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Cooler Jazz und Feindesliebe: Dave Brubeck wäre 100 geworden

Dass der amerikanische Jazzpianist Dave Brubeck Klassiker wie „Take Five“, „Unsquare Dance“ oder „Blue Rondo A La Turk“ schrieb, ist bekannt. Dass er auch viel geistliche Musik komponierte, wissen weit weniger: Viel Respekt trug ihm z.B. seit Spätwerk „To Hope – A Celebration“ ein – eine moderne Jazz-Messe, durch die Brubeck zum Katholizismus fand. Es heißt, er „träumte“ das noch fehlende „Vater unser“, schrieb den musikalischen Traum nachts nieder und trat aufgrund dieses Erlebnisses der katholischen Kirche bei. Er sagte: Ich bin nicht konvertiert, ich habe mich der katholischen Kirche angeschlossen.

In einem Interview betonte er: Love your enemies, do good to those they hate you. Liebe deine Feinde, tu Gutes denen, die dich hassen. Das ist wahrscheinlich das Wichtigste, was Jesus Christus gesagt hat. Wenn wir nur darauf hören würden. Es gibt nur einen Weg heraus aus dem Schlamassel, das ja immer schlimmer wird. Liebe deine Feinde und hilf ihnen. Am nächsten sind wir dem gekommen mit dem Marshallplan nach dem zweiten Weltkrieg. Einfach helfen und tun, was Christus gesagt hat, bevor es zu spät ist. (Übersetzt von Martin Gross in: https://radiothek.orf.at/oe1/20201206/620884 )

Seine Pange Lingua Variationen aus dem Jahr 1983, in denen er den Thomas von Aquin zugeschriebenen Hymnus zu Ehren der Eucharistie musikalisch verarbeitete, waren eine Meisterleistung. Er sagte: „Ich habe ein Stück komponiert, das hat einen langen Teil, der heißt: Verneige dich. Und immer wieder: verneige dich vor diesem großen Sakrament. Und ein Kritiker in England meinte: Wie kann man sich vor einem Sakrament verneigen? Man kann. Alleine die Vorstellung dieses Sakraments.“ (Übersetzt von Martin Gross in https://radiothek.orf.at/oe1/20201206/620884)
Am Nikolaustag, 6. Dezember 1920 wurde Dave Brubeck in Concord, Kalifornien geboren, er wäre heute 100 Jahre alt geworden. Einen Tag vor seinem 92. Geburtstag, am 5. Dezember 2012 hat ihn der gute Gott in seine Herrlichkeit aufgenommen.

Hier die deutsche Übersetzung des Pange Lingua (https://de.wikipedia.org/wiki/Pange_lingua) und einige Links zu seiner Musik:

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Tertullian: Laien bringen das heilige Opfer dar!

Kirchenvater Tertullian

Kirchenvater Tertullian

Sind nicht auch wir Laien Priester? Es
steht geschrieben: ‚Er hat uns zu Königen
gemacht und zu Priestern für Gott und
seinen Vater.’ Den Unterschied zwischen
Priesterstand und Laien hat die Autorität
der Kirche festgesetzt und die von Gott
geheiligte Rangstellung im Kreise der
Kleriker. Wo kein kirchlicher Stand
eingerichtet ist, da bringst du das heilige
Opfer dar und spendest die Taufe und
bist für dich allein Priester;
selbstverständlich ist da eine Kirche, wo
drei beisammen sind, mögen sie auch
Laien sein.
Literatur zum Thema:
Legrand, Hervé M.: The Presidency of the Eucharist According to the
Ancient Tradition, in: Worship 53 (1979) 413-438. – Faivre, A.: Les laics
aux origines de l’Église, Paris 1984. – Van Beneden, P.: Haben Laien
ohne Ordinierte die Eucharistie gefeiert? Zu Tertullians „De exhortatione
castitatis“ 7,3, in: Archiv für 29 (1987) 31-46. – Neben Tertullian ist
auch hinzuweisen auf Theodoret von Cyrus, Kirchengeschichte 1,23,5
(Zeugnis über Äthiopien im vierten Jahrhundert). – Tertullian lebte 160-
220, wurde 205 Montanist – „De exhortatione castitatis“, anders als im
LThK [Freiburg 8 (1964) 1371] eingereiht [Altaner, B./Stuiber, A.:
Patrologie, Freiburg 81978, 158], stammt aus der vormontanistischen
Zeit; Theodorets Lebensdaten sind 393 bis vermutlich 466 (die
Kirchengeschichte entstand 449/450)