Archiv des Autors: Hannes Daxbacher

Terror oder Gottvertrauen

Wir begehen dich

Die Krimis sind für mich faszinierend. Jeder kann der Mörder oder die Mörderin sein. Am Ende wird aufgedeckt, wer die Schuld hat. Das Motiv der Tat liegt meist im Zorn und im Neid. Typischer Krimi ist der erste Mord in der Bibel. Kain wird neidisch auf Abel und erschlägt ihn aus Zorn. Das Unheil breitet sich dann wie die Pest aus. Nur einer wie Noah, der an Gott festhält und auf ihn hört, wird aus dem Meer von Hass gerettet.
In einem nächsten Schritt decken die Propheten und Jesus die Neigung zur Gewalt auf, die in unserem Herzen steckt. Jesus sagt in seiner berühmten Bergpredigt: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.“ Jesus deckt den Anfang des Verbrechens auf. Der Zornige spricht sich damit selbst das Urteil. Jesus sieht schon im Keim des Zornes den angepeilten Mord.
Er ruft in einem nächsten Schritt dazu auf, die Feinde zu lieben und nicht aus Ärger zurückzuschlagen. Das gelingt, wie er zeigt, nur in einer festen Gottesbeziehung. Dann laufen die Freundschaften und die Familien nicht in Gefahr, gespalten zu werden. Sie werden durch die Inspirationen und Geschenke Gottes gefestigt.

Der Himmel kann zärtlich sein.

Maria wurde ganz und liebevoll in den Himmel aufgenommen
Maria wurde ganz und liebevoll in den Himmel aufgenommen

Das Christentum wurde von einigen Kritikern als leibfeindlich kritisiert. Das bezog sich aber hauptsächlich auf die Sexuallehre vor dem 2. Vatikanischen Konzil. Die Geschichte von der Aufnahme Marias mit Leib und Seele in den Himmel zeigt mir, dass wir Menschen mit Leib und Seele in den Himmel kommen und nicht nur mit einer durchsichtigen Flatterseele. Leib und Seele ist ja eine Einheit und kann nicht einfach so getrennt werden. So ist die ganzheitliche Aufnahme Mariens in den Himmel für mich etwas ganz Normales.
Ich denke mir, dass Maria für Gott sehr wichtig war. Mit ihr bereitete er seine Menschwerdung vor. Ihre Eltern, Anna und Joachim, freuten sich sehr, als sie noch im hohen Alter ein Mädchen bekamen. Als der Engel Gabriel die erwachsene Maria fragte, war sie nach Rückfragen bereit, Gott als Mensch auf die Welt zu bringen. Als Schwangere besuchte sie ein verwandtes älteres Ehepaar, Zacharias und Elisabeth, die den kleinen Johannes bekam. Sie erlebte das Auftreten ihres Sohnes in Israel, seine Passion in Jerusalem und zu Pfingsten den Heiligen Geist, hebräisch die Ruach, sodass sie das Herz der ersten christlichen Gemeinden wurde. Als sie im Kreise der Apostel starb, nahm sie Christus liebevoll und zärtlich mit Leib und Seele in den Himmel auf. Dieses Fest feiern wir am 15. August.

St. Maria als

Wir haben eine Kirche, haben Sie eine Idee? Mit dieser Frage wandte sich die Kirche St. Maria 2017 an die Menschen der Stadt Stuttgart und bekam als Antwort eine Vielzahl an Ideen zurück. Was eine Kirche außer Gottesdienstraum noch sein kann, wird seitdem erprobt. St. Maria als Theater, Café, Veranstaltungsraum, Kulisse, Installation, Plattform, Galerie, Marktplatz, Treffpunkt – aber vor allem: St. Maria als Prozess, als Raum des Miteinanders, den wir stetig weiter gemeinsam ausprobieren wollen.

Sie sind eingeladen: Stöbern Sie hier auf unserer Website, oder schauen Sie direkt in St. Maria vorbei. Auch 2019 öffnen wir wieder unsere Türen für ein buntes Veranstaltungsprogramm. Infos dazu finden Sie unter der Rubrik Aktuelles.

www. st-maria-als.de

Was liebe ich am Katholizismus? – feinschwarz.net

Fulbert Steffensky stellt den Diskussionen um die katholische Kirche die Stärken des Katholizismus an die Seite. Eine Einladung.
Zur ökumenischen Freiheit gehört es, sich an der Stärke der anderen zu erfreuen.
Katholische Frömmigkeit tritt immer dramatisch nach außen.
Ein Mensch birgt sein Glück oder sein Unglück in einem kleinen Tanz.
Was das alltägliche Leben angeht, hat seinen Platz.
Die Religion wird kräftig und bedeutsam.
Der Glaube ist leichter, wenn er sich nicht dauernd selbst beweisen muss.
Ich darf mir nicht zuschauen, wenn ich bete oder einen Sonnenuntergang betrachte.

Quelle: Was liebe ich am Katholizismus? – feinschwarz.net

Stress oder Achtsamkeit

KreuzVon einem bekannten Philosophen wird erzählt, dass für ihn der Glaube an Gott deswegen so wichtig wurde, weil er sich dadurch besser der Wirklichkeit widmen kann. Ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Es gibt so viel Ungereimtes in der Welt, sodass ich mich oft nach dem Sinn des Ganzen gefragt habe. Meine Antwort war, dass Gott und seine Hilfe den Sinn des Ganzen erschließt. Das hat mich veranlasst, mich besser den Einzelheiten widmen zu können.
Heute in der Früh bin ich mit dem Bewusstsein aufgewacht, dass Gott mit mir etwas vorhat. Ich bin neugierig, welche Begegnungen ich heute mache. Auch in einer sozialen Einrichtung, wo ich am Abend einen ehrenamtlichen Dienst mache. Unruhig ist mein Herz, bis es verankert in dir, mein Gott.
Ich sehe: Wenn jemand Gottes Geschenke nicht beachtet, verliert er sich im Stress des Alltags und vielleicht fallen einige in depressive Verzweiflung. Es kommt mir so vor, dass Gott mit allen Menschen etwas Großes vorhat. Wenn wir ihm unser Herz öffnen, schenkt er uns überfließende Freude, Liebe, Gnade, Heilung und Hoffnung.

Tödliches Begehren

Wir begehen dichUnsere Kinder lernten indem sie es den anderen nachmachten. Auch als Erwachsener lernte ich viel beim Zuschauen, wie etwas gemacht wird. Dieses Nachahmen geschieht auch im Begehren. Wenn ich jemanden sehe, der etwas haben will, überlege ich mir, ob es etwas ist, das ich auch haben möchte. Ich mache – nicht immer – das Begehren des anderen nach. Das ist oft unbewusst. Obwohl ich einzigartig sein will, ahme ich unbewusst das Wollen des anderen nach. Ich sehe einen Freund, der ein Ding sehr lobt. Er ist dann im Loben gut, wenn er es selbst haben möchte. Dann spüre ich, dass ich es auch begehre. Wenn ich mein Begehren meinem Freund zeige, dann begehrt er das Ding doppelt. Er sieht sich in seinem Begehren bestätigt. Wenn das Ding eine Ware ist, die man leicht bekommt, ist das kein Problem. Wenn es hingegen ein Unikat ist, dann werden wir uns im Begehren streiten. Wir werden zu Rivalen und könnten uns jetzt bekämpfen, wobei das Ding in den Hintergrund tritt. Es kommt in Gesellschaften mit knappen Gütern zu einer Epidemie, in der jeder gegen jeden kämpft. Das 9. und 10. Gebot, du sollst nicht begehren, ist der Spiegel des ersten Gebotes, du sollst an den einen Gott glauben. Denn ihn sollst du sehnsüchtig lieben. Das ist die Antwort auf die Krankheit der Rivalität. Ich halte es auch mit dem bekannten Gerichtspsychiater Reinhard Haller: Die Wertschätzung des anderen besiegt die Rivalität und die eigene Kränkung.

Wie die Knoten lösen?

GebetKann ich Gott um etwas bitten und kann ich darauf vertrauen, dass er hilft? Ich habe immer geglaubt, dass er aus Liebe ohnehin das Gute bewirkt. Wozu, so habe ich gedacht, soll ich ihn noch dazu bitten? Bei den Fürbitten in der Kirche dachte ich, dass wir um etwas bitten, was er macht und wir stimmen uns in diese Richtung ein. Dass die Bitten eine Auswirkungen auf unser Leben haben, glaubte ich immer: Ich werde getröstet, habe eine intensivere Gottesbeziehung, werde vor Hochmut und Einsamkeit bewahrt. Jetzt habe ich aber vieles über das Bittgebet gelesen und bin überzeugt, dass Gott wirklich hilft, wenn ich ihn bitte. Er will wissen, was wir wollen. Er nutzt dazu die Spielräume der Welt und will mit uns gemeinsam und auf unsere Bitte hin etwas Gutes bewirken. Wenn wir allein die Knoten der Übel lösen wollen, kommen noch schlimmere Knoten zustande. Hier trifft das Jesuswort: „Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut“ (Mt 12,30). Oder: „Wer nicht mit mir Knoten löst, wird sie vermehren.“ Ich bitte deswegen Jesus, die Knoten in mir und um mich zu lösen.

Meine Bitten: Ich bitte Gott, dass er einem jungen Mann hilft, seinen beruflichen Weg findet. Ich bitte Gott, dass er einer kranken Frau in ihrer Not beisteht. Ich bitte Gott, dass er mich nicht neidisch werden lässt. Ich bitte Gott, dass ein Freund gesund wird. Ich bitte Gott, dass eine Frau wieder zu Gott findet. Ich bitte Gott, dass eine Ehe wieder geheilt wird. Ich bitte Gott, dass eine Flüchtlingsfrau Ausbildung, Arbeit und Wohnung findet. Ich bitte Gott, dass die Politiker und Politikerinnen in Österreich Gutes für das Land und seine Bewohner tun können. Ich bitte Gott, dass die katholische Kirche Frauen zu Priesterinnen weiht. Ich bitte Gott für die Briten, dass sie eine gute Lösung für ihr Brexitproblem finden. Ich bitte Gott, dass ein Arbeitsloser nicht alkoholsüchtig wird und eine Aufgabe findet.