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Endlich: Voraussetzungen für die 2. Ehe!

Die Sakramente als vornehmste Mittel der Seelsorge

Die Heilskraft der Sakramente geht nicht verloren.

Bertram Stubenrauch unternimmt die schon längst überfällige Aufgabe, theologische Orientierungspunkte in der Frage der Zulassung Wiederverheirateter Geschiedener herauszuarbeiten: Die Kirche lehrt die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe, sorgt sich um Schuld, Umkehr und Vergebung, hat als vornehmstes Mittel der Seelsorge die Sakramente und sieht den Glauben wichtiger an als das Ethos.
Bertram Stubenrauch schreibt dies im Maiheft 2014 der „Stimmen der Zeit„. Er schlägt eine Schneise mit drei traditionellen Überlegungen in den dogmatischen Wald: Buße, Heilung und Glaube.  Zur Buße:
1. Wird eine sakramentale Ehe durch eine zweite Ehe ignoriert, wird die Heilkraft schuldhaft verhindert. 2. Die vergebende Barmherzigkeit Gottes kann aber von Menschen nicht eingeschränkt werden. 3. Reue und Lossprechung überwinden die Trennung von Gott.
Zur Heilung: 1. Sakramente heilen und bewahren vor dem Bösen. 2. Das Versiegen des Heilsangebotes der Ehe versperrt nicht die anderen sakramentalen Heilsgeschenke. 3. Die anderen Sakramente können die verhinderten Heilsmöglichkeiten der Ehe ausgleichen.
Zum Glauben: 1. Nicht die moralische Unschuld, sondern der Glaube mit der Kirche berechtigt zum Sakramentenempfang. 2. Unabhängig von der persönlichen Tragik ist jede und jeder vorbehaltlos in die sakramentale Feier „einbezogen“, wer „Ja“ zu dem sagt, was in ihr geschieht. Es „entzieht sich in seiner Tiefendimension dem öffentlichen Urteil“. 3. Nur der Glaube der Kirche im Blick auf Christus, der seine Treue beweist, spricht einem Sakrament die Gültigkeit zu.  „Wer deshalb trotz belasteter Lebenssituationen – der zuvor geschlossene Ehebund ist ja nicht aufgehoben – alle Hoffnung an den Heilsglauben der Kirche hängt, darf nicht vom Sakramentenempfang ausgeschlossen werden.“
Stubenrauch bringt fünf Konsequenzen für die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Seelsorge: 1. Die Unauflöslichkeit der Ehe bleibt. 2. Schuld wird bekannt und vergeben. 3. Die Sakramente bleiben in Geltung. 4. Es braucht keine Berufsverbote, um christliches Zeugnis zu bewahren. 5. Die Lehre wird nicht verändert, nur ausgeschöpft.
Ausgerichtet an Gott und an Christus schlägt Bertram Stubenrauch einen gangbaren Weg durch den dogmatischen Wald, sodass gerade jenen, die die Gnade Gottes brauchen, der Kairos der Gegenwart Gottes nicht vorenthalten wird.
Literatur: Bertram Stubenrauch, Wiederverheiratete Geschiedene und die Sakramente. Ein Denkspruch zur dogmatischen Diskussion. Stimmen der Zeit 5, Mai 2014, S. 346f.

Tertullian: Laien bringen das heilige Opfer dar!

Kirchenvater Tertullian

Kirchenvater Tertullian

Sind nicht auch wir Laien Priester? Es
steht geschrieben: ‚Er hat uns zu Königen
gemacht und zu Priestern für Gott und
seinen Vater.’ Den Unterschied zwischen
Priesterstand und Laien hat die Autorität
der Kirche festgesetzt und die von Gott
geheiligte Rangstellung im Kreise der
Kleriker. Wo kein kirchlicher Stand
eingerichtet ist, da bringst du das heilige
Opfer dar und spendest die Taufe und
bist für dich allein Priester;
selbstverständlich ist da eine Kirche, wo
drei beisammen sind, mögen sie auch
Laien sein.
Literatur zum Thema:
Legrand, Hervé M.: The Presidency of the Eucharist According to the
Ancient Tradition, in: Worship 53 (1979) 413-438. – Faivre, A.: Les laics
aux origines de l’Église, Paris 1984. – Van Beneden, P.: Haben Laien
ohne Ordinierte die Eucharistie gefeiert? Zu Tertullians „De exhortatione
castitatis“ 7,3, in: Archiv für 29 (1987) 31-46. – Neben Tertullian ist
auch hinzuweisen auf Theodoret von Cyrus, Kirchengeschichte 1,23,5
(Zeugnis über Äthiopien im vierten Jahrhundert). – Tertullian lebte 160-
220, wurde 205 Montanist – „De exhortatione castitatis“, anders als im
LThK [Freiburg 8 (1964) 1371] eingereiht [Altaner, B./Stuiber, A.:
Patrologie, Freiburg 81978, 158], stammt aus der vormontanistischen
Zeit; Theodorets Lebensdaten sind 393 bis vermutlich 466 (die
Kirchengeschichte entstand 449/450)

Maria, das Vorbild der Bischöfe und selbst Bischöfin

Maria zu Pfingsten

Maria im Kreise der Apostel, Gemeindeleiterin, Priesterin und Bischöfin, erfüllt vom Hl. Geist

Der Blick auf Maria ermöglicht viele kreative Möglichkeiten.
Ein Fest, das oft übergangen wird, ist das Fest Jesu Empfängnis am 25. März. Der Engel Gabriel erschien Maria, um ihr mitzuteilen, dass sie auserwählt wurde, den Sohn Gottes auf die Welt zu bringen. Sie verstand nicht, wie sie ohne Mann ein Kind empfangen soll.  Gabriel aber erklärte ihr: Die Ruach, der Hl. Geist, wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Neun Monate später brachte sie Jesus, den Sohn Gottes zur Welt, der nach christlicher Tradition das Ursakrament ist.
Dadurch wird Maria zur ersten christlichen Sakramentenspenderin und zur archetypischen Figur der christlichen Priester, aber auch der christlichen Priesterinnen. Sie ist eine der Frauen, die Jesus in der Passion begleiteten und unter dem Kreuz ausharrten. Sie war in der Urgemeinde „das spirituelle Herz“, „Mutter und Vorbild der Kirche, die erste und vollkommenste Jüngerin Jesu“ (so Benedikt XVI am 9.5.2010).  In der Sorge um die Christen ist sie die Mutter der Kirche und war neben Petrus die Päpstin der Urgemeinde.

Mutter Gottes von Guadalupe

Maria sorgt sich wie eine Mutter um uns Christen

Sie ist als Gottesmutter die Spenderin der Gnadengaben und erste Spenderin aller Sakramente. Die marianische Tradition ist eine sehr kreative. Was liegt näher, als dass Frauen, so sie Gott beruft, in ihrer Tradition zu Priesterinnen geweiht werden können.