Frieden? Nitroglycerin macht Islamisten nicht unrein

Selbstmordattentate

Selbstmordattentate

Terror und Selbstmordattentate erschüttern dieses Weihnachtsfest. In Afghanistan sind es die Taliban, in Syrien die Al Kaida-Krieger und in Nigeria die Boko Haram-Kämpfer. Die Welt nennt sie Islamisten. Sie zünden gegen Moslems, ChristInnen und gegen staatliche Einrichtungen Bomben und sprengen sich selber in die Luft. Das Argument, dass Mord und Selbstmord im Islam Sünde ist, greift hier nicht, sie verstehen sich als Krieger, die ein vergangenes Ideal herbomben möchten. Idealisiert wird die Zeit Mohammeds und seiner Gefährten, die die arabischen Stämme einten und andere Länder eroberten. 1400 Jahre nach Mohammed möchten sich diese Radikalen wie Mohammed kleiden, wie Mohammed sitzen, wie Mohammed essen, wie er handeln, wie er beten und sich wie er reinigen.

Nur eines machen sie nicht wie er. Sie kämpfen nicht mit seinen historischen Waffen sondern mit Sprengstoffen, die sie von ihren Feinden übernehmen. Hunde, Schweine, Blut und Urin sind für strenge Moslem unrein, „nadschis„. Der Sprengstoff Nitroglycerin (Glycerintrinitrat) hingegen ist nicht nadschis.

Für den Frieden wäre es besser, würde Nitroglycerin für Islamisten unrein sein.

15 Antworten zu “Frieden? Nitroglycerin macht Islamisten nicht unrein

  1. Wenn eine breite Basisbewegung entstehen und es schaffen würde, die extrem ungerechte und in diesen Jahren sterbende Weltwirtschaftsordnung zu ändern, wäre das eine große Hilfe gegen alle Arten von Terror, radikal-islamistischen und anderen.

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  2. Eine breite solidarische Basisbewegung wäre sicher notwendiger denn je. Es gibt sie ja schon zum Teil in der Attac-Bewegung (www.attac.de und http://www.attac.at). Ob eine Änderung der wirtschaftlichen Bedingungen aber ein Abflauen der Terroranschläge bringt, weiß ich nicht. Die Attentäter gehören nicht zu den Ärmsten. Bleiben ihre radikalen Ideen nicht erhalten, wenn man nicht gegen sie argumentiert?

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    • Es geht nicht ums Argumentieren, sondern ums Tun und Beispiel geben.
      Am 24. November 2002 wurde in der Londoner Zeitung „Observer“ die englische Übersetzung eines „Briefes an das amerikanische Volk“ veröffentlicht, dessen arabisches Original angeblich von Osama bin Laden stammte. Der Brief war die Antwort auf ein Manifest, in dem 60 US-Intellektuelle im Februar 2002 den Kampf gegen den Terror als gerechten Krieg bezeichnet hatten. Der Brief beantwortete zwei Fragen:
      „(F1) Warum setzen wir uns zur Wehr und bekämpfen euch?
      (F2) Wozu fordern wir euch auf und was wollen wir von euch?“
      Was in diesem Brief steht, können wir uns bis heute hinter die Ohren schreiben.

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  3. Könnte es nicht sein, dass es um beides geht, ums Argumentieren und ums Tun und Beispiel geben?

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  4. Argumentieren sollen vor allem die eigenen Leute, also Muslime und Musliminnen.

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  5. Ich komme noch einmal auf meinen ersten Kommentar zurück.
    Für das Manifest der 60 US-Intellektuellen schäme ich mich.
    Der Brief an das amerikanische Volk drückt zwar Hass aus, hat aber Hand und Fuß.
    Die westliche, als christlich wahrgenommene Zivilisation ist die Zivilisation der Kolonialmächte.
    Die westliche, als christlich wahrgenommene Zivilisation ist die Zivilisation der neoliberalen, globalen Marktwirtschaft mit Sozialabbau.
    Die westliche, als christlich wahrgenommene Zivilisation ist die Zivilisation des Kriegs gegen den Terror. Dieser Krieg höhlt die Demokratie aus.
    Wir müssen wachsam sein, um Zeichen der Zeit zu erkennen und zu unterstützen.

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  6. Ich frage mich, ob es überhaupt so etwas wie eine westliche Zivilisation gibt. Ist das, wenn es sie gibt, das Erbe von Westrom, der Renaissance, der Reformation, der Nationalstaaten? Was heißt dann zivile, bürgerliche Kultur? Ist Zivilisation gutes, höfliches Umgehen miteinander? Was ist der Unterschied zwischen einer nichtwestlichen zu einer westlichen Zivilisation?

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    • Ich habe den Gesichtspunkt der muslimischen arabischen Staaten formuliert, wie sie uns wahrnehmen. Der Brief an das amerikanische Volk ist zwar neun Jahre alt, aber erstaunlich aktuell.
      Natürlich gibt es eine Vielfalt von Meinungen, bei uns und bei ihnen.
      Hoffentlicht setzt sich bei allen durch, was Segen bringt, auch wenn es grad nicht danach ausschaut.
      Wenn jeder tut, was er kann…
      Du hast viele Einblicke in die islamischen Gegebenheiten…

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  7. Möchte mich in die Debatte einmengen und Werner Krotz fragen, warum vor allem die Muslime argumentieren sollen und warum man sie als die eigenen Leute bezeichnen kann?

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  8. Also das ist so gemeint:
    Die Muslime sind die eigenen Leute von den Muslimen, und wir sind andere Leute.
    Gott sei Dank argumentieren sie sowieso:
    „Shaykh-ul-Islam Dr Muhammad Tahir-ul-Qadri, the founding leader and patron-in-chief of Minhaj-ul-Quran International, has issued his detailed edict (Fatwa) against terrorism which consists of more than 600 pages. The launching ceremony of the Fatwa was held on March 2, 2010 in London (UK).“ (Aus: http://www.minhaj.org/english/.)
    „Muhammad Tahir al-Kadri (anglisiert Mohammad Tahir-ul-Qadri; * 19. Februar 1951 in Jhang) ist ein pakistanischer Islamgelehrter. Er ist Gründer und Oberhaupt der sunnitischen Organisation Minhaj ul-Quran.
    Besondere Bekanntheit erlangte er im Jahr 2010, als er mit einer Fatwa Terroristen als Ungläubige und Feinde des Islam geißelte. Experten schätzten die Erklärung als bisher umfassendste theologische Widerlegung des radikalen Islam ein.“ (Aus: Wikipedia.)

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  9. Vielen Dank Werner für die informative Antwort. Anlass für mein Schreiben war ja die Beobachtung, dass Christen oftmals zu wenig argumentieren, im Sinne von Bekennen.
    Über den Terror und seine Ursachen müssen wir einmal extra sprechen, da ich überzeugt bin, dass Terror nie, auch nicht in ungerechten Verhältnissen gerechtfertigt werden kann, da er Teil und Mitursache der weltweiten sowie allgemeinen Todesspirale ist.

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  10. Ich lese gerade das Buch „Wie Feinde Freunde werden – Mein Leben mit Jean Goss für Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit und Versöhnung“ von Hildegard Goss-Mayr. Jean und Hildegard Goss haben ihr ganzes Leben dem Bekennen der Gewaltlosigkeit Jesu gewidmet und viele unglaubliche Beispiele gegeben.

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  11. Danke für die Antwort, ich schätze das Ehepaar Goss-Mayr auch sehr. Hildegard durfte ich sogar noch selbst bei einem Seminarvortrag erleben.

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  12. Das folgende Zitat aus dem Buch von Hildegar Goss-Mayr passt noch hierher. Es stammt aus der Beschreibung von zwei Seminaren, die sie nach dem Tod ihres Manns im Tschad gehalten hat.
    „Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis war es, an dem Tag der spirituellen Vertiefung in unseren Seminaren gemeinsam nach den christlichen und auch den islamischen Wurzeln der Gewaltfreiheit zu suchen. Ich freute mich, meinen muslimischen Freunden die Erkenntnisse hierüber aus dem Koran und der Tradition vermitteln zu können, wie sie von unserer Versöhnungsbundgruppe in Bangladesh und gewaltfreien Muslimen in Thailand erarbeitet worden waren. Sie wurden mit großer Freude und mit Interesse aufgenommen, denn sie waren großteils unbekannt.
    Nach einigem Zögern gelang es, dass wir – Muslime, Christen und Humanisten – uns jeweils am Morgen zur Meditation von Texten aus unseren heiligen Schriften, von Gandhi, King oder Tagore zusammenfanden. Wir fühlten uns getragen von dem lebendigen Geist der Liebe, der, benannt oder unbenannt, die friedenschaffende und einigende Kraft der Menschheit ist.“ (S. 163.)

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