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Die Menschwerdung Gottes wurde diesmal verlegt

Maria sagte JA

Maria sagte JA

Normalerweise wird die Verkündigung von Jesus Christus (Verkündigung des Herrn, Annuntiatio Domini, Conceptio Christi (‚Empfängnis Christi‘)) am 25. März, genau neun Monate vor Weihnachten gefeiert. Da dieses Hochfest diesmal in die Karwoche fiel, wurde es auf den Montag nach dem ersten Sonntag nach Ostern verlegt. Diesmal fragt der Engel Gabriel am 4. April Maria, ob sie bereit sei. Es geht um nichts Größeres als um die Menschwerdung des allmächtigen Gottes. Maria sagte bekannter Weise „Ja“ und die Heilige Ruach, die im Hebräischen der Heilige Geist ist, kam über sie, die Kraft des Höchsten überschattete sie und sie wurde mit Jesus schwanger. Es ist für gläubige Christen ein singuläres Ereignis, eine Singularität, bei der der allmächtige Gott ein Mensch wurde, um den Sinn des Lebens zu zeigen: Die Liebe zu Gott und zu den Nächsten.

Allahs Sohn lernt um

Nächsten Sonntag wird in allen katholischen Kirchen die Geschichte vom Umlernen Jesu gelesen:
Jesus ging in das Gebiet des Südlibanons, das jetzt von schiitischen Moslems bewohnt wird.
Er traf eine Frau von dort, die ein großes Problem hatte: „Oh, großer Meister, Sie sind mein Held, bitte helfen Sie mir!“, sagte sie zu ihm. „Meine Tochter ist ganz seltsam unterwegs. Irgendwie ist so ein böser Geist, so ein Dämon, in ihrem Körper drin und macht sie total fertig.“
Die Übersetzung der Volxbibel schreibt weiter:
Aber Jesus behandelte die Frau wie Luft. Seine Schüler waren langsam ziemlich genervt von ihr, weil sie ihnen die ganze Zeit hinterherrief. Sie meinten zu ihm: „Schick sie bitte weg! Die geht uns voll auf die Nerven!“
Schließlich sagte Jesus: „Ich soll eigentlich nur den Israeliten helfen, die keinen Plan von Gott haben!“
Die Frau ließ aber nicht locker, sie legte sich platt vor ihm auf den Weg und fing an zu weinen: „Meister Jesus, bitte helfen Sie mir!“
„Euer Volk ist noch nicht dran“, antwortete Jesus. „Das wäre so, als wenn man den, der als Letzter in der Schlange vor der Supermarktkasse steht, einfach nach vorne lässt.“
„Sie haben ja recht“, meinte die Frau, „aber alte Omas und Kranke werden schon mal vorgelassen, oder?“
Jesus gab sich geschlagen: „Du bist ganz schön hartnäckig und hast großes Vertrauen in mich. Darum soll das jetzt auch passieren, was du von mir möchtest.“ Und das total Abgefahrene passierte: Ihre Tochter wurde in dieser Sekunde ganz gesund!
Was ist von dieser Geschichte zu halten? Allah ist so stark Mensch geworden, dass er heftig umlernen musste. Er ist ein orthodoxer Jude geworden und kam mit Nichtjuden in Berührung, denen er zuhörte. Jesus hörte in dieser nichtjüdischen Frau eine neue Stimme. Es war die Stimme der Ausnahme. „Ja, das stimmt, unser Volk ist noch nicht dran. Aber Omas und Kranke werden schon mal vorgelassen.“ Erkannte Jesus hier die Stimme des Heiligen Geistes? Im Hebräischen heißt der Heilige Geist „die Ruach“. Erkannte Jesus in der sorgenden Mutter die Ruach Allahs? Die Ruach führte Jesus gleich nach der Taufe in die Wüste. Jetzt führt sie ihn mit Hilfe der Frau zu den Nichtjuden. Ist dieser lernende Sohn Allahs nicht ein Geschenk an uns? Schenkt sich Allah nicht in seinem umlernenden Sohn an jeden von uns? Wären wir sonst Christinnen und Christen? Sollten wir nicht dankbar für sein für die Ruach, den Heiligen Geist, der diese Frau so stark machte und ihr diese Argumente eingab?
… Und das total Abgefahrene passierte: Ihre Tochter wurde in dieser Sekunde ganz gesund!
Super!
Katholisches Bibelwerk Sonntagslesungen 
Volxbibel Matthäus 15
Wie Jesus glauben lernte, ein Buch von Wilhelm Bruners
20. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A, Evangelium: Mt 15,21-28

Lieber Heiliger Geist!

Maria zu Pfingsten

Maria im Kreise der Apostel, Gemeindeleiterin, Priesterin und Bischöfin, erfüllt vom Hl. Geist, der Ruach Gottes

Du bist ein Sprachgenie.
Als du die Jünger zu Pfingsten besuchtest, konnten sie in allen Sprachen reden.
Du selber heißt in der hebräischen Sprache „die Ruach“, das ist weiblich und das bedeutet Atem und Geistin.
Dein Jesus dachte in dieser Sprache.
Du warst für deinen Jesus die heilige Ruach, die Heilige Geistin
Du bist zu ihm bei der Taufe im Jordan auf ihn herabgekommen.
Du hast ihn in die fast leere Wüste geführt und warst 40 Tage seine Begleiterin.
Was hast du ihm gelehrt?
Hast du ihn gelehrt, wie er die Menschen erschrecken soll, damit sie die Gebote einhalten?
Oder hast du ihn gelehrt, die grenzenlose Liebe Gottes zu zeigen?
Als er in der Synagoge in Nazareth aus der Bibel vorlas, begann er von dir, heiliger Geistin, zu lesen: Die Geistin des Herrn ruht auf mir, las er, denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe
Er hat mich gesandt, damit ich alle heile, deren Herz zerbrochen ist.
Liebe Heilige Geistin, hast du dich gefreut, dass dein Jesus den Auftrag begonnen hat, den Armen eine frohe Botschaft zu bringen?
Dreißig Jahre hast du auf diesen Moment gewartet.
Jetzt hat Jesus mit seiner Offenbarung begonnen.
Er hat nicht nur von der Barmherzigkeit Gottes erzählt.
Er hat dich, Heilige Geistin, auch Wunder wirken lassen.
Wie groß war deine Freude, als du die Trauernden trösten konntest.
Wie gern hast du die zerbrochenen Herzen geheilt!
Du hast in Jesu Umgebung das Reich Gottes wachsen lassen.

Liebe Heilige Geistin, wie traurig musst du gewesen sein, als dein Jesus am Karfreitag gefoltert wurde und ans Kreuz geschlagen wurde?
Du wusstest zwar, dass dein Gott-Vater ihn auferwecken wird.
Aber, liebe heilige Geistin, waren die Schmerzen Jesu nicht auch deine Schmerzen?
Hattest du nicht großes Mitleid mit deinem Jesus?
Als er am Kreuz hing, gab er dich, heilige Geistin an deinen Gott-Vater.
Er sagte zu seinem Vater: In deine Hände lege ich meine heilige Geistin, meine Ruach.
Es war ein inniges Verhältnis, das er mit dir hatte.
Du bist seine große Liebe.
Du warst sein Atem, seine Heilige Geistin.
Dich hauchte er im Tode aus.
Wie ist es dir, Heilige Geistin dabei ergangen, als Jesus dich aushauchte?
Wie ist es dir ergangen, als er von den Toten auferweckt wurde?
Hast du dich gefreut, dass er jetzt wieder bei dir ist?
War es aufregend, als er den Jüngerinnen beim Grab erschien?
War es spannend, als er in Jerusalem dem ungläubigen Thomas erschienen?

Vielleicht hast du, Heilige Geistin es gern gesehen, dass dein Jesus dir eine neue Aufgabe gegeben hat.
Er hat dich in unsere Herzen gesandt.
Du, Heilige Geistin bist der Sturm in unseren Herzen geworden.
Du, Heilige Geistin bist die Schneeflocke auf unserer Wange geworden.
Du, Heilige Geistin bist das Feuer in unserem Herzen geworden.
Du, Heilige Geistin bist unsere Luft zum Atmen geworden.
Du, Heilige Geistin bist der Schwung unseres Tanzes geworden.
Du, Heilige Geistin bist das weite Land unserer Seele geworden.
Du, Heilige Geistin bist die Farbe unserer Träume geworden.

Homosexualität: Die Kirche gewinnt neue Erkenntnisse

Petrus und Paulus

Petrus und Paulus

Es gibt Vieles, was in den Kirchen eine Zeiterscheinung ist. Im Herbst fallen die Blätter und im Frühling kommen neue. Die Äste und der Stamm aber bleiben. So gibt es Vieles, was sich im Laufe der Geschichte erhält und nicht untergeht.

Die Offenbarungen Gottes sind wie die Wurzeln eines Baumes. Sie begründen die Kirche. Es haben sich daraus in der Geschichte einige Äste entwickelt, damit sich diese Selbstoffenbarung Gottes in der Geschichte entfalten kann.

Ein Ast ist die Heilige Schrift, die eine gute Sammlung der Erfahrungen Israels und der ersten Christen ist. Vieles ist eine Zeiterscheinung und trockenes Laub. Texte über die Homosexualität im Alten Testament sind altes Laub, das der Geist Gottes, der weht, wo er will, in das Abseits wehte. Viele andere Erfahrungen bleiben bestehen. Auch durch die vier übrigen Äste, die das Bleibende stützen:

Ein zweiter Ast ist der Glaubenssinn aller Christen. Da helfen alle Gläubigen mit, die Offenbarung Gottes zu bewahren. In Stützenhofen, Niederösterreich, wo ein homosexueller Mann 2012 mit großer Unterstützung der Bevölkerung in den Pfarrgemeinderat gewählt wurde, sah Erzbischof Schönborn den Glauben der Pfarrgemeinde und den Glauben des jungen Pfarrgemeinderates und hörte auf den Glaubenssinn des Gottesvolkes. Seine Entscheidung kann man weise nennen.

Ast

Der dritte Ast ist die Theologie, die den Glauben vernünftig deutet und das Gemeinsame bewahren hilft. Im Verein mit den anderen Wissenschaften kann Homosexualität erforscht und vernünftig gedeutet werden.

Der vierte Ast ist das kirchliche Lehramt, das die Aufgabe hat, nach einer Gesprächsphase über die Selbstoffenbarung Gottes und einem Diskussionsprozess verbindliche Entscheidungen zu treffen. Eine dieser Entscheidungen wurde schon gefällt: Homosexuell empfindende Menschen werden genauso wie andere Erdenbürger von Gott geliebt. Damit der Glaubenssinn erhalten bleibt, können die Entscheidungen des Lehramtes in späteren Jahren durch Konzilien und Päpste neu formuliert werden.

Der fünfte Ast der Kirche ist die Gebetstradition in den Gemeinschaften, den Sakramenten und den Gottesdiensten. Die Verbindung der Gläubigen mit Gott vermittelt Erkenntnisse über die Homosexualität, die über die Naturordnung hinausgeht. Dadurch, dass Gott Mensch wird, ereignet sich eine starke Dynamik. Im Gottesdienst beten alle im Heiligen Geist zu Gott Vater. Diese BeterInnen bilden den Leib Christi. Es vollzeiht sich die Hingabe des Sohnes (Jesus Christi) an den Vater. Paulus schreibt, dass durch Christus das Gesetz aufgehoben ist.

Was dies für die Homosexualität bedeutet, ist erst im Licht dieser Dynamik erkennbarer. Die Moral und die Ethik werden durch die Selbstoffenbarung Gottes dynamisiert. Die kirchliche Ordnung hat keinen Selbstzweck, sondern zentriert sich auf das Leben mit Jesus Christus und dem Heiligen Geist. Inwiefern Homosexualität im Heiligen Geist gelebt werden kann, wird die Zukunft zeigen.

Die fünf Erkenntnis-Äste der Kirche und die Lebendigkeit des dreifaltigen Gottes sorgen dafür, die Sehnsucht der Schöpfung wach zu halten und zu sehen, dass alle Menschen, auch die homosexuell empfindenden Menschen von Gott geliebt werden.

 Link ORF NÖ

Weint über Jerusalem!

Die letzten Stunden von Jesus vor seinem Tod waren geprägt von einer Dramatik, die sich nicht nur zwischen den römischen Soldaten und Jesus abspielte, sondern auch zwischen ihm und seinem göttlichen Vater und zwischen ihm und den Bewohnern von Jerusalem.

Für die Folterknechte betete Jesus: „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.“ Sie sind verblendet und agieren in der Ideologie des Bösen, des Teufels, der Sünde. Trotzdem sind sie auch verantwortlich. Sie können umkehren, sollten sich zum guten Gott wenden. Dass sie das nicht tun, sieht man in der Szene mit den weinenden Frauen, die Jesus auf dem Weg zu seiner Kreuzigung trafen. Er bat sie: „Weint nicht über mich, sondern über (die Bewohner von) Jerusalem!“ Jerusalem sollte sich bekehren. Die Stadt steht für das Volk Israel, das umkehren soll. Wenn es sich nicht bekehrt, wird es sich selbst richten. Sie sagen dann: „Berge, fallt über uns!“

Die Bewohner von Jerusalem waren (wie die ganze Menscheit) Opfer des Bösen und der Sünde. So wie die Berge über sie fallen werden, so fielen das Böse und die Sünde über sie. Aber sie sind auch Täter. Sie selbst sagen: „Berge, fallt über uns.“ Sie selber richteten die Berge des Bösen auf. Durch ihr schlechtes Tun verhinderten sie das Kommen Gottes. Sie taten das Gegenteil dessen, wozu der damals sehr gut bekannte Jesaja aufforderte: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.

Sie bauten keine Straßen für Gott, sondern Berge, sodass er nicht kommen konnte. Über diese Menschen galt es zu weinen. Sie waren verstrickt in das Netz der Sünde und blind für das Reich der Liebe. Sie hörten die Stimme von Jesus, aber ihr Herz war verschlossen.

Vielleicht ist das auch die Tragik von Judas. Er hörte die Worte der Bergpredigt, aber die Konsequenzen waren für ihn nicht vorstellbar: „Wenn dich einer zwingt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei.“ Die Feindesliebe ist die Liebe zu den Gegnern, insofern sie Opfer der Sünde sind. Die Sünde ist ein mimetischer Zusammenhang, der alle erfasst. Alle ahmen die bösen Taten nach und übertreffen sich oft dabei.

Jesus war drauf und dran, diesen nachahmenden Zusammenhang aufzubrechen und für seinen göttlichen Vater eine Straße zu bauen. Er setzte alles auf eine Karte, die hieß: tragfähige Gottesbeziehung und speziell für ihn Vaterbeziehung, genauer Abba-Beziehung. „In deine Hände lege ich meinen Geist“ betete er am Karfreitag. Es war einerseits der Heilige Geist (hebräisch die Ruach), den er bei seiner Taufe im Jordan erhielt und andererseits sein eigener Geist, der voll Liebe zu seinem Vater und zu den Mitmenschen war. Diesen Geist schenkte er seinem Vater. Durch diese Liebe zu seinem göttlichen Vater gab er für uns Menschen einen Weg für unsere unendliche Sehnsucht frei. Unsere Sehnsucht hat dadurch eine erfüllende Hoffnung und geht nicht mehr ins Leere. Jesus schlug dadurch eine Schneise in eine Welt, die keine Sicht auf den gütigen Gott zuließ.