Archiv der Kategorie: Schöpfung

Die Königin der Liebe

Die Liebe Gottes zeigt sich in einer Frau. Der 8. Dezember ist der große Marienfeiertag mitten im Advent.
Zum Fest Mariä Empfängnis erinnern wir uns an die Eltern von Maria, die mit Gott in guter Beziehung standen und auf ein Kind warteten.
Kinderlos und traurig waren beide, Anna und Joachim. Sie bitten Gott jahrelang inständig um ein Kind. Joachim wird sogar im Tempel wegen seiner Kinderlosigkeit verlacht. Als er mit seiner Herde an einem Bach lagert, erscheint ihm ein Engel und sagt „Geh nach Jerusalem. Dort wirst du deine Frau Anna vor dem goldenen Tor treffen. Das soll das Zeichen sein, dass ihr ein Mädchen bekommt. Ihm sollt ihr den Namen Maria geben.“ Zu dieser Zeit erschien auch ein Engel seiner Frau Anna und sagt Ähnliches: „Geh nach Jerusalem. Dort wirst du deinen Mann Joachim vor dem goldenen Tor treffen. Das soll das Zeichen sein, dass ihr ein Mädchen bekommt. Ihm sollt ihr den Namen Maria geben.“ Anna wird daraufhin schwanger und bekommt ein Mädchen. Ihm geben sie den Namen Maria.

Damit beginnt eine neue Zuwendung Gottes an alle Menschen und damit eine begründete Hoffnung auf eine gute Zukunft der Armen und der ganzen Schöpfung.
Wir feiern am 8. Dezember Mariä Empfängnis und nach neun Monaten, am 8. September Mariä Geburt. (Bild: Joachim, Anna und Maria. Quellen: P-Matthäusevangelium, Jakobusevangelium)

Zukunft der Erde

Um 2100 werden wir, wenn wir nichts dagegen tun, 2,5 oder 3 Grad globale Erwärmung haben. Ohne Klimaschutz wird die Erde unbewohnbar. Klaus Wiegandt schreibt im Buch „3 Grad mehr“, wie es schon bald passieren wird: „Wetterchaos mit tödlichen Hitzewellen, verheerenden Monsterstürmen und anhaltenden verbreiteten Dürren, die weltweite Hungerkrisen auslösen könnten. Steigende Meeresspiegel, die unsere Küsten verwüsten. Umkippende Ökosysteme, verheerendes Artensterben, brennende und verdorrende Wälder, versauerte Ozeane. Failed States, riesige Menschenzahlen auf der Flucht.“

Das ist vermeidbar, wenn wir unser Verhalten und unsere Politik ändern. Und zwar in allen Bereichen. Dazu haben wir in Pressbaum den überparteilichen Arbeitskreis „Zukunft der Erde“ gegründet. Wir wollen Ende Februar 2023 eine Impulsveranstaltung, anschließend Workshops und eine Klimakonferenz organisieren. Es gibt schon gute Ansätze, sodass eine kleine Hoffnung besteht, dass die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann. Denn eine Erhöhung von einem Grad, wie es jetzt de Fall ist, auf 2 Grad ist keine Verdopplung der Dürren, Überschwemmungen, Hurrikans, Waldbrände und Hitzewellen, sondern eine Vervielfachung. Das gilt es zu verhindern. Da müssen alle mitmachen in allen Bereichen.

Welt retten: Muss (ich) das jetzt sein?

Warum der christliche Glauben zur Bewahrung der Schöpfung verpflichtet

Dresden// ‐ Klima- und Umweltschutz sind nicht nur die zentralen Herausforderungen unserer Zeit, sondern für die Theologin Julia Enxing eine Frage des Glaubens. Sie ist überzeugt: Ernsthafte Nachfolge Christi geht nicht ohne Verantwortung für die Schöpfung. Sie schreibt:

Es ist elf Jahre her, dass Tim Bendzkos Song „Nur kurz die Welt retten“ mir zum Ohrwurm wurde. Nicht nur die 148.713 Mails, die Tim Bendzko checken muss, bevor er weitergehen, weiterreden, weiterreisen kann, kommen mir bekannt vor. Auch die Katastrophe, die Bendzko sieht, wenn er singt: „Die Zeit läuft mir davon / Zu warten wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung / Ich muss jetzt los, sonst gibt’s die große Katastrophe / Merkst du nicht, dass wir in Not sind?“ benennen Fachleute aus der Klimaforschung, der Soziologie, Ethologie, Biologie – ja, immer mehr und öfter auch aus der Theologie.

Quelle: Welt retten: Muss (ich) das jetzt sein?

Vor wenigen Wochen sorgte der „Appell an die Verantwortungsträger*innen und Theolog*innen in der katholischen Kirche in Deutschland“ angesichts der Aktionen gegen die Klimakatastrophe, initiiert von der katholischen Theologin Ute Leimgruber und den Theologen Jörg Alt SJ und Jürgen Manemann für Aufsehen in der katholisch-theologischen Landschaft.

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Die Klimakatastrophe abwenden

Wir haben in Österreich in den letzten drei Jahrzehnten nicht viel erreicht. Die CO2 Emissionen sind sogar um 1 ½ Millionen Tonnen in den letzten 30 Jahren angestiegen. Erst die letzten 3 Jahre wurde es ein wenig besser, aber es muss sich bestätigen, ob es ein dauerhafter Trend ist. Dies sagte der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger, der in Wien einen Vortrag über die Rolle des Christentums, speziell die Impulse von Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato Si zur Bewältigung der Klimakrise beitragen kann.
Michael Rosenberger zeigt die Schwierigkeiten, die auf den Rebound-Effekt zurückzuführen sind. Es ist ein Rückprall einer Maßnahme, ein Bumerangeffekt.

Zwei Beispiele von Schwierigkeiten:

Bei der Raumheizung haben wir seit 15 Jahren im Vergleich zu vorher pro m2 nur 88% der Energie aufgewendet. Aber wir beheizen 10% mehr Wohnfläche. Der gesamte Heizbedarf ist gleich geblieben (98%).
Alles, was wir an technischen Verbesserungen erreicht haben, haben wir für unseren Komfort ausgegeben.

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Klimafreundlicher Lebensstil

Es gab eine gute Reportage in „Thema“ am Montag, 7.11.2022 im ORF. Es wurden der Landwirt Wolfgang Löser, die Zahnärztin Veronika Wirth, der Psychologe Thomas Brudermann und die Sozialwissenschaftlerin Ilona Otto vorgestellt.

Der Landwirt Wolfgang Löser tankt seinen Traktor mit Sonnenblumenöl. Er hat Photovoltaik am Dach. Seit 20 Jahren hat er keine Stromkosten und verkauft seinen übrigen Strom. Energiemäßig ist er autonom. Eigenverbrauch Strom hat er 600 Watt und 10.000 Watt kann er verkaufen.

Veronika Wirth hat ihr Auto verkauft, fährt mit dem Fahrrad, geht viel zu Fuß, fliegt nicht und benutzt öffentliche Verkehrsmittel. Sie baut das Haus ihrer Eltern um, dämmt es und lässt eine Fußbodenheizung, eine Wärmepumpe und Photovoltaik einbauen.

Der Psychologe Thomas Brudermann hat ein Buch mit dem Titel „Die Kunst der Ausrede“ geschrieben. Er beschäftigt sich mit der Frage, warum unser Handeln und unsere Selbstwahrnehmung oft so weit auseinander klaffen. Wenn wir in einem Bereich klimafreundlich handeln, dann geben wir uns die Lizenz, in einem anderen Bereich das nicht zu tun. Wenn wir Mülltrennen, dann „dürfen“ wir mit dem Flugzeug fliegen. Von den Emissionsbilanzen geht es sich nicht aus, psychologisch hingegen schon.

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Ermutigungen von Franziskus

Papst Franziskus bringt in seiner Enzyklika Laudato Si acht Grundeinstellungen für ein geglücktes Leben angesichts der großen Krisen der Menschheit.

Dankbarkeit als Wertschätzung des Geschenkten
Demut als Freiwerden in Begrenzungen
Ehrfurcht als Zurücktreten vor dem Geheimnis
Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit

Maßhalten und Genügsamkeit als Zusammenklingen mit der Schöpfung
Genussfähigkeit und Freude als Geschmack am Leben.
Gelassenheit als Freisein von sich selbst.
Hingabe und Großzügigkeit als Bereitschaft sich zu verschenken.

Laudato Si
Michael Rosenberger: Rufer in der Wüste

Umkehr der Herzen und neuer Lebensstil

Der Priester und Moraltheologe Michael Rosenberger, Professor für Moraltheologie an der Katholischen Privatuniversität Linz, forscht intensiv auf dem Gebiet Schöpfungsspiritualität. In seinem Vortrag am „Inspirationstag Laudato Si’“ (St. Florian, Wien) sprach er über die notwendig gewordene Umkehr unseres ökonomischen und ökologischen Lebensstiles. Hier ist seine berührende Rede zum Umkehr unserer Herzen: https://www.youtube.com/watch?v=BYJ-x63jbpQ

Er nennt neun zwei wissenschaftsbasierte planetarische Grenzen und Herausforderungen:
1. Eine Grenze, die Aerosole sind noch unklar.
2.-4. Bei drei Grenzen sind wir NOCH im grünen Bereich: die Süßwassernutzung, das Ozon in der Stratosphäre und die Versauerung der Ozeane.
5.-6. Zwei Grenzen sind schon bedrohlich überschritten: Die Klimaerwärmung und die Land-Nutzungsveränderung. Das letzte sind das Roden der Wälder, das Trockenlegen von Sümpfen, Mooren und Feuchtgebieten, die Versiegelung der Böden.
7.-9. Drei Grenzen, bei denen wir schon weit darüber sind: die Artenvielfalt, die Hälfte aller Arten sind bedroht vom Aussterben; die biogeochemikalischen Stoffflüsse, Phosphor und Stickstoff; die Novel Entities, Plastik (Plastic Planet), Microplastik.

Rosenberger bringt zwei wissenschaftsbasierte Schlüssel, den Bereich der Biodiversität und den Bereich des Klimaschutzes. Wenn wir den bewältigen, dann können wir den Wandel schaffen.

Biodiversität und Klimaschutz: Was tun?

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Der Sonnengesang preist Gott

Franz von Assisi dichtete seinen Sonnengesang, als er schon krank und blind war. Von der Malaria bekam er Fieberschübe, seine Augen eiterten und tränten ununterbrochen, sodass er nur im Sitzen schlafen konnte. Sein Körper schmerzte und er war verzweifelt. Da begann er zu singen und dichtete eine Strophe nach der anderen. Er begann mit einem Lob auf Gott: „Höchster, allmächtiger, guter Herr, dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.“ Dann besingt er die Natur, durch die hindurch Gott zu uns spricht: „Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, zumal dem Herrn Bruder Sonne … Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. Am Himmel hast du sie geformt, klar und kostbar und schön.“ Dann lobt er Gott für Bruder Wind, für Luft und Wolken, für Schwester Wasser, für Bruder Feuer, für unsere Schwester Mutter Erde, für die Früchte, die bunten Blumen und die Kräuter. Er lobt Gott für jene, die verzeihen, die Krankheit und Not ertragen. Er preist jene selig, die ausharren in Frieden, „denn du, Höchster, wirst sie einst krönen.“ Franziskus lobt Gott für unsere Schwester, den leiblichen Tod, dem kein Mensch entrinnen kann. Er preist jene selig, „die er finden wird in deinem heiligsten Willen, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.“ Zum Schluss singt er „Lobt und preist meinen Herrn und dankt und dient ihm mit großer Demut.“ Der Sonnengesang ließ Franziskus sein Leiden vergessen und schenkte ihm grenzenlose Freude.

Ganzer Text
Das Lied
Eines der schönsten Bilder: Sonnengesangfenster in der Caritaskapelle Mannheim, Yvelle Gabriel

Dürre, Waldbrände, schmelzende Gletscher: Willkommen in Ihrer neuen Realität

Autor Christian Stöcker

Viele Menschen wähnen sich in einer Welt, die längst nicht mehr existiert. Einer stabilen Welt, mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Berechenbar, planbar. Darunter sind leider weite Teile der politischen Elite.

Quelle: Dürre, Waldbrände, schmelzende Gletscher: Willkommen in Ihrer neuen Realität

Bescheidenes Leben und alles geschenkt

Franz von Assisi gab alles auf und gewann alles neu.

Ich bin fasziniert von Franz von Assisi. Es gab damals Aussätzige, die obdachlos und in fürchterlicher Armut lebten. Gerade diese Verachteten interessierten Franz, der immer die neuesten und schönsten Modekleider trug. Er sah einen stinkenden Aussätzigen, ging auf ihn zu und umarmte ihn. Zu seiner Überraschung spürte er kein Ekel, sondern eine „Süße“, wie er es nannte. Er kam so zu einer ganz neuen Einstellung zu Gott, zu den Menschen und zur Natur.

Er gab alles auf und gewann alles neu. Er gab alles seinem Vater Bernadone zurück und bekam alles von seinem himmlischen Vater: Sonne, Mond und Sterne, duftende Blumen, heilende Kräuter und zwitschernde Vögel. Er schreibt in seinem Lied: „Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.“ Franz sah wie Jesus, dass man ein bescheidenes Leben führen kann und dabei alles geschenkt bekommt.