Schlagwort-Archive: Papst

Sudanesin Mariam Ishag trifft Papst Franziskus

Meriam_IshagDie sudanesische Ärztin und Mutter zweier Kinder konnte nach Italien ausreisen, nachdem das Todesurteil wegen Glaubensabfall aufgehoben wurde, sie wegen unklarer Papiere nicht ausreisen durfte und sich drei Wochen in der US-Botschaft von Khartum wegen Todesdrohungen aufhalten musste. Die 26-jährige Mariam Jahia Ibrahim Ishag und ihre Kinder Maya und Martin landeten heute Vormittag auf dem römischen Flughafen Ciampino in Begleitung von Italiens Vizeaußenminister Lapo Pistelli, der sich seit längerer Zeit mit dem Fall beschäftigt. In Rom hieß es, ihre Ausreise sei aufgrund einer Einigung zwischen den sudanesischen und den italienischen Behörden möglich geworden. Bei ihrer Ankunft wurde die junge Frau am Flughafen von Ministerpräsident Matteo Renzi und Außenministerin Federica Mogherini begrüßt. Ibrahim wird sich vor ihrer Weiterreise in die USA einige Tage in Italien aufhalten. Vor ihrer Heirat mit Daniel Wani ist sie von der ätiopischen orthodoxen Kirche in die katholische Kirche übergetreten. Bereits vor einigen Wochen hat sie angekündigt, dass sie gerne auch Papst Franziskus treffen möchte. Heute, 24. 7.2014 wurde dies möglich. Die gesamte Familie wurde von Papst Franziskus empfangen, das Treffen soll etwa 30 Minuten gedauert haben. Vatikan- Presseprecher Federico Lombardi berichtete, dass das Treffen „sehr herzlich“ gewesen sei. Ihr Mann Daniel Wani ist südsudanesischer Abstammung und US-Bürger. Meriam wird mit ihren Kindern Maya und Martin voraussichtlich von Rom in die USA weiterreisen.

Links
KRONE: Zum Tode verurteilte Christin von Papst empfangen
AD HOC NEWS: Mariam Jahia Ibrahim Ishag ist in Freiheit

Die Christenheit fördert Demokratie

Augustinus

Augustinus

Ein geschichtlicher Rückblick zeigt die Grundlagen unserer westlichen Demokratie.
Das Christentum konnte sich im Westen des römischen Reiches ohne den römischen Kaiser mit dem Papst in Rom selbständig entwickeln. Der Papst ermächtigte die fränkischen Könige zu (west)römischen Kaisern, um die Trennung von Staat und Kirche nach der Idee von Augustinus zu verwirklichen. Es kam im Mittelalter zu Konflikten zwischen Kirche und Staat, zwischen Papst und Kaiser. Vordergründig ging es um die Einsetzung der Bischöfe, im Hintergrund ging es um die Jesusworte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ und „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.“ Im Unterschied zum orthodoxen Ostrom und später dem orthodoxen Moskau konnte sich das Christentum im katholischen und evangelischen Bereich besser entfalten. Es entwickelten sich verschiedene Modelle: eine aktive Kooperation in Österreich und Bayern, evangelische Landeskirchen in Deutschland, strikte Trennung von Kirche und Staat in Frankreich und den USA, reformiert-evangelische Staatskirchen in Großbritannien und Skandinavien, aber auch katholische Staaten wie Malta. Die aktive Religionsfreiheit setzte sich in allen europäischen Ländern durch und auch die Kirchen bekannten sich dazu. Bei der Religionsfreiheit geht es um die Freiheit, die Religion zu wechseln und die eigene Religion öffentlich und ohne Diskriminierung zu leben.

In Ländern mit einem hohen Anteil von Christinnen und Christen kann Demokratie entstehen. Die Christenheit bringt ihre Distanz zur individuellen Gewalt, die Ablehnung von Rache, die Arbeit für das Gemeinwohl, das Interesse für Bildung und die Toleranz zu anderen Bekenntnissen in die Gesellschaft ein. Das sind zum Unterschied zu anderen Religionen gute Voraussetzungen, sodass Demokratie und Gewaltenteilung in einem Staat entstehen können.

Ernst-Wolfgang Böckenfördes Satz bewahrheitet sich immer wieder: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“

Papst Franziskus: Was sagt er zum Grundeinkommen?

Nach der Wahl von Franziskus stellt sich eine Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen vor.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen brachte in einem armen Dorf in Namibia eine bessere Ernährung der Kinder. Die Unterernährung konnte stark gesenkt werden und die Kinder konnten in die Schule gehen. Ein zweiter Effekt war, dass die Kriminalität in der Bevölkerung sank. Dieses erfolgreiche Pilotprojekt in Namibia im Dorf Otjivero zeigt, dass ein Grundeinkommen keine Utopie ist, sondern eine soziale und wirtschaftliche Alternative ist.

Alternative Grundeinkommen

Alternative: Grundeinkommen

Nachdem ein sozial engagierter Papst gewählt wurde, stellt sich am 16. März 2013 eine Bürgerinitiative in Wien vor, die von Katholischer Arbeitnehmerbewegung (KAB) und Katholischer Sozialakademie Österreichs (ksoe) mitinitiiert wurde. Es kommen der Provinzial P. Lorenz Voith, der Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki und die Grundeinkommens-Vordenkerin Lieselotte Wohlgenannt. Die europäische BürgerInnen-Initiative sammelt die nächsten 10 Monate (bis 14.1.2014) Unterschriften, damit dieses Thema breit in Europa dikutiert werden kann. Durch die Produktivitätssteigerungen produzieren immer weniger ArbeiterInnen immer mehr Güter. Die ersten Modelle zeigen, dass ein bedingungsloses, personenbezogenes Grundeinkommen eine zukunftsweisende Alternative zu den massiven Schwierigkeiten der Wirtschaft ist.

Links: Europäische BügerInnen-Initiative für ein Grundeinkommen
Veranstaltung am Sa 16.März 2013 im 21er Haus, Wien
ORF Religion, Kirchliche Organisationen für Grundeinkommen
Wikipedia, Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein Radfahrer wurde Papst: Franziskus

Am 13. März 2013 wählten die Kardinäle Jorge Mario Bergoglio, den Kardinal von Buenos Aires, zum neuen Papst. Er ist bekannt dafür, dass er mit dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln von seiner Wohnung ins erzbischöfliche Palais fuhr. Auch sein erster Auftritt am Petersplatz war einfach. In einer weißen Soutane gekleidet, wünschte er dem Volk einen guten Abend. Er bat um ein Gebet für ihn, dabei verneigte er sich tief. Es war eine Geste der Einfachheit wie sein Namenspatron Franz von Assisi. Alles Gute, Franziskus!

Danke Benedikt!

Papst BenediktDanke Benedikt, für Deine Arbeit über die Geschichtstheologie von Bonaventura, wo Du herausgearbeitet hast, dass sich Gott bei der Beschäftigung mit der Schrift und mit den Heiligen an Gott selbst sich offenbart.

Danke Benedikt, dass Du die Bischöfe beim II. Vatikanischen Konzil so zukunftsorientiert beraten hast.

Danke Benedikt, für Deine Regensburger Rede, wo Du die Vernunft wieder auf ihren angestammten Platz gesetzt hast.

Danke Benedikt, für Deine erste Enzyklika „Caritas Deus est“, in der Du die Liebe in den Beziehungen der Menschen mit den liebevollen Augen Gottes nachgezeichnet hast.

Danke Benedikt, dass Du die sexuellen und gewalttätigen Übergriffe in der Kirche ausnahmslos verfolgen ließest.

Danke Benedikt, dass Du in kluger Weise Deine körperliche und geistige Situation als Grund für Deinen Rücktritt wahrgenommen hast.

Danke Benedikt, dass Du Deinem Nachfolger Gehorsam gelobt hast, damit dieser das Schiff Petri gut durch die Zeiten lenken kann.

Lehnt Benedikt XVI einen Dialog mit der Pfarrerinitiative ab?

Lombardi: Ein pastorales Problem

Lombardi: Ein pastorales Problem

Wie heute bekannt wurde, hat Vatikansprecher Federico Lombardi gemeint, bei der Pfarrerinitiative handle es sich um ein „Pastoralproblem“, und es sei Aufgabe der österreichischen Bischöfe, diesen Dialog zu führen. „Das ist der normale Weg“, sagte Lombardi vor österreichischen Journalisten in Rom. Wenn jetzt die Wünsche der Pfarrerinitiative von den Bischöfen geteilt werden, müssen diese Wünsche Papst Benedikt vorgelegt werden.

Was würde Jesus tun?

Es ist jetzt an den österreichischen Bischöfen, die Wünsche mit den Pfarrern einzeln zu besprechen und sich zu überlegen, was Jesus tun würde und ob die Wünsche im Sinne des Geistes von Jesus Christi sind.

Internationale Wünsche

Es ist jetzt aber auch an den Bischofskonferenzen der jeweiligen Länder wie Irland und Deutschland, in denen Pfarrerinitiativen bestehen, diese Fragen und Wünsche im Sinne Jesu mit den Pfarrern zu besprechen.

Welche Wünsche haben die Pfarrer?
1. Die Wiederverheiratet Geschiedenen sollen die Kommunion empfangen können.
2. Nichtkleriker sollen predigen können.
3. Nichtkleriker als Gemeindeleiter und Gemeindeleiterinnen.
4. Frauen sollen zu Priesterinnen geweiht werden können.
5. Verheiratete sollen zu PriesterInnen geweiht werden können.
6. Verheiratete Priester ohne Amt sollen wieder ihr Amt ausüben können.

Was ist dabei im Sinne Jesu? Die Bischöfe sind gefragt. Das wären

Erzdiözese Salzburg: Erzbischof Alois Kothgasser SDB
Diözese Feldkirch: Bischof em. Elmar Fischer
Diözese Graz-Seckau: Bischof Egon Kapellari
Diözese Gurk – Klagenfurt: Bischof Alois Schwarz
Diözese Innsbruck: Bischof Manfred Scheuer
Erzdiözese Wien: Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn OP
Diözese Eisenstadt: Bischof Ägidius Zsifkovics
Diözese Linz: Bischof Ludwig Schwarz SDB
Diözese St. Pölten: Bischof Klaus Küng
Österreichische Militärdiözese: Militärbischof Christian Werner
Nuntius: Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen

Links: Pfarrerinitiative (Sprecher Mag. Helmut Schüller)
Liste der österreichischen Bischöfe

Gehorsam gegenüber Gott: Ein Bischof und ein Probst in Österreich für Reform der Kirche

Bischof Alois Schwarz

Bischof Alois Schwarz

Probst Maximilian Fürnsinn

Probst Maximilian Fürnsinn

Anlässlich der Diskussion über den Aufruf zum Ungehorsam von österreichischen katholischen Pfarrern hat sich der Bischof von Gurk-Klagenfurt, Alois Schwarz, und der Probst von Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn zu Wort gemeldet.  Alois Schwarz sieht die Notwendigkeit einer Kirchenreform, sollte die katholische Kirche eine Zukunft haben. Der Augustiner-Chorherr Fürnsinn sieht die Hoffnung in einem „breiten, intensiven Pastoralgespräch“, bei dem es um Laienpredigt, um die Bevollmächtigung von älteren, verheirateten Männern zur Gestaltung einer Messe und um die Spendung von Sakramenten an Wiederverheiratet-Geschiedenen gehen soll. Fürnsinn ist auch Vorsitzender der Superioren-Konferenz der katholischen Männerorden Österreichs und Ehrengroßprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Viele Bischöfe und viele Leiter von Orden in Österreich und in der Weltkirche (Bischof Harris, Kardinal José Policarpo) sehen die Notwendigkeit einer Reform der katholischen Kirche.

In Deutschland ruft der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck dazu auf, das Gespräch über die Zukunft der Kirche zu suchen. Der jüngste Bischof Deutschlands möchte, dass möglichst viele Dialogprojekte entstehen.  Auch in der Diözese Münster gab es Dialogtreffen, bei denen in vielen Gruppen diskutiert wurde und Bischöfe wie der Bischof von Fulda, Heinz-Josef Algermissen, ehrlich über Ängste und Hoffnungen gesprochen haben. Der ungeduldige Vorsitzende der deutschen katholischen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch rechnet noch zu seinen Lebzeiten mit Änderungen im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

Der Dialog wird noch spannender, wenn Papst Benedikt XVI von 22. bis 25. September nach Deutschland kommt. In Freiburg trifft er das Zentralkomitee der deutschen KatholikInnen und eine Abordnung engagierter KatholikInnen aus Kirche und Gesellschaft. Ob da die heißen Eisen zur Sprache kommen?

Geschieden und wieder verheiratet wäre im Sinne Gottes

Die katholische Kirche hat eine wunderbare Tradition, in der sie auch Ehen  nicht nur annuliert, sondern auch auflöst. Sie tut das mit dem Privilegium Paulinum und dem Privilegium Petrinum. Berufen kann sie sich auf den Evangelisten Matthäus, der im 18. Kapitel seines Evangeliums einige  Gemeinderegeln nennt, unter anderem auch eine Erlaubnis: Was ihr auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst werden. Die Jünger Jesu dürfen Verträge und Bünde, die eine himmlische Entsprechnung haben, auflösen. Die Erlaubnis ist sogar mit dem nur von Jesus am Anfang seiner Rede gebrauchten „Amen“ eingeleitet. Hier der Zusammenhang im Text:

Mt 18,15-20: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.     
Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Wenn die Kirche auf Erden Ehen löst, sind sie auch im Himmel gelöst. Wenn der Heilige Geist die Kirche leitet, so wird er sicher auch für gescheiterte Ehen eine barmherzige Lösung finden! Vielleicht macht er den Papst, die Kurie in Rom und die Bischöfe so mutig, dass sie diese Erlaubnis von Jesus in die Realität umsetzen können.

Aufruf zum Gehorsam! Zwei Aufrufe

In der katholischen Auseinandersetzung um den Pflichtzölibat gibt es neuerdings einen Aufruf zum Gehorsam als Reaktion zum Aufruf zum Ungehorsam. Beiden geht es um das Verhalten gegenüber Bischöfen, dem Papst und der römischen Kurie. Ursprünglich war der Gehorsam bei Jesus aber ein Gehorsam gegenüber Gott, wie eine Geschichte erzählt

Jesus fragte die Priester, was sie zu dieser Geschichte sagen: „Ein Mann hatte zwei Söhne. Er sagte zum einen: „Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!“ „Ich will nicht“, erwiderte der Sohn; später aber überlegte er es sich und ging doch. Dasselbe sagte der Vater auch zu seinem anderen Sohn. „Ja, Herr“, antwortete der, ging aber nicht.

Jesus fragte: „Wer von den beiden hat nun nach dem Willen des Vaters gehandelt?“ „Der Erste“, antworteten sie. Da sagte Jesus: „Ich versichere euch: Die Zolleinnehmer und die Prostituierten werden eher in Gottes Reich kommen als ihr. Der Täufer Johannes ist gekommen und zeigte euch, was ihr jetzt tun müsst, um Gottes Willen zu erfüllen; aber ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zolleinnehmer und die Prostituierten haben ihm geglaubt! Aber ihr – nicht einmal als ihr das saht, habt ihr euch besonnen und ihm Glauben geschenkt.“ (Matthäus 21,28-32)

Es geht um den Glauben der Menschen. Einige sagen, dass sie glauben und handeln aber nicht. Einige weigern sich zu glauben und tun es dann trotzdem. Gehorsam ist bei Jesus der Glaube an Gott und nicht der Gehorsam gegenüber dem Petrus. Es geht ihm darum, dass der Wille des himmlichen Vaters erfüllt wird.

Bei dem einen Aufruf von Kaplan Markus Doppelbauer geht es um den Willen des Papstes in Rom, der erfüllt werden soll und im anderen Aufruf der Pfarrerinitiative (Helmut Schüller) geht es um das Gewissen, dem gefolgt werden soll. Der katholische Christ denkt sich: Ich habe ein Gewissen, ich habe einen Papst in Rom, ich glaube an Jesus Christus und den Heiligen Geist – da kann ich ja ganz zufrieden sein. Wenn nicht der Papst die Zolleinnehmer, die  Prostituierten und die Geschieden-Wiederverheirateten von der Kommunion ausschließt. Aber das macht er nicht. Er liebt ja Jesus. Warum also die ganze Aufregung?