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Mit Jesus und Gott verbunden

In memoriam Adolf Holl: Im Gespräch: „Wo die sichtbare und die unsichtbare Welt einander berühren“.
Renata Schmidtkunz sprach mit Adolf Holl, Theologe, Religionssoziologe und Publizist.

In dem Gespräch sprach Adolf Holl über seine Erlebnisse bei der katholischen Messe.

Schmidtkunz: Sie sagen, was mich berührt hat, das war das Messelesen, weil sie durch einen rituellen Text, den Sie gesprochen haben sich selber – Sie haben gesagt: auch wenn da drei alte Frauen saßen in einer kalten Kirche – Sie konnten sich selber in eine Trance verschaffen, in der sie was erlebten. Eine Erleuchtung, eine Erhebung?

Holl: Das wäre schon zu viel. Aber vielleicht sollte ich in dem Zusammenhang etwas verraten. Nämlich, dass diese außerirdischen Zuständigkeiten – so könnten wir es auch einmal sagen – dass diese mir gestattet haben, die Welt um mich herum für die Dauer von 5-10 Minuten zu vergessen. Das ist so sehr wichtig für mich gewesen. Das heißt also, ich habe eigentlich einmal am Tag die Möglichkeit besessen die Welt und ihre Tatsachen zu suspendieren.

Adolf Holl ist am 23. Jänner 2020 im 90. Lebensjahr verstorben.

Quelle: https://radiothek.orf.at/oe1/20200124/586217
https://oe1.orf.at/programm/20200124/586217/In-memoriam-Adolf-Holl
https://radiothek.orf.at/oe1/highlights/93960#
https://tvthek.orf.at/profile/kreuz-und-quer/8598576/kreuz-und-quer/14039603

Gott ermöglicht die universale Menschenwürde

Papst Franziskus

Papst Franziskus

Mittlerweile gibt es fast eine Milliarde KatholikInnen und über 300 Millionen andere ChristInnen. Es gibt eine Vielzahl von Sprachen und Kulturen, in denen ChristInnen leben. Alle eint der Glaube an Gott und an Jesus Christus – nicht zu vergessen den Glauben an den Heiligen Geist, der das christliche Leben erst zu einem Abenteuer macht.
Gott hat sich dieses Volk aus zwei Gründen gewählt. Einerseits geht es ihm um die Heilung von Angst und Einsamkeit. Alle, die sich an Gott halten, brauchen keine existentielle Angst mehr haben und sind geborgen in dieser Gemeinschaft.
Andererseits hat dieses Volk die Aufgabe, zum Segen für alle anderen Völker zu werden.
Der Historiker Arnold Angenendt schreibt dazu:
Im Anfang war der Glaube:
Europa ist im Monotheismus begründet.
Der christliche Gott der Liebe zeigt sich:
Das biblische Hauptgebot verlangt, Gott und den Nächsten zu lieben
Die Herausbildung des inneren Menschen kommt aus dem Monotheismus mit dessen Vorstellung des liebenden Gottes.
Es geht um Menschenliebe:
Kirche erfand die Hospitäler, die Hospiz- und Armenhäuser und die organisierte Wohltätigkeit. Derzeit gelten der heilige Franziskus und Mutter Teresa weltweit als Identifikationsfiguren.
Der moderne Sozialstaat hat sich von der Bibel her durchgesetzt.
Die persönliche Berufung begründet die neue Identität:
Gott hat dich berufen
Die Entwicklung persönlicher Identität und beruflicher Zuverlässigkeit ist Folge biblisch-christlicher Berufung.
Es gilt das Prinzip Verantwortung:
Die ehemals vor Gott persönlich geforderte Verantwortung gilt heute für die Zukunft der Menschheit.
Eine Religion des Universalismus:
Wer Christ wurde, musste sich zur Gleichheit bekennen.
Der eine und einzige Gott begründet die Einheit der Menschheitsfamilie und damit die Gleichheit aller Menschen.
Gott ermöglicht die Menschenwürde:
Gott schuf den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.
Die Menschenwürde zehrt von transzendenter Überhöhung.

Vgl. Arnold Angenendt, Was hat das Christentum Gutes gebracht; CIG 34/2013