Schlagwort-Archive: Papst Franziskus

Steinigung oder Liebe?

jesus-schreibtBin ich froh, dass Gott Mensch geworden ist. Er konnte als Jesus zeigen, dass die Steinigung eines Menschen gegen seinen Willen stattfindet. In Brunei wurde die Steinigung vor einigen Tagen wieder eingeführt. George Clooney protestierte dagegen. Der steinreiche Sultan von Brunei beruft sich auf die Gesetze Allahs und lässt Menschen hinrichten. Ich weiß zwar nicht immer, was Gott will, aber eines weiß ich: Todesstrafe will er auf keinen Fall. Im Katholischen Katechismus wurde die Todesstrafe immer nur als allerletztes Mittel des Staates beschrieben. Aber unter Papst Franziskus wurde auch das gestrichen. Das ist gut so. Wir sind nicht die Herren über Leben und Tod. Auch ist unsere Religion ein Heilmittel. Jesus verstand sich als Arzt, der die Beziehung zu Gott als Heilmittel anbot: „Dein Glaube hat dir geholfen“.

Die giftigen Gesetze verwehen im Wind

Jesus+EhebrecherinEs ist eine berühmte Szene. Schriftgelehrte bringen eine Ehebrecherin in den Tempel und fragen Jesus, ob er die mosaischen Gesetze der Tora (5 Bücher Moses) kennt und anwenden lehrt.  Jesus schreibt mit dem Finger auf den Boden, auf die staubigen Steine. Er schreibt, wie es Gott am Berg Sinai gemacht hat, als er mit dem Finger die 10 Gebote in Stein schrieb (Exodus 31,18). Diese Steine zerschlug Moses aus Zorn über den Abfall der Israeliten. Moses musste sie noch einmal selbst auf Stein schreiben. Diese Steintafeln gingen bei der Zerstörung des ersten salomonischen Tempels 586 v. Chr. verloren. Die israelischen Gesetze wurden in der Tora, den 5 Büchern Moses aufgezeichnet.
Die Schriftgelehrten glauben nun zu wissen, was der Wille Gottes ist: Die Ehebrecherin muss getötet werden.  Jesus setzt ein Zeichen und schreibt mit dem Finger zweimal auf den Steinboden des Tempels.  Er setzt die Schrift in den Sand und zeigt, dass der Wind sie verweht, auch die schriftlich fixierten Gesetze.
Jesus ist in seiner Verbindung mit seinem Vater auf einer neuen Spur. Diese Ahnung und seine Liebe zu den konkreten Menschen lässt ihn diese neuen Zeichen setzen. Er weiß, dass der Ankläger den ersten Stein werfen muss. Zu den Männern sagt er: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es ist den Schriftgelehrten anzurechnen, dass sie jetzt weggehen. Jesus wendet sich an die Frau und redet mit ihr. Beziehung ist ihm wichtiger als Gesetze – Liebe statt Steinigung, Bekehrung statt Todesstrafe, Umarmung statt Schläge. Das heilt.

Johannes 8,1-11

Diese Sünder lieben und die Sünden hassen

Bordat Josef Von Ablaßhandel bis Zölibat

Das Buch liegt griffbereit auf meinem Schreibtisch

Ich lese gerade mit Vergnügen die Sünden der Katholischen Kirche, die Josef Bordat zusammengestellt hat.
Er erläutert kenntnisreich 36 angebliche Baustellen der Katholischen Kirche. Als Katholik schmerzt es mich, wenn ich von Fehlern der Verantwortlichen in der Kirche lesen muss. Bei Bordat ist aber der Grundsatz von Paulus, die Sünde zu hassen und den Sünder zu lieben erkennbar. Er dokumentiert kenntnisreich und sachlich die kontroversen Themen, sodass die Fakten für sich sprechen und die Liebe nicht zu kurz kommt.

Neu war für mich, dass Papst Gregor IX im 13. Jahrhundert die gebotene Toleranz den Juden gegenüber auf die Goldene Regel brachte: Es ist den Juden jenes Wohlwollen entgegenzubringen, das wir im Heidenland den Christen gewährt zu sehen wünschen. Viele Größen der mittelalterlichen Theologie wie Hugo von St. Viktor, Bernhard von Clairvaux und Hildegard von Bingen haben sich wohlwollend mit dem Judentum befasst. Auch die Tagebuchnotiz des römischen Oberrabbiners war für mich neu, der Pius XII wegen der Rettung der hunderttausend Jüdinnen und Juden in der NS-Herrschaft lobt.

Vergnüglich für mich die kirchliche Sicht, dass die Hierarchie einer Frau, nämlich Maria untergeordnet ist, wie es Johannes Paul II und Papst Franziskus betonen. Maria ist wichtiger als die Apostel und ihre Nachfolger, die sich vor ihr verneigen müssen.

Josef Bordat zitiert die neueste historische Forschung, die mit einigen Vorurteilen zum Beispiel zu Hexen und Ketzern aufräumt. Es ist zum Unterschied von vielen trockenen Sachbüchern gut lesbar und flüssig geschrieben.

Dieses Sachbuch „Von Ablasshandelt bis Zölibat, Das „Sündenregister“ der Katholischen Kirche“ von Josef Bordat ist ein rundum kontroverses und sehr anregendes Buch, das ich für die Weihnachtszeit nur empfehlen kann.

Josef Bordat: Von Ablasshandel bis Zölibat, Das „Sündenregister“ der Katholischen Kirche, 17,90 EUR, (inkl. 7,00% MwSt. und zzgl. Versandkosten), ISBN: 978-3-942605-16-8
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Josef Bordats Webblog

Geschenke an die Ägypter

Papst Franziskus

Papst Franziskus

Papst Franziskus rief in Ägypten zu einem eindeutigen „Nein“ zu jeglicher Form von Gewalt, Rache und Hass auf. Er traf den ägyptischen Präsidenten Al-Sisi, den Großimam Al-Tayyeb und den koptischen Papst Tawadros II. Es war eine Friedensmission, die die Unterschiede zwischen Islam und Christentum nicht verdeckte, aber Hoffnung auf Verständnis und auf die Einhaltung der Menschenrechte weckte. Das Evangelium zum Sonntag erzählt von den einfachen Geschenken Jesu. Vielleicht lassen sich die Ägypter von ihm beschenken.

Evangelium zum Sonntag: Jesus schenkt mir überraschend eine Überfülle

Die Gemeinde des Johannes erzählt von der Erscheinung Jesu mit dessen Aufforderung, die Netze auf der rechten Seite auszuwerfen und mit der Einladung Brot und Fisch bei ihm zu essen. Der Auferstandene beschenkt in Überfülle. Simon Petrus ist so überwältigt, dass er in den See springt, wie wenn er sich taufen lässt.

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus (Zwilling), Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. (Evangelium nach Johannes, Erklärungen im Bibelwerk: Johannes 21,1-14)

Der Papst soll Europa helfen

Das Projekt Europa droht zu scheitern. Papst Franziskus bekommt den Karlspreis, und die höchsten EU-Repräsentanten erbitten Hilfe von oben.
Das schreibt Alexander Schwabe in Christ in der Gegenwart. Die Größen der Europäischen Union kamen nach Rom: Bundeskanzlerin Angela Merkel,  Parlamentspräsident Martin Schulz, Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratsvorsitzender Donald Tusk und Gesandte der Stadt Aachen, die ihm den Karlspreis für seine Verdienste um Europa verliehen. „In tiefer Sorge um den Zusammenhalt Europas kommen wir hierher“, sprach der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp in Rom. Die „Erosion des kulturellen und moralischen Fundamentes in Europa“ sei beängstigend, „rechtsextreme Parolen und Strukturen der Renationalisierung dringen in die Mitte der Gesellschaft vor“. Auch Martin Schulz wollte „es klar sagen: Europa durchlebt eine schwere Solidaritätskrise; unsere gemeinsame Wertebasis gerät ins Wanken“, Populisten trieben ihr böses Spiel, indem sie Ängste schürten. Der Papst teilte die Analyse und sprach selbst von einem „heruntergekommenen Europa“. „Was ist mit dir los, humanistisches Europa?“

Aus: Christ in der Gegenwart 15. Mai 2016

Franziskus: Kinder bitte nicht schlagen!

Papst Franziskus tritt anscheinend in die Fußstapfen von Don Camillo. Nachdem er angedeutet hat, dass ihm bei seinem Freund die Hand auskommt, wenn dieser seine Mutter beleidigt, lobt er jetzt bei einer Generalaudienz einen Vater, der seine Kinder gelegentlich leicht schlägt, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen. Das findet er der Würde des Kindes angemessen. Ich finde das nicht. Ich vermute, er ist da in seiner italienisch-argentinischen Tradition verhaftet. Er könnte aber bei Don Camillo nachlesen. Dieser Dorfpfarrer ging öfters in die Kirche und sprach zu Jesus am Kreuz, der ihn wegen seiner Handlungen immer wieder kritisierte.
Die Figur des Don Camillo  hat der Autor Giovannino Guareschi vermutlich Don Camillo Valota nachempfunden, „einem katholischen Priester, Partisanen und Gefangenen der Konzentrationslager Dachau und Mauthausen. Er ist ein schlagkräftiger und schlitzohriger Priester in einem fiktiven, Boscaccio genannten Dorf (in den Filmen sieht man die Kulisse von Brescello) in der Poebene in Norditalien, der in ständigem Konflikt mit dem kommunistischen (und ebenfalls schlagkräftigen) Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, liegt“ (Zitat aus Wikipedia).
Papst Franziskus hat sich in dieser Generalaudienz zu der Rolle des Vaters in der Familie geäußert. Er habe von einem Vater gehört, der seine Kinder gelegentlich schlage, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu beschämen, so der Papst. „Wie schön“, sagte Franziskus weiter. „Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter.“ Papst Franziskus will die Würde des Kindes gesichert sehen. Das ist ihm anzurechnen. Aber ein Schlag auf den Körper des Kindes ist nicht angemessen und schädigt die Seele des Kindes.
„Kinder, die Schmerzen durch körperliche Gewalt erdulden müssen, entwickeln ein Schmerzgedächtnis. Kinder werden empfindsamer für Schmerzen, da sich spezielle Nervenzellen stärker verknüpfen. Sie erleben Schmerzen intensiver und bedrohlicher. Es kommt zu einer Generalisierung, sodass jeder Schmerzreiz bereits Alarmreaktionen im Gehirn und im Körper auslöst. So zeigen Kinder die oft geschlagen werden eine Mutlosigkeit und verweigern sich körperlicher Anstrengung. Sie scheuen die normalen Herausforderungen und Abenteuer des Kindseins aus Angst vor Schmerzen. Dadurch ist ihr natürlicher Lernwille gehemmt und die Lernmöglichkeiten reduziert.“ (Marwin Dürrer-Klien)
In Österreich ist Gewalt gegen Kinder Gott sei Dank seit 1989 verboten und seit 2011 steht der Kinderschutz auch in Verfassungsrang. Im „Bundesverfassungsgesetz über die Rechte der Kinder“ lautet der Artikel 5: „Jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, die Zufügung seelischen Leides, sexueller Missbrauch und andere Misshandlungen sind verboten.“
Das Verbot gegen Gewalt von Kindern ist im Sinne Jesu. „Selig die keine Gewalt anwenden!“ Auf Jesus müssen wir Christen schauen und seine Kritik ernst nehmen. Auch ein bodenständiger Dorfpfarrer muss sich von Jesus kritisieren lassen.
LINKS:
Papst befürwortet leichte Züchtigung von Kindern (ORF On)
Radio Vatikan: Kommentar von Gudrun Sailer: Klaps für Kinder verpönt – neu
Pope Francis says ist is OK (The Guardian)
Warum eine Tachtel Kindern schadet (Standard)
Die gesunde Watschen (DOC, Marwin Dürrer-Klien)
Kommentare auf: Katholische Kirche Deutschland
Kathweb Presseagentur Österreich

Die Toleranz-Botschaft von Conchita und Jesus

Jesus Christus

Jesus Christus

Eine Diskriminierung von Lebensformen ist abzulehnen. Das stellt der Pastoraltheologe Paul Zulehner bezüglich des Eurovisions-Songcontests und Conchitas Toleranz-Botschaft fest. Moralisches Aburteilen ist schon vor Papst Franziskus ein No Go in der Kirche gewesen. Das Conchita-Erscheinungsbild erinnert den Religionsforscher an Jesus-Darstellungen im romantisierenden Nazarener-Stil.
Wien, 13.05.2014 (KAP) http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/62313.html Katholische Presseagentur Österreich.

Steueroasen gehören geschlossen!

Ist eine Steueroase schmutzig?

Ist eine Steueroase schmutzig?

Steuern sind wichtige Einnahmequellen des Staates, um Schulen, Polizei, Pensionen, Straßen, leistbare Wohnungen, unabhängige Gerichte, Spitäler, Kultur und wissenschaftliche Forschung zu ermöglichen. Auch die Superreichen profitieren von den Steuerausgaben des Staates. Deswegen ist es nur Recht, wenn Großkapital höher besteuert wird. Niemand hat ein Recht,  Steuern zu hinterziehen, es ist auch moralisch nicht vertretbar, Steuerschlupflöcher auszunutzen.

Nach christlicher Überzeugung ist Eigentum für die Freiheit wichtig (Papst Leo XIII 1891) , aber es gilt der Grundsatz: „Gott hat die Erde mit allem, was sie enthält, zum Nutzen aller Menschen und Völker bestimmt; darum müssen diese geschaffenen Güter in einem billigen Verhältnis allen zustatten kommen; dabei hat die Gerechtigkeit die Führung, Hand in Hand geht mit ihr die Liebe. (…) Immer gilt es, achtzuhaben auf diese allgemeine Bestimmung der Güter. Darum soll der Mensch, der sich dieser Güter bedient, die äußeren Dinge, die er rechtmäßig besitzt, nicht nur als ihm persönlich zu eigen, sondern muss er sie zugleich auch als Gemeingut ansehen in dem Sinn, dass sie nicht ihm allein, sondern auch anderen von Nutzen sein können.“ Dies ist ein Zitat aus der katholischen Pastoralkonstitution Gaudium et Spes („Freude und Hoffnung“), ein Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils. Sie wurde auf dem Konzil erarbeitet und am letzten Sitzungstag, dem 7. Dezember 1965, verabschiedet. Dass Eigentum verpflichtet steht auch in Artikel 14 Absatz 2 des deutschen Grundgesetzes.

Klar wird die Verantwortlichkeit von Eigentum im gemeinsamen Wort des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland aus dem Jahr 1997 herausgestrichen: „Die hohen und ständig steigenden Summen, die fortlaufend auf den internationalen Finanzmärkten umgesetzt werden, verweisen auf die Aufgabe, diese Prozesse zu gestalten und der Entwicklung weltweiter Wohlfahrt dienlich zu machen. Eigentum ist stets sozialpflichtig, auch das international mobile Kapital.“ (162)

Kein Gesetz darf Superreichen erlauben, ihre Millionen in Steueroasen zu parken und der Gemeinschaft Geld vorzuenthalten. Das Bankgeheimnis in Österreich muss abgeschafft werden, weil es das Land zu einer Steueroase macht.

Herwig Büchele, der katholische Sozialethiker aus Innsbruck forderte schon 2007  in seinem Memorandum für einen Globalen Marshall-Plan die Abschaffung von Steueroasen.

Auch der Sozialethiker Markus Schlagnitweit fordert: „zur Verringerung der Staatsverschuldung (sind) auch die übermäßig akkumulierten Vermögen heranzuziehen; dafür seien allerdings eine zumindest auf EU-Ebene besser akkordierte Steuerpolitik und politische Maßnahmen gegen Steueroasen erforderlich. In diesem Kontext müsse natürlich genauso über das Bankgeheimnis gesprochen werden.“

Nun ist diese Forderung nach vernünftigen Regelungen der großen Geldmengen kein christliches Monopol, aber die Sozialpflichtigkeit des Eigentums hat eine lange katholische Tradition. Ambrosius von Mailand sagte schon 390 n. Chr.: »Es ist nicht dein Gut, mit dem du dich gegen den Armen großzügig weist. Du gibst ihm nur zurück, was ihm gehört.« und Thomas von Aquin (+1274) wird von Papst Leo XIII in der Enzyklika Rerum Novarum (1891) zitiert: „Der Mensch muss die äußern Dinge nicht wie ein Eigentum, sondern wie gemeinsames Gut betrachten und behandeln, insofern nämlich, als er sich zur Mitteilung derselben an Notleidende leicht verstehen soll. Darum spricht der Apostel: ‚Befiehl den Reichen dieser Welt,… dass sie gerne geben und mitteilen.‘“

Zu seiner Amtseinführung sagte Papst Franziskus: Vergessen wir nie, dass die wahre Macht der Dienst ist und dass auch der Papst, um seine Macht auszuüben, immer mehr in jenen Dienst eintreten muss, der seinen leuchtenden Höhepunkt am Kreuz hat; dass er auf den demütigen, konkreten, von Glauben erfüllten Dienst des heiligen Josef schauen und wie er die Arme ausbreiten muss, um das ganze Volk Gottes zu hüten und mit Liebe und Zärtlichkeit die gesamte Menschheit anzunehmen, besonders die Ärmsten, die Schwächsten, die Geringsten, diejenigen, die Matthäus im Letzten Gericht über die Liebe beschreibt: die Hungernden, die Durstigen, die Fremden, die Nackten, die Kranken, die Gefangenen (vgl. Mt 25, 31-46). Nur wer mit Liebe dient, weiß zu behüten!“

Geld, das in Steueroasen und Offshores nutzlos herumliegt, muss für die Gemeinschaft und für das Gemeinwohl eingesetzt werden!

Links:
Gaudium et Spes
Das Netzwerk von Christen zur Unterstützung der Global Marshall PlanInitiative
Wiki vom Netzwerk von Christen zur Unterstützung der Global Marshall Plan Initiative
Markus Schlagnitweit: Politische Maßnahmen gegen Steueroasen
Markus Schlagnitweit: Privateigentum vermittelt Freiheit und ist sozial verpflichtet
Herwig Büchele: Steueroasen abschaffen oder wenigstens Transaktionen besteuern
Papst Leo XIII in der Enzyklika Rerum Novarum (1891)
Internationales Konsortium für investigativen Journalismus (ICIJ)
Süddeutsche Zeitung: Tatort Briefkastenfirma
NDR: Offshore-Leaks