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Gott garantiert die Vernunft

Benedikt gegen Gewalt mit Hilfe der Vernunft

Kann Vernunft die Gewalt eindämmen? Oder kann es der Glaube allein?

Zur Erinnerung an die Regensburger Rede von Benedikt XVI.

Benedikt XVI. ist zurückgetreten und sein Rücktritt hat die Welt bewegt. Selten zuvor konnte man eine weltliche Inkorporation der gläubigen Vernunft in so bescheidenem und demütigem Habitus erleben. Benedikt XVI. bemerkte einmal während seines achtjährigen Pontifikates, dass es Gott nicht darauf ankomme, dass die Menschen ein interessantes, herausragendes und aufregendes Leben führen, es genüge ein stilles und frommes Leben vor Gott. Diese große Entlastungsoffensive für die von Selbstverwirklichung geplagte Menschheit mag einem in diesen Tagen wieder in Erinnerung kommen.

Da große Thema von Benedikt XVI. ist der Glaube und die Vernunft. Dazu sind zahlreiche Bücher von und über ihn erschienen. Eines davon kam nach seiner Reise nach Deutschland und seiner berühmten Regensburger Rede auf den Markt. Es hat den Wunsch nach Religionsfrieden zum Gegenstand. Die wichtigen Fragen der Gegenwart – zumindest in der Sphäre des Glaubens, im Feld der Vernunft sowie am Schauplatz religiös motivierter Gewalt – werden darin berührt.

Die Regensburger Vorlesung des emeritierten Papstes vom 12. September 2006 löste nicht nur einen Sturm der Entrüstung an zahlreichen Schauplätzen selbst in den entlegensten Regionen der Welt aus, sie zog auch eine neue Nachdenklichkeit über die Gewalt der Religion und das Gewalttätige in ihr aus. Wie ist es heute um den Religionsfrieden in der Welt bestellt und in welcher neuen Weise muss die Vernunft auf ihre Tragfähigkeit untersucht werden?
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Wilhelm Donner

Danke Benedikt!

Papst BenediktDanke Benedikt, für Deine Arbeit über die Geschichtstheologie von Bonaventura, wo Du herausgearbeitet hast, dass sich Gott bei der Beschäftigung mit der Schrift und mit den Heiligen an Gott selbst sich offenbart.

Danke Benedikt, dass Du die Bischöfe beim II. Vatikanischen Konzil so zukunftsorientiert beraten hast.

Danke Benedikt, für Deine Regensburger Rede, wo Du die Vernunft wieder auf ihren angestammten Platz gesetzt hast.

Danke Benedikt, für Deine erste Enzyklika „Caritas Deus est“, in der Du die Liebe in den Beziehungen der Menschen mit den liebevollen Augen Gottes nachgezeichnet hast.

Danke Benedikt, dass Du die sexuellen und gewalttätigen Übergriffe in der Kirche ausnahmslos verfolgen ließest.

Danke Benedikt, dass Du in kluger Weise Deine körperliche und geistige Situation als Grund für Deinen Rücktritt wahrgenommen hast.

Danke Benedikt, dass Du Deinem Nachfolger Gehorsam gelobt hast, damit dieser das Schiff Petri gut durch die Zeiten lenken kann.

Im Anfang war die Vernunft

Im Anfang war die Vernunft, und die Vernunft war bei Gott, und die Vernunft war Gott. Im Anfang war sie bei Gott. Alles ist durch die Vernunft geworden und ohne die Vernunft wurde nichts, was geworden ist. Woher wissen wir das? Weil sich Gott in der Geschichte der Menschheit gezeigt hat. Er zeigte sich Abraham, er befreite die Israeliten unter Mose, er offenbarte sich dem Elias. Zu guter Letzt zeigte er sich als Mensch in Jesus Christus, damit wir lernen, wie Leben sinnvoll geht – mit ihm. Er befreit uns zu uns selbst. Wenn wir mit ihm leben, durchstehen wir alles und entfalten unsere Anlagen und Talente. Es kann nicht sehr vernünftig sein, auf die Geschenke Gottes und auf seine Freundschaft zu verzichten.

Atheisten! Es ist vernünftiger, an Gott zu glauben

LichtGott ist der letzte Grund, der Urgrund dessen, was existiert. Es ist vernünftig anzunehmen, dass es einen Grund gibt für alles. Es ist jedenfalls nicht vernünftiger anzunehmen, es gäbe keinen Grund für das alles.

Wir Menschen geben uns nicht zufrieden mit einem Denkverbot, wie es einige Atheisten aufstellen. Sie meinen, im 21. Jahrhundert ist es unvernünftig, an Gott zu glauben. Die Argumente gehen aber an Gott vorbei. Weder Auschwitz noch ein Tsunami. Gott wollte, dass freie Lebewesen wie die Menschen entstehen. Dadurch wurde Auschwitz eine Möglichkeit der Freiheit. Die Natur ist in Bewegung, um Neues hervorzubringen. Ein Tsunami ist dadurch eine Zumutung für uns Menschen, aber so wie Blumen, Schnee und Krankheiten eine Erscheinungsform der von Gott initiierten Dynamik eines freien Spiels der Kräfte.

Wir Menschen vergewissern uns: Ich denke, daher bin ich. Dieses Denken geht immer weiter und will alle Grenzen ausloten und überschreiten. Das, worüber hinaus wir nichts Größeres denken können, nennen wir Gott. Das, worüber hinaus wir nichts Größeres denken können: Je größer wir ihn denken, umso größer denken wir Gott. Wenn das nicht vernünftig ist …