Archiv der Kategorie: Liebe

Terror oder Gottvertrauen

Wir begehen dich

Die Krimis sind für mich faszinierend. Jeder kann der Mörder oder die Mörderin sein. Am Ende wird aufgedeckt, wer die Schuld hat. Das Motiv der Tat liegt meist im Zorn und im Neid. Typischer Krimi ist der erste Mord in der Bibel. Kain wird neidisch auf Abel und erschlägt ihn aus Zorn. Das Unheil breitet sich dann wie die Pest aus. Nur einer wie Noah, der an Gott festhält und auf ihn hört, wird aus dem Meer von Hass gerettet.
In einem nächsten Schritt decken die Propheten und Jesus die Neigung zur Gewalt auf, die in unserem Herzen steckt. Jesus sagt in seiner berühmten Bergpredigt: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.“ Jesus deckt den Anfang des Verbrechens auf. Der Zornige spricht sich damit selbst das Urteil. Jesus sieht schon im Keim des Zornes den angepeilten Mord.
Er ruft in einem nächsten Schritt dazu auf, die Feinde zu lieben und nicht aus Ärger zurückzuschlagen. Das gelingt, wie er zeigt, nur in einer festen Gottesbeziehung. Dann laufen die Freundschaften und die Familien nicht in Gefahr, gespalten zu werden. Sie werden durch die Inspirationen und Geschenke Gottes gefestigt.

Die Liebe brennt im Herzen

herzjesufeuer-kartitschSich entscheiden für Christus ist eine Entscheidung für die Freiheit. In unserer Bibelrunde beklagen wir uns, dass manche Texte uns einschränken. Wenn Jesus sagt: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst“, fühlen sich viele durch das Verleugnen abgewertet.

Es ist unklar, in welcher Situation dies Jesus spricht. Wir wissen aber, dass Jesus uns heilen, erlösen und befreien möchte. Wenn uns in dem Text nichts Befreiendes entgegenkommt, dann kann man den Satz vergessen. Paulus sagt: „Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“

Auch beim nächsten Sonntagsevangelium kommt so ein Satz vor, bei dem man sich leicht gedrängt fühlen kann:
Wieder ein anderer sagte: „Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen, die in meinem Hause sind.“ Jesus erwiderte ihm: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“
Hoppala, tauge ich nicht für das Reich Gottes? Meine Antwort ist: Meine Nachfolge geschieht im Herzen. Und das jetzt.

Und: Ich freue mich schon auf das himmlische Brot im Gottesdienst, durch das die Liebe in unsere Herzen ausgegossen wird.

Bild: Am 3. Wochenende nach Pfingsten, das ist heuer dieses Wochenende, gibt es in Tirol Herz-Jesu-Feiern und Herz-Jesu-Feuer.

Wir bekommen einen Vorgeschmack

Verliebt in sich

Paradies nur virtuell

Schöne neue Welt
Es gibt Photoprogramme am Computer, die Porträts so schön machen, dass kein Pickel und keine Falte zu sehen sind. Die Haut glänzt und die Augen strahlen. Diese Bilder in der Werbung, in den Schows, und in den Rosemund-Pilcher-Filmen gaukeln uns eine heile Welt vor. Was sich dahinter abspielt sehen wir nur in manchen Dokumentationen und im wirklichen Leben.

Realistischer Blick
Als Christinnen und Christen haben wir im Grunde einen realistischen Blick auf das Leben, weil Gott uns mit seiner Passion und seinen Begegnungen mit Kranken und Armen seine Liebe zu den Verlorenen gezeigt hat. Er ist jetzt unsichtbar, aber wir wissen, dass er in jedem steckt, der uns begegnet. Jeder und jede kann ein Vermittler, ein Gottesmedium sein. Gott identifiziert sich mit jedem Menschen. „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Franziskus hatte den Mut, einen Aussätzigen zu umarmen und das war für ihn eine unbeschreibliche und schöne Erfahrung. Haben wir in der Liebe einen Vorgeschmack auf die Herrlichkeit?

Was heißt hier Liebe?

NÄchstenliebeWo lieben wir Christinnen und Christen? Wo sehe ich das? Es gibt immer welche, die in unserer Gottesdienstgemeinde helfen und auch helfend einspringen. Da gibt es die, welche den Blumenschmuck besorgen, die die Musik vorbereiten, die beim Pfarrcafé helfen, die andere fragen, wie es ihnen geht. Viele unterstützen die Feuerwehr, das Rote Kreuz und Hilfsorganisationen wie die Caritas, die gerade den Brandopfern in Simmering und jetzt einer Familie in Oberndorf hilft, wo ein verheerender Brand ihren Bauernhof vernichtet hat. Auch ist nach Jahren Kerker die Katholikin Asia Bibi freigesprochen worden und konnte mit großer Mühe aus Pakistan befreit werden. Oder: Der Erzbischof von Hamburg hat die Frauen von Maria 2.0 zum synodalen Weg eingeladen. Machtabbau, Zulassung zu den Weiheämter, Pflichtzölibat und Sexualmoral sollen die Themen sein. Könnte das nicht auch Liebe sein? Und: Tag für Tag, rund um die Uhr sind Freiwillige bei der Telefonseelsorge im Einsatz (142), die ein Ohr für Menschen in Not haben. Und: In vielen Familien lebt die Liebe und das Verzeihen, obwohl hier die Verletzungen sehr groß sein können. Danke!

Gott verurteilen

Am Ende der Zeit versammelten sich Millionen von Menschen auf einer riesigen Ebene vor dem Thron Gottes. Viele von ihnen schauten ängstlich in das helle Licht, das ihnen entgegen strahlte. Aber es gab auch einige Gruppen von Menschen, die sich hitzig miteinander unterhielten. Die Umgebung schien sie nicht zu beeindrucken.
„Wie kann Gott über uns zu Gericht sitzen? Was versteht er schon von unserem Leiden?“, fauchte ein Mädchen und zeigte eine eintätowierte Nummer aus einem Konzentrationslager.
Aufgeregt rief ein farbiger junger Mann: „Gelyncht wurde ich nur darum, weil ich schwarz bin. In Sklavenschiffen hat man uns erstickt. Wie Tiere mussten wir arbeiten – bis uns der Tod die Freiheit schenkte.“
Überall auf der Ebene wurden jetzt die ärgerlichen Stimmen laut. Jeder richtete Klagen an Gott, weil er das Böse und das Leiden in der Welt zugelassen hatte. Wie gut hatte es doch Gott im Himmel, in all der Schönheit und Heiligkeit zu wohnen. Ja, konnte sich Gott überhaupt vorstellen, was der Mensch auf der Erde erdulden musste?
Es bildeten sich Gruppen, und jede wählte einen Sprecher. Immer war es derjenige, der am meisten gelitten hatte. Da war ein Jude, eine Schwarze, ein Inder, eine Uneheliche, ein Krebskranker, ein Opfer aus Hiroshima und jemand aus einem Lager in Sibirien. Sie alle waren sich darin einig, dass Gott, bevor er sie richten dürfte, selbst alle die Leiden erdulden sollte, die sie erduldet hatten. Ihr Urteil lautete:
Gott sollte dazu verurteilt werden, auf der Erde zu leben – als Mensch!
Aber da Gott ja Gott war, hatten sie bestimmte Bedingungen gestellt. Er sollte keine Möglichkeit haben, aufgrund seiner göttlichen Natur sich selbst zu helfen. Und dazu hatten sie sich folgendes ausgedacht:
Er sollte als Jude geboren werden. Die Legitimität seiner Geburt sollte zweifelhaft sein. Niemand sollte wissen, wer der Vater war. Er sollte versuchen, den Menschen zu erklären, wer Gott sei. Er sollte von seinen engsten Freunden verraten werden. Er sollte aufgrund falscher Anschuldigungen angeklagt werden, von einem voreingenommenen Gericht verhört und von einem feigen Richter verurteilt werden.
Schließlich sollte er selbst erfahren, was es heißt, völlig allein und verlassen von den Menschen zu sein. Er sollte gequält werden und dann sterben. Und das sollte in aller Öffentlichkeit geschehen und zwar so schrecklich, dass kein Zweifel daran bestehen konnte, dass er wirklich gestorben war. Dazu sollte es eine riesige Menge von Zeugen geben.
Während jeder Sprecher seinen Teil des Urteils verkündigte, erhob sich ein großes Raunen in der riesigen Menschenmenge und als der letzte gesprochen hatte, folgte ein langes Schweigen.
Alle, die Gott verurteilt hatten, gingen leise fort. Niemand wagte mehr zu sprechen, jeder war sich seiner Sünde bewusst. Denn plötzlich wussten es alle: Gott hatte die Strafe in der Gestalt Jesu schon auf sich genommen.
(unbekannte Autorin oder unbekannter Autor)

Steinigung oder Liebe?

jesus-schreibtBin ich froh, dass Gott Mensch geworden ist. Er konnte als Jesus zeigen, dass die Steinigung eines Menschen gegen seinen Willen stattfindet. In Brunei wurde die Steinigung vor einigen Tagen wieder eingeführt. George Clooney protestierte dagegen. Der steinreiche Sultan von Brunei beruft sich auf die Gesetze Allahs und lässt Menschen hinrichten. Ich weiß zwar nicht immer, was Gott will, aber eines weiß ich: Todesstrafe will er auf keinen Fall. Im Katholischen Katechismus wurde die Todesstrafe immer nur als allerletztes Mittel des Staates beschrieben. Aber unter Papst Franziskus wurde auch das gestrichen. Das ist gut so. Wir sind nicht die Herren über Leben und Tod. Auch ist unsere Religion ein Heilmittel. Jesus verstand sich als Arzt, der die Beziehung zu Gott als Heilmittel anbot: „Dein Glaube hat dir geholfen“.

Die giftigen Gesetze verwehen im Wind

Jesus+EhebrecherinEs ist eine berühmte Szene. Schriftgelehrte bringen eine Ehebrecherin in den Tempel und fragen Jesus, ob er die mosaischen Gesetze der Tora (5 Bücher Moses) kennt und anwenden lehrt.  Jesus schreibt mit dem Finger auf den Boden, auf die staubigen Steine. Er schreibt, wie es Gott am Berg Sinai gemacht hat, als er mit dem Finger die 10 Gebote in Stein schrieb (Exodus 31,18). Diese Steine zerschlug Moses aus Zorn über den Abfall der Israeliten. Moses musste sie noch einmal selbst auf Stein schreiben. Diese Steintafeln gingen bei der Zerstörung des ersten salomonischen Tempels 586 v. Chr. verloren. Die israelischen Gesetze wurden in der Tora, den 5 Büchern Moses aufgezeichnet.
Die Schriftgelehrten glauben nun zu wissen, was der Wille Gottes ist: Die Ehebrecherin muss getötet werden.  Jesus setzt ein Zeichen und schreibt mit dem Finger zweimal auf den Steinboden des Tempels.  Er setzt die Schrift in den Sand und zeigt, dass der Wind sie verweht, auch die schriftlich fixierten Gesetze.
Jesus ist in seiner Verbindung mit seinem Vater auf einer neuen Spur. Diese Ahnung und seine Liebe zu den konkreten Menschen lässt ihn diese neuen Zeichen setzen. Er weiß, dass der Ankläger den ersten Stein werfen muss. Zu den Männern sagt er: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es ist den Schriftgelehrten anzurechnen, dass sie jetzt weggehen. Jesus wendet sich an die Frau und redet mit ihr. Beziehung ist ihm wichtiger als Gesetze – Liebe statt Steinigung, Bekehrung statt Todesstrafe, Umarmung statt Schläge. Das heilt.

Johannes 8,1-11

Stress oder Liebe?

Dreifaltige LiebeIn den 10 Tagen der Meditation in Irdning brannten am Altar drei Kerzen: Sie waren für uns Zeichen der dreifachen Liebe, der Liebe zu Gott, der Liebe zu den Mitmenschen und der Liebe zu uns selbst. Diese dreifache Liebe ist eine Antwort auf eine größere Liebe. Sie ist größer, als ich mir vorstellen kann. Ich glaube und vertraue, dass es der Grund unseres Lebens ist, der diese Liebe schenkt. Er gibt mir Grundvertrauen, sodass ich frei leben kann.

Soziale Sicherheit und Verankerung

Auch frei von krankem Stress. Er liebt uns alle. Niemand soll ausgeschlossen sein. Ein Bekannter will Hochzeit feiern und lädt eine Person nicht ein, die ihn auch nicht zu deren Hochzeit eingeladen hatte. Nicht immer kann man alle einladen. Wir waren vor einer Woche bei einer goldenen Hochzeit mit über 100 Gästen, bei der auch Obdachlose von einem Caritaszentrum eingeladen waren. Wir fanden das beachtlich. Nicht nur die Arbeitswelt kann Stress erzeugen, auch die Obdachlosigkeit macht wegen der Unsicherheit Stress. Soziale Absicherung und Verankerung in Gott machen hingegen ruhig. – Da fällt mir ein: Ich habe mich heute gefreut, als ein Nachbar mir geholfen hat, die hohen Sträucher zu schneiden. Bin ich froh, dass es das in unserer Welt gibt!