Archiv der Kategorie: Bibel

Erfahrungen von Befreiung, Liebe, Zuversicht, Heilung und Zärtlichkeit

Die Natur ist die Apotheke Gottes. Schon Hildegard von Bingen wusste das und riet gegen Winterdepression die für mich unbekannte Bertramwurzel. Heute gibt es vor allem die römische Bertramwurzel. Sie wirkt verdauungsfördernd, hemmt Entzündungen und stärkt die Nerven und das Immunsystem. Ich merke, dass Gott schon sehr früh in der Naturgeschichte heilende Pflanzen wachsen ließ. Das ist mir ein Zeichen seiner Liebe. Aber nicht immer erkenne ich in der Geschichte diese Zeichen der Liebe. Schwierigkeiten habe ich mit Texten des Alten Testaments, die so gar nicht Barmherzigkeit ausstrahlen. Da gibt mir Jesus den Tipp, die Bibel mit dem liebevollen Blick Gottes zu lesen. Ich versuche es und beim Weiterlesen kommen dann wirklich Erfahrungen von Befreiung, Liebe, Zuversicht, Heilung und Zärtlichkeit zu Tage: Gott befreit die Sklaven, Elias erfährt Gott im Säuseln des Windes, Rut bekommt eine neue Heimat und Noah kann einen Weinberg pflanzen. Da bricht die Liebe Gottes durch und ich danke Jesus, dass er mir die Augen dafür öffnet.

Der König der Liebe wird unsere Zukunft

Eine Bekannte kaufte sich die wunderschöne Bibel mit Bildern von Sieger Köder und las darin von den Gesetzen des Mose und war ganz schockiert, dass da Menschen gesteinigt werden sollen. Papst Franziskus hat vor einem Jahr die Todesstrafe für unzulässig erklärt, „weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“. Das konnte er tun, weil die Bibel keine Sammlung von Anweisungen Gottes ist. Das Alte Testament ist die Hintergrundmelodie für Jesus, den Erlöser. Unser Kirchenrektor Michael Scharf sieht die Grundmelodie im Namen Gottes, den dieser Moses geoffenbart hat: JHWH, das heißt „Ich bin für euch da“. Vor dieser Hintergrundmusik spielt Jesus als heilender göttlicher König eine neue Melodie: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Johannes 18,36). Er wehrt sich nicht, als ihn die Soldaten verspotten und ans Kreuz schlagen, die führenden Männer des Volkes ihn verlachen und Pilatus ihn zynisch als König der Juden bezeichnet. Der König Gottes lässt sich ans Kreuz schlagen und reagiert auf die Bitte des Sterbenden mit dem Versprechen: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23,43).

Unsere Zukunft

Das ist die Antwort auf die Frage, was Gott angesichts des Leidens der Menschen tut: Er stirbt gefoltert, wird Bruder der Gefolterten und nimmt sie in sein Paradies. Er ist unser aller Zukunft.

Eine geheimnisvolle Bibelübersetzung aus Österreich

Evangelienwerk, Eröffnungsseite (fol. 6r)

Ein Rätsel: 200 Jahre vor Martin Luther (1483-1546) hat bereits ein Österreicher die Bibel ins Deutsche übersetzt. Die großartigen Texte waren in verschiedenen Bibliotheken und man erkannte erst spät, dass sie von ein und dem selben Autor stammen. Bekannt waren sie als „Klosterneuburger Evangelienwerk“,  „Schlierbacher Altes Testament“ und „Psalmenkommentar“.
Der sehr gebildete Autor lebte anscheinend um ca. 1330 n. Chr. in Österreich und forderte, dass die Heilige Schrift den „seligen“ Christen geöffnet wird und ins Deutsche gebracht wird. Er übersetzte auch andere Texte z.B. aus der Legenda Aurea und gab immer wieder seine Kommentare dazu. Deutsche Historiker  (Prof. Dr. Freimut Löser, Prof. Dr. Jens Haustein und Prof. Dr. Martin Schubert) erforschen mit ihren Arbeitsgruppen die rätselhaften Texte und wollen in nächster Zeit Stück für Stück dieser deutschsprachigen Bibel veröffentlichen.

Quellen:
Wikipedia
Süddeutsche Zeitung
Das Projekt der Bayrische Akademie der Wissenschaften
Der Spiegel
Kurier