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Die Jungfrauengeburt ist ein Ärgernis? Benedikt beschrieb sie 1968.

Maria wird gefragt

Maria wird gefragt

Heiner Geißler findet bei der Talk-Sendung mit Maischberger die Jungfrauengeburt peinlich. Aber was soll dabei unverständlich sein? Sogar die Reformatoren Martin Luther, Jean Calvin und Ulrich Zwingli übernahmen die Lehre von der Jungfrauengeburt. Die Empfängnis Jesu ist ein einzigartiges Ereignis, eine Singularität, die von den Urchristinnen und den ersten Christen erschlossen und geglaubt wurde. Die Empfängnis wurde einerseits aus den Erfahrungen mit Jesus erschlossen, andererseits wurde den Erzählungen Marias, der Mutter Jesu, und ihren Verwandten geglaubt. Gott wurde nicht zum biologischen Vater, sondern die Empfängnis Jesu ist eine Neuschöpfung. Sie beruht nicht darauf, dass Jesus keinen biologischen Vater hatte. Jesus wäre auch ganz Gott und ganz Mensch, wenn er aus einer normalen menschlichen Ehe hervorgegangen wäre. Zufällig wurde er aber nicht von einer Ehefrau, sondern von einer Jungfrau geboren. Das ist etwas Einzigartiges, eine Singularität, die zum Zeichen der großartigen Neuschöpfung wurde. Darin zeigt sich ein Gott, der in sich nicht einsam ist, sondern Gemeinschaft hat. Gott ist immer schon Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Geist. Er zeigt sich bei der Empfängnis als Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Geist: „Der Heilige Geist (die Ruach) wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten (Gott-Vater) wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“ Das sagte der Engel Gabriel zu Maria. Durch die Empfängnis Jesu entsteht nicht ein neuer Gott-Sohn. Sondern Gott-Sohn zieht in dem Menschen Jesus das Geschöpf Mensch an sich, sodass er selber Mensch wird. Joseph Ratzinger schrieb ähnliche Gedanken in seiner Einführung in das Christentum 1968. Das natürliche Ereignis wird überschritten, damit die Menschheit bei Jesus lernen kann, wie Leben geht. Maria ist das Tor, durch das Gott ganz Mensch wird, ganz unser Bruder wird. Die Jungfrauengeburt ist typisch für Gott. Das sieht ihm ähnlich. Er macht immer wieder das Unmögliche möglich und zeigt schon bei seiner Menschwerdung, dass da etwas ganz Neues anbricht.