Archiv der Kategorie: Natur

Gelungene Partnerschaft

Gelassenheit
In welcher Zeit lebe ich? Ich fühle mich vom Coronavirus nicht sonderlich bedroht. Ich möchte nur nicht krank werden und andere mit dem Virus anstecken. Ich gehe jetzt gerne spazieren, lese viel, werke im Haus und Garten und organisiere die Lieder und den Newsletter für die Sacré Coeur Gemeinde. Fast alle Menschen kämpfen gemeinsam gegen das Coronavirus, das Krankheit und Tod bringt. Dieser Kampf fordert Einschränkungen, zurückstellen von Unwichtigem, bringt aber auch Arbeitslosigkeit und Verarmung mit sich. Der Staat ist gefordert und wir sind persönlich herausgerufen zu helfen, wo es Not tut.

Wir Christinnen und Christen haben nicht nur das Gebot der Nächstenliebe, sondern sind auch in Verbindung mit Gott, der uns immer wieder einlädt, nachzudenken und uns inspirieren zu lassen. Wir werden – ähnlich wie er – kreativ. Durch die Verbindung mit Christus vermeiden wir, dass unser Herz verwirrt wird. Wir können realistisch abschätzen, was zu tun ist. Damit überfordern wir uns nicht in der Sorge und den Tätigkeiten. Wir können mit unseren Grenzen leben und es anderen und Gott überlassen, manche Aufgaben zu erfüllen. Diese Gelassenheit tut mir gut. Ich sehe mich als Partner von Gott.
Hannes

Die ganze Natur steht in Flammen der Liebe

Übergänge
Die ganze Natur steht in Flammen der Liebe, geschaffen durch die Liebe, um die Liebe in uns zu entzünden.

Der Mystiker Ernesto Cardenal schreibt in der Meditation über die Natur:
Die Abende und die Nächte sind ruhig und einsam, weil Gott sie für die Kontemplation geschaffen hat. Die Wälder und die Wüsten, der Sternenhimmel und die Berge sind geschaffen, damit wir uns in sie versenken.

Die Elstern und die Chocoyos erzählen uns von Gott, und es ist Gott, der ihnen die Sprache gegeben hat. Alle Tiere, die im Morgengrauen ihre Stimme erheben, singen Gott. Die Vulkane und die Wolken und die Bäume schreien uns von Gott. Die ganze Schöpfung schreit uns durchdringend, mit einem großen Schrei, von der Existenz und der Schönheit und der Liebe Gottes. Die Musik dröhnt es uns in die Ohren, und die Landschaft ruft es uns in die Augen.

An jeder Straßenecke finde ich Briefe Gottes« sagt Whitman und „Das grüne Gras ist ein duftendes Taschentuch Gottes mit Seinen Initialen, das Er fallengelassen hat, um uns an Ihn zu erinnern“. So verstehen die Heiligen die Natur, so verstand sie Adam im Paradies. (Und auch die Dichter und Künstler verstehen sie in gewisser Weise und unter gewissen Umständen, wie Adam und die Heiligen sie verstanden haben.)

In der ganzen Natur finden wir die Initialen Gottes, und alle erschaffenen Wesen sind Liebesbriefe Gottes an uns.

Die ganze Natur steht in Flammen der Liebe, geschaffen durch die Liebe, um die Liebe in uns zu entzünden. Und es gibt keinen anderen Grund für die Existenz aller Wesen; sie haben keinen anderen Sinn und können uns keine andere Befriedigung gewähren als dies: in uns die Liebe Gottes zu entzünden. Die Natur ist wie ein Schatten Gottes, ein Widerschein und Abglanz Seiner Schönheit. Der stille blaue See ist ein Widerschein Gottes. In jedem Atom wohnt ein Bild der Dreifaltigkeit, eine Figur des dreieinigen Gottes.

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Er schenkt sich in den Begegnungen

Ich bitte Gott und was macht er?
Es gibt vieles, was ich erbitte und Gott erfüllt es nicht. Dann wiederum bitte ich ihn und er handelt, aber auf seine Weise. Ich kenne Menschen mit Krebs, die gläubig sind, beten, Behandlungen bekommen, abmagern und wieder gesund werden. Es gibt aber auch Glaubende, die ihr Herz Gott öffnen, krank werden und sterben. Dann gibt es wieder plötzliche Heilungen, Spontanremissionen, die Ärzte nicht erklären können. Der Natur gibt Gott das Wachsen und das sich Ordnen. Als Mensch bin ich mit meinem Körper ein Teil der Natur, kann dadurch krank werden und – ich werde auch sterben. Ich weiß mich dabei von Gott begleitet. Auch durch den Tod hindurch.

Gott ist Freiheit und er gibt uns Freiheitsräume, die er nicht einschränkt sondern ermöglicht und vergrößert. Als er Mensch geworden ist hat er Maria gefragt, ob sie einverstanden ist. Er greift nur ein, wenn wir unser Herz öffnen und zu seinem Willen „Ja“ sagen. Unsere Bitten sind Einverständniserklärungen, dass Gott etwas tun kann. Dadurch öffnet sich ein Handlungsspielraum für ihn. Es sind vor allem die Begegnungen, in denen Gott unsichtbar wirkt. Wenn ich mich ihm öffne, ändert er mein Inneres. Durch das Herz anderer kann Gott auf mich unbemerkt einwirken. Wenn ich Ja zu ihm sage, kann er, wenn er will, etwas in der Welt tun – und ich vieles mit ihm. Wir können untereinander, so glaube ich, Gottesmedien sein, durch die Gott bemerkt oder unbemerkt wirken, lieben und handeln kann.