Archiv der Kategorie: Caritas

Seine Liebe ist das Wasser, das wir trinken

Ich liebe die Gedanken des Mystikers Ernesto Cardenal. Sie haben mir in meinem Leben sehr geholfen, die Kälte der Welt und der Menschen zu ertragen und mir einen Blick auf das Dahinter geöffnet.

Er schreibt: Die ganze Natur ist Caritas, aber nur die Mystikerin und der Mystiker erleben diese Art von Liebe mit der eigenen Erfahrung. Die Liebe Gottes umgibt uns von allen Seiten. Seine Liebe ist das Wasser, das wir trinken, die Luft, die wir atmen und das Licht, das wir schauen. Alle natürlichen Phänomene sind nichts Anderes als verschiedene materielle Formen der Liebe Gottes. Wir bewegen uns in Seiner Liebe wie der Fisch im Wasser. Und wir sind so nahe bei Ihm, so durchtränkt von Seiner Liebe und Seinen Gaben (wir sind selbst eine Gabe Gottes), dass wir es gar nicht merken, weil uns die Perspektive fehlt. Seine Liebe hüllt uns von allen Seiten ein, darum spüren wir sie nicht, wie wir auch den Druck der Atmosphäre nicht spüren.

Die Natur ist die fühlbare, die materialisierte Liebe Gottes. Seine Vorsehung ist sichtbar in allem, was wir anschauen. Aber die Menschen hasten durch die Straßen, voller Sorgen und ohne einen Augenblick innezuhalten und an Ihn zu denken, an Ihn, der sie von allen Seiten einhüllt, der die Haare auf ihrem Haupte gezählt hat und alle ihre Zellen.

Warum sorgen wir uns dann eigentlich?

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Was heißt hier Liebe?

NÄchstenliebeWo lieben wir Christinnen und Christen? Wo sehe ich das? Es gibt immer welche, die in unserer Gottesdienstgemeinde helfen und auch helfend einspringen. Da gibt es die, welche den Blumenschmuck besorgen, die die Musik vorbereiten, die beim Pfarrcafé helfen, die andere fragen, wie es ihnen geht. Viele unterstützen die Feuerwehr, das Rote Kreuz und Hilfsorganisationen wie die Caritas, die gerade den Brandopfern in Simmering und jetzt einer Familie in Oberndorf hilft, wo ein verheerender Brand ihren Bauernhof vernichtet hat. Auch ist nach Jahren Kerker die Katholikin Asia Bibi freigesprochen worden und konnte mit großer Mühe aus Pakistan befreit werden. Oder: Der Erzbischof von Hamburg hat die Frauen von Maria 2.0 zum synodalen Weg eingeladen. Machtabbau, Zulassung zu den Weiheämter, Pflichtzölibat und Sexualmoral sollen die Themen sein. Könnte das nicht auch Liebe sein? Und: Tag für Tag, rund um die Uhr sind Freiwillige bei der Telefonseelsorge im Einsatz (142), die ein Ohr für Menschen in Not haben. Und: In vielen Familien lebt die Liebe und das Verzeihen, obwohl hier die Verletzungen sehr groß sein können. Danke!

Stress oder Liebe?

Dreifaltige LiebeIn den 10 Tagen der Meditation in Irdning brannten am Altar drei Kerzen: Sie waren für uns Zeichen der dreifachen Liebe, der Liebe zu Gott, der Liebe zu den Mitmenschen und der Liebe zu uns selbst. Diese dreifache Liebe ist eine Antwort auf eine größere Liebe. Sie ist größer, als ich mir vorstellen kann. Ich glaube und vertraue, dass es der Grund unseres Lebens ist, der diese Liebe schenkt. Er gibt mir Grundvertrauen, sodass ich frei leben kann.

Soziale Sicherheit und Verankerung

Auch frei von krankem Stress. Er liebt uns alle. Niemand soll ausgeschlossen sein. Ein Bekannter will Hochzeit feiern und lädt eine Person nicht ein, die ihn auch nicht zu deren Hochzeit eingeladen hatte. Nicht immer kann man alle einladen. Wir waren vor einer Woche bei einer goldenen Hochzeit mit über 100 Gästen, bei der auch Obdachlose von einem Caritaszentrum eingeladen waren. Wir fanden das beachtlich. Nicht nur die Arbeitswelt kann Stress erzeugen, auch die Obdachlosigkeit macht wegen der Unsicherheit Stress. Soziale Absicherung und Verankerung in Gott machen hingegen ruhig. – Da fällt mir ein: Ich habe mich heute gefreut, als ein Nachbar mir geholfen hat, die hohen Sträucher zu schneiden. Bin ich froh, dass es das in unserer Welt gibt!

Wir kümmern uns um andere

16569275341_6a5261c0fe_bDer Fisch stinkt vom Kopf. Eine Firma, die schlecht geführt wird, hat viele Krankenstände. Das Arbeitsklima wird von der Leitung geprägt. Gute Leiter kümmern sich nicht nur um ihre Leute. Sie haben einen Blick dafür, wer am Rand steht oder wer in Gefahr gerät, unter die Räder zu kommen.
Bei Jesus und bei den Propheten werden die guten Hirten zu Vorbildern für diejenigen, die für die Schwächeren verantwortlich sind. Sie gehen den Verlorenen nach, bis sie sie finden. Sie stellen wie Jesus die Kranken und die Kinder in die Mitte.
Junge Erwachsene stellen Kinder und Jugendliche in die Mitte und wagen den Aufbruch ins Unbekannte. 15 junge Erwachsene beginnen in Kürze ihren Freiwilligendienst im Ausland beginnen. Im Rahmen von „VOLONTARIAT bewegt“ werden sie in Kinder- und Jugendsozialprojekten der Salesianer Don Bosco in Afrika, Asien oder Lateinamerika tätig werden.