Schlagwort-Archive: Kirche

Das unbekannte Lebewesen

LebendigEs gibt viele Lebewesen, die beschützt werden müssen. Bienen sind gefährdet, sie brauchen wir, damit unsere Obstblüten bestäubt werden. Unsere Haustiere beschützen wir. Sie sind uns ans Herz gewachsen. Sorgen bereiten uns unsere Kinder, die wir fördern, fordern und beschützen. Ein Lebewesen ist mir bis jetzt in Vergessenheit geraten. Ich bin so froh, dass mich Romano Guardini daran erinnert hat. Es ist ein Lebewesen, das im Zentrum den Sohn Gottes hat. Ich bilde mit anderen dieses Lebewesen, indem wir, Christinnnen und Christen, eine Beziehung zu Jesus pflegen. Aber vor allem beatmet Christus dieses Lebewesen, weil er in diesen Freundschaften lebt. Paulus nennt es den mystischen Leib Christi. Er ist wie ein Lebewesen, das atmet und das seit 2000 Jahren – und vielleicht die nächsten 2000 Jahre. Das Atmen ist ein Geben und Nehmen. Im Evangelium sagt Jesus: „Mein Vater liebt mich, weil ich das Leben für euch hingebe und es wieder nehme.“ In diesem Lebewesen leben wir, atmen wir, weinen wir, lachen wir, geben wir und nehmen wir – verbunden mit Christus. Ich möchte dir für so vieles danken, Gott!

Kind getötet, viele Verletzte: Bombe explodierte in der Kirche

Bombe explodierte in KircheTansania: Ein Kind wurde getötet und Dutzende Katholiken und Katholikinnen wurden verletzt, als eine Bombe am Sonntag in einer Kirche in Arusha, einer Stadt im Norden von Tansania explodierte.
Das getötete Kind war unter den Gläubigen, die sich zur Sonntagsmesse versammelten.
Die Polizei geht von bis zu 30 Verletzten aus, ohne eine genauere Zahl nennen zu können.
Nach Angaben der lokalen Polizei wurde eine Person verhaftet, die verdächtigt wird, die Explosion in der Kirche ausgelöst zu haben.
Der Angriff auf die Kirche ist ein Hinweis auf islamisch-christliche Spannungen, die sich in Feindseligkeiten in den letzten Monaten zeigten.
Die Kirche befindet sich in der Vorstadt Olasiti von Aruscha. Die Bombe explodierte vor einem Gottesdienst mit Bischof Josaphat Louis Lebulu, dem Leiter der örtlichen Diözese. Er wurde begleitet von einem Vertreter des neuen Papstes Franziskus.
Zeugen sagten, dass die Bombe um 10:00 vormittags in der neuen Kirche explodierte, während sie sich für die Messe vorbereiteten.
Die Bombe verursachte eine Panik in dem Touristenzentrum des ostafrikanischen Landes.
“In der Kirche ging eine Art Explosion los. Es war glaubhaft eine Bombe, aber wir wissen nicht, welcher Typ von Bombe es war“, sagte der Polizeisprecher Advera Senso.
Senso konnte nicht bestätigen, ob jemand getötet wurde und wieviele genau verwundet wurden.
Die religiösen Spannungen schwelten in Ostafrikas zweitgrößter Wirtschaft seit einigen Monaten, als zwei christliche Leiter auf der von Moslem beherrschten Insel Sansibar Anfang dieses Jahres ermordet wurden.
Tansanias Außenminister Bernard Membe sagte auf Twitter, dass er zutiefst schockiert ist von dieser Explosion.
Tansanias Präsident Jakaya Kikwete hat vor religiösen Spannungen in mehreren Fernsehansprachen gewarnt.

Links:
Bilder des Anschlags
Blog mit Bildern des Anschlags
ORF
SinaEnglish
Yahoo/Reuters
ShanghaiDaily
Bernard Membe /Twitter

 

Heuchelt ein Pfarrer?

Auch Pfarrer können bereuen

Auch Pfarrer können bereuen

Heuchelt ein Pfarrer, wenn er gegen homosexuelle Praktiken predigt, aber selber vor Jahren das Zölibatsversprechen gebrochen hat? Nicht unbedingt.

Wenn jemand Wasser predigt und Wein trinkt, ist es eine Form von Heuchelei, weil der Prediger von den Zuhörern etwas fordert, was er selber nicht bereit ist in seinem Leben umzusetzen.

Wenn jemand moralisch einen Fehler begeht, ihn bereut, es soweit es geht wieder gut machen möchte und es als ChristIn beichtet, dann kann man nicht von Heuchelei sprechen.

Moralische Fehler sind verzeihbar. Grundlage ist die Reue. Das gilt auch für die Kirche als Gemeinschaft der ChristInnen. Auch die Kirche kann moralische Fehler machen. Sie muss es bereuen und Gott um Vergebung bitten. So geschehen am 12. März 2000 im Petersdom durch Johannes Paul II.

Die Heuchelei ist nicht an Institutionen wie die Kirche gebunden, sondern an Personen, die nach außen etwas anderes zeigen, als sie im Inneren denken. Insofern ist Heuchelei nichts typisch Religiöses, sondern eine Untugend, die bei allen Menschen auftreten kann, die außen Hui, innen Pfui sind. Diese Haltung kann abgelegt werden.

Jesus spricht von Gräbern, die innen voll Knochen, Schmutz und Verwesung sind, aber außen weiß angestrichen sind und schön anzusehen. Die Becher und das Geschirr werden nur außen gewaschen. Innen sind sie voll Diebsgut. Die Betonung der inneren Reinheit ist eine Revolution, die Jesus einläutet.

Wenn Bischöfe das Evangelium predigen und dann wie Jesus handeln, dann ist es keine Heuchelei. Wenn Bischöfe nicht wie Jesus handeln, sondern Gesetze wichtiger nehmen, dann ist es im strengen Sinne zwar keine Heuchelei, aber widersprüchlich. Jesus hat den Sabbat und die Sabbatgesetze in den Dienst der Menschen gestellt: Der Sabbat ist für die Menschen da. Inwiefern muss die katholische Kirche ihre Regeln überdenken?

Jesu Geburt ist um Himmels Willen nicht alles!

Geburt des Gottessohnes und die Erscheinung Gottes

Geburt des Gottessohnes und die Erscheinung Gottes

Wir, die Christinnen und Christen warten auf zwei Ereignisse im Advent. Das erste ist die Geburt des Gottessohnes unter uns. Es ist nicht nur ein Ereignis vor 2000 Jahren in Betlehem, sondern die Geburt ereignet sich unter uns. Es ist eine Geburt, die wir als Gesamtheit der Christenheit als unsere Geburt in Jesus Christus erleben. Wir, als Christenheit sind der lebendige Christus, der zu Weihnachten geboren wird. Es ist dies unsere eigene  Geburt von uns als Christinnen und Christen.

Das zweite Ereignis, das wir zu Weihnachten erwarten, ist die Wiederkunft Christi und die Erscheinung Gottes. Es ist die Schau vom Ende der Welt. Wir dürfen ans Ende der kosmischen Geschichte sehen. Was sich dort abspielt, ist der Sieg über das Böse und das Hineingehen in die unendliche Liebe und Herrlichkeit Gottes.

Wie ist das möglich und wie ist das genauer? Durch die Taufe sind wir Christinnen und Christen in das Christusereignis hinein getaucht und erleben jedes Sakrament und jede Feier als Teil in diesem Christusdrama. Wir werden mit Christus geboren, leben mit Christus in Israel, leiden mit ihm, sterben mit ihm und werden mit ihm von seinem göttlichen Vater auferweckt. Wir dürfen schon das Ende sehen, wo wir das Kommen Jesu schauen, seine endgültige Überwindung des Bösen und wie er uns in die Herrlichkeit des Vaters führt.

Zu Weihnachten erleben wir die Geburt, die sich neun Monate davor schon angekündigt hat. Die Christenheit ist in diesen neun Monaten mit Maria schwanger und geht mit ihr und Josef nach Betlehem. Die letzten Wochen und Tage vor Weihnachten erleben wir intensiv diese Schwangerschaft. Wir sind mit Christus schwanger und erleben in Betlehem die Geburtswehen.

Nigeria: Morde in der katholischen Kirche

Im Norden von Nigeria drangen bewaffnete Männer in eine katholische Kirche ein, töteten zwei Frauen und verletzten 14 schwer. Dieser Angriff war der sechste innerhalb der letzten drei Monaten in der hauptsächlich von Christen bewohnten Teil von Süd-Kaduna. Bewaffnete stürzten sich auf die Gläubigen in der St. Joseph Kirche in der „Tabak Village“ während eines Nachtgebetes.
Augenzeugen berichteten, dass einige der Angreifer die Tabak Village stürmten und sie umkreisten, während andere sich zur Kirche wandten, wo sie das Feuer auf die Betenden eröffneten.
Die zwei Frauen wurden sofort in dem anschließenden Tumult getötet, während andere aus der Kirche mit verschieden schweren Verletzungen fliehen konnten.
Die 14 Schwerverletzten wurden ins Krankenhaus gebracht und die leichter Verletzten wurden in ihren Häusern versorgt. Die Sprecher der Jungen gaben den Behörden die Schuld, dass sie die Bewohner zuwenig beschützen.
Der Gouverneur des Bundesstaates Kaduna, Patrick Yakowa besuchte mit hochrangigen Beamten die Siedlung, um die Lage abschätzen zu können. Hunderte von aufgeregten Frauen und Jugendlichen, die regierungskritische Parolen riefen, hielten den Gouverneur mit ihren Fragen eine Stunde auf. Einige Jugendführer konnten die Situation beruhigen indem sie den Demonstranten klarmachten, dass der Gouverneur, der mit hohen Militärs und Polizeibeamten unterwegs war, die Schwerverletzten im Krankenhaus besuchen wolle.
Der Sekretär der Christlichen Vereinigung von Nigeria (Christian Association of Nigeria) forderte mehr Schutz für die Bevölkerung im Südlichen Kaduna.

Noch weitere Anschläge

In Damaturo, der Hauptstadt von Yobe wurden durch Anschläge ebenfalls am 4. 11. 2011 auf Polizeistationen und Kirchen über 60 Personen getötet. Auch in der Stadt Maiduguri starben viele bei einem Selbstmordanschlag auf eine Militärstation.
Man vermutet die Islamistische Gruppe Boko Haram hinter den Anschlägen, die eine strenge Form der Scharia einführen will. Sie lehnen westliche Erziehung als Sünde ab. Boko Haram heißt wörtlich Bücher sind Sünde.
In dem hauptsächlich von Christen bewohnten Viertel Jerusalem von Damaturo wurden neben einer Polizeistation sechs Kirchen Ziel des Anschlages.
Nicht zufällig beginnt heute das Islamische Opferfest (Eid al-Adha / Kurban Bayrami). Am heutigen Freitag beginnt die Wallfahrt in Mekka, tags darauf stehen die Besteigung des Bergs Ararat und das Opferfest Eid al-Adha an. Es werden Schafe, Ziegen, Rinder oder Kamele geschächtet. Danach wird der Hadsch mit der symbolischen Steinigung des Teufels abgeschlossen. Die Opfer werden aber nicht nur in Mekka dargebracht, sondern überall, wo Moslems wohnen.
Links:  Punch
The Nation

This Day

Geschieden und wieder verheiratet wäre im Sinne Gottes

Die katholische Kirche hat eine wunderbare Tradition, in der sie auch Ehen  nicht nur annuliert, sondern auch auflöst. Sie tut das mit dem Privilegium Paulinum und dem Privilegium Petrinum. Berufen kann sie sich auf den Evangelisten Matthäus, der im 18. Kapitel seines Evangeliums einige  Gemeinderegeln nennt, unter anderem auch eine Erlaubnis: Was ihr auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst werden. Die Jünger Jesu dürfen Verträge und Bünde, die eine himmlische Entsprechnung haben, auflösen. Die Erlaubnis ist sogar mit dem nur von Jesus am Anfang seiner Rede gebrauchten „Amen“ eingeleitet. Hier der Zusammenhang im Text:

Mt 18,15-20: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.     
Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Wenn die Kirche auf Erden Ehen löst, sind sie auch im Himmel gelöst. Wenn der Heilige Geist die Kirche leitet, so wird er sicher auch für gescheiterte Ehen eine barmherzige Lösung finden! Vielleicht macht er den Papst, die Kurie in Rom und die Bischöfe so mutig, dass sie diese Erlaubnis von Jesus in die Realität umsetzen können.