Archiv der Kategorie: Sinn des Lebens

Der Tod wird zu einem Tor

Ich kann allgemein über ein Leben nach dem Tod plaudern. Aber wenn ich über meinen eigenen Tod und mein eigenes Sterben nachdenke, dann wird mir anders. Ich fühle mich dem Tod gegenüber extrem ohnmächtig. Ich muss loslassen und mich ganz dem Tod, dem Sterben und Gott überlassen. Ich habe immer weniger Einfluss auf meinen Körper und meine Umgebung. Ich kann nur auf Gott vertrauen, dass er mich dabei begleitet. Der Tod wird für mich immer mehr zu einem Tor, durch das ich durchgedrückt werde. Ich frage mich, was mich danach erwartet und wie mir Gott und andere Menschen dann begegnen. Wie lebendig und frei bin ich dann? Vielleicht kann ich dann auf die Erde schauen und sehen, was die Menschen machen. Vielleicht bekomme ich dann die Möglichkeit, ein wenig (!) das Geheimnis „Gott“ zu lüften und vielleicht erkenne ich dann, was der Sinn des Ganzen ist.

Wenn ich anderen erzähle, wie es mir geht, wenn ich an meinen Tod denke, dann fragen sie mich, ob es mir gut geht. Ja, es geht mir gut. Die Beschäftigung mit dem Tod ist ein Blick auf die Realität. Jesus hilft mir dabei als Vorbild. Er hilft mir zu einem guten Leben im Hier und Jetzt, für das mir der Heilige Geist viele Impulse gibt.

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Sex und Glauben sind tabu

Ich lebe in einer Welt mit verschiedenen Glaubensüberzeugungen. Mindestens drei meiner Nachbarn in unserer Straße haben einen Buddha im Garten stehen. Eine Bekannte glaubt an die Natur, dass diese alles heilt. Ein Bekannter ist zum Islam übergetreten, ein anderer zu den Zeugen Jehovas. Ein Freund ist Atheist, der annimmt, dass er nach dem Tod nicht mehr existiert.

Ich habe einmal gehört, dass es zwei Sachen gibt, die man anderen nicht erzählt. Das ist Sex und das ist Religion. Beide sind tabu. Bei der Religion breche ich jetzt das Tabu: Wenn ich in der Früh aufstehe, dann sage ich „Christus Jesus.“ Ich kann es nicht beweisen, dass er der Erlöser der Welt ist, aber ich vertraue fest darauf. Ich nehme an, dass er nicht nur seine Anhänger erlöst hat, sondern auch die, die Buddha oder Mohammed verehren, an die Natur oder an das Nichts nach dem Tod glauben. Er ist bei ihnen mit seinem Heiligen Geist und nach dem Tod kommen sie alle zu seinem großen Liebesfest im Jenseits.

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Die große Liebe

Ich habe in meinem Leben erfahren, dass Jesus eine große Freiheit brachte. Augustinus bringt es für mich auf den Punkt, wenn er sagt: Wenn du liebst, kannst du alles tun. Die Liebe ist die Voraussetzung für das freie Leben. Wenn ich die Geschichte und die Kulturen erforsche, dann merke ich, dass die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen eine der Voraussetzungen ist, die uns in Europa die Freiheit, den Wohlstand und den Fortschritt gebracht hat.

Leider erlebe ich, dass viele die Hoffnung verlieren. Sie erleben sich ohnmächtig, ausgelaugt, leer und depressiv. Eine Frau erzählte von ihrem Exmann, der sich stark sozial engagierte, die Hoffnung aber verlor und depressiv wurde. Ihm half unter anderem die Änderung seiner Situation und kurz vor seinem Tod konnte er sich noch einen Jugendtraum erfüllen. Ich hoffe für ihn, dass er jetzt bei Gott ist und auf seine Exfrau und seine Kinder warten kann.

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Christi Himmelfahrt: Er lässt uns nicht alleine

Der Abschied Jesu von den Jüngerinnen und Jüngern war kein Abschied für immer. Alle werden ihn erleben, wenn er am Ende in seiner großen Liebe kommt. Andererseits sendet er den freundschaftlich verbindenden Heiligen Geist, der die Gegenwart von ihm ermöglicht. In der Wandlung rufen wir den Heiligen Geist, damit er Brot und Wein in Jesu Leib und Blut verwandelt.
Erfüllt vom Heiligen Geist sagt er voraus: Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Wir Christinnen und Christen sind uns nicht immer bewusst, dass uns der lebensspendende Heilige Geist in der Taufe und der Firmung geschenkt wurde und uns mit seiner Liebe und Kraft begleitet. In jedem Pfingstfest kommt er auf uns herab. Jedes Pfingstfest ist für unsere Gemeinden eine Firmung, eine Bestärkung in großer Wertschätzung. Die Himmelfahrt Christi ermöglicht, dass der Heilige Geist kommen kann.

Er konnte Außergewöhnliches versprechen

Keine lebendige Beziehung zu anderen

Die Geschichte vom Narziss wird verschieden erzählt. Immer geht sie schlecht aus. Eine Variante gefällt mir: Ein junger Mann sah sein Spiegelbild und fand es so schön, dass er es immer wieder anschauen musste. Er fand keine reizvollere Person als sich selbst. Die anderen verabscheute er. Im Alter, als seine Kräfte nachließen und er krank wurde, fasste ihn eine große Verzweiflung. Er fragte sich: Was ist mit mir geschehen? Warum habe ich gelebt? Es ist doch alles sinnlos.
Narzissten stehen neben dem Leben. Sie sind nicht in der Realität angekommen. Sie haben keine lebendige Beziehung zu anderen.
Anders als dem jungen Narziss erging es Jesus. Er kümmerte sich um seine Freundinnen und Freunde. Er heilte die Kranken. Er gründete eine neue Gemeinschaft, die einen Sinn im Leben und eine Hoffnung auf ein universelles Friedensreich hatte. Jesus konnte, verbunden mit seinem Vater, den Freunden und Freundinnen etwas Außergewöhnliches versprechen. Er konnte ihnen versprechen, dass ihr Leben kein Ende haben wird. Er nimmt sie nach ihrem Tod mit in seine göttliche Welt. Er wurde zum Begleiter in die Herrlichkeit.

Kain, wo ist dein Bruder?

Kain erschlägt aus Neid und Zorn seinen Bruder Abel

Freundschaft mit Gott und den Menschen.

Wir entstehen auf dieser Erde, damit wir gut mitsammen auskommen, eine Freundschaft mit Gott finden, die Liebe leben und am Ende im Himmel unsere endgültige Heimat finden.
Er offenbart sich als ein anwesender Gott: Ich bin der „Ich bin da“. Die Freundschaft mit Gott hier auf Erden macht Sinn, gibt Sicherheit, Geborgenheit und Freiheit. Aber es gibt Gefahren.
Der brutale Angriff von Putin auf die Ukraine zeigt, dass diese Welt von Gewalt nicht befreit ist. Wir erleben, dass der Krieg bis zum Äußersten geht. Ihn zu stoppen ist fast unmöglich. Krieg überfällt das Land wie ein Tsunami. Im Christentum gibt es einen Trost, der keine Vertröstung ist: Die Toten werden von Gott aufgefangen und in ihre endgültige Heimat gebracht.
Aber dort müssen sich die Täter verantworten. Wie Kain werden sie gefragt: Wo ist dein Bruder?
Bei Gott sitzen Sünder und Gerechte an einem Tisch: Der Erzpriester Ilya Limberger der russisch-orthodoxen Gemeinde in Stuttgart mit Menschen aus der Ukraine und Russland sagt: Wir sind eine Kirche, versammelt um den Tisch des Herrn. Link.

Verwandlung der Natur in Kultur und in Herrlichkeit

Von einer Verwandlung lese ich, wenn Jesus für die Gäste einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt. Man kann das als Zeichen sehen.

Das Wasser steht für die Natur, die nützlich, aber auch gefährlich ist. Das wilde Wasser wird in den Gefäßen kultiviert und verliert seine Gefahr. Dafür bekamen wir Menschen die Fähigkeiten wie Handwerk und Vernunft.

Die Verwandlung in Wein geschieht aus Liebe zu den Gästen der Hochzeit, damit sie sich freuen können. Dahinter seht der liebende Geist, der vieles zum Guten wendet. Der Wein steht für die Freude, die nicht mehr vergeht. Diese Verwandlung schenkt uns Gott am Ende unseres Lebens. Er holt uns zum Fest mit Wein, Tanz und Liebe. Einen Vorgeschmack davon können wir uns gegenseitig schenken.

Sinn des Lebens

Viele fragen sich, worin der Sinn dieses Lebens besteht. Ein Freund meinte unlängst: Alles läuft auf die Liebe zu. Dem kann ich zustimmen. Ich möchte aber auch wissen, was hinter der Liebe steckt. Ich nehme an, dass dahinter eine göttliche Dynamik seit dem Urknall wirkt. Menschen entstehen auf der Erde und kommen zum Leben mit Gott. Dazu hat er das Universum erschaffen. Dazu ist aber auch sein Sohn Mensch geworden.

Meine Eltern haben mich auf den Evangelisten Johannes getauft. Erst in den letzten Jahren lese ich aufmerksamer das Johannesevangelium. Es hat den Sinn auf zwei Sätze zugespitzt: Im Anfang war das Wort und das Wort ist für uns Fleisch geworden. Wie bitte? Fleisch? Ich schau nach. Fleisch wurde damals allen Lebewesen zugesprochen. Aha. Wobei Fleisch damals allen Lebewesen zugesprochen wurde. Es zeigte sich, dass das Wort Gottes ein lebendiger Mensch wurde.

Dieser lebendige Mensch übernimmt das Wort Fleisch und sagt: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben. Ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.

Ich glaube, darin steckt der Sinn des ganzen Universums.

Er reißt die Decke weg

Beim Begräbnisgottesdienst meiner Mutter sagte ich: Liebe Mutter Inge, du hast dich in die Hände des gütigen Gottes fallen lassen. Ich hoffe, du kommst auf der anderen Seite lebendig heraus und kannst über die Herrlichkeit Gottes nur staunen.
Jetzt überlege ich mir, was ich selbst erleben werde, wenn ich sterbe und auf die andere Seite komme. Kommt mir dann Gott in seiner Güte wirklich entgegen? Fängt er mich auf, macht er mich lebendig, kann ich über seine Herrlichkeit nur staunen? Es ist eine aufregende Sache. Ja, ich hoffe auf ihn.
Ich kann mir nicht vorstellen, was wäre, wenn ich ein Leben ohne Gott führe. Was wäre dann meine Hoffnung? Vielleicht würde ich einer von Menschen gemachten Ideologie anhängen, zynisch werden oder vor Angst krank werden.
Der Prophet Jesaja schreibt, dass Gott die Decke „verschlingt“, die über den Nationen liegt. Für mich besteht diese Decke aus falschen Ideologien und selbstgemachten Religionen. Diese „verschlingt“ Gott. Er hat einen guten Magen. Die Decke reißt er weg, damit wir ein Stück der Wahrheit erkennen. – Damit wir mit ihm ein Fest feiern können, mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesensten Weinen.

Er ist uns ganz, ganz nahe

Mein Staunen

Staunen und Freuen

Ich staune, dass Gott uns so nahe ist und dass er in allem, was existiert, anwesend ist. Ich staune über die Bäume, wie sie wachsen und Blätter hervorbringen, ich staune über die Hummeln, die in die Blüten kriechen. Ich staune über das Universum mit den Milliarden Galaxien und Sternen. Ich staune über uns Menschen, die wir seit tausenden von Jahren ein Bewusstsein entwickelt haben und uns mit anderen unterhalten können. Ich staune auch darüber, dass ich lebe und lebendig bin.

Meine Freude

Ich freue mich, dass es einen Gott gibt, der so wie wir fühlen, sehen, hören und sich auf seine Weise mitteilen kann. Ich fühle mich geborgen und danke ihm, dass er uns alle in seinem Gnadenstrom beschenkt. Wo ich auch gehe, er ist immer da. In den kleinsten Molekülen und Atomen kommt er mir entgegen. In jedem Menschen, dem ich begegne, ahne ich seine Gegenwart. In der Luft, die ich einatme, ist sein Windhauch. Es ist herrlich, wenn wir Menschen uns zuhören und verstehen. Da hilft Gottes Geist, der Kommunikation und Kommunion herstellt. Gott hält liebevoll in einem großen Rahmen alles zusammen, damit alles, was existiert, Sinn gibt. Danke, Gott!

Mit erhobenem Kopf

Jesus bringt seine Botschaft von der Liebe Gottes zu den Armen. Sie sollen ermutigt werden, mit erhobenem Kopf durch die Welt zu gehen. Auch den Schwarzen sagt Jesus: „Fürchtet euch nicht vor den anderen, bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf von Gott gezählt.“ Black lives matter.