Archiv der Kategorie: Christus

Der König der Liebe

Der König der Liebe zeigt uns die Menschenfreundlichkeit Gottes. Er ist das Bild des verborgenen Gottes, der seine Liebe sichtbar macht. Er selbst bleibt unsichtbar. Seine Liebe zu uns zeigt er in dem Mann aus Nazaret.

Dessen Menschenfreundlichkeit blitzte eine intensive und kurze Zeit auf, er ist getötet worden, den Menschen erschienen und ist dann zu seinem Vater gegangen. Er lässt uns aber nicht allein. Es begleitet uns sein Heiliger Geist, der uns die Freude und das Feuer der Liebe schenkt und uns zu Liebenden verwandelt.

Was in der Zukunft passiert, singen wir in einem Lied über Jesus: „Jetzt noch verhüllt, doch bald in Herrlichkeit, wenn ihn alle sehen am Ende dieser Zeit.“ Am Ende werden wir den König der Liebe sehen. Im Gottesdienst sagen wir zum anwesenden, aber unsichtbaren Jesus: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Wir warten auf dein endgültiges Kommen, du König der Liebe!

Die Impulse zum Christkönigsfest findest du auf Sonntagsevangelium

Wir brauchen Freunde

Alleine kann ich nicht leben. Ich brauche die anderen Menschen. Der Schriftsteller Lothar Zenetti erzählt eine Geschichte von ein paar Menschen, die an einem kalten Abend um ein Feuer saßen. Die Glut wärmte sie und der Schein der Flammen erhellte ihre Gesichter. Da war aber ein Mann unter ihnen, der wollte nicht länger im Kreis bei den anderen sitzen, sondern für sich allein. So nahm er einen brennenden Holzspan vom gemeinsamen Feuer und setzte sich abseits, fern von den andern. Der glimmende Span leuchtete auch ihm und strahlte Wärme aus. Bald aber ließ die Glut nach, der allein sitzende Mann spürte erneut die Dunkelheit und die Kälte der Nacht. Da besann er sich und nahm das schon erkaltete Stück Holz und trug es zurück in die Glut des großen Feuers, wo es sich erneut entzündete, Feuer fing und zu brennen begann. Der Mann setzte sich wieder in den Kreis der anderen. Er wärmte sich auf, und der Schein der Flammen erhellte sein Gesicht.
Ich denke mir, das Feuer ist Jesus, der uns wärmt und leuchtet. Er will alle, auch die Vereinsamten und Kaputten in den Kreis holen. Er lässt niemand verloren und alleine draußen.

Paulus: Das entleerte Subjekt

Die Revolution des Christentums

Ein Freund auf Facebook gab mir den Tipp, Alain Badious Buch über Paulus mir zu Gemüte zu führen.

Ich las die Beschreibung des Buches und war gleich begeistert:

Der Apostel Paulus ist aktueller denn je. Einige der wichtigsten Philosophen der Gegenwart, darunter Giorgio Agamben und Slavoj Žižek, haben ihm Monographien gewidmet; Alain Badiou war der Erste, der in ihm ein Gegenmodell zum politischen und geistigen Neoliberalismus unserer Zeit entdeckt hat. Als Prototyp eines Denkens des Ereignisses stellt Paulus für Badiou einen entscheidenden Zeugen seiner Philosophie dar.

Das Ereignis, von dem Paulus erschüttert wird, ist die Kreuzigung und die Auferstehung Christi. Ausgehend von dieser kommt Paulus zu einem revolutionär neuen Konzept von Subjektivität und sozialer Gemeinschaft. Während das Individuum genau definierte Eigenschaften besitzt, die es ideologisch auf das festschreiben, was immer schon ist, zeichnet sich das neue christliche Subjekt durch seine Eigenschaftslosigkeit aus. Es hat in der Bekehrung einen Prozess der Entleerung durchgemacht und steht vor einem voraussetzungslosen neuen Anfang, ist offen für eine neue, noch nicht vorhandene Identität, und genau darin liegt für Badiou der Kern der Subjektivität: Subjekt sein bedeutet, sich von einem Ereignis erschüttern zu lassen und ihm dann die Treue zu halten.

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Maria sitzt und hört

Ich wünsche allen schöne Sommertage.
Maria, die Schwester von Marta, setzte sich hin und hörte Jesus zu. Sitzen und hören – das mache ich jetzt auch.
– Danach helfe ich in der Küche.

Lukas 10,38-42

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Sex und Glauben sind tabu

Ich lebe in einer Welt mit verschiedenen Glaubensüberzeugungen. Mindestens drei meiner Nachbarn in unserer Straße haben einen Buddha im Garten stehen. Eine Bekannte glaubt an die Natur, dass diese alles heilt. Ein Bekannter ist zum Islam übergetreten, ein anderer zu den Zeugen Jehovas. Ein Freund ist Atheist, der annimmt, dass er nach dem Tod nicht mehr existiert.

Ich habe einmal gehört, dass es zwei Sachen gibt, die man anderen nicht erzählt. Das ist Sex und das ist Religion. Beide sind tabu. Bei der Religion breche ich jetzt das Tabu: Wenn ich in der Früh aufstehe, dann sage ich „Christus Jesus.“ Ich kann es nicht beweisen, dass er der Erlöser der Welt ist, aber ich vertraue fest darauf. Ich nehme an, dass er nicht nur seine Anhänger erlöst hat, sondern auch die, die Buddha oder Mohammed verehren, an die Natur oder an das Nichts nach dem Tod glauben. Er ist bei ihnen mit seinem Heiligen Geist und nach dem Tod kommen sie alle zu seinem großen Liebesfest im Jenseits.

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Ultra-Orthodox-Katholische und der Heilige Geist

Pius X. führte 1910 den Antimodernisteneid ein

Es soll alles so bleiben wie es ist. Priester, Bischöfe und Papst sollen alles bestimmen. Die Priester dürfen weiter nicht heiraten, die Homosexuellen dürfen keinen Partner haben, die Frauen dürfen nicht Diakoninnen werden, die Lesben dürfen keine Partnerin haben, liebende, nicht verheiratete Paare bekommen keinen Segen. Es soll alles so bleiben wie es ist. Einige haben sich in dieser ultra-orthodox-katholischen Welt eingerichtet.

Sie sagen: „Die anderen leben eben anders.“ „Wir leben katholisch.“ „Die anderes wollen sollen zu den Evangelischen gehen.“ „Die Kirche darf sich nicht an den Zeitgeist und an die Welt anpassen.“ „Die Bischöfe, die etwas anderes wollen, spalten die Kirche.“ „Alle, die sich nicht an unsere Regeln halten, sollen gehen.“

Diese Ultra-Orthodox-Katholischen vergessen aber den Heiligen Geist und die Erinnerung an Jesus. Sie leben mit den alten katholischen Regeln wie Kinder, denen die Eltern sagen, was richtig und falsch ist. Der Geist Jesu will aber, dass wir erwachsene und reife Menschen werden.

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Synodaler Weg: Sende uns den Heiligen Geist, der neues Leben schafft!

Atme in uns, Heiliger Geist!

Das Gebet zum Synodalen Weg ist an Gott gerichtet und es wird um den Heiligen Geist gebetet und für Jesus Christus gedankt. Jesus ist zum Vater gegangen, um uns den Heiligen Geist zu senden. In diesem Geist erfahren wir ihn als unseren Bruder, Freund und Herren. Wenn wir direkt an den Heiligen Geist unser Gebet richten, kann es so lauten:

Wir wenden uns direkt an dich, Heiliger Geist:

Komm, Heiliger Geist, schaffe neues Leben.
Stehe unserer Kirche in Deutschland bei und lasse sie die Zeichen der Zeit erkennen.
Öffne unser Herz, damit wir auf Dein Wort hören und es gläubig annehmen.
Treibe uns an, miteinander die Wahrheit zu suchen.
Stärke unsere Treue zu Dir und erhalte uns in der Einheit mit unserem Papst und der ganzen Kirche.
Helfe uns, dass wir Deine Gerechtigkeit und Deine Barmherzigkeit erfahrbar machen.
Gebe uns die Kraft und den Mut, aufzubrechen und Deinen Willen zu tun.

Wir wenden uns an dich, Gott:

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Das muss diskutiert werden: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 2) – feinschwarz.net

Alle sind Priesterinnen und Priester

Jesus hat keine Priester geweiht. Und doch ist die römisch-katholische Kirche von sazerdotalen Vorstellungen geprägt. Martin Ebner geht den Spuren des andersgearteten jesuanischen Erbes im Neuen Testament nach – eine ‚gefährliche Erinnerung‘ an die ältesten Traditionen des Christentums in zwei Teilen!

„Was Jesus den Tod gebracht hat. wurde zum Grundstein des Christusglaubens: das Selbstbewusstsein der Gemeinden, ein Personaltempel zu sein – mit Jesus als Zentrum, aber ohne Tempelinstitution“ und ohne „Riten, die allein menschlichen Priestern vorbehalten sind“.

Typisch für das Neue Testament ist, dass die priesterliche Würde entweder nur einem einzigen zuerkannt wird, nämlich Christus, oder allen gemeinsam.

Erst in der Wende vom 2. zum 3. Jh. (190-210 n. Chr) stellen sich zunächst Episkopen („Bischöfe“), dann auch Presbyter („Priester“) in Analogie zu den alttestamentlichen Priestern dem Volk gegenüber und verlangen 10% Kirchensteuer.

Quelle: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 2) – feinschwarz.net 

Teil 1: Braucht das Christentum Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament (Teil 1)

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Sehnsucht nach dem Christkind

Es war für viele Kinder und Jugendliche ein schweres Jahr. Während die Pandemie kein Ende zu nehmen scheint, ist mehr als sonst Trost notwendig. „Im zweiten Jahr des Ausnahmezustands ist das Magische, das das Christkind umgibt, vielleicht wichtiger denn je. Hat es hierin dem Weihnachtsmann etwas voraus?“

David Novakovits, katholischer Religionspädagoge: Eine Schülerin der Unterstufe habe von der Erfahrung gesprochen, „dass da jemand außer deinen Eltern ist, der dich mag und an dich denkt“. Im Prinzip sei doch die christliche Botschaft von Weihnachten genau das, „dass unser menschliches Dasein für jemanden wichtig ist, dass Gott selbst sogar in dieses Dasein tritt. Dass die Welt also nicht einfach ein stahlhartes Gehäuse ist, sondern etwas, mit dem man in Beziehung treten kann.“ Für Kinder ist das umso einfacher, wenn dieses Etwas, dieser Jemand ein anderes „Kind“ ist.

Quelle: Sehnsucht nach dem Christkind, ORF.at

Gott macht unsere Armseligkeit herrlich.

Es ändert sich alles im armen Betlehem, wenn der der Schöpfer der Welt ein kleines Kind wird. Gott kommt in unsere Armseligkeit und bringt seine Herrlichkeit.
Die Futterkrippe wird zum göttlichen Licht, der Stall wird zum himmlischen Paradies, das Stroh wird zum Flügelschlag der Engel, was klein und arm wird groß und himmlisch.

Der große Schöpfer der Welt wird ein kleines Kind in unserer Welt. So kann sein Geist uns erfüllen, die Welt erneuern und das Kleine in der Welt groß machen. Es wird sein, als hätt der Himmel die Erde still geküsst, – dass sie im Engelschimmer von ihm nun träumen müsst.

Ich wünsche dir, liebe Leserin, lieber Leser die Erfahrung, dass Gott dich liebt und das Christkind in deinem Herzen und in deiner Welt geboren wird.

Bonaventura sehnt sich

Bonaventura war einer der wichtigsten Lehrer des 13. Jahrhunderts. Er leitete den Franziskanerorden und schrieb die erste Biographie von Franz von Assisi.

Er schrieb einen Brief an Christus, in dem er seine ganze Sehnsucht nach Erlösung ausdrückt:

Verwandle, süßer Herr Jesus, das Mark und das Fleisch meiner Seele mit der freudigsten und heilsamsten Wunde deiner Liebe, mit wahrer Ruhe und heiliger, apostolischer Nächstenliebe, damit meine Seele zu dir schmachtet und zu dir hinströmt mit ganzer Liebe und Sehnsucht; damit sie dich begehrt, sich dir ausliefert und sich nach dir sehnt erlöst zu werden und ganz bei dir zu sein.

Gewähre, dass meine Seele nach dir hungrig ist. Du bist das Brot der Engel, die Erfrischung der heiligen Seelen, unser tägliches und himmlisches Brot, das alle Süße, alle Empfindungen und jeden köstlichen Geschmack enthält.

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