weines vorgesorgt. Statt der geschlachteten Lämmer im Tempel gibt es spezielles Brot und einen speziellen Wein. Brot und Wein wird durch die Gnade Gottes der Leib Gottes und das Blut Gottes. Wenn wir Christinnen und Christen seinen Leib essen und sein Blut trinken, bilden wir den neuen Tempel. Dieser ist nicht aus Steinen erbaut, sondern aus Menschen.

Dieses „Gebet statt Opfer“ und dieses „Liebe statt blutiger Schlachtorgien“ fürchteten die Priester des Jerusalemer Tempels.
Deswegen wollten sie dich, Jesus eliminieren. Danke, Jesus, dass du durchgehalten hast!