Archiv der Kategorie: Gottesdienst

Sommerzeit: Heute in die Kirche gehen?

Heute beginnt die Sommerzeit. Die Uhren müssen vorgestellt werden. Langes Ausschlafen am Wochenende bringt die innere Uhr durcheinander. Statistisch passieren an Montagen mehr Herzinfarkte und Unfälle durch Konzentrationsstörungen.
Ich gehe in die Kirche.
Der Gottesdienst beginnt im Sacré Coeur mit der Palmprozession um 9:00.
Ein schönes Hosanna-Lied ist „Ich seh den König kommen. Mächtig und in Herrlichkeit. Die Erde bebt, die Erde bebt.

Das Lied könnte am Palmsonntag gesungen werden, wenn Jesus unter Hosianna als Erlöser in Jerusalem und in die Kirche einzieht.

Übrigens: Heute ist auch die Verkündigung des Herrn. In 9 Monaten ist Weihnachten.

Gott verzeiht, aber verzeihen auch die Menschen?

Ich bekenne meine Schuld und bittee dich, Gott, mir zu verzeihen.

Ich bekenne meine Schuld und bitte dich, Gott, mir zu verzeihen.

Ich habe die letzten Tage mit Menschen gesprochen, die erkannten, dass sie schuldig geworden sind.
Ein Moslem erklärte mir, dass er in die Hölle kommt, weil er Hexerei betrieben hat. Er sah sich von den Menschen und von Gott verurteilt. Ich erzählte ihm, dass mir Gott vergeben hat und dass ich sicher bin, dass Gott ihm, wenn er bereut, verzeiht. Auch seine Familie und seine Freunde sollen sich ein Vorbild an Gott nehmen und ihm verzeihen.
Eine ältere Frau, die 4 Tage meditierte, musste immer wieder an den Menschen denken, den sie in jungen Jahren abgetrieben hat. Es war für sie schwierig, sich das zu verzeihen. Sie stellte sich vor, dass dieser Mensch jetzt eine junge Frau sein könnte, die sie beobachtet. Ihr war nicht klar, ob diese Frau ihr verzeiht. Ich denke mir, wenn diese Frau jetzt aber im Himmel ist, ist sie voll Liebe und kann ihr vielleicht verzeihen. Ich kann zu meiner Schuld deswegen stehen, weil ich weiß, dass Gott mir verzeiht.
Auch in unserer Bibelrunde haben wir über die Schuld mancher Priester und Bischöfe gesprochen. Wir bemerkten zwei Sachen: Die Kirche, das Volk Gottes, wird nicht von den Menschen geheiligt, sondern von Gott. Der Gottesdienst macht sichtbar, was sich in unsichtbarer Weise ereignet.

Gott streichelt uns voll Liebe

Bischof Reinhold Stecher in Schwierigkeiten

Bischof Reinhold Stecher in Schwierigkeiten

Ein Priester der Behinderten bat Bischof Reinhold Stecher, schwerstbehinderten Kindern die heilige Firmung zu spenden.
„Aber eins muss ich dir sagen, lieber Bischof,“ beschwor ihn der Kaplan, „die Predigt darf nicht länger sein als drei Minuten.“ Das wurde die längste Predigt in der Vorbereitung und die kürzeste in der Aussage.
Bischof Stecher hat sich bei den Vorbereitungen zu den Predigten immer viel Mühe gemacht. Aber diesmal war es zum Verzweifeln. Drei Minuten! Diese Kinder vor ihm und die Eltern. Eine Geschichte geht nicht. Das dauert zu lang.
Stecher kam sich wie ein Radfahrer vor, der mit der größten Übersetzung eine Bergstrecke bewältigen soll. Und dann war es soweit. Die festliche Kapelle, die anderen Kinder spielten in der Orff-Kapelle eine schöne Musik. Und vorn in der ersten Reihe ein paar Firmlinge mit Eltern und Paten.
Statt der Predigt sagte er einfach:
„Liebe Kinder, die Mama und der Papa und die Geschwister und die Tanten haben euch lieb. Und die Schwestern haben euch auch lieb.
Sie wollen euch zeigen, dass sie euch auch gern haben. Dann streicheln sie euch über den Kopf und die Haare und die Wangen, so wie ich es jetzt beim Rudolf und bei der Anita mache. Und bei der heiligen Firmung – da streichelt euch der liebe Gott, weil er euch lieb hat. Wenn ich also mit diesem heiligen Öl ein Kreuzerl auf eure Stirn mache, streichelt euch der liebe Gott.“
Wie er dann zur Firmung hinuntergeht, kommt er zu einem Buben, den die Mutter mühsam in den Armen hält, um die fahrigen Bewegungen des Spastikers einigermaßen im Griff zu haben. Und wie er das Kreuz mit dem heiligen Öl auf die Stirn machen will, verzerrt sich sein Gesichtchen zu einem Lächeln und er gurgelt mühsam hervor:
„Scht-reicheln“
Die Mutter wischt ihm den Mund mit einem Taschentuch ab und gebraucht es gleich nochmal, um ihre Tränen abzuwischen.
Das hätte sie nicht tun müssen, dachte Bischof Stecher. Die Tränen der Mutter eines behinderten Kindes blitzen vor dem Altar viel kostbarer als Brillanten auf dem Bischofskreuz.
Bischof Stecher schreibt in seinem Buch „Heiter-besinnlich rund um den Krummstab“: Wenn dieses Streicheln Gottes über diese wunde Welt nicht wäre, dann hätte ich dieses Büchlein gar nicht zu schreiben gewagt. Denn dann gäb’s wahrhaftig nicht viel Grund zum Fröhlichsein.
Dieser 3. Adventsonntag heißt „Gaudete“. Wir können uns freuen, weil Gott uns voll Liebe streichelt.

Er bereitet mit Liebe seine Ankunft vor

Die Eltern von Maria, Anna und Joachim. Die Geschichte stammt aus dem Evangelium von Jakobus, aus der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine und vom Hl. Hieronymus

Die Eltern von Maria sind Anna und Joachim. Die Geschichte stammt aus dem Evangelium von Jakobus, aus der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine und vom Hl. Hieronymus

Was würden Sie Gott raten, wenn er als Mensch und Erlöser auf die Erde kommen möchte? Soll er von einer berühmten Frau geboren werden? Wie würden Sie diese Frau auswählen? Soll sie liebevoll sein, eine gute Mutter sein? Soll sie von ihren Eltern, ihren Lehrern und Lehrerinnen eine gute Bildung bekommen?
So ähnlich hat es auch Gott gemacht. Die Eltern von Maria waren gebildete kinderlose Juden. Joachim und Anna hatten aber schon resigniert, als sie von einem Engel die Hoffnung auf ein Kind erhielten. Sie sollen sich beim goldenen Tor in Jerusalem treffen. Sie hörten auf den Engel und gingen zum Hoffnungstor. Gott erneuerte dort ihre Beziehung und voll Freude und Liebe gingen sie nach Hause. Anna wurde mit einem Mädchen schwanger. Dieses Kind wurde von Gott mit allem beschenkt, was er geben konnte. Dieses Ereignis feiern wir am 8. Dezember.
Wenn wir diese göttliche Geschichte feiern, dann wird diese Geschichte zur göttlichen Gegenwart. Dann zeugt Joachim mit Anna dieses Mädchen Maria jetzt, weil Gott als Befreier gegenwärtig ist. Gott lässt mit diesem Fest von Mariä Empfängnis die Beziehungsfähigkeit und Lebendigkeit auch in unserem Leben wachsen.
Es ist die Bedeutung jedes christlichen Gottesdienstes, dass Gott mit seinen Geschichten so gegenwärtig ist, dass sich alles Vergangene im Jetzt abspielt. Diese Erlösung spielt sich in uns ab. Angelus Silesius sagt zur Geburt Jesu ganz richtig: Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.

Hier kommt das Evangelium zum 2. Adventsonntag: Er wird mich mit dem Heiligen Geist taufen.
Gott bereitet sein Kommen vor indem er Johannes zum Propheten beruft. Er soll den Messias voraussagen, der uns mit dem Heiligen Geist taufen wird.

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen! (Evangelium nach Markus 1,1-8 Link zum Bibelwerk)

Deine Talente können wachsen

Gott schenkt die Nüsse, knacken müssen wir sie selberDas bringt nichts, sagen einige. So reden viele und verhindern, dass unsere Talente wachsen.
Beim letzten Glaubensgespräch ging es um unsere Talente: „Gott gibt uns sehr unterschiedliche Talente.“ „Wie erkenne ich sie?“
„Meine Erfahrung ist, dass ich im Ausprobieren erkenne, welche Fähigkeiten ich bekommen habe.“
„Ich bin so dankbar. Ich danke Gott, dass ich wirklich so viele Talente bekommen habe.“
„Ich habe zwei linke Hände bekommen.“ „Dafür hast du ein musikalisches Talent bekommen.“
„Wenn wir uns gegenseitig zuhören und ermuntern, wachsen die Talente.“

Die gute Nachricht zum Sonntag: Ich schaue auf Gott und setze meine Talente ein.
Jesus lobt Menschen, die die Talente für Gott und die Mitmenschen einsetzen. Sie beweisen Treue zu ihm. Wer sein Talent vergräbt, bleibt in der gottfernen Finsternis. Er muss sich die Angst vor Gott nehmen lassen und zu ihm umkehren. „Gott liebt dich und macht dir Mut. Er gibt dir Aufgaben, die zu dir passen. Gott ermächtigt dich! Schau auf ihn und wende dann den Blick auf deinen Nächsten.“
(Evangelium nach Matthäus 25, 14-30 Link zum Bibelwerk)
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern folgendes Gleichnis. Das Himmelreich ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

Liebe, Tod und Halloween

Für uns alle ist Jesus auferstanden

Für uns alle ist Jesus auferstanden

Eines ist sicher: Das Leben hier auf Erden hat ein Ende. Aber Gott will nicht, dass es endet. Er zeigt uns ein Leben nach dem Tod, in seiner Herrlichkeit, in seinem Paradies, in seiner himmlischen Stadt, in der er uns schon Wohnungen gesichert hat.

Denn das könnte einigen so passen, dass mit dem Tod alles aus ist. Dann wären das Leid und die Ungerechtigkeit für immer fixiert. Die Auferstehung ist die Antwort Gottes gegen Leid und Ungerechtigkeit. Sie ist der Protest Gottes gegen den oberflächlichen Umgang mit dem Tod. Er möchte auch noch ein Wörtchen mitreden, das nicht nur beim Wörtchen bleibt.
Diese zwei Tage erinnern uns an die Verstorbenen. An jene, die uns sehr nahe waren und noch sind.
Sie erinnern uns aber auch an unseren eigenen Tod.
Wir halten an Jesus Christus fest und halten damit unsere Hoffnung auf die Auferstehung wach.

Jesus öffnete die Tür in die Herrlichkeit

Jesus öffnet die Tür in die Herrlichkeit

Christus ist für jeden von uns von den Toten auferstanden und hat die Toten mit in die Herrlichkeit genommen. Er schloss die Tür der Herrlichkeit für alle Menschen auf, den Toten und den Lebenden. Allerheiligen und Allerseelen ist damit ein kleines Osterfest im Herbst.
Heilige werden verehrt (nicht angebetet), weil man gesehen hat, dass sie intensiv mit Gott und Christus gelebt haben. Das Volk Gottes, die Kirche nimmt an, dass sie relativ sicher in der Herrlichkeit Gottes sind.
Man muss nicht sterben um heilig zu sein. Alle, die in der Gegenwart mit Jesus Christus und dem Hl. Geist leben und Gott und den Nächsten lieben, sind jetzt schon heilig.
Viele bitten Gott in diesen Tagen, dass er den Verstorbenen und ihnen selber einen guten Übergang in die Herrlichkeit schenken möge.
Das Fest mit Gott ist ein Gemeinschaftsfest. Gott ist in sich selber Vater, Sohn und Geist. Wenn dann noch die Heiligen, die Verstorbenen, die Engel und alle mitfeiern, die zum Gottesdienst in der Kirche kommen, ist das dann ein großes wunderbares Volksfest.

Hier kommt das Evangelium, die gute Nachricht zu Allerheiligen

Die Matthäusgemeinde erinnert daran, dass Jesus Menschen beglückwünscht, die ihr Leben aus ihrer Gottesbeziehung her gestalten und dafür von Gott beschenkt werden :
In jener Zeit als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Matthäus 5,1-12a Lesejahr A

Das Wort Halloween kommt von All Hallows‘ Eve, dem Abend vor Allerheiligen. Halloween ist ein nach seriösen historischen Studien urchristliches Fest, das mit vielen falschen Sagen fast zu einem heidnischen Fest gemacht wurde.

Wir brauchen Trauerzeiten und Trauerorte

Wir brauchen Trauerzeiten und Trauerorte

Trotz der christlichen Hoffnung, dass wir nach dem Tod in Gottes Herrlichkeit volles Leben haben, ist die Trauerzeit eine sehr wichtige Phase, in der wir einen Ort und eine Zeit brauchen, um Abschied von einer oder einem Verstorbenen zu nehmen und um uns neu in der Welt zu orientieren.

Schön, dass du da bist!

Begrüßung vor und Kaffee nach dem Gottesdienst

Begrüßung vor und Kaffee nach dem Gottesdienst

In unserer Gottesdienstgemeinde wird man beim Eingang mit „Willkommen in unserem Gottesdienst“ begrüßt, und das seit drei Jahren. Auch zum regelmäßigen Pfarrkaffee werden alle, auch Neue angesprochen und eingeladen. Einige sagen: Es ist so schön, dass man da begrüßt wird. Es ist wie in der Familie. Einige meinen, sie bekommen ein Gefühl der Heimat.
Immer mehr Gemeinden haben einen Begrüßungsdienst am Anfang des Gottesdienstes eingerichtet, der die Ankommenden mit „Guten Morgen. Schön, dass Sie da sind!“ willkommen heißen. Auch das Pfarrkaffee braucht einen Begrüßungsdienst, damit sich alle zuhause fühlen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Begrüßungsteams erleben das meist als Bereicherung ihres Daseins.
Link zu Der Sonntag, Wr. Erzdiözese