Archiv der Kategorie: Nächstenliebe

Gottesdienste sind in Österreich ab Mitte Mai mit Auflagen möglich

Die österreichische Kultusministerin Susanne Raab und Kardinal Christoph Schönborn stellten am Donnerstag die Bedingungen vor, unter denen Gottesdienste nach dem Freitag, 15. Mai 2020 stattfinden können. Eine Woche später wurden Erleichterungen veröffentlicht.

  1. Zum Ersten werde es eine Beschränkung der Gesamtteilnehmerzahl je nach Größe des Gotteshauses geben. Pro Person müssen 10 Quadratmeter der Gesamtfläche des Gottesdienstraumes zur Verfügung stehen.
  2. Zweitens sei ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten, wenn Menschen nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben.
  3. Kontrollen werde es beim Eingang und durch Ordnerdienste geben. Wie der Zugang geregelt wird, soll noch in den Kirchen ausgearbeitet werden.
  4. Mund-Nasen-Schutz sei ebenfalls Pflicht, mit Ausnahme von Kindern bis zum sechsten Lebensjahr.
  5. Flächen und Vorrichtungen, die oft angegriffen werden, würden desinfiziert.
  6. Diese Vereinbarung ist weder eine Verordnung, noch wird sie ein Gesetz. Die 16 anerkannten Religionsgemeinschaften und Kirchen sind für die Umsetzung selbst verantwortlich.
  7. Weihwasser wird es weiter nicht geben.
  8. Kommunion wird nicht so leicht möglich sein.
  9. Risikogruppen sollen nicht zu den Gottesdiensten kommen. Religionsausübung ist auch zu Hause mit Gebet, Singen, TV- und Radiogottesdienste und Internet möglich.
  10. Ob Priester oder Lektoren Masken tragen müssen, hänge von den Größenverhältnissen in den Kirchen ab. Bei einem Sicherheitsabstand von etwa fünf Metern eher nicht.
  11. Begräbnisse mit max. 30 Personen sind möglich.
  12. Für Hochzeiten wird man sich eventuell an diese Regelung anlehnen.
  13. Gottesdienste über Fernsehen, Radio, Streaming und interaktives Video wird es weiter geben.
  14. In manchen christlichen Gemeinden bietet sich die Möglichkeit von Freiluft-Gottesdiensten an, wenn die Regierung Versammlungen zulässt.

Quellen:
Österreichischer Rundfunk ORF.at online am 23.4.2020
Pressekonferenz ZIB13 in ORF2 am 23.4.2020
Erzdiözese Wien Nachrichtenmagazin vom 23.4.2020
Kleine Zeitung Ab 15. Mai Gottesdienste

Hauptsache

Hauptsache
Man ist gesund
Man lebt
Man hat was zu essen
Man verdient gut
Man hat was vom Leben
Man ist glücklich

Hauptsache
Ich liebe Gott
aus ganzer Seele
mit allen Kräften
und den Menschen
neben mir
so wie mich selbst

Aus: Lothar Zenetti, Texte der Zuversicht 114

Corona: Vorbild Taiwan

Pater Anselm Grün schreibt auf Facebook:

Die Epidemie ist für mich auch eine spirituelle Herausforderung. Wir Deutschen sind manchmal zu stolz und meinen, uns könne dieser Virus nichts anhaben. Die Regierung in Taiwan hat es fertig gebracht, trotz der Nähe zu China den Virus einzudämmen. Außer 42 Fällen ist keine neue Erkrankung mehr festzustellen. Sie haben dort zwei Mottos, die nicht nur von den Christen, sondern auch von der ganzen Bevölkerung getragen werden: „Ich schütze mich, um Dich zu schützen.“ Der Selbstschutz ist also nicht aus Egoismus, sondern auch Verantwortung für den andern, letztlich aus Nächstenliebe geboten. Das andere Motto: „Ich bin ok, daher kaufe Du erst einen Mundschutz.“ Die Menschen treten zugunsten schwacher Menschen zurück und lassen ihnen den Vortritt, um einen Mundschutz zu kaufen. Inzwischen hat die Regierung geregelt, dass jeder in der Woche nur 3 Mundschutzmasken kaufen kann. So wird alles gerecht geregelt. Die chinesische Regierung ist darauf neidisch und verbreitet im Internet falsche Nachrichten, dass die Regierung von Taiwan dadurch nur viel Geld verdienen möchte.

Man sieht also, wie man auf die Epidemie antworten kann: nur mit autoritären Mitteln wie China oder mit christlichen Grundhaltungen der Nächstenliebe, wie es Taiwan versucht. So geht es nicht um Panikmache, sondern um ein achtsames Umgehen, damit wir uns schützen, um andere zu schützen, dass wir uns Mühe geben, damit andere von Mühen befreit werden.
So wünsche ich Euch, dass diese beiden Grundsätze auch Euch im Umgang mit der Epidemie prägen. Dann könnte die Epidemie die ganze Gesellschaft erziehen und ihr wieder christliche Werte nahe bringen.

Quelle: P. Anselm Facebook

Tödliches Begehren

Wir begehen dichUnsere Kinder lernten indem sie es den anderen nachmachten. Auch als Erwachsener lernte ich viel beim Zuschauen, wie etwas gemacht wird. Dieses Nachahmen geschieht auch im Begehren. Wenn ich jemanden sehe, der etwas haben will, überlege ich mir, ob es etwas ist, das ich auch haben möchte. Ich mache – nicht immer – das Begehren des anderen nach. Das ist oft unbewusst. Obwohl ich einzigartig sein will, ahme ich unbewusst das Wollen des anderen nach. Ich sehe einen Freund, der ein Ding sehr lobt. Er ist dann im Loben gut, wenn er es selbst haben möchte. Dann spüre ich, dass ich es auch begehre. Wenn ich mein Begehren meinem Freund zeige, dann begehrt er das Ding doppelt. Er sieht sich in seinem Begehren bestätigt. Wenn das Ding eine Ware ist, die man leicht bekommt, ist das kein Problem. Wenn es hingegen ein Unikat ist, dann werden wir uns im Begehren streiten. Wir werden zu Rivalen und könnten uns jetzt bekämpfen, wobei das Ding in den Hintergrund tritt. Es kommt in Gesellschaften mit knappen Gütern zu einer Epidemie, in der jeder gegen jeden kämpft. Das 9. und 10. Gebot, du sollst nicht begehren, ist der Spiegel des ersten Gebotes, du sollst an den einen Gott glauben. Denn ihn sollst du sehnsüchtig lieben. Das ist die Antwort auf die Krankheit der Rivalität. Ich halte es auch mit dem bekannten Gerichtspsychiater Reinhard Haller: Die Wertschätzung des anderen besiegt die Rivalität und die eigene Kränkung.

Carola Rackete und Sea-Watch: Argumente im Faktencheck – JoBos Blog

Nachdem Frau Rackete wieder auf freiem Fuß ist, ohne ganz aus der Sache raus zu sein („Racketes Anwälten zufolge kommt am 9. Juli noch eine Anhörung der italienischen Staatsanwaltschaft auf sie zu,…

Quelle: Argumente im Faktencheck – JoBos Blog

Was heißt hier Liebe?

NÄchstenliebeWo lieben wir Christinnen und Christen? Wo sehe ich das? Es gibt immer welche, die in unserer Gottesdienstgemeinde helfen und auch helfend einspringen. Da gibt es die, welche den Blumenschmuck besorgen, die die Musik vorbereiten, die beim Pfarrcafé helfen, die andere fragen, wie es ihnen geht. Viele unterstützen die Feuerwehr, das Rote Kreuz und Hilfsorganisationen wie die Caritas, die gerade den Brandopfern in Simmering und jetzt einer Familie in Oberndorf hilft, wo ein verheerender Brand ihren Bauernhof vernichtet hat. Auch ist nach Jahren Kerker die Katholikin Asia Bibi freigesprochen worden und konnte mit großer Mühe aus Pakistan befreit werden. Oder: Der Erzbischof von Hamburg hat die Frauen von Maria 2.0 zum synodalen Weg eingeladen. Machtabbau, Zulassung zu den Weiheämter, Pflichtzölibat und Sexualmoral sollen die Themen sein. Könnte das nicht auch Liebe sein? Und: Tag für Tag, rund um die Uhr sind Freiwillige bei der Telefonseelsorge im Einsatz (142), die ein Ohr für Menschen in Not haben. Und: In vielen Familien lebt die Liebe und das Verzeihen, obwohl hier die Verletzungen sehr groß sein können. Danke!

Stress oder Liebe?

Dreifaltige LiebeIn den 10 Tagen der Meditation in Irdning brannten am Altar drei Kerzen: Sie waren für uns Zeichen der dreifachen Liebe, der Liebe zu Gott, der Liebe zu den Mitmenschen und der Liebe zu uns selbst. Diese dreifache Liebe ist eine Antwort auf eine größere Liebe. Sie ist größer, als ich mir vorstellen kann. Ich glaube und vertraue, dass es der Grund unseres Lebens ist, der diese Liebe schenkt. Er gibt mir Grundvertrauen, sodass ich frei leben kann.

Soziale Sicherheit und Verankerung

Auch frei von krankem Stress. Er liebt uns alle. Niemand soll ausgeschlossen sein. Ein Bekannter will Hochzeit feiern und lädt eine Person nicht ein, die ihn auch nicht zu deren Hochzeit eingeladen hatte. Nicht immer kann man alle einladen. Wir waren vor einer Woche bei einer goldenen Hochzeit mit über 100 Gästen, bei der auch Obdachlose von einem Caritaszentrum eingeladen waren. Wir fanden das beachtlich. Nicht nur die Arbeitswelt kann Stress erzeugen, auch die Obdachlosigkeit macht wegen der Unsicherheit Stress. Soziale Absicherung und Verankerung in Gott machen hingegen ruhig. – Da fällt mir ein: Ich habe mich heute gefreut, als ein Nachbar mir geholfen hat, die hohen Sträucher zu schneiden. Bin ich froh, dass es das in unserer Welt gibt!