Archiv der Kategorie: Gott und Mensch

Segenswunsch

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen Anfälligkeit, Ansteckung und Krankheit.

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen Selbstgenügsamkeit, Isolation und Einsamkeit.

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen Gleichgültigkeit, Trotz und Leichtsinn.

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen Selbstgerechtigkeit, Überheblichkeit und Aberglaube.

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen Ohnmacht, Angst und Panikmache.

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen den Verlust von Hoffnung, Lebensfreude und Humor.

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen Missmut, Kleinlichkeit und Nörgelei

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen Wichtigtuerei, Besserwisserei und Rechthaberei.

Möge Gott deine Abwehrkräfte stärken
gegen die Gier nach Absicherung, Besitztum und Bevorratung

Möge Gott dich stärken, schützen und gesund erhalten an Leib und Seele.

In jedem Innern brennt der gleiche Durst

Ernesto Cardenal 1925-2020

Der Dichter, Priester und Befreiungstheologe Ernesto Cardenal kämpfte bis zuletzt für eine gerechtere Welt. Seine Poesie hat mich sehr beeindruckt und mir geholfen. Sein Buch von der Liebe beginnt mit dem existentiellen Durst, den wir Menschen erleben können:

Der Durst

In den Augen aller Menschen wohnt eine unstillbare Sehnsucht. In den Pupillen der verschiedenen Menschen, in den Blicken der Kinder und Greise, der Mütter und liebenden Frauen, in den Augen des Polizisten und des Angestellten, des Abenteurers und des Mörders, des Revolutionärs und des Diktators und in denen des Heiligen: in allen wohnt der gleiche Funke unstillbaren Verlangens, das gleiche heimliche Feuer, der gleiche tiefe Abgrund, der gleiche unendliche Durst nach Glück und Freude und Besitz ohne Ende. Dieser Durst, den alle Wesen spüren und von dem auch im Gleichnis von der Samariterin am Brunnen gesprochen wird, ist die Liebe zu Gott.

Um dieser Liebe willen werden alle Verbrechen begangen und alle Kriege gekämpft, ihretwegen lieben und hassen sich die Menschen. Um dieser Liebe willen werden Berge bestiegen und die Tiefen der Meere erforscht, für sie wird geherrscht und intrigiert, gebaut und geschrieben, gesungen, geweint und geliebt. Alles menschliche Tun, sogar die Sünde, ist eine Suche nach Gott, nur sucht man Ihn meistens dort, wo er am wenigsten zu finden ist.

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Das Leben Gott hinhalten

Pater Anselm Grün schreibt auf Facebook in Zeiten von Corona über das Lesen von guten Büchern und das Nachdenken über die zentralen Fragen des Lebens :

Die frühen Mönche kannten als spirituelle Übung: allein in seiner Zelle zu bleiben und sich selbst auszuhalten. So könnte die Zeit in der Quarantäne eine Einladung sein, bei sich selbst zu bleiben, über sich nachzudenken und sich selbst vor Gott ehrlich anzuschauen.

Und es wäre die Zeit, gute Bücher zu lesen, um beim Lesen in Berührung zu kommen mit einer fremden Welt. Die fremde Welt, in die ich beim Lesen eintauche, ist immer auch meine eigene Welt. Durch das Lesen entdecke ich meine innere Weite und neue Räume meiner Seele. Das tut mir gut.

So wünsche ich allen, die in diesen Tagen daheim bleiben müssen, weil die Schulen geschlossen sind und viele Veranstaltungen ausfallen, dass sie diese Zeit als spirituelle Trainingszeit nutzen, als Zeit, in der sie sich über die zentralen Fragen des Lebens Gedanken machen und in der sie ihr Leben, so wie es ist, Gott hinhalten. Wenn ich meine innere Wahrheit Gott hinhalte, lerne ich, mich selbst anzunehmen. Ich brauche dann keine Angst zu haben vor dem Chaos, das vielleicht in meiner Seele ist. Denn alles wird vom heilenden und liebenden Licht Gottes erleuchtet.

Quelle: Pater Anselm auf Facebook

Ernesto Cardenal: Psalmen und Das Buch von der Liebe

Sie waren die Nahrung für mich: die Psalmen und Das Buch von der Liebe. Immer, wenn ich hungrig war, las ich daraus.

Psalm 1:
Selig der Mensch, der den Parolen der Partei nicht folgt
und an ihren Versammlungen nicht teilnimmt,
der nicht mit Gangstern an einem Tisch sitzt
noch mit Generälen im Kriegsgericht.
Selig der Mensch, der seinem Bruder nicht nachspioniert
und seinen Schulkameraden nicht denunziert.
Selig der Mensch, der nicht liest, was die Börse berichtet,
und nicht zuhört, was der Werbefunk sagt,
der ihren Schlagworten misstraut.
Er wird sein wie ein Baum, gepflanzt an einer Quelle.

Psalm 22: treibhaus.at

Mit Jesus und Gott verbunden

In memoriam Adolf Holl: Im Gespräch: „Wo die sichtbare und die unsichtbare Welt einander berühren“.
Renata Schmidtkunz sprach mit Adolf Holl, Theologe, Religionssoziologe und Publizist.

In dem Gespräch sprach Adolf Holl über seine Erlebnisse bei der katholischen Messe.

Schmidtkunz: Sie sagen, was mich berührt hat, das war das Messelesen, weil sie durch einen rituellen Text, den Sie gesprochen haben sich selber – Sie haben gesagt: auch wenn da drei alte Frauen saßen in einer kalten Kirche – Sie konnten sich selber in eine Trance verschaffen, in der sie was erlebten. Eine Erleuchtung, eine Erhebung?

Holl: Das wäre schon zu viel. Aber vielleicht sollte ich in dem Zusammenhang etwas verraten. Nämlich, dass diese außerirdischen Zuständigkeiten – so könnten wir es auch einmal sagen – dass diese mir gestattet haben, die Welt um mich herum für die Dauer von 5-10 Minuten zu vergessen. Das ist so sehr wichtig für mich gewesen. Das heißt also, ich habe eigentlich einmal am Tag die Möglichkeit besessen die Welt und ihre Tatsachen zu suspendieren.

Adolf Holl ist am 23. Jänner 2020 im 90. Lebensjahr verstorben.

Quelle: https://radiothek.orf.at/oe1/20200124/586217
https://oe1.orf.at/programm/20200124/586217/In-memoriam-Adolf-Holl
https://radiothek.orf.at/oe1/highlights/93960#
https://tvthek.orf.at/profile/kreuz-und-quer/8598576/kreuz-und-quer/14039603

Allerheiligen: Die Gräber und die Heiligen im Himmel

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Ich liebe die Seligpreisungen von Jesus. Sie beginnen mit der Situation, in der ich arm bin vor Gott. Das ist die Situation der Ohnmacht. Ich bin arm an Leistung, ich kann nichts vorweisen. Trotzdem werde ich mit dem Himmelreich beschenkt. Wenn eine geliebte Person gestorben ist oder jemand mich verlassen hat, trauere ich, und schreie meinen Schmerz ohnmächtig zu Gott. Oh Wunder, ich werde von ihm getröstet. Wenn ich keine Gewalt anwenden wollte, vor der Aggression geflohen bin, bin ich verzweifelt und erlebe die Ohnmacht. Doch oh Wunder, Gott schenkt mir neues Land.

Das Fest Allerheiligen zeigt, dass wir nicht nur eine Versammlung von Christinnen und Christen auf der Erde sind, sondern dass die Menschen im Himmel, Heilige und Verstorbene, auch zur Kirche gehören. Wir feiern die Messe mit ihnen.

Link zu Liebe, Tod und Halloween

Er schenkt sich in den Begegnungen

Ich bitte Gott und was macht er?
Es gibt vieles, was ich erbitte und Gott erfüllt es nicht. Dann wiederum bitte ich ihn und er handelt, aber auf seine Weise. Ich kenne Menschen mit Krebs, die gläubig sind, beten, Behandlungen bekommen, abmagern und wieder gesund werden. Es gibt aber auch Glaubende, die ihr Herz Gott öffnen, krank werden und sterben. Dann gibt es wieder plötzliche Heilungen, Spontanremissionen, die Ärzte nicht erklären können. Der Natur gibt Gott das Wachsen und das sich Ordnen. Als Mensch bin ich mit meinem Körper ein Teil der Natur, kann dadurch krank werden und – ich werde auch sterben. Ich weiß mich dabei von Gott begleitet. Auch durch den Tod hindurch.

Gott ist Freiheit und er gibt uns Freiheitsräume, die er nicht einschränkt sondern ermöglicht und vergrößert. Als er Mensch geworden ist hat er Maria gefragt, ob sie einverstanden ist. Er greift nur ein, wenn wir unser Herz öffnen und zu seinem Willen „Ja“ sagen. Unsere Bitten sind Einverständniserklärungen, dass Gott etwas tun kann. Dadurch öffnet sich ein Handlungsspielraum für ihn. Es sind vor allem die Begegnungen, in denen Gott unsichtbar wirkt. Wenn ich mich ihm öffne, ändert er mein Inneres. Durch das Herz anderer kann Gott auf mich unbemerkt einwirken. Wenn ich Ja zu ihm sage, kann er, wenn er will, etwas in der Welt tun – und ich vieles mit ihm. Wir können untereinander, so glaube ich, Gottesmedien sein, durch die Gott bemerkt oder unbemerkt wirken, lieben und handeln kann.

Du kannst es!

Ich staune über den Menschen, der so stark in Gott verwurzelt ist, dass er sagen kann: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (Psalm 18,30b). Ich würde diesen starken Glauben gerne selbst haben. Dass der eiserne Vorhang fiel, das war lange nicht denkbar. Trotzdem ist das kommunistische System zusammengebrochen. Vielleicht hat Gottes Hilfe doch eine Rolle gespielt. Man kann ja nicht wissen, welche verschlungenen Wege Gott geht. Vielleicht können wir mit ihm zusammen mehr, als wir glauben. Ich höre viele sagen: „Das kann ich nicht. Wenn mich dieser Schicksalsschlag trifft, könnte ich es nicht aushalten.“ Jesus sieht das anders: „Wenn dein Glaube nur ein ganz kleines Senfkorn ist, dann kannst du es! In der Beziehung zu Gott sag zu diesem Berg: „Rück von hier nach dort!“ und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein“ (Matthäus 17,14-20). Ein Mädchen aus Schweden, Greta Thunberg krempelt die Stimmung in der Klimakrise um. Wenn sie gesagt hätte „Ich kann das nicht“ wäre nichts passiert. So ist es auch bei Jesus. Wenn er gesagt hätte „Ich kann nicht nach Jerusalem gehen“ wäre nichts passiert. So aber hat er sich ganz in die Hände seines himmlischen Vaters begeben können. Das ist Glauben. Aber noch größer ist die Liebe, sagt ein urchristliches Lied (1Korinther 13,13). Die Liebe zum Vater machte es für Jesus möglich, diesen Weg der schmerzhaften, aber siegreichen Liebe zu gehen.

Is God ‘that than which nothing greater can be thought’?

Is God ‘that-than-which-nothing-greater-can-be-thought’?
(Anselm of Canterbury)

Quelle: Is God ‘that-than-which-nothing-greater-can-be-thought’? – etimasthe

Ist Gott das, worüber nichts Größeres gedacht werden kann?
Es geht Anselm um eine Negation – nichts Größeres – und um die Grenzen das Denkens.

Nobody Believes God is a Magical Old Man with a Beard in the Clouds

“Immanent and transcendent” means God is in the world, and at the same time the world is in God. Consider this from Myers New Testament Commentary on Acts 17:28: Paul views God under the point of view of His immanence as the element in which we live, etc.; and man in such intimate connection with God, that he is constantly surrounded by the Godhead and embraced in its essential influence, but, apart from the Godhead, could neither live, nor move, nor exist. That’s a complex understanding of God. This is the traditional Christian view. The magical old man with a beard in the clouds is nowhere to be found. Seriously, “AA”s. Nobody. Believes. That. Nobody.
Jack Preston King, Aug 31 · 9 min read:
Quelle: Nobody Believes God is a Magical Old Man with a Beard in the Clouds