Long-Covid-Koryphäe erklärt, was wir zu Corona-Spätfolgen bei Geimpften wissen

Corona kann mild oder tödlich verlaufen. Das „Dazwischen“ wird oft viel zu wenig gesehen, mahnt Jördis Frommhold. Die Chefärztin hat bisher knapp 3000 Long-Covid-Patienten behandelt. Im Interview erklärt sie, warum die Spätfolgen der Infektion immer noch unterschätzt werden – und was wir bisher zur Gefahr für Geimpfte wissen.

Quelle: Long-Covid-Koryphäe erklärt, was wir zu Corona-Spätfolgen bei Geimpften wissen

Bei Diskussionen zwischen Impfgegnern und Impfbefürwortern habe ich den Eindruck, dass Long Covid nicht sehr oft gesehen wird. Da finde ich dieses Interview mit Jördis Frommhold sehr aufschlussreich.

Wir Christinnen und Christen müssen uns für die wissenschaftliche Forschung einsetzen. Wir glauben nicht an die Natur, sondern an den Schöpfer der Natur und wir als seine Repräsentanten (biblisch gesprochen „Abbild Gottes“) haben die Aufgabe, die Natur so zu gestalten, dass man in ihr leben kann. Dazu gehört wissenschaftliche Forschung und angepasste Technik. Professor Dominique de Quervain bringt eine Übersicht über Studien zu Long Covid und Post Covid:

Die Studien zur Erforschung von Long Covid und Post Covid

Professor Dominique de Quervain bringt eine Übersicht der Studien zu Long Covid und Post Covid auf Twitter in einem Thread https://twitter.com/quervain_de/status/1477978488686747648:

1) COVID-19 führt auch nach mildem Verlauf häufig (10% plus) zu anhaltenden neurologischen Störungen wie Gedächtnisproblemen, Fatigue oder Geruchsstörungen. Ein Thread aus neurowissenschaftlicher Perspektive. (1/n) #LongCovid #PostCovid.

2) In dieser Studie hatten junge Erwachsene (16-30 Jahre alt) 6 Monate nach einer Covid-Infektion (ohne Hospitalisierung) folgende Neurosymptome: Geschmacks- und/oder Geruchsstörungen (28%), Fatigue (21%), Konzentrations- (13%), Gedächtnisstörungen (11%): https://www.nature.com/articles/s41591-021-01433-3

3) Auch in dieser Studie mit nicht hospitalisierten Patienten hingen die häufigsten anhaltenden Symptome mit neurologischen Störungen zusammen: Fatigue, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und verminderter Geruchssinn: https://www.nature.com/articles/s41598-021-92045-x

4) Bei dieser grossangelegten Studie hatten 11.5% der nicht hospitalisierten COVID-19 Patienten 6 Monate nach der Infektion erstmalig eine psychiatrische oder neurologische Diagnose: https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(21)00084-5/fulltext?hss_channel=tw-27013292

5) Und in dieser Studie zeigte sich bei kognitiven Problemen auch 7 Monaten nach COVID-19 kaum eine Tendenz zur Besserung – im Gegensatz zu Atemproblemen. https://www.thelancet.com/journals/eclinm/article/PIIS2589-5370(21)00299-6/fulltext

6) Kommen anhaltende neurologische Symptome nach einer COVID-19 Infektion aber überhaupt häufiger vor als bei nicht Infizierten?

7) In dieser Studie (Preprint) bei Gesundheitspersonal kamen Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und Kurzzeitgedächtnisprobleme deutlich häufiger bei der COVID-19 Gruppe vor (6 Monate nach Infektion) als bei der seronegativen Kontrollgruppe. https://t.co/Ly6phPfDIQ

8) In dieser Studie zeigen Personen, die sich von COVID-19 erholt haben, schlechtere Leistung in kognitiven Tests im Vergleich zu COVID-19 Negativen (cave: Querschnittsstudie). https://www.thelancet.com/journals/eclinm/article/PIIS2589-5370(21)00324-2/fulltext#.YPp0qndXVz0.twitter

9) Diese Studie zeigt, dass das Risiko für eine erstmalige psychiatrische oder neurologische Diagnose 6 Monate nach COVID-19 (nicht hospitalisiert) signifikant höher ist als bei Influenza oder anderen respiratorischen Infektionserkrankungen. https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(21)00084-5/fulltext?hss_channel=tw-27013292

10) In dieser Studie berichteten mehr Teilnehmende 8 Monate nach einer milden Covid-Erkrankung über Gedächtnisprobleme als Covid-Negative oder eine ungetestete Kontrollgruppe. https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2782531

11) Und hier zeigen Patienten 7 Monate nach Covid-Infektion ohne Hospitalisierung Defizite in diversen kognitiven Tests (vgl. zu Normwerten): z.B.: Verminderte Verarbeitungsgeschwindigkeit (15%), Gedächtnisdefizite (12%), Defizite in Wortflüssigkeit (11%) https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2785388

12) Hat COVID-19 messbare Auswirkungen auf Struktur oder Funktion des Gehirns?

13) MRI-Studie (Preprint): Brain Scans vor und nach COVID-19 Infektion (96% nicht hospitalisiert) zeigen eine Abnahme der grauen Substanz in Hirnregionen, welche wichtig sind für Geruch, Gedächtnis und Emotionen. https://t.co/1UuGQv3ILR

14) In dieser Imaging-Studie zeigen Patienten mit Long Covid verminderten Glukose Stoffwechsel in verschiedenen Hirnregionen, unter anderem im Gyrus olfactorius (Geruch) und Hippocampus (Gedächtnis) im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7837643/

15) Die genauen Ursachen, die zu den anhaltenden neurologischen Symptomen führen, sind noch nicht geklärt und könnten je nach Symptom unterschiedlich sein. Diskutiert werden u.a. eine Virus-Invasion des Gehirns, aber auch zentrale und periphere immunologische Phänomene.

16) Hier wird eine Virus-Invasion des Gehirns über den Riechnerv diskutiert: https://www.nature.com/articles/s41593-020-00758-5

17) Und hier eine Studie (Preprint), die SARS-CoV-2 im Gehirn von Covid-19 Verstorbenen mehre Monate nach der Infektion nachweist. Noch ist aber ungeklärt, inwiefern anhaltende neurologische Symptome auf SARS-CoV-2 Persistenz im Gehirn zurückgehen. https://t.co/SMnWYkNUMJ

18) Eine weitere Studie bei Covid-19 Verstorbenen zeigt, dass SARS-CoV-2 die Nebennieren angreift und so zu einer Störung der Cortisol-Produktion und Stressregulation führen könnte. Auch das könnte bei den neurologischen Symptomen eine Rolle spielen. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8601687/

19) Cortisol spielt in der Regulation von kognitiven und emotionalen Prozessen eine bedeutende Rolle.

https://www.nature.com/articles/nrn.2016.155

20) Die National Institutes of Health (USA) investiert 470 Millionen $ zur Erforschung von #LongCovid #PostCovid

https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-builds-large-nationwide-study-population-tens-thousands-support-research-long-term-effects-covid-19

Professor Dominique de Quervain is Neuroscientist, MD, Professor at University of Basel, Co-Director of Research Platform Molecular and Cognitive Neurosciences, Co-President of http://stressnetwork.ch

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