Archiv der Kategorie: Liebe

Das Lied von der Liebe

Ich bin ganz gerührt, wenn ich das Hohelied der Liebe lese. Einerseits erinnert es mich an die Liebe, die ich oft vergesse. Andererseits erklärt es mir die Liebe. Die Liebe ist ja kein Gefühl des Verliebtseins oder der Begeisterung. Beide können vergehen. Die Liebe hingegen hört niemals auf. Sie ist geduldig. Sie ist freundlich und gütig. Sie ereifert sich nicht. Sie prahlt nicht. Sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht taktlos. Sie sucht nicht ihren Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen. Sie trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht. Sie freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles. Sie glaubt alles. Sie hofft alles. Sie hält allem stand. Einige dieser sechzehn Eigenschaften der Liebe sind meine persönlichen Herausforderungen. Wenn die Liebe alles glaubt, ist sie dann leichtgläubig? Es könnte auch sein, dass die Liebe an Gottes Handeln in der Welt glaubt.

Ein Leben auch nach dem Tod

Der reiche Jüngling fragt Jesus nach dem ewigen Leben.

Der reiche Jüngling fragt Jesus nach dem ewigen Leben.

Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Das fragt ein reicher Mann den Lehrer aus Nazaret. Wenn jemand Gutes tut, kommt er dann in den Himmel? Ist das wie bei einem Vertrag? Ich gebe Gott gute Taten und er gibt mir das ewige Leben im Himmel. Das ist wie ein Automat, wie der Karma-Mechanismus in Indien. Ich frage mich, ob das bei Gott, der über allem steht, auch so ist. Ich glaube nicht, dass er einen Automaten hat.
Jesus zeigt es mir: Bei Gott geht es um Beziehung, speziell um eine ungleiche Beziehung. Es ist eine Form von Liebe, die anders ist als Liebe unter Menschen. Dieser Gott, der alles geschaffen hat, schenkt mir seine Liebe ohne zu sagen, warum. Er schenkt mir Augenblicke der Freude und der Freiheit ohne dass ich ihm etwas dafür gegeben habe und ohne dass ich ihm etwas dafür im Nachhinein geben muss. Das ist seine Art der Liebe. Eine starke Sache!

Zwei finden sich!

Ich freue mich so sehr, dass sich zwei in unserer Gemeinde gefunden haben und sich verlieben. Ich wünsche ihnen alles, alles Gute!

Ich bin OK, du bist OK

Verliebt in sich

Verliebt in sich

Eine geschiedene, wiederverheiratete Frau beklagte sich über ihre Männer, sie seien fürchterliche Narzissten. „Sie finden sich selber so ungemein super und die anderen um sie herum so mies.“ Sie wollte von mir wissen, ob sie ihren jetzigen Mann ändern kann. Ich war überfordert. Den Ehepartner zu ändern ist das schwierigste Unterfangen der Menschheit. Wenn der Partner nicht sein Herz öffnet und sich beschenken lässt, hilft wenig. Gott sei Dank gibt es nicht nur absolute Narzissten. Narzissten haben auch andere Anteile, die ihnen Einsicht in ihre Schwächen und Fehler ermöglichen und ihnen kann sich auch der größere Sinn eröffnen. Dann ist eine Heilung möglich. Wir können auf die Liebe und auf Gott vertrauen.

350.000 Besucher bei der „Langen Nacht der Kirchen“ in Österreich

In 650 Kirchen, Klöstern und Pfarrzentren in ganz Österreich gab es in der Nacht Lesungen, Tanz und Konzerte. Die Besucher konnten bei freiem Eintritt aus mehr als 2700 Einzelveranstaltungen wählen. Ich war in St. Josef ob der Laimgrube, Wien und habe junge Musikerinnen und Musiker gehört. Lucy Zhao zupfte wunderbar die Schalenhalslaute, das Xylos Duo spielte großartig Zoltan Kodály, der Chor Agua Voigas sang Lustiges und  Romantisches von Hubert von Goisern bis John Dowland.
Weiterlesen:
Die Presse
Kathpress
Lange Nacht der Kirchen

 

Das Feuer der Liebe für Harry und Meghan

Pierre Teilhard de Chardin

Pierre Teilhard de Chardin

Der amerikanische Bischof Michael Curry erinnerte in seiner Predigt bei der Hochzeit von Harry und Meghan an Martin Luther King und an Pierre Teilhard de Chardin: „Der französische Jesuit Pierre Teilhard de Chardin war wohl einer der großen Geister, der großen Geister des 20. Jahrhunderts. Jesuit, römisch-katholischer Priester, Wissenschaftler, Gelehrter, Mystiker.
In einigen seiner Schriften sagte er, von seinem wissenschaftlichen und theologischen Hintergrund, dass die Entdeckung, oder Erfindung, oder das Nutzen des Feuers eine der großen wissenschaftlichen und technologische Entdeckungen in der gesamten menschlichen Geschichte war.
… Und er fuhr fort zu sagen, dass, wenn die Menschheit jemals wieder die Energie des Feuers nutzt, wenn die Menschheit jemals die Energie der Liebe einfängt, dann wird es das zweite Mal in der Geschichte sein, dass wir das Feuer entdeckt haben.
Dr. King hatte Recht: Wir müssen die Liebe entdecken – die erlösende Kraft der Liebe. Und wenn wir das tun, werden wir aus dieser alten Welt eine neue Welt machen.
Mein Bruder, meine Schwester, Gott liebe euch, Gott segne euch und möge Gott uns alle in diesen allmächtigen Händen der Liebe halten.“
Daily Telegraph 
Martin Luther King
Michael Curry
Pierre Teilhard de Chardin

Das unbekannte Lebewesen

LebendigEs gibt viele Lebewesen, die beschützt werden müssen. Bienen sind gefährdet, sie brauchen wir, damit unsere Obstblüten bestäubt werden. Unsere Haustiere beschützen wir. Sie sind uns ans Herz gewachsen. Sorgen bereiten uns unsere Kinder, die wir fördern, fordern und beschützen. Ein Lebewesen ist mir bis jetzt in Vergessenheit geraten. Ich bin so froh, dass mich Romano Guardini daran erinnert hat. Es ist ein Lebewesen, das im Zentrum den Sohn Gottes hat. Ich bilde mit anderen dieses Lebewesen, indem wir, Christinnnen und Christen, eine Beziehung zu Jesus pflegen. Aber vor allem beatmet Christus dieses Lebewesen, weil er in diesen Freundschaften lebt. Paulus nennt es den mystischen Leib Christi. Er ist wie ein Lebewesen, das atmet und das seit 2000 Jahren – und vielleicht die nächsten 2000 Jahre. Das Atmen ist ein Geben und Nehmen. Im Evangelium sagt Jesus: „Mein Vater liebt mich, weil ich das Leben für euch hingebe und es wieder nehme.“ In diesem Lebewesen leben wir, atmen wir, weinen wir, lachen wir, geben wir und nehmen wir – verbunden mit Christus. Ich möchte dir für so vieles danken, Gott!