Archiv der Kategorie: Christentum

‚Gott ist mein Licht‘: Die Bekehrungsgeschichte einer chinesischen Teenagerin

Als Wenxuan Yuan als Kind zum ersten Mal eine katholische Kirche in Peking besuchte, war sie von deren Schönheit tief beeindruckt.

Quelle: ‚Gott ist mein Licht‘: Die Bekehrungsgeschichte einer chinesischen Teenagerin

Mariä Empfängnis: Gott bereitet etwas vor

Joachim und Anna mit Maria

Mariä Empfängnis ist das große Marienfest im Advent. Wir erinnern uns an die Eltern von Maria, die mit Gott in guter Beziehung standen und auf ein Kind warteten. Beiden erscheint ein Engel, der sie auffordert, zum goldenen Tor von Jerusalem zu gehen. Es ist das Tor, durch den der Messias einziehen wird und wo sich die Liebenden gerne treffen. Anna und Joachim zeugen eine Tochter, die sie, wie der Engel ihnen aufträgt, MARIA nennen.

Gott bereitet seine Ankunft bei Joachim und Anna vor

Gott schickt einen Engel, um die Ankunft von Christus vorzubereiten. Joachim und Anna sind verzweifelt, weil sie keine Kinder bekommen. Aber Gott hat mit beiden etwas vor. Sie sollen die Großeltern von Jesus werden. Ihrer Tochter schenkt Gott bei ihrer Zeugung etwas Wunderbares. Er schenkt ihr den Segen und seine Anwesenheit, damit der Messias, der Sohn Gottes, der „Logos“ in ihrem Körper später gut wachsen kann. Sie bekommt diesen Segen und die Nähe Gottes schon im Körper ihrer Mutter Anna geschenkt, wo sie bis zu ihrer Geburt wächst. Diese Geburt feiern wir 9 Monate später, am 8. September. Die Anwesenheit und Nähe Gottes wird in der Sprache der Bibel „Gnade“, „Gratia“, „Geschenk“ genannt.

Auch der Engel, der Maria später fragen wird, ob sie den Sohn Gottes auf die Welt bringen will, sagt zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott seine Nähe, seine Anwesenheit, seine „Gnade“ gefunden. Und diese Anwesenheit Gottes hat sie seit ihrer Zeugung durch Anna und Joachim.

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Jürgen Manemann: Weg mit dem Selbstmitleid!

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Otto Friedrich

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In den Umbrüchen der Zeitläufte steht auch die Rolle der Religion in Diskussion. Der Rede vom „christlichen Europa“ haftet etwas Vergangenes an, und die Gegenwart der Pandemie beschleunigt die gesellschaftlichen Transformationsprozesse immens. Das konstatieren Zeitdiagnostiker aller Couleur. Aber wenn sich Europa nicht auch über die Religion definiert, was tritt an deren Stelle? Und welche Zukunft hat dann das Christentum? Die FURCHE sprach darüber mit dem Theologen und politischen Philosophen Jürgen Manemann, Schüler und Denker in der Nachfolge des im Vorjahr verstorbenen Begründers der „Neuen Politischen Theologie“, Johann Baptist Metz.

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DIE FURCHE: Wenn ein Wort das Jahr 2020 charakterisiert, dann ist es „Krise“. Natürlich kommt da in unseren Breiten zuerst die Pandemie in den Blick. Was ist die Rolle der Religion in dieser Krise?
Jürgen Manemann: Aus meiner christlichen Perspektive hat das Phänomen der Religion sehr viel mit dem Unverfügbaren zu tun. Religionen helfen, das Unverfügbare wahrzunehmen und damit zu leben. Der amerikanische Philosoph George Santayana hat das so formuliert: „Religion ist die Liebe zum Leben im Bewusstsein eigener Ohnmacht.“ Diese Liebe ist in der Krise von großer Bedeutung. Denn wir werden gegenwärtig auf unterschiedlichen Ebenen mit Ohnmachtserfahrungen konfrontiert. Auch privilegierte Menschen erfahren plötzlich, dass sie ihr Leben nicht vollends kontrollieren können, dass auch ihr Leben gefährdet ist. Religion als genau diese Liebe im Bewusstsein der Ohnmacht könnte helfen, dass eine neue Empfindlichkeit für die unterschiedlichen Verwundbarkeiten von Menschen entsteht. Gerade in der Coronakrise haben wir es mit unterschiedlichen Verwundbarkeiten zu tun, die nicht mit dem Leben an sich zusammenhängen, sondern ökonomisch, politisch und gesellschaftlich inszeniert sind.

Weiterlesen: https://www.furche.at/religion/juergen-manemann-weg-mit-dem-selbstmitleid-4194555

Terrorangst, Vereinsamung und die Hoffnung

Freie Beziehung zu Gott

Es dauerte einige Zeit, bis ich etwas bemerkte. Ich glaubte an Gott und an Jesu Auferstehung, aber etwas fehlte mir. Jesus sagt zu uns: Ihr seid die Hoffnung der Welt. Ihr seid das Licht der Welt. Aber so kam ich mir nicht vor. Ich sah mich wie eine Glühbirne, die nicht leuchtet. Ich brauchte Strom. Aber wie bekomme ich Strom, wenn er nicht da ist? Wie kann ich für Gott und Jesus Licht sein, wenn ich keinen Strom in meiner Lampe habe? Da hörte ich von den fünf Jungfrauen, die das Öl für ihre Lampen vergaßen. Der Bräutigam wies sie ab mit der Begründung: Ich kenne euch nicht. Da erkannte ich, dass das Öl der Jungfrauen und der Strom für meine Lampe die Beziehungskultur zu Gott ist. Wer nicht in die Beziehungskultur investiert, kann kein Licht der Welt sein. Erst durch die Beziehung zu Gott können wir leuchten. Ich machte mich daran, in die Beziehung zu Gott zuerst eine Regelmäßigkeit zu bringen.

Kontaktbeschränkung und Hoffnung

Jetzt ergab sich, dass unsere Gemeinschaft im Sacré Coeur unter der Kontaktbeschränkung durch Corona leidet. Dann kam auch dieser perfide Terroranschlag hinzu, der viele so in Angst versetzte, dass sie nicht schlafen konnten. Ein Gespräch mit Gott um seinen Segen, ein Rückblick auf den Tag und eine Vorschau auf den nächsten Tag erschienen mir sinnvoll. Zoom kenne ich schon und so bot ich jetzt ein freies Abendgebet um 18:30 mit Liedern über Zoom an. Das half mir.

Wer sich Zeit nimmt, kann dabei sein. Wer ein Gebetsanliegen hat, kann mir auch schreiben. Wem Zoom zu aufwändig ist, kann zu dieser Zeit ein Abendgebet machen. Wie haben es in der Hand.

Integration braucht gemeinsame Werte

Christian Buetker schreibt in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) am 5.11. 2020 einen interessanten Leserkommentar.

Integration bedeutet letztendlich, gemeinsame Werte zu teilen. Unsere Gesellschaft ruht auf dem Fundament des christlichen Glaubens, – auch wenn das vielen ebensowenig bewusst ist, wie einem Fisch das Wasser bewusst ist, in dem er lebt. Integration würde dann wohl reibungslos funktionieren, wenn wir die neuen Mitbürger für die christliche Ethik begeistern könnten. Dazu müssten wir aber wohl zuerst selbst vom christlichen Glauben begeistert sein. Dass es damit nicht  mehr weit her ist, und wir auch deshalb kein überzeugendes ethisches Angebot machen können, das ist die ganze Tragik einer entchristlichten Gesellschaft. Der deutsche Verfassungsrichter und Rechtsphilosoph Böckenförde hat es auf den Punkt gebracht: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Als freiheitlicher Staat kann er nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert.“

Quelle: NZZ

Christ ist nicht, wer Mitglied der Institution Kirche ist, sondern… – katholisch.de

Christ ist nicht, wer Mitglied der Institution ist und an deren Aktivitäten teilnimmt, sondern wer glaubt und betet, wer aus der Schrift lebt, wer solidarisch ist und Schwachen hilft: Es gibt christliche Menschen, die nicht kirchlich sind, aber auch kirchentreue Menschen, die wohl eher wenig christlich sind – aber der Kirche steht gerade nicht zu, darüber zu urteilen.

Quelle: Christ ist nicht, wer Mitglied der Institution Kirche ist, sondern… – katholisch.de

Liebe – wie geht das?

Wenn ich mich verliebe, ist das eine Sache des Gefühls. Diese Liebe vergeht. Die Liebe zu Gott und zu meinem Nächsten ist keine Sache des Bauchgefühls. Da wäre die Liebe nach einiger Zeit erloschen. Es ist auch keine Sache des Kopfes. Da wäre die Liebe nur ein Gedanke, hätte aber keine Auswirkung. Nein, Liebe ist eine Sache des Herzens. Im Herzen entscheide ich mich. Im Herzen sage ich: Ich will dich lieben. Im Herzen sage ich: Ich will, dass es dir gut geht. Ich will, dass du glücklich bist. Ich will, dass deine Sehnsucht sich erfüllt.
Ich sage das in meinem Herzen zu meinem Nächsten, ich sage das in meinem Herzen zu meiner Frau. Ich sage in meinem Herzen zu Gott: Ich liebe dich und ich möchte, dass dein Wille geschieht.
Lieben kann ich, weil Gott mir dabei hilft.

Rätsel:
Eines der zwei Liebesgebote sind: Du sollst
A. die Tiere lieben
B. Gott lieben
C. deine Eltern lieben

Ich kann nicht atmen

Es ist mein Gesicht, Mann
Ich hab nichts Schlimmes gemacht, Mann
Bitte
Bitte
Bitte, ich kann nicht atmen
Bitte, Mann
Bitte, irgendjemand
Bitte, Mann
Ich kann nicht atmen
Ich kann nicht atmen
Bitte
(unverständlich)
Mann, ich kann nicht atmen, mein Gesicht
Stehen Sie auf
Ich kann nicht atmen
Bitte, ein Knie auf meinem Nacken
Ich kann nicht atmen, Scheiße
Ich werde
Ich kann mich nicht bewegen
Mama
Mama
Ich kann nicht
Mein Knie
Mein Nacken
Ich kann nicht mehr
Ich kann nicht mehr
Ich habe Platzangst
Mein Bauch tut weh
Mein Nacken tut weh
Alles tut weh
Ein Schluck Wasser oder so was
Bitte
Bitte
Ich kann nicht atmen, officer
Bringen Sie mich nicht um
Sie werden mich umbringen, Mann
Kommen Sie schon, Mann
Ich kann nicht atmen
Ich kann nicht atmen
Sie werden mich umbringen
Sie werden mich umbringen
Ich kann nicht atmen
Ich kann nicht atmen
Bitte, Sir
Bitte
Bitte
Bitte, ich kann nicht atmen.

Dann schließen sich seine Augen und die Bitten verstummen. Kurz darauf wurde George Floyd für tot erklärt.

Es sind die letzten Worte von George Floyd, einem 46-jährigen Mann, der starb, während ein Polizist ihn auf den Boden drückte und fast neun Minuten lang auf seinem Nacken kniete, bis er erstickte. Eine Autopsie im Auftrag seiner Familie hat bestätigt, dass George Floyd erstickt ist.

I CAN’T BREATHE – PROTEST
GOD AND MAN CAN’T BREATHE

Von einem Ast geritzt

Abgerissene Äste können gefährlich werden

Ödön von Horváth wurde in Paris von einem Ast erschlagen. Dieses Schicksal ist mir erspart geblieben. Der Ast verfehlte mich knapp und ich habe nur eine 5 cm lange Wunde, die mit fünf Klammern zusammengedrückt wurde. Ich danke Gott, der seine schützende Hand über mich gehalten hat. Da trifft es sich gut, dass ich jetzt in der Coronazeit nicht viel fortgehen kann. So kann ich mich gut auskurieren.
Ich sehe, dass viele Ereignisse, die zuerst schlimm aussehen, im Ende nicht so katastrophal sind.
So ist es auch mit der Hinrichtung von Jesus, die für sich betrachtet grauenhaft ist. Aber sein Tod zeigte Wirkung. Einige bekehrten sich zum Guten, wie der römische Hauptmann. Und bis heute wirkt Jesu gewaltfreies Handeln als Vorbild. Wobei er sich schon gewehrt hat, aber nicht mit Gewalt. Seine gewaltlosen Reaktionen zeigte er in Worten und in seinen Zeichen und Wundern.
Seine noch größeren Reaktionen waren aber seine Auferstehung, sein Erscheinen bei seinen Jüngerinnen und Jüngern und die Sendung des Wahrheitsgeistes. Der Auferstandene wird damit nicht zum Rivalen von Pontius Pilatus, sondern zeigt die kreativen Handlungsmöglichkeiten – auch, wenn er dabei stirbt und auferstehen muss. Da merkt man, dass Gott sich wehrt, aber nicht mit Gewalt im Sinne „Ich schlage zurück“, sondern in Heilungen, Stärkungen und im Überschreiten der Grenzen.

Gott zeigt mir damit seine Beziehung zu den Menschen, die von einer Liebe geprägt ist, die sich siegreich bis ins Jenseits durchsetzt. Diese Liebe kann aber schon im Kleinen von uns als Nächstenliebe und Gottesliebe mit seinem Segen gelebt werden.
Hannes

Gott macht sich verletzlich: Karfreitag in Zeiten von Corona

Dieses feindliche Virus macht es notwendig, dass wir alle zusammenstehen und unsere Rivalitäten begraben. Sonst ist es nicht besiegbar und tötet.
Bei Jesus war es umgekehrt. Er war unschuldig, wurde aber als Feind gefoltert und grausam hingerichtet.
Warum geht Jesus diesen schweren Weg? Ein Freund meinte richtig, dass er die Menschen zur Besinnung bringen wollte, dass sie sich nicht vor Zorn und Neid die Köpfe einschlagen.
Jesus zeigt auch, dass Gott bis zum Äußersten geht, um in ihrem Leid ganz nahe zu sein und um sie nie allein zu lassen.
Wenn Gott ein Mensch wie Jesus wird, dann wird er auch ein verletzlicher Körper. Diesen konnten die Jünger und Jüngerinnen anfassen.
Die Soldaten konnten ihn schlagen und zum Schluss kreuzigen.
Jesus zeigt damit das verletzbare Antlitz Gottes. Er wurde ein Teil der Lebensgeschichten dieser Folterer. Er wurde das, damit sie zur Umkehr kommen. Es gab und gibt immer wieder welche, die sich von ihrem Hass abwenden und eine neue Perspektiven bekommen.
Ich selbst merkte, dass Jesus durch diese Verletzlichkeit ein Teil meines Lebens und Leidens geworden ist.