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Moslems sollen Christen über Bord geworfen haben

Auf einem Flüchtlingsschiff sollen 15 fanatisierte Moslems 12 Christen über Bord geworfen haben. Die anderen Flüchtlinge haben sich mit einer Menschenkette gerettet. Die Polizei von Palermo nahm die 15 Flüchtlinge fest, die beschuldigt werden, aus Wut über den christlichen Glauben diese Tat begangen zu haben. Im Polizeibericht ist von erschütternden Einzelheiten und weinenden Zeugen die Rede. Es waren cirka 100 Flüchtlinge an Bord. Gott sei Dank machten nicht alle Muslime bei dem Verbrechen mit. Welche Ideen treiben Menschen an, solche Grausamkeiten zu begehen? Gibt es Traditionen innerhalb des Islams, die Hass und Gewalt begünstigen? Gibt es Traditionen innerhalb des Islams, die diesen Hass und diese Gewalt brandmarken und die gewalttätigen Traditionen ausschließen? Wie radikal muss der Islam von solchen bösartigen Ideen gereinigt werden?
Die Welt: Warfen moslemische Flüchtlinge Christen über Bord?
Stern: Muslimische Flüchtlinge sollen Christen ins Meer geworfen haben

Hier leiden die Heiden: Paradies Glaube

Jesus bespuckt gegeißelt, ausgestoßen

Jesus, Gottes Sohn wird bespuckt, gegeißelt und ausgestoßen (Bild aus „Passion Christi“).

Die Sündenbockreligion von Ulrich Seidl

Abgesehen von der Milieuschilderung mit volksreligiösen Versatzstücken ist der Film „Paradies Glaube“ von Ulrich Seidl eine Dreiecksgeschichte, bei der der schwächere Teil den Kürzeren zieht. Ein Moslem verlässt seine Frau, die sich in der Zwischenzeit dem halb anwesenden Jesus Christus zuwendet. Inwiefern sie sich in ihn verliebt, bleibt unklar. Als der moslemische Mann einen Unfall erlebt und auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kommt er zur Ehefrau zurück und lässt sich pflegen und bedienen.

Da sie nicht mit ihm schlafen möchte, entwickelt der Ehemann eine Eifersucht auf Jesus, den Liebhaber seiner Frau und wirft ihn von der Wand und auf den Boden. Er macht etwas, das die Nazarener mit Jesus schon tun wollten: Die Männer in Nazaret sprangen auf und trieben Jesus aus der Stadt hinaus, bis an den Rand des Berges, auf dem Nazaret liegt. Dort wollten sie ihn hinunterstürzen. Aber Jesus ging mitten durch die Menge hindurch und zog weiter (Lukas 4,29-30).

Die ungläubige Christin ahmt zum Schluss ihren aggressiven moslemischen Mann nach. Auch sie greift ihren ohnmächtigen Exliebhaber frontal an. Sie geißelt ihn und bespuckt ihn. Der Film bricht gerade hier ab, wo die Geschichte interessant wird. Was macht es mit den beiden, wenn sie Jesus umbringen?

Beide machen Jesus  zu ihrem Sündenbock, eine Rolle, die er von außen gesehen in der Passion am Karfreitag einnimmt. Da schreit der Pöbel: Ans Kreuz mit ihm! Und der Hohe Priester Kajaphas sagt bei der Beratung: Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht (Joh 11,50).

Ulrich Seidl als Hoher Priester Kajaphas

          Regisseur Ulrich Seidl übernimmt die Rolle des Hohen Priesters und lässt Jesus für das Publikum sterben. Bei den Filmvorführungen im Kino lachen am Anfang noch einige. Dann wird es immer unheimlicher im Saal und zum Schluss lächeln einige zufrieden, wenn die ungläubige Christin Jesus geißelt. Jetzt wissen sie, wer vermeintlich schuld an ihrer Misere ist. Recht geschieht ihm. Warum lässt er sich auch zum Sündenbock stempeln.

Was in dem Film gezeigt wird ist die heidnische Hölle. Menschen rivalisieren, konkurrieren und stoßen Schwächere aus. Mit dem Ausstoßen des Dritten beginnt nach René Girard die archaische Religion. Diese Ausstoßung schafft Frieden unter den Rivalen. Das Publikum ist zufrieden.

Dieser Film zeigt die neue heidnische Religion in Europa. Der göttliche Liebhaber als schwächerer Teil wird verstoßen und dem Ganzen wird der Spezialpreis der Jury beim Filmfestival in Venedig verliehen. Die neuen Priester wissen, wen sie ausstoßen müssen: Gott. Sie wissen auch, wen sie dafür instrumentalisieren können: einen querschnittgelähmten Moslem. Die neue heidnische Religion instrumentalisiert den Islam, um Gott zu vertreiben. Was bleibt, ist eine Seidlsche Hölle von Rivalen, die sich bekämpfen. Das Rutschen auf den Knien, das Masturbieren mit dem Kreuz und die Selbstgeißelung bleibt Dekoration. Diese schockierenden Phänomene werden aufgeboten, um zu verdecken, dass es um eine Ausstoßung geht, bei dem das Opfer, der göttliche Liebhaber unschuldig ist.

Diese Art von heidnischer Religion geht am Christentum voll vorbei. Zwar hat auch das Christentum archaische Einsprengsel, die von außen gesehen Ähnlichkeiten mit den Sündenbockreligionen haben. Aber der innere feurige Kern der Christenheit ist eine Offenbarung. Es ist die Offenbarung der Herrlichkeit der Liebe Gottes. Ulrich Seidl als Hoher Priester des Sündenbocks verkennt das Zentrale der christlichen Religion und muss deshalb Archaisches auf die Leinwand werfen.

Auch die römischen Soldaten 30 n. Chr. sehen in Jesus nur das Opfer ihrer kollektiven Gewalt. Christus hingegen übernimmt nicht die Sichtweise seiner Mörder, er betet für seine Peiniger: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Er sieht sich als Sohn des Vaters, in dessen Herrlichkeit er hineingeht. Wenn die ungläubige Christin im Film an Jesus geglaubt hätte, dann würde sie mit den Armen ein wunderbares Fest feiern. Das wäre die christliche Sicht von „Paradies Glaube“ gewesen. So aber kann man als Christin und Christ nur sagen: Vater, vergib dem Regisseur, den Schauspielern und manchen Zuschauern, sie wissen nicht, was sie tun!

Nigeria: Morde in der katholischen Kirche

Im Norden von Nigeria drangen bewaffnete Männer in eine katholische Kirche ein, töteten zwei Frauen und verletzten 14 schwer. Dieser Angriff war der sechste innerhalb der letzten drei Monaten in der hauptsächlich von Christen bewohnten Teil von Süd-Kaduna. Bewaffnete stürzten sich auf die Gläubigen in der St. Joseph Kirche in der „Tabak Village“ während eines Nachtgebetes.
Augenzeugen berichteten, dass einige der Angreifer die Tabak Village stürmten und sie umkreisten, während andere sich zur Kirche wandten, wo sie das Feuer auf die Betenden eröffneten.
Die zwei Frauen wurden sofort in dem anschließenden Tumult getötet, während andere aus der Kirche mit verschieden schweren Verletzungen fliehen konnten.
Die 14 Schwerverletzten wurden ins Krankenhaus gebracht und die leichter Verletzten wurden in ihren Häusern versorgt. Die Sprecher der Jungen gaben den Behörden die Schuld, dass sie die Bewohner zuwenig beschützen.
Der Gouverneur des Bundesstaates Kaduna, Patrick Yakowa besuchte mit hochrangigen Beamten die Siedlung, um die Lage abschätzen zu können. Hunderte von aufgeregten Frauen und Jugendlichen, die regierungskritische Parolen riefen, hielten den Gouverneur mit ihren Fragen eine Stunde auf. Einige Jugendführer konnten die Situation beruhigen indem sie den Demonstranten klarmachten, dass der Gouverneur, der mit hohen Militärs und Polizeibeamten unterwegs war, die Schwerverletzten im Krankenhaus besuchen wolle.
Der Sekretär der Christlichen Vereinigung von Nigeria (Christian Association of Nigeria) forderte mehr Schutz für die Bevölkerung im Südlichen Kaduna.

Noch weitere Anschläge

In Damaturo, der Hauptstadt von Yobe wurden durch Anschläge ebenfalls am 4. 11. 2011 auf Polizeistationen und Kirchen über 60 Personen getötet. Auch in der Stadt Maiduguri starben viele bei einem Selbstmordanschlag auf eine Militärstation.
Man vermutet die Islamistische Gruppe Boko Haram hinter den Anschlägen, die eine strenge Form der Scharia einführen will. Sie lehnen westliche Erziehung als Sünde ab. Boko Haram heißt wörtlich Bücher sind Sünde.
In dem hauptsächlich von Christen bewohnten Viertel Jerusalem von Damaturo wurden neben einer Polizeistation sechs Kirchen Ziel des Anschlages.
Nicht zufällig beginnt heute das Islamische Opferfest (Eid al-Adha / Kurban Bayrami). Am heutigen Freitag beginnt die Wallfahrt in Mekka, tags darauf stehen die Besteigung des Bergs Ararat und das Opferfest Eid al-Adha an. Es werden Schafe, Ziegen, Rinder oder Kamele geschächtet. Danach wird der Hadsch mit der symbolischen Steinigung des Teufels abgeschlossen. Die Opfer werden aber nicht nur in Mekka dargebracht, sondern überall, wo Moslems wohnen.
Links:  Punch
The Nation

This Day

Bitte was ist der Islam??

Der Islam: zwischen Mystik und Gesetz

Der Islam ist eine der drei abrahamitischen Religionen. Er hat einen strikten Eingottglauben, Mohammed ist sein Begründer und der Koran das heilige Buch. Gemeinsam mit den Christen und den Juden glauben die Muslime an einen Gott. Gemeinsam mit den Christen verehren sie Jesus und seine Mutter Maria. Gemeinsam mit den Juden haben sie religiöse Gesetze, die den Alltag regeln: Speisegesetze und Reinigungsgesetze.

Der Islam hat einige Richtungen, die sich im Laufe der Geschichte gebildet haben. Die zwei großen Strömungen Sunniten und Schiiten haben sich in Gruppen aufgespalten, die aber alle an den fünf Säulen festhalten:

Das Glaubensbekenntnis (Sahada), das fünfmalige Gebet mit Waschungen (Salat), die 2,5% Armensteuer (Sakat), das Fasten (Sawm) im Ramadan und die Pilgerfahrt (Haddsch) nach Mekka.

Nicht an alle 5 Säulen des Islam halten sich die Aliwiten (7er Schiiten) in der Türkei und Syrien.

Der Koran als Buch wird nicht wie im Christentum die Bibel als Sammlung der Erfahrungen mit Gott gesehen, sondern direkt von Gott dem Mohammed in den Mund gelegt. Es ist reinstes Wort Gottes, nicht wie bei Christen Gotteswort in Menschenwort. Wissenschaftliche historisch-kritische Untersuchungen dürfen im Koran (noch?) nicht durchgeführt werden.

Mystik: Versenkung in Gott

Die große Gruppe der Sunniten (Sunna = Tradition) verehrten viele heilige Männer, Sufis, meist Mystiker. Mystik hat nichts mit Geheimnis oder Mythos zu tun. Mystik ist ein Gebet, bei dem Menschen sich in Gott versenken. Einige Sufis leben in Gemeinschaften, nennen sich Derwische und einige von ihnen pflegen den religiösen Tanz. Im 18. Jahrhundert gründete Abdal Wahhab (1709 – 1792) eine puritanische Reformbewegung, den Wahhabismus, der mit Hilfe der Saudis Mekka eroberte. Sie zerstörten die Gräber der Sufis und legten die Scharia, das islamische Recht, sehr streng aus. Die Taliban in Afghanistan waren Wahhabiten, die in pakistanischen Koranschulen ausgebildet wurden. Diejenigen Sunniten, die keine Wahhabiten sind, sehen sich oft als Sufiten.

Die Sunniten stützen sich neben dem Koran auf die Hadiths, Texte von und über Mohammed, die in verschiedenen Sammlungen überliefert werden.

Die vielen Gruppen der Schiiten

Die kleinere Gruppe der Schiiten (Schiatu = Partei) verehren Ali, den Schwiegersohn Mohammeds fast göttlich. Die Söhne und Nachkommen Alis werden von den Schiiten Imame genannt. Über die Zahl der Imame besteht Uneinigkeit, sodass es verschiedene Schiiten gibt. Meist wird der letzte Imam als Erlöser (Mahdi) gesehen, der am Ende der Welt wiederkommen wird.

Die 5-er Schiiten verehren 5 Imame. Der 5. ist Zaid, deswegen werden sie auch Zaiditen genannt. Er wird als Anführer wiederkommen. Sie leben vor allem im Jemen.

Die 7-er Schiiten sind die Ismailiten. Auch im Norden Afghanistan leben sie. Sie verehren den 7. Imam Ismael, der um 762 starb. Sie haben eine neuplatonische Lehre mit der Emanation der Welt aus Gott. Einige sind ausgestorben, wie die Assassinen (gegründet 1081) und die Karmaten im 9. Jhdt, die den schwarzen Stein der Kaaba entführten. Die Bohoras leben in Indien. Die Khojas leben in Ostafrika verehren den Agha Khan. Die Drusen leben im Libanon und verehren Al Hakim, der 1021 starb, aber in der Zukunft wiederkommen wird. Hakim war schiitischer Kalif in Nordafrika aus dem Geschlecht der Fatimiden, die von Fatima, der Lieblingstochter des Mohammed abstammten.  Die Ismaeliten begründeten 909 in Nordafrika das fatimidische Kalifat.

Geschichte des Islams:

Mohammed: Zwischen 570 und 580 wurde er in Mekka geboren, wurde früh Waise, war im Karawanenhandel tätig, heiratete die Witwe Khadija, die 4 Töchter gebar. Mit 40 hatte er ein Berufungserlebnis und fing an, öffentlich zu reden: Es gibt nur einen Gott, das Gericht Gottes kommt, verzeiht einander, tut Buße, die Gerechten werden auferstehen. Seinen Offenbarungen gingen immer wieder ekstatische Anfälle voraus. Am 15.od.16. Juli 622 flüchtet er nach Yatrib (später Madinat = Medina), wo er Anhänger gewann und neue Gesetze für die Stadt schuf. Er überfiel Karawanen und eroberte 630 Mekka und machte die Kaaba zum Wallfahrtsort. 2 Jahre später machte auch er die Wallfahrt und starb im Jahr 632 n. Chr.

Koran: Die Verkündigung Mohammeds wurde von seinen Anhängern im Koran (= Lesung) aufgeschrieben, nachdem sie seine Reden auswendig lern­ten. Die Sammlung der Texte begann sein Schwiegersohn Othman zusammenzustellen. Er ist eingeteilt in 114 Kapitel (Suren) und enthält 6226 Verse. Im Koran ist alles enthalten, was für das Heil wichtig ist. Er ist das Gesetz für die Gemeinschaft. Es gibt keine islamische Textkritik, keine islamische Quellenforschung, keine anerkannte Übersetzung aus dem ara­bischen.

Hadiths: Neben dem Koran gibt es Aussprüche Mohammeds, die in der Sunna überliefert werden. Hadiths und Koran sind die Grundlagen für die Scharia, das islamische Gesetz.

Nachfolger: Abu Bakr und Omar wurden die Nachfolger Mohammeds, die sogenannten Kalifen. Der 3. Kalif Othman, der den Koran zusammenstellte, wurde ermordet, sein Nachfolger Ali, ein Vetter Mohammeds, verlegte seine Residenz nach Damaskus. Sein Gegner Mohawija vertrieb ihn nach einem Jahr (657). Nachdem er sich einem Schiedsgericht unterwerfen wollte, trennten sich seine Anhänger, die Charadschiten (heute: Abaditen) von ihm. Vier Jahre später wurde er in Kufa ermordet. Die Schiiten verehren ihn als rechtmäßigen Nachfolger und Verwandten Mohammeds. Die Sunniten sehen in Mohawija, dem Begründer der Omaijaden- Dynastie, den rechtmäßigen Kalifen.

Eroberungen: Der sunnitische Islam breitete sich durch die Eroberungen der Omaijaden nach Spanien und ins Industal aus. Die Moslem eroberten auch das Zentrum von Judentum und Christentum, Jerusalem. Durch die anderen Kulturen wurden viele Fragen zum Wesen Gottes ausgelöst (9.Jhdt). Die Seldschuken, ein türkischer Stamm, eroberte im 11.Jhdt. Persien und stieß bis Palästina vor. Der Kurde Saladin begründete im 12. Jhdt in Ägypten die Aijubidendynastie, zur gleichen Zeit regierten die Almohaden in Spanien. Die Sufi, die Derwische und die Fakire repräsentierten die damalige Armutsbewegung. Im 13./14. Jhdt waren die Mamluken in Ägypten und die Mongolen in Persien. Ab 1500 regierten die Großmoguln in Indien, ab dem 15.Jhdt bis zum 1. Weltkrieg hatten die Osmanen ein großes Reich (Balkan, Türkei, Irak, Ägypten u.a.).

Kommentar:

Kein Fundamentalismus!

1. Islam ist eine Religion und darf kein Staat sein. Wer glaubt, dass der Islam Politik ist, betreibt Fundamentalismus.

2. Die religiösen Gesetze der Scharia sind großteils OK. Die strafgesetzlichen Bestimmungen hingegen müssen aus dem Islam verbannt werden (Hand abhacken, Todesstrafe).

3. Der Islam soll ethische und moralische Prinzipien als Hilfe für die Gesellschaft anbieten. Aber kein Muslim und keine Muslimin darf einen islamischen Staat anstreben. Gesetze dürfen nicht mit dem Ruf: Das will Allah! eingeführt werden. Eine totalitäre Herrschaft der religiösen Mullahs oder eine totalitäre Herrschaft einer moslemischen Mehrheit ist immer eine Katastrophe.

4. Ein Übertritt zu einer anderen Religion darf nicht mit dem Tode bedroht werden. Die Religion bei einer Mischehe muss Sache der Ehepartner sein.

5. Jeder Muslim / jede Muslimin muss sich entscheiden: Lebe ich einen soliden, auf religiöse Bereiche begrenzten Islam oder einen politisch totalitären Islam.

Wunderbarer Eingottglaube und Sternstunden der Mystik

Ich finde, dass der Islam zwei große Aspekte mit dem Christentum verbindet. Der Glaube an einen Gott, der barmherzig, im großen und ganzen verstehbar und im Grunde allmächtig ist.  Er hat sich im Laufe der Geschichte als Gott gezeigt, der die Welt erschaffen hat und der die Welt und die Menschen zu einem guten Ende führt.

Der zweite Aspekt ist die Mystik, in der die Seele mit Gott im Gebet und in der meditativen „Schau“ sich vereint. Die Sufimeister und Meister Eckehart sind in ihren Lehren hier im Gleichklang.

Mit dem Judentum hat der Islam vieles gemeinsam: Beide Religionen definieren Speisegebote und Reinheitsgebote, beide Religionen haben ein Bilderverbot und beide Religionen haben Kleidervorschriften für Männer und Frauen. Aber auch im Judentum gibt es – vor allem bei den Chassidim – eine ausgeprägte Mystik.

Dschihad – Kampf wofür?

Es gibt im Islam drei Arten von Dschihad, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben:

1. Dschihad ist die „persönliche Anstrengung“, ein gläubiges Leben als Moslem / als Muslimin zu führen.

2. Dschihad ist der geregelte Krieg, ausgerufen vom Kalifen, die Umma (= die Gemeinschaft der Moslem) zu verteidigen.

3. Dschihad ist der Kampf gegen die Feinde des Islam in den nichtislamischen Ländern (in den „Ländern des Krieges“).

Diese letztere Bedeutung wurde von den Fundamentalisten auch auf sogenannte islamische Länder ausgeweitet, weil sie die westliche Kultur als Bedrohung erleben. Diese letzte Bedeutung des Dschihad wurde im letzten Jahrhundert für Fundamentalisten immer wichtiger, weil die Umma (seit Ata Türk) keinen Kalifen mehr hat.

Ich finde, dass Gewalt keine Lösung der Probleme bringt, sondern neue.

Die Einteilung in islamische und westliche Länder verhindert ein friedliches Zusammenleben der Religionen. Leider gibt es noch immer sogenannte islamische Länder, in denen andere Religionen nicht frei ausgeübt werden können.

Jesus und der Koran

Jesus Christus ist für Christinnen und Christen der Sohn Gottes, der unser Bruder wurde, gestorben, auferstand und alle Menschen zu Gott führt. Das Neue Testament ist Gotteswort in Menschenwort, die gesammelten Erfahrungen der Christen mit Jesus Christus und dem heiligen Geist. Jesus ist die letzte große Offenbarung Gottes. Alle Offenbarungen danach sind Privatoffenbarungen. Auch Mohammeds Offenbarung ist für Christen – wenn sie hoch bewertet wird – eine Privatoffenbarung.

Anders sehen es vielleicht Moslem und Muslima. Mohammed hat in ihren Augen eine Offenbarung Gottes gehabt, die die vorhergehenden Offenbarungen übertrifft. Fundamentalisten glauben, dass der Koran reines Gotteswort ist. Demgegenüber wissen die Islamgelehrten, dass Mohammed selber nicht schreiben konnte und vieles zuerst mündlich weitergegeben wurde. Die Schrift des Ur-Koran bestand aus nur 18 Buchstaben, die Rasm (Spur) genannt wurden. Erst später wurden Vokale eingefügt und die Konsonanten genauer festgelegt. Trotzdem blieben viele unklare Stellen. Die Sprache des Korans ist arabisch mit vielen Lehnwörtern aus dem Aramäischen, der damaligen östlichen Verkehrssprache. Kalif Osman (er regierte 644 – 655 n. Chr.) ließ eine Koran-Edition aus verschiedenen Koranüberlieferungen herstellen. 1972 wurden die bisher ältesten, zum Teil bereits 50 Jahre nach dem Tod Mohammeds entstandenen Koranfragmente in der Großen Moschee von Sanaa (Jemen) gefunden. Sie bestehen nur aus Rasm. Ob nach 680 die Bedeutung der Worte verändert wurde, ist unklar.

Es gibt Verse im Koran, die später revidiert wurden und deren Gültigkeit aufgehoben wurde. Dieses Problem wird schon im Koran selbst diskutiert, zum Beispiel in Sure 2, 142-150, anhand der Frage der Gebetsrichtung. Diese hatte Mohammed erst mit Jerusalem angegeben, später dann aber in Mekka geändert.

Es gab wohl auch einen Vers, der die Steinigung der Ehebrecherin forderte, was auch von den meisten muslimischen Gelehrten heute noch angenommen wird. Der heutige Text des Korans erwähnt jedoch nur noch das Auspeitschen (Sure 24,2ff).

Schließlich sind auch die sogenannten satanischen Verse zu nennen, in denen Mohammed von den mekkanischen weiblichen Gottheiten sagt, dass ihre Fürsprache erwünscht ist (früher an Stelle von Sure 53,20b). Einen Tag später widerruft er diese Aussage und erklärt, dass sie ihm von Satan eingegeben wurde.

Der Koran sieht das Christentum eigenartig verzerrt. Der Koran polemisiert in Sure 5, 116 gegen eine Auffassung, die christliche Trinität bestehe aus drei Göttern, nämlich Jesus, Maria und Gott.  An dieser Stelle 5,116 fragt Gott Jesus, ob er Maria und sich selber als Götter verkündete. Jesus weist das zurück. Unklar ist, welche Christen Mohammed hier meint. Die Trinität ist nach christlicher Auffassung jedenfalls Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Der Koran ist aus der Sicht der Literaturwissenschaft eine gewachsene Schrift. Aufgeklärte Moslem und Mosleminnen sehen darin Gotteswort in Menschenwort, nicht reines Gotteswort.

Hannes Daxbacher