Archiv der Kategorie: Christentum

Ich kann nicht atmen

Es ist mein Gesicht, Mann
Ich hab nichts Schlimmes gemacht, Mann
Bitte
Bitte
Bitte, ich kann nicht atmen
Bitte, Mann
Bitte, irgendjemand
Bitte, Mann
Ich kann nicht atmen
Ich kann nicht atmen
Bitte
(unverständlich)
Mann, ich kann nicht atmen, mein Gesicht
Stehen Sie auf
Ich kann nicht atmen
Bitte, ein Knie auf meinem Nacken
Ich kann nicht atmen, Scheiße
Ich werde
Ich kann mich nicht bewegen
Mama
Mama
Ich kann nicht
Mein Knie
Mein Nacken
Ich kann nicht mehr
Ich kann nicht mehr
Ich habe Platzangst
Mein Bauch tut weh
Mein Nacken tut weh
Alles tut weh
Ein Schluck Wasser oder so was
Bitte
Bitte
Ich kann nicht atmen, officer
Bringen Sie mich nicht um
Sie werden mich umbringen, Mann
Kommen Sie schon, Mann
Ich kann nicht atmen
Ich kann nicht atmen
Sie werden mich umbringen
Sie werden mich umbringen
Ich kann nicht atmen
Ich kann nicht atmen
Bitte, Sir
Bitte
Bitte
Bitte, ich kann nicht atmen.

Dann schließen sich seine Augen und die Bitten verstummen. Kurz darauf wurde George Floyd für tot erklärt.

Es sind die letzten Worte von George Floyd, einem 46-jährigen Mann, der starb, während ein Polizist ihn auf den Boden drückte und fast neun Minuten lang auf seinem Nacken kniete, bis er erstickte. Eine Autopsie im Auftrag seiner Familie hat bestätigt, dass George Floyd erstickt ist.

I CAN’T BREATHE – PROTEST
GOD AND MAN CAN’T BREATHE

Von einem Ast geritzt

Abgerissene Äste können gefährlich werden

Ödön von Horváth wurde in Paris von einem Ast erschlagen. Dieses Schicksal ist mir erspart geblieben. Der Ast verfehlte mich knapp und ich habe nur eine 5 cm lange Wunde, die mit fünf Klammern zusammengedrückt wurde. Ich danke Gott, der seine schützende Hand über mich gehalten hat. Da trifft es sich gut, dass ich jetzt in der Coronazeit nicht viel fortgehen kann. So kann ich mich gut auskurieren.
Ich sehe, dass viele Ereignisse, die zuerst schlimm aussehen, im Ende nicht so katastrophal sind.
So ist es auch mit der Hinrichtung von Jesus, die für sich betrachtet grauenhaft ist. Aber sein Tod zeigte Wirkung. Einige bekehrten sich zum Guten, wie der römische Hauptmann. Und bis heute wirkt Jesu gewaltfreies Handeln als Vorbild. Wobei er sich schon gewehrt hat, aber nicht mit Gewalt. Seine gewaltlosen Reaktionen zeigte er in Worten und in seinen Zeichen und Wundern.
Seine noch größeren Reaktionen waren aber seine Auferstehung, sein Erscheinen bei seinen Jüngerinnen und Jüngern und die Sendung des Wahrheitsgeistes. Der Auferstandene wird damit nicht zum Rivalen von Pontius Pilatus, sondern zeigt die kreativen Handlungsmöglichkeiten – auch, wenn er dabei stirbt und auferstehen muss. Da merkt man, dass Gott sich wehrt, aber nicht mit Gewalt im Sinne „Ich schlage zurück“, sondern in Heilungen, Stärkungen und im Überschreiten der Grenzen.

Gott zeigt mir damit seine Beziehung zu den Menschen, die von einer Liebe geprägt ist, die sich siegreich bis ins Jenseits durchsetzt. Diese Liebe kann aber schon im Kleinen von uns als Nächstenliebe und Gottesliebe mit seinem Segen gelebt werden.
Hannes

Gott macht sich verletzlich: Karfreitag in Zeiten von Corona

Dieses feindliche Virus macht es notwendig, dass wir alle zusammenstehen und unsere Rivalitäten begraben. Sonst ist es nicht besiegbar und tötet.
Bei Jesus war es umgekehrt. Er war unschuldig, wurde aber als Feind gefoltert und grausam hingerichtet.
Warum geht Jesus diesen schweren Weg? Ein Freund meinte richtig, dass er die Menschen zur Besinnung bringen wollte, dass sie sich nicht vor Zorn und Neid die Köpfe einschlagen.
Jesus zeigt auch, dass Gott bis zum Äußersten geht, um in ihrem Leid ganz nahe zu sein und um sie nie allein zu lassen.
Wenn Gott ein Mensch wie Jesus wird, dann wird er auch ein verletzlicher Körper. Diesen konnten die Jünger und Jüngerinnen anfassen.
Die Soldaten konnten ihn schlagen und zum Schluss kreuzigen.
Jesus zeigt damit das verletzbare Antlitz Gottes. Er wurde ein Teil der Lebensgeschichten dieser Folterer. Er wurde das, damit sie zur Umkehr kommen. Es gab und gibt immer wieder welche, die sich von ihrem Hass abwenden und eine neue Perspektiven bekommen.
Ich selbst merkte, dass Jesus durch diese Verletzlichkeit ein Teil meines Lebens und Leidens geworden ist.

Ab heute ist Maria schwanger

Gott kommt zu uns. Das ist eine wunderbare Singularität! Er wurde Mensch, Maria schwanger und zeigte seine Liebe

Die Christenheit

Maria sagte JA Maria sagt Ja

Heute ist ein großer Festtag. 25. März. Heute kommt der Engel Gabriel zu Maria und fragt sie, ob sie den Erlöser auf die Welt bringen will. Sie sagt nach einem kurzen Hin und Her: Ich bin einverstanden. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Die ganze heilige Dreifaltigkeit Gottes ist anwesend:
Maria sagt zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortet ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Sie besucht einige Monate später als Schwangere ihre Cousine Elisabet, die ebenfalls schwanger ist, und wird von ihr mit „Du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir“ begrüßt.

Nach neun Monaten wird Jesus Christus in Betlehem geboren.

(Erklärung im Bibelwerk: Lukas 1,26-38)

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Die Pastoralmacht ging von der Kirche zum Staat

Die Corona-Krise offenbart eine Pastoralmacht, die der Staat derzeit stark beansprucht, wie auch die Kirche, die sie aber gerade derzeit nicht hat.

Krisen sind außergewöhnliche Zeiten, weil sie Schlaglichter auf Zusammenhänge werfen, die Vergessenes, Verdrängtes und Verschämtes offenbaren. Die Corona-Krise offenbart eine Pastoralmacht, die der Staat hat und derzeit auch stark beansprucht, die allerdings auch die Kirche beansprucht, aber gerade derzeit nicht hat.

Es spielt sich auf offener Bühne ab und hat etwas Atemberaubendes jenseits von Covid-19. Es handelt sich um die Macht einer Fürsorge, die mit Disziplinierungen einhergeht, welche sich schließlich durch Selbstdisziplinierungen vollenden.

Für den Gebrauch dieser Macht gilt, zugleich alle im Blick zu haben wie jede einzelne Person und das so zu tun, dass das Wohl sowohl des individuellen Subjektes wie der kollektiven Gemeinschaft verfolgt wird. Es verbietet sich für diese Macht, bloß auf das Glück der größtmöglichen Zahl hin zu agieren, für das dann Opfer unter weniger Glücklichen in Kauf genommen werden – also jene Strategie, die ursprünglich die Regierung von Boris Johnson wie auch die Fußball-Bundesliga verfolgt hatten, als sie auf das möglichst schnelle Herstellen von Herdenimmunität setzten und deshalb die Leute weiter in Massenevents lockten. Bei der Pastoralmacht verbietet sich dieses Kalkül, vielmehr muss sie den Gegensatz zwischen dem Wohl aller und dem Wohlergehen jedes Einzelnen strikt vermeiden.

Quelle und weiterlesen: Pastoralmacht. Was die Corona-Krise über Staat und Kirche freilegt – feinschwarz.net, Hans-Joachim Sander ist Professor für Dogmatik an der Universität Salzburg. Bild: Rainer Bucher (Konstantinsbasilika, Trier)

Where Is God in a Pandemic?

Last summer I underwent radiation treatment. And every time I passed through the doorway marked “Radiation Oncology,” my heart seemed to skip a beat. While I was in little danger (my tumor was benign, and, yes, one sometimes needs radiation for that), I daily met people who were close to death.

Every weekday for six weeks I would hail a cab and say, “68th and York, please.” Once there, I would stop into a nearby church to pray. Afterward, walking to my appointment in a neighborhood jammed with hospitals, I passed cancer patients who had lost their hair, exhausted elderly men and women in wheelchairs pushed by home health care aids, and those who had just emerged from surgery. But on the same sidewalks were busy doctors, smiling nurses and eager interns, and many others in apparently perfect health.

To read: Where Is God in a Pandemic? By James Martin. Father Martin is a Jesuit priest and an author.

9 Tipps gegen ein schwaches Immunsystem

Wir haben 9 Tipps, die Ihr schwaches Immunsystem stärken und sich vor Viren schützen. In Zeiten des grassierenden Coronavirus besonders wichtig.

  • Ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst
  • Sonnenlicht und Vitamin D
  • Ausreichend Bewegung
  • Nicht überanstrengen
  • Stress reduzieren
  • Genügend trinken
  • Auf gesunden Schlaf achten
  • Nicht rauchen
  • Hände regelmäßig waschen (unterwegs desinfizieren)

Quelle und mehr Info bei Netdoktor.at: 9 Tipps gegen ein schwaches Immunsystem

Tipps gegen Quarantäne-Stress

Sicherheit herstellen, Gefühle akzeptieren, aktiv bleiben, lachen und mit anderen telefonisch oder per Internet in Kontakt bleiben: Diese und andere Tipps geben Innsbrucker Psychologinnen allen Menschen, die gerade in Quarantäne sind oder auf Testergebnisse warten.

Quelle: Science ORF.at Tipps gegen Quarantäne-Stress

Nicaraguanischer Dichter Ernesto Cardenal heimlich beerdigt

Wegen befürchteter Angriffe auf die Trauergemeinde ist der nicaraguanische Dichter und Befreiungstheologe Ernesto Cardenal einen Tag früher beerdigt worden als geplant. Die Beerdigung sollte ursprünglich am Samstag stattfinden.

Quelle: domradio.de, Sa 7.3.2020 Nicaraguanischer Dichter Ernesto Cardenal heimlich beerdigt
Deutsche Welle Mi 4.3.2020 Ausschreitungen bei Trauerfeier für Ernesto Cardenal

Psalm 4:
Hör mich, weil ich Dich rufe – Gott meiner Kindheit –
Du wirst mich aus dem Konzentrationslager befreien.
Wie lange wollt ihr, Machthaber, in eurer Verblendung beharren?
Wann hört ihr auf, mit Schlagworten um euch zu werfen
und Propagandaphrasen zu dreschen?
Viele gibt’s, die fragen:
„Wer wird uns von ihren Atomwaffen befreien?“
Ich sage: Lass Du, Herr, Dein Antlitz leuchten
über ihren Bomben.
Du schenktest meinem Herzen größere Freude,
als Wein, den sie auf ihren Festen trinken.
Gehe ich zu Bett, so schlafe ich ruhig ein.
Alpdrücken und Schlaflosigkeit quälen mich nicht,
und ich erschrecke nicht vor den Gespenstern meiner Opfer.
Ich brauche keine Beruhigungsmittel,
weil Du, Herr, mir Sicherheit gibst.
(Ernesto Cardenal)

Fluchtursachen sehen und den Menschen helfen: Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitik

Afrika bekam lange die falsche Hilfe
Infusion: Afrika bekam lange Zeit die falsche Hilfe

Flüchtlinge aus Afrika sind für uns Christinnen und Christen nicht nur eine caritative Herausforderung, sondern ein Zeichen der Zeit, dass es im afrikanischen Kontinent Verwerfungen gibt, die wir wahrnehmen müssen, denen wir uns mit Liebe stellen müssen und mit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen müssen.

Der Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner schreibt in seinem Blog über die Herausforderungen einer christlichen Politik:

Es ist immer besser (und auch langfristig wie staatspolitisch vernünftig), an der Abmilderung der Fluchtursachen zu arbeiten als nur Symptome zu bekämpfen.

Fluchtursachen für Afrika sind:

  • die Waffenexporte, die kriegerische Konflikte beflügeln
  • der Wirtschaftsimperialismus Europas
  • der Klimawandel
  • diktatorische Staaten
  • Bildungsdefizite
  • Fehlende Investitionen

Nationale Agrarwirtschaften müssen geschützt werden

Zum Wirtschaftsimperialismus führt Zulehner aus: „Es verschlechtert die wirtschaftliche Situation afrikanischer Länder massiv, wenn Europa seine Agrarprodukte subventioniert und billig auf die afrikanischen Märkte wirft und auf diese Weise die Lebensgrundlage der hoffnungsarmen Bevölkerung mancher afrikanischen Regionen zerstört.“ Kleinbauern müssen ihre Waren (z.B. Hirse) am Markt verkaufen können. Genossenschaften helfen gegen Zwischenhändler, die die Preise drücken. Es gibt auch falsche Landwirtschaft, die Abholzung, Überweidung und Wüstifizierung, auf die eine angepasste intelligente Landwirtschaft reagieren kann.Baumwurzeln können wieder zum sprießen gebracht werden und Solarkocher können die Abholzung vermeiden.

Küstenfischerei muss geschützt werden

Kleine Fischer verlassen ihre Dörfer, weil die Küsten von riesigen industriellen Fangschiffen leergefischt werden. Die kleinräumige Küstenfischerei muss geschützt werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Entwicklungshilfe der NGO und der europäischen Staaten reagiert darauf mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Angepasste finanzielle Hilfe

Mikrokredite sind hier eine gute Hilfe, um eine kleinräumige Wirtschaft zu fördern. Zulehner erinnert auch an den Marshallplan, der für Afrika und „für Europa ganz wichtig sein wird“.  Heinz K. Becker (ÖVP/EVP) stellte so einen Marshallplan für Afrika 2016 vor.
Sebastian Kurz (ÖVP) sprach bei seinem Besuch in Äthiopien im Februar 2016 von „Millionen Menschen“, die sich auf den Weg nach Europa machen würden.

Klimawandel braucht angepasste Technik

Die Überschwemmungen in Texas, Indien und jetzt auch in Nigeria sind eine Folge des von Menschen verursachten Klimawandels. Die Flüchtlinge verlassen ihre Heimat, weil das Klima sich ändert. Dürre und Überschwemmungen sind die zwei Extreme. Die Menschen zum Bleiben zu bewegen ist nur mit angepasster Technik (Häuser auf Stelzen, Solarenergie) und ökologisch sinnvollen Pflanzen und Tieren möglich.

Bildung hilft Perspektiven zu sehen

Gute Schulen sind ein Motor der Entwicklung. Einerseits um gute Fachkräfte auszubilden, andererseits um Kreativität in Kultur, Kunst, Wissenschaft und Technik zu entwickeln.

Konflikte sind zu bearbeiten

Beispiel: Das Leben der Bevölkerung in der Grenzregion zu Gambia und Guinea-Bissau ist geprägt durch einen der längsten Konflikte Afrikas. Trotz zahlreicher Friedensinitiativen und vielversprechender Verhandlungen zwischen den Rebellengruppen und der Regierung kommt die Region seit über 30 Jahren nicht zur Ruhe. Streitpunkte sind zum Beispiel Viehdiebstahl, Kleinwaffenhandel im Grenzgebiet oder die widerrechtliche Nutzung natürlicher Ressourcen. 60 VertreterInnen lokaler Organisationen, Radiosender und lokaler Behörden nahmen im April 2013 an einem Workshop in Ziguinchor teil. Der österreichische Botschafter in Dakar Gerhard Deiss und Dominique Mair, Expertin für Friedenssicherung und Konfliktprävention in der ADA, sprachen mit den lokalen VertreterInnen über die Herausforderungen in der Friedenssicherung. Das Zusammentreffen und der Austausch mit Betroffenen über Landesgrenzen hinweg war eine ganz neue Erfahrung. Aus: ADA, Austrian Development Agency

Die Bevölkerung muss vor den Übergriffen der Dschihadisten geschützt werden. Der ORF schreibt dazu: „Die Islamisten-Miliz Boko Haram hat Zeugen und amtlichen Angaben zufolge im Nordosten Nigerias 18 Menschen umgebracht. Im Schutze der Dunkelheit seien die mit Messern bewaffneten Angreifer auf Personen in der Stadt Banki unweit der Grenze zu Kamerun losgegangen. In der Region werden regelmäßig Anschläge verübt, zuletzt wieder verstärkt. So wurden seit Anfang Juni im Nordosten des afrikanischen Landes mindestens 172 Menschen getötet. In ihrem seit acht Jahren andauernden Kampf für einen islamistischen Staat wurden mehr als 20.000 Menschen von Boko Haram getötet. Hunderte wurden verschleppt, unter ihnen viele Frauen und Mädchen.“

Die Polizei und das Militär sind lange Zeit in Nigeria nicht gut gut ausgebildet gewesen und auch zahlenmäßig sehr klein gewesen. Erst in letzter Zeit wird der Kampf gegen Boko Haram ernst genommen.

Verträge mit den afrikanischen Staaten

Die europäischen Länder müssen mit den Herkunftsländern der Flüchtlinge in Verhandlung treten:

  • um Menschenrechte einzuklagen (wie in Eriträa)
  • um Minderheiten zu schützen
  • um Pressefreiheit zu gewähren
  • um Friedensverhandlungen zu führen (wie im Südsudan)
  • um oppositionelle Parteien zuzulassen

Kritik an der staatlichen Entwicklungshilfe

Kritik an der staatlichen Entwicklungshilfe kommt von der senegalesischen Autorin Ken Bugul. Afrika muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Die junge Generation ist ohne Schulbildung völlig desorientiert inmitten von Korruption und politischer Misswirtschaft ohne Zukunft und geistiger Werte aufgewachsen. Sie fordert einen Stop der staatlichen Entwicklungshilfe.
Eine zweite Kritik kommt von Asfa-Wossen Asserate, der die Ächtung autoritärer und korrupter Regime fordert. Die Diktatoren verhalten sich schlimmer, als es die europäischen Kolonialherren jemals taten. „Die afrikanischen Jugendlichen sehen, dass die Gewaltherrscher ihnen keine Möglichkeit für ein menschenwürdiges Dasein bieten. Sie haben keine Rechte, keine Arbeit und keine Perspektive. Deshalb stimmen sie mit den Füssen ab und kommen nach Europa. Ich habe Flüchtlingslager in Afrika besucht, und die Menschen sagten mir alle, sie wollten weg. In ihren Ländern gebe es für sie keine Perspektive mehr. Ähnliche Antworten erhielt ich an afrikanischen Universitäten, als ich Studierende nach ihren Zukunftswünschen befragte. Sobald sie ihr Ingenieurstudium abgeschlossen hätten, wollten sie sich nach Norden in die Maghrebstaaten aufmachen, um von dort nach Europa oder Amerika zu gelangen.“ Ganz schlimm ist Eritrea. Staaten wie Äthiopien, Somalia, der Sudan und Süd-Sudan, die Zentralafrikanische Republik, Kongo und der Tschad sind gescheiterte oder sehr fragile Staaten, mit denen Europa hart verhandeln müsse.

Humanitäre Korridore

Paul Michael Zulehner spricht in seinem Blog auch das Recht auf Asyl an und meint: Humanitäre Korridore sind für jene sehr wichtig, die einen Rechtsanspruch auf Asyl haben. Auf der Homepage des österreichischen Bundeskanzleramtes steht: Laut Genfer Flüchtlingskonvention werden jene Personen als Flüchtlinge bezeichnet, die sich aus wohl begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung außerhalb ihres Herkunftsstaates befinden und den Schutz des Herkunftsstaates nicht in Anspruch nehmen können oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen wollen.